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Testbericht · Marantz · Netzwerk-Player

Edelteil mit Spitzenklang

Test Streamer/Vorverstärker Marantz Link 10n

Von Martin Freund · · Seite 2 von 2

Aussergewöhnliche Hörerfahrung

Vom Feinsten: Im Verbund mit dem Vollverstärker Model 10 von Marantz und den Lautsprechern 801 D4 Signature von Bowers & Wilkins durfte der Link 10n zeigen, was er klanglich drauf hat.Vom Feinsten: Im Verbund mit dem Vollverstärker Model 10 von Marantz und den Lautsprechern 801 D4 Signature von Bowers & Wilkins durfte der Link 10n zeigen, was er klanglich drauf hat.

avguide.ch hatte das grosse Vergnügen, das Duo Marantz Link 10n und Model 10 über die derzeit besten Lautsprecher von Bowers & Wilkins probezuhören. Das Ausmass an Klangkultur und -finesse, welches die 801 D4 Signature – angetrieben von der Marantz-Kombination – zum Besten gab, war wirklich nicht alltäglich, sondern selbst für abgebrühte Hörprofis eine ganz besondere Erfahrung. So gefielen die Mühelosigkeit der Klangentfaltung und die herrliche, ansatzlose Dynamik bei guten (via Roon und Qobuz gestreamten) HiRes-Aufnahmen. Aber auch die Detailtreue und die räumliche Transparenz sind auf allerhöchstem Niveau angesiedelt. Fast noch beeindruckender waren die Differenziertheit und Feinauflösung bei leisen Musikstellen. Wo andere Gerätschaften tendenziell den Schleier des Vergessens über feinste Zwischentöne legen, offenbart die Marantz-Kombi eine selten vernommene Durchhörbarkeit – und dies ohne jeglichen Hang zur Analytik.

Link 10n ist jedoch nicht nur ein Streamer für die Internet-Portale der Musikprovider. Er offeriert auch die Möglichkeit, HiRes-Downloads in bestechender Qualität direkt abzuspielen. Dies – vom Handling her sehr einfach – ab einem USB-Stick, den man an der Rückseite des Geräts einstöpselt. Die Titelsuche geschieht wahlweise sehr bequem via Fernbedienung und Display. Im Unterschied zum SACD 10 von Marantz (bei dem dies grundsätzlich auch möglich ist) kann man auch durch eine umfangreiche Musikauswahl zügig scrollen oder findet das gewünschte Album noch schneller. So eignet sich der Link 10n auch für grosse Musiksammlungen auf USB-Datenträgern, zumal man ihn im Normalfall ja via HEOS-App steuert.

Bringt es an den Tag: Die in 32-Bit-Technologie remasterte «Living Stereo»-Aufnahme aus dem Jahr 1960 klingt als 32-Bit-Download um Klassen besser als die gestreamte 24-Bit-Version.Bringt es an den Tag: Die in 32-Bit-Technologie remasterte «Living Stereo»-Aufnahme aus dem Jahr 1960 klingt als 32-Bit-Download um Klassen besser als die gestreamte 24-Bit-Version.

Interessant war auch beim Link 10n der Vergleich von gestreamten Musiktiteln zu den gleichen Tracks in Form von Downloads. So hörten wir wiederum diverse Aufnahmen des skandinavischen Labels «2L». Schnell zeigte sich, dass Tracks in DSD128 ab USB-Stick auch beim Link 10n (genauso wie beim SACD 10) noch deutlich besser klingen als die gestreamte 24-Bit-Version via Qobuz (und Roon). Den Vogel schoss die legendäre Living-Stereo-Aufnahme von Gounods «Faust» (aus dem Jahr 1960!) ab, die als remasterte 32-Bit-Version downloadbar ist. Der Titel «Funeral March of a Marionette» hat es in sich: Gegenüber der (immerhin in 24-Bit/192-kHz) gestreamten Version ab Qobuz erklang der 32-Bit-Track fein- und grobdynamisch krass überlegen; die Durchhörbarkeit von leisen Stellen war in einer ganz anderen Liga. Somit ist klar: Der Marantz Link 10n ist fürs kommende 32-Bit-Zeitalter bestens gerüstet.

