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TESTBERICHT
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Publikationsdatum
23. Januar 2006
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Mediacenters werden langsam zu ausgereiften Produkten. Die Vorteile einer zentralen Verwaltung von Photos, Filmen und TV-Programmen sind unbestritten.

Damit der Computer als Mediacenter allerdings seinen Weg in die Wohnstube findet, muss er einige Bedingungen erfüllen.

Die zwei wichtigstes Kriterien sind: Geräuschentwicklung und Design. Genau hier setzt das Hush E2 Mediacenter an.

Mit seinem lüfterlosen Aufbau und edlen Erscheinungsbild empfiehlt er sich vorbehaltlos fürs Wohnzimmer. Moderne Prozessoren mit hohen Taktraten produzieren bis zu 100 Watt Abwärme.

Kein Wunder werkeln in leistungsstarken PCs bisweilen eine ganze Armada von Lüftern, um das kostbare Silizium vor dem Wärmetod zu retten.

Meist nervt die Geräuschentwicklung bereits im Büro - im Wohnzimmer ist sie völlig unakzeptabel.

Intel und AMD bemühen sich zwar zunehmend, das Problem in den Griff zu bekommen, doch der Wettlauf um immer schnellere Prozessoren lässt da wenig Spielraum.

Gerade die aktuellen Dual-Core-Prozessoren mit zwei Kernen bedürfen eines immensen Aufwands bei der Kühlung.

Zudem werden in der Grundausstattung aus Kostengründen meist Billigstlüfter eingesetzt.

Auch Apple User können seit den ersten Dual-Prozessor Maschinen punkto unhaltbarer Geräuschemissionen mitreden.

Der Firma mit dem Apfel im Logo muss man aber immerhin zugute halten, dass sie mit neuesten, sehr leisen Modellen den Zeitgeist erkannte.

Für das Wohnzimmer müssen die Lüfter weg

Kühlrippen wie bei einer High-End Endstufe
Die Lösung heisst lüfterlose, passive Kühlung von Prozessor, Graphikkarte und Netzteil.

Das ist in jedem Fall kostenintensiver, als einen einfachen Billiglüfter hinzustellen.

Hush Technologies entwarf daher für ihre Mediacenter ein komplett neues und eigenständiges Gehäuse.

Im E2 erfolgt die Wäremabfuhr über Heatpipes und ausgedehnte Kühlrippen, die eigentlich mehr an eine High-End-Endstufe als an einen PC erinnern.

Die Heatpipes dienen dazu, die Wärme vom Entstehungsort (Prozessor, Netzteil oder Graphikkarte) lautlos an die Kühlrippen zu transportieren, wo die Energie dann an die Umgebung abgegeben wird.

Der Hush E2 kommt daher ganz ohne Lüfter aus und wird im praktischen Betrieb trotzdem nur handwarm. Das Aluminiumgehäuse ermöglicht aber nicht nur eine gute Wärmeabfuhr, sondern sieht auch noch sehr exklusiv und edel aus.

Die Hush-Ingenieure gaben sich wirklich Mühe, jedes PC-Flair vom E2 fern zu halten, was ihnen durchaus gelungen ist.

Auf den ersten Blick würde man kaum denken, einen Computer vor sich zu haben.

Lediglich die frontseitigen Doppelbuchsen für USB 2 und Firewire sind verräterisch.

Der blau leuchtende Einschaltknopf passt ausgezeichnet zum edlen Aluminium.

Einiges einfallen liess man sich auch bei der Schublade des eingebauten DVD-Brenners.

Dass ein schepperndes Ein- und Ausfahren gängiger Massenprodukte nicht so richtig zum edlen Gerät passen will, leuchtet ein, also spendierten die Hush-Leute dem DVD-Brenner eine gummigelagerte Schublade, die sich dann auch unglaublich leise und souverän öffnet.

Das DVD-Laufwerk mit seiner 4 mm breiten Aluminiumfront drückt zudem im geschlossen Zustand auf eine Gummidichtung und verhindert somit ein Entweichen von Störgeräuschen nach aussen.
Der E2 ist sehr robust gebaut mit gummigelagertem DVD-Brenner Laufwerk

Edle Zutaten

Doch nicht nur beim Gehäuse setzt der Hush E2 auf edle Zutaten. Auch im Geräteinnern finden sich nur hochstehende Komponenten.

So sitzt im Hush E2 die ATI X600Pro Graphikkarte mit 256 MB, ein Double Layer DVD-Brenner und ein Motherboard von Foxconn, das auch in den Computern von Apple, Dell und HP eingesetzt wird.

Für Power sorgt ein AMD64 3500+ Prozessor der mit 2,2 GHz getaktet wird.

Auf der Speicherseite finden sich 512 MB RAM sowie eine Seriell-ATA Festplatte mit 200 GB, was etwa für 3500 Stunden Musik oder ca. 40 DVDs reicht.

Der Hush ist komplett netzwerkfähig, wobei er sich dank dem 802.11g-WLAN-Modul auch kabellos einklinkt. Voraussetzung ist natürlich, man besitzt einen entsprechenden Router.

Dank der Netzwerkfähigkeit kann die Speicherkapazität mit externen NAS-Speichern (Network Attached Storage) bei Bedarf beliebig ergänzt werden.

Seien wir ehrlich, wer hat schon jemals genug Speicherplatz.

Bei regem Aufzeichnen von TV Sendungen oder beim Anlegen einer Bibliothek mit Dok-Sendungen sind auch 200 GB nicht genug.

Ganz entscheidend bei einem Mediacenter ist natürlich der Tuner.

Hier setzt Hush auf die französische Amity-DT Karte, welche dank Doppel-Tuner zwei Sendungen gleichzeitig verarbeiten kann und Multi-PAL fähig ist.

Erfreulich ist die geringe Stromaufnahme von gut 100 Watt bei voller Leistung. Vergleichbare Systeme gehen mit dem Strom deutlich verschwenderischer um.
Mit edlen Zutaten und anschlussfreudig präsentiert sich der Hush E2

Mediacenter Edition 2005

Als Betriebssystem wählte man die Microsoft Mediacenter Edition 2005. Die neuste Version des Betriebssystems für das Wohnzimmer aus Redmond ist deutlich ausgereifter.

Unschwer ist zu erkennen, welche Bedeutung man beim Softwareriesen dem Markt für Audiovision inzwischen beimisst.

Momentan ist die Windows MCE 2005 sicherlich die fortschrittlichste Mediacenter Software. Ganz ohne gewisse Eigenheiten geht es aber trotzdem noch nicht.

So brach das Mediacenter plötzlich die Aufnahme einer Sendung ab, da Microsoft der Meinung war, die im Hintergrund geladenen Updates von Programmguide und Betriebssystem müssten jetzt unaufgefordert und umgehend installiert werden.

Solches Eigenleben hinterlässt einen leicht faden Beigeschmack.

Abgesehen von solchen Unwägbarkeiten präsentiert sich die Windows Mediacenter Edition 2005 aber ausgesprochen bedienungsfreundlich. Wohl bewusst schränkte man das Menu auf die wesentlichsten Funktionen ein.

Das verbessert die Ergonomie für den Benutzer, aber einige Detaileinstellungen, zum Beispiel für den Ton, vermisste ich dann doch.
Programmguide der Windows Media Centers Edition 2005

Multimedia komfortabel im Wohnzimmer

Tatsächlich bietet die Kombination aus lautlosem Mediacenter und der benutzerfreundlichen Bedienung vom Sofa aus einen vereinfachten Weg, mit der zunehmenden Flut von Multimediadateien umzugehen.

Der Laptop aus dem Büro ist nun mal auf die Länge für die Speicherung von Audiovisions Dateien nicht optimal geeignet und zu weit entfernt vom Fernseher.

Nicht jeder mag die Ferienphotos der Digitalkamera Freunden am Laptop zeigen.

