
Als dritter SD Karten Recorder mit XLR-Eingängen und Phantomspeisung erreichte uns der H4n von Zoom. Er entpuppte sich als weit mehr denn ein Aufnahmegerät.
Die japanische Firma Zoom entwickelt schon seit längerer Zeit Kleingeräte vor allem für Musiker. Das Ansehen der Zoomgeräte war durchzogen.
Ich hatte schon lange kein Zoomgerät mehr aus der Nähe begutachtet und ging deshalb unvoreingenommen an diesen Test.
Erster Eindruck

Das Zoom H4n kommt in einer bunten Verkaufsbox daher, die auf der Rückseite schon so viele Informationen aufweist, dass sie mit Vorteil gleich als Schnellstarthilfe verwendet wird, denn im Gegensatz zu allen bisher getesteten Geräten liegt dem Zoom H4n nur eine englische Bedienungsanleitung bei, und auch im Internet habe ich kein deutsches PDF File gefunden*.
Dafür ist da Handbuch wirklich ein Buch ... 152 Seiten dick!
*Nachtrag: Als ich eben den Testbericht abliefern wollte, erhielt ich via Schweizer Vertretung die PDF-Datei des deutschen Handbuches. Dieses wird ab sofort den in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgelieferten Geräten beiliegen.
Mit in der Schachtel befinden sich eine 1GB SD Karte, ein Schaumstoffwindschutz, ein «Mic Clip Adaptor», der als Handgriff oder eben als Mikständerhalterung dient, ein Netzteil, ein USB Kabel sowie ein Schutz Case aus milchigem Halbhartkunststoff.
Sozusagen als Bonus liegt noch eine DVD mit Cubase 4 LE bei (Mac und Windows). Der Recorder selbst macht einen robusten Eindruck, auch wenn mir die im x/y -Stereomodus angeordneten, ungeschützten Mikrofone im ersten Moment etwas verletzlich erscheinen.
Die Seiten und die Unterseite bestehen aus einem feldgrauen, gummiähnlichen Material, das kratzfest wirkt und rutscharm in der Hand liegt. Das Gesamtgewicht (inkl. eingelegte Akkus) von 344 g verstärkt den Qualitätseindruck.
Das rund 45 x 30 mm grosse Display enthält die wichtigsten Informationen und ist übersichtlich und aufgeräumt. 16 Sekunden nach dem Einschalten ist der Zoom H4n betriebsbereit, und ich versuche gleich einmal, eine Stereoaufnahme mit den eingebauten Mikrofonen, die problemlos und ohne Handbuch klappt und erst noch ausgezeichnet klingt. Diese internen Mikrofone sind wirklich überraschend gut.
Der erste Eindruck dieses mit SFr. 569.00 günstigsten der drei getesteten Recorder ist überzeugend.
Ausstattung

Beginnen wir bei den Anschlüssen: Da erhält der H4n ein erstes Lob für die Kombibuchsen (XLR und Klinke kombiniert). Die Klinkenbuchsen sind als Keyboard- resp. E-Gitarren-Eingang ausgelegt.
Ein typischer Linieneingang fehlt allerdings. Ebenso fehlt ein echter Linienausgang. Der Kopfhörerausgang (auf der linken Seite) dient zugleich als Stereolinienausgang (Mini-Stereoklinke), was mich eher etwas befremdet.
Doch das Audiomaterial kann ja in digitalem Format in den Rechner übertragen werden.
Ideal gelöste Menüsteuerung und «Problemschacht» auf der linken SeiteZwischen den Kombisteckern befindet sich der Anschluss für das mitgelieferte Netzteil.
Leicht zu übersehen ist der zusätzliche Mikrofoneingang (Mini-Stereoklinke) auf der Unterseite, der die internen Mikrofone ausschaltet. Ein etwas seltsamer Ort für einen Mikrofonanschluss.
Als letzte Buchse sei der USB 2 Anschluss erwähnt, über den der H4n sowohl als Kartenleser als auch als USB Audiointerface eingesetzt werden kann, z.B. in Verbindung mit dem beiliegenden Cubase 4 LE.
Nur eine einzige Audioausgangsbuchse: Die Kopfhörer/Line out MiniklinkeAuf der rechten Seite befinden sich der SD-Karten Schacht (eine Warnung dazu später!), ein Wippschalter für den Aufnahmepegel sowie die ausgezeichnete Menübedienung: Ein Druck auf die Menutaste ruft das Menü auf, mit dem Rad wählt man das gewünschte Menü an und drückt dann auf das Rad, welches wie eine Enter Taste funktioniert.
Alle Einstellungen sind so mit dem Daumen (für Rechtshänder) zu erledigen. Super.
Auf der linken Seite finden wir neben den bereits erwähnten Phones/Line- und USB-Buchsen den Anschluss für die separat erhältliche Fernbedienung, die Wipptaste für die Ausgangslautstärke und den kombinierten Ein/Aus-Hold-Schieber.
Die auf der Front im X/Y-System angeordneten Mikrofonkapseln können durch leichte Drehung den Aufnahmewinkel von 90º zu 120º verbreitern.

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