20. August 2019 | seit 1999
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Publikationsdatum
13. August 2019
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Avguide.ch hat den DAC501/DAC502 bereits im Hause Weiss Engineering getestet. Wir waren begeistert. Nun gibt es die Geräte auch ohne integrierten DA-Wandler, für Musikhörer, die einen hochwertigen DA-Wandler oder digitale Aktivlautsprecher betreiben und das Musikerlebnis auf mannigfaltige Weise optimieren wollen. Die Möglichkeiten, die dieser neue Gerätetyp bietet, sind sehr beeindruckend.

Neue Herangehensweise

Daniel Weiss kann schon seit langer Zeit wenig anfangen mit den alten Ideen im High-End-Audio-Bereich. Er hat aber auch ein gutes Gespür für die Integration seiner «Zaubergeräte» in alle vorhandenen und künftigen High-End-Audio-Anwendungen auf dem Markt. Damit erschliesst sich ein grosses Anwendungsfeld. Und schliesslich soll alles erlaubt sein, was Spass macht.

Mit den DSP501/DSP502-Geräten entstand eine völlig neue Art von Audiogerät, eine Art Masteringstudio für Musikhörer. Damit lässt sich der Klang, oder besser, das Musikerlebnis steigern, und zwar in Bezug auf raumakustische Defizite, Hörgeschmack und Defizite bei der Qualität der Aufnahmen.

Da die Korrekturmassnahmen bei Lautsprechern und Kopfhörern sehr unterschiedlich ausfallen können, verfügen die Geräte über zwei separate DSP-Ketten, eben für Lautsprecher und Kopfhörer (Kopfhörerausgang). Damit hat der Musikliebhaber nach getaner Arbeit individuelle Optimierungen für beide Abhör-Wege vollbracht.

DSP-Algorithmen

Das DSP (Digital Signal Processing) der DSP501/DSP502-Geräte von Weiss beinhaltet einen Raum-Equalizer zur Unterdrückung von Raummoden (Raumresonanzen), die im Tieftonbereich mancherorts zu einem aufgeblasenen, unpräzisen und zu Dröhnen neigendem Musikerlebnis führen. Dieser Raumequalizer unterscheidet sich in seiner Funktionsweise und seiner Ausrichtung grundlegend von konventionellen, parametrischen Equalizern.

Für die Anpassung des Klangbilds an den persönlichen Hörgeschmack, die Korrektur von Raumeinflüssen im Hochtonbereich, wie z. B. schallharten Grenzflächen, steht ein sogenannter Kreativ-Equalizer zur Verfügung. Dieser ist als Klangregelung zu verstehen. Er kann auch dazu dienen, spontan klangliche Defizite von Aufnahmen zu korrigieren. 

Ein weiterer Algorithmus nennt sich Vinyl-Emulator. Damit lässt sich stufenlos ein Schallplatten-typischer Klangcharakter erzeugen, der in unserer Wahrnehmung zu mehr Wärme und Vintage-Feeling neigt. Das passiert nicht zuletzt durch die Erzeugung eines gewissen Noise-Floors, wie er bei Vinyl typisch ist, einer Absenkung des Hochtonbereichs, einer monauralen Abmischung des tiefen Bassbereichs und einer bewussten Verringerung der Kanaltrennung. Alles im Grunde negative Eigenschaften, welche die Grenzen der Schallplatte mit sich bringen, die aber zu einem Klangerlebnis führen, welches von vielen Musikhörern geschätzt wird und das mit dem DSP501/DSP502 nun auch mit digitalem Musikmaterial möglich wird.

Eher praktisch ausgerichtet ist ein Algorithmus, der die Lautstärke über alle gespielten Tracks konstant hält (weniger Dynamik, identische Pegel). Das ist praktisch beim