Idealer Spielpartner: Natürlich bildet der Link 10n die perfekte Ergänzung zum Vollverstärker Marantz Model 10. Aber auch Endverstärker oder Aktivlautsprecher freuen sich über einen so formidablen HiRes-Spieler.Idealer Spielpartner: Natürlich bildet der Link 10n die perfekte Ergänzung zum Vollverstärker Marantz Model 10. Aber auch Endverstärker oder Aktivlautsprecher freuen sich über einen so formidablen HiRes-Spieler.

Fazit

Für den Link 10n von Marantz gilt (ebenso wie für Model 10): Gebaut für die Ewigkeit! Klar empfiehlt sich dieser kompromisslos aufgebaute Streamer/DAC zunächst als Ergänzung für den im Design passenden Vollverstärker Model 10. Aber auch Besitzer edler Gerätschaften anderer High-End-Marken dürfen mit dem Link 10n liebäugeln. Insbesondere Aktivlautsprecher der Topklasse finden mit dem Link 10n dank dessen integrierter Vorverstärkerfunktion einen idealen Spielpartner mit exzellentem Klang und äusserst kompletter Ausstattung.

Der Link 10n von Marantz ist bei folgenden Fachhändlern verfügbar:

Dietiker & Humbel AG
Wartstrasse 34
8400 Winterthur
052 212 55 58
[email protected]

Müller + Spring AG
Hauptstrasse 8
5200 Brugg
056 442 20 40
[email protected]

Digistore SA
Rue de la Coulouvrenière 21
1204 Genève
022 329 22 88
[email protected]

Steckbrief
ModellLink 10n
Preis11,000.00 CHF
HerstellerMarantz
VertriebB&W Group (Schweiz) GmbH
Jahrgang2025
Masse440 × 192 × 472 mm
Gewicht33,3 kg
FarbeSchwarz oder Champagner
AirplayNein
CD-RipperNein
ChromcastJa
Roon ReadyJa
Spotify ConnectJa
Analog OutputPre-Out Cinch/XLR
AudioformateFLAC 24-Bit/192-kHz, DSD256, WAV 32-Bit/384-kHz
BenutzeroberflächeHEOS
DA-Wandlerdiskret aufgebauter MMM-Converter
Digital Inputkoaxial, optisch, USB, HDMI eARC
Digital Outputkoaxial, optisch
DisplayFull HD OLED
Leistungsaufnahme Standby< 2 W
Multiroom Supportvia HEOS
MusikdiensteTidal, Spotify
Remote AppHEOS
SpeichermedienUSB

Testurteil

10 / 10

Plus

  • Überragende Verarbeitung.
  • Komplette Ausstattung.
  • Analoge Eingänge inklusive Phono-MM und Phono-MC.
  • Vorverstärker und DAC der absoluten Topklasse.
  • Edles und diskretes Design.
  • Gelungenes, hybrides Bedienkonzept.

Minus

  • Hoher, jedoch angemessener Preis.

Profil: Beim Link 10n von Marantz handelt es sich nicht «nur» um einen Netzwerkspieler der absoluten Spitzenklasse. Er überzeugt gleichermassen als digitaler und analoger Vorverstärker mit äusserst kompletter Ausstattung, kompromissloser Verarbeitung und Topklang.

Der Autor Martin Freund

Martin Freund ist Redaktor bei avguide.ch und testet seit den Anfängen Verstärker, Lautsprecher und Analog-Komponenten. Der Fachjournalist beurteilt Geräte klanglich wie technisch mit einer Tiefe, wie sie heute selten geworden ist.

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