Mit dem Mediacenter lassen sich Photos, Videos, Musik und Games zentral an einem Ort - im Wohnzimmer - abspeichern und abrufen. Der Bedienungskomfort ist kaum zu überbieten.

Per Knopfdruck startet eine Diashow der Photos, Musikdateien werden automatisch mit Zusatzinfos ergänzt.

TV-Aufzeichnungen könnten kaum bequemer sein: Einfach durch den per Internet aktualisierten Programmguide browsen und die aufzunehmende Sendung anklicken.

Sehr gut gefallen hat uns die speziell für das Windows Mediacenter entworfene Fernbedienung von Hush Technologies.

Gegen Aufpreis mitgeliefert wird auch die von Microsoft seit diesem Herbst angebotene Tastatur mit Fernbedienung für die MCE 2005.

Wem die Möglichkeiten der Microsoft Tastatur zu komplex sind, ist mit der Hush Fernbedienung bestens bedient. Von einer gewöhnlichen TV-Fernbedienung unterscheidet sie sich nur durch gewisse Zusatzfunktionen für die Windows MCE.

Ob man lieber das Microsoft Keyboard oder die konventionellen Fernbedienung benutzt, ist Geschmackssache.

PowerUser werden sich mit dem Keyboard in Windeseile durch die Multimediafunktionen angeln, während für den Alltagsgebrauch die konventionelle Fernbedienung absolut ausreicht.
Das Microsoft Keyboard für die Bedienung des Media Centers

Der Hush E2 hält was er verspricht

Die Geräuschentwicklung ist minimal. Eigentlich vernimmt man lediglich die knisternden Geräusche der Harddisk während der Aufzeichnung von TV-Sendungen – aber auch die werden vom TV-Ton überlagert.

Auch die Betriebsgeräusche des DVD-Laufwerks sind gering, so dass man dem Hush E2 wirklich attestieren kann, ein flüsterleises Mediacenter zu sein.

Der Hush E2 ist aber immer noch ein ausgewachsener PC mit allen Vorteilen.

So kann er auch auf dem Internet Surfern oder als Gamemachine benutzt werden.

Voraussetzung ist ein TV mit DVI-Eingang. Über den VGA-Ausgang an den Fernseher angeschlossen sind die Schriftzeichen zu klein.

An einem LCD- oder Plasmabildschirm mit DVI-Eingang lässt sich die Schrift auch aus mehreren Metern Entfernung noch gut lesen.

Fazit

Der Hush E2 ist das momentan leiseste und wohl auch schönste Mediacenter.

Die Hush Technologies machen vor, wie ein Computer fürs Wohnzimmer gebaut sein soll.

Die Hardware Ausstattung und Qualität sind hervorragend und entsprechen dem momentanen Stand der Technik.

Bei Bedarf kann die Hardware durch neue, modernere Komponenten ersetz werden.

Dadurch wird das E2 nicht nur sehr flexibel, sondern auch zukunftssicher.
STECKBRIEF
Preis:
4'730 SFr
Profil:
Flüsterleises Mediacenter, das ganz ohne Lüfter auskommt und daher nur eine geringe Geräuschentwicklung aufweist. Sehr hochwertiges Gehäuse.
Pro:
fast keine Geräuschentwicklung
leistungsfähig
gute Verarbeitung
super Ausstattung
Contra:
Windows Media Center Betriebssystem mit leichten Unwägbarkeiten
Ausstattung:
Gehäuse: gebürstete Aluminiumlegierung bis zu einer Dicke von 15 mm Antiruckelfunktion
Ausgänge:
LAN RJ45,
VGA,
4 x USB,
1 x RS232,
1 x parallel,
S-VHS und FBAS,
3 x 3.5mm Audio Stecker 5.1
SPDIF optisch und koaxial
Technische Daten:
AMD64 3500+ Prozessor 2,2 GHz
512 MB RAM
Seriell-ATA Festplatte 200 GB
802.11g-WLAN
Amity-DT TV-Tuner
Wettbewerb