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Testbericht · Panasonic · Systemkameras

Spagat gelungen

Test MFT-Systemkamera Panasonic Lumix DC-GH5

Die Lumix DC-GH5 von Panasonic im Test ist ein Foto- und Video-Multitalent im Micro-Four-Thirds-Format. Mit 20-MP-Sensor, dualer Bildstabilisierung, kinotauglichen Videoaufnahmen und 6K-Serienfotofunktion spricht sie sowohl Amateure wie Profis an.

Von Hanspeter Frei · · Seite 1 von 8
Die Lumix DC-GH5 von Panasonic bietet einen 20-Megapixel-Sensor, einen tollen Bildstabilisator, professionelle Videofeatures und 6K/4K-Fotomöglichkeiten.
Die Lumix DC-GH5 von Panasonic bietet einen 20-Megapixel-Sensor, einen tollen Bildstabilisator, professionelle Videofeatures und 6K/4K-Fotomöglichkeiten.

Der Feuerstrahl aus dem Dunkeln kam schnell und über­raschend. Im Gesicht spürte ich ein warmes Kribbeln und vergass beinahe, auf den Auslöser zu drücken.

Zum Glück hatte ich die Kamera auf den Pre-Burst-Modus eingestellt. Zusammen mit der neuen, einzigartigen 6K-Foto-Funktion der Lumix GH5 verpasste ich damit keine Darbietung des Feuerkünstlers, obwohl im Dunkeln der genaue Start seiner Flammenschau nicht auszumachen war.

Im Pre-Burst-Modus werden Fotos rund eine Sekunde vor und nach dem Druck auf den Auslöser aufgezeichnet, in 6K-Einstellung mit rasanten 30 Bildern pro Sekunde. Aus dieser Serienbilddatei kann dann im Nachhinein ganz bequem der beste Moment ausgewählt und als 18 Mega­pixel grosses Foto abgespeichert werden.

Pre-Burst und 6K-Fotos sind nur ein kleiner Teil der umfangreichen Einstellmöglichkeiten des neuen Panasonic-Flaggschiffs im Micro-Four-Thirds-Systemstandard. Die GH5 bietet High-End-Leistung für Foto-Enthusiasten und professionelle Filmemacher, die ihresgleichen sucht. Allein die Kurz-Bedienungsanleitung zur GH5 umfasst über 120 Seiten. Die erweiterte Anleitung, heruntergeladen aus dem Internet, bietet Lesespass auf knapp 350 Seiten.

Während der Vorgänger GH4 noch einen 16-Megapixel-Sensor besitzt, bringt die Neue gleich 4 Millionen mehr mit. Diese 25 Prozent höhere Auflösung auf der gleichen Live-MOS-Sensorfläche bedeutet auch eine kleinere Lichtausbeute pro Pixel. Damit sich dies nicht auf die Bildqualität auswirkt, hat Panasonic bei der GH5 den Tiefpassfilter vor dem Sensor weggelassen.

Ein neuer Venus-Engine-Bildprozessor soll zudem besonders die Wiedergabe na­tür­li­cher Detail­struk­turen verbessern. Auch die bisherige Rauschminderung wurde zur «High-Precision-Multi-Process-NR» weiterentwickelt.

Die Lumix GH5 besitzt nun auch einen Bild­beruhiger im Gehäuse selbst. Damit bietet sie mit ent­sprechenden Objektiven eine Dual-Bildstabilisierung um fünf Achsen, die Verwacklungen bei Foto- und Videoaufnahmen inklusive 4K-Video noch effektiver unterdrückt.

Als Panasonic vor rund zehn Jahren Micro Four Thirds einführte, war es eigentlich als ein kompaktes, leichtes und kleines Spiegellos-Kamerasystem gedacht. Bei der GH-Reihe wich die Firma mit jedem neuen Modell immer weiter davon ab. So ist auch die GH5 mit ihren Massen von 139 x 98 x 87 mm etwas grösser als ihr Vorgänger. Und hat mit einem betriebs­bereiten Gewicht von 935 Gramm, inklusive Kit-Objektiv, Speicher­karte und Akku, einiges mehr auf den Rippen als noch die GH4 mit ihren 770 Gramm.

Auch die Gehäuseform gleicht mehr einer digitalen Spiegel­reflexkamera (DSLR) als einer Kompakt-Ferien­kamera. Noch etwas wuchtiger, und sie könnte glatt mit einer richtigen DSLR verwechselt werden. Männerhände können die GH5 noch gut stemmen, doch allen Damen, denen ich sie in die Hände gab, war sie dann doch etwas sehr schwer.

Ein Vorteil der grösseren Form: Es lassen sich mehr Bedienungs­elemente unterbringen. Und die sehen wir uns jetzt genauer an.

Der Autor Hanspeter Frei

Hanspeter Frei ist der Foto- und Videospezialist von avguide.ch und einer der versiertesten Fachjournalisten seines Gebiets. Er testet Kameras, Objektive und Videotechnik.

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