TESTBERICHT
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Test JVC HA-S90BN

Der JVC HA-S90BN kann sich unterschiedlichen Klangwünschen anpassen.Der JVC HA-S90BN kann sich unterschiedlichen Klangwünschen anpassen.

Die Japan Victory Company (JVC) hat eine grossartige HiFi-Geschichte zu erzählen. In den 70er Jahren war sie federführend bei der CD4-Quadrophonie mit dem Gegenspieler Sony mit der SQ-Quadrophonie. Doch während JVC heute den allgemeinen HiFi-Bereich drastisch reduziert hat, führt man immer noch ein breites Angebot an Kopfhörern, vom ohrumschliessenden HiFi- bis zum Sport-In-Ear-Hörer.

Der HA-S90BN, der mit Richtpreis von 199.99 angeschrieben wird, gehört zu den Erstgenannten und bietet, wie die meisten unserer Testprobanden, Headsetfunktion, Bluetooth und aktives Noise Cancelling. Zu bedienen ist der leichte, handliche  Hörer wirklich einfach. Mit seiner dreistufigen Sound-Taste kann der Klang von bassig, linear bis hell verändert werden.

Was bei diesem Hörer auffällt, ist, dass er sich  als Einziger dieses Tests  nicht allen Kopfformen anpassen konnte. So passt er perfekt auf eher grosse Köpfe und zeigt Probleme bei eher kleinwüchsigen Leuten mit schmalem Kinn. Bei diesen ergibt sich an der Unterseite der Muschel ein kleiner Spalt, der Umgebungslärm durchlässt und den Klang auch in Sachen Bass vermiest. Versucht man die Muscheln etwas satter an die Ohren zu drücken, bekommt man in der rechten Muschel ein unangenehmes Pfeifen zu hören. So sollte jede(r) an diesem Hörer Interessierte sich ihn erst mal aufsetzen und prüfen, ob er wirklich satt am Kopf sitzt und auch unten einwandfrei abdichtet.

Messungen

Lärmdämpfungsdiagramm: Das Noise Cancelling dämpft tiefe Frequenzen recht gut, zeigt aber bei 1 kHz eine eher mässige Leistung.Lärmdämpfungsdiagramm: Das Noise Cancelling dämpft tiefe Frequenzen recht gut, zeigt aber bei 1 kHz eine eher mässige Leistung.

Die Muscheln alleine dämpfen mittlere Frequenzen nur begrenzt ab und das Noise Cancelling, das tiefe Frequenzen (bei gutem Sitz der Muscheln am Kopf!) recht gut reduziert, arbeitet im mittleren Frequenzbereich bei 1 kHz eher ungenügend.

Der Frequenzgang (hier kein Diagramm) verläuft am Kabel, abgesehen von einer leichten Delle bei 4 kHz, recht linear. Via Bluetooth ergeben sich kaum nennenswerte Unterschiede. Und beim Klangschalter ist klar, dass die Bässe bei Stellung Bass und die Höhen bei Clear angehoben werden.

Hörtest

Der JVC HA-S90BN kann sich eher kleinen Kopfformen nicht genügend anpassen. So werden die Polster oben zusammengedrückt und unten entsteht ein Spalt, der Lärm durchlässt und den Klang verschlechtert.Der JVC HA-S90BN kann sich eher kleinen Kopfformen nicht genügend anpassen. So werden die Polster oben zusammengedrückt und unten entsteht ein Spalt, der Lärm durchlässt und den Klang verschlechtert.

Erstaunlich gut schlägt sich der Mini-LED-TV bezüglich Schwarz-Weiss-Übergängen. Lichthöfe oder zerfranste Säume sind auch bei künstlichen Testbildern kaum auszumachen – zumal aus einer vernünftigen Sehdistanz. Solche extremen Bilder sind im TV-/Heimkino-Alltag sowieso die Ausnahme, zeigen jedoch die Leistungsfähigkeit von Display und Bildprozessor. Zu toller Form lief der 65PML9506 – bei abgedunkeltem Raum – mit einschlägigen Netflix-Serien in 4K HDR auf. So konnte er etwa bei der Fantasy-Serie «Shadow and Bone» unter Beweis stellen, dass er auch bei den vielen düsteren Bildszenen adäquates Heimkino-Ambiente auf den Bildschirm zaubert. «Shadow and Bone» arbeitet gezielt mit atemberaubenden Lichteffekten, die der Mini-LED-TV sehr eindrücklich in Szene setzt.

Im direkten Vergleich kreierte der OLED-Fernseher eine noch bessere Illusion räumlicher Tiefe – ein Effekt, den der 65OLED806 zweifellos seiner prinzipbedingt perfekten Schwarzwiedergabe zu verdanken hat. Punkto Kontrastabstufungen und Transparenz dunkler Bildinhalte kann der Mini-LED-TV jedoch erstaunlich gut mithalten. Seine grosse Stärke zeigt der 65PML9506, wenn die magiebegabte Hauptdarstellerin in «Shadow and Bone» ihren Lichtzauber loslässt. Angesichts solcher Strahlkraft bleibt beim Betrachter kein Auge trocken. Auch die Bewegungsschärfe kann sich im Vergleich zum OLED-Fernseher sehen lassen, was angesichts des identischen Bildprozessors nicht wirklich verwundert. Natürlich verfügt auch der 65PML9506 über einen «Filmmaker-Modus», in dem HDR-Filme mit Original-Bildwiederholrate und -Kontrast wiedergegeben werden. Meist sind dunkle Bildstellen in diesem Modus jedoch zu wenig transparent, und die fehlende Bewegungsglättung nervt auf Dauer. Deshalb offeriert der 65PML9506 auch noch einen speziellen «HDR-Heimkino-Modus», in dem der Prozessor behutsam in Kontrast, Farbsättigung sowie Bewegungsglättung eingreift und dennoch ein authentisches «Cinema-Feeling» beibehalten soll. Geisterbilder (sogenanntes «Ghosting») wie sie der Mini-LED-Technik theoretisch nachgesagt werden, waren in der Praxis übrigens kein wahrnehmbares Problem.

Der JVC HA-S90BN kann sich leider nicht allen Kopfformen perfekt anpassen. Deshalb gilt vor dem Kauf: Prüfe, wer sich klanglich für einige Zeit binden will! Klanglich bietet er gute Leistungen und kann sich unterschiedlichen Klangwünschen gut anpassen, ohne allerdings auch auf Stellung Bass bombastische Bässe zu liefern, wie es Bass-Fetischisten sich heute wünschen. Sein Noise Cancelling, das im Bass gut arbeitet, bietet bezüglich der Dämpfung mittlerer Störfrequenzen nur mässigen Effekt und beeinträchtigt die Klangqualität leider doch recht stark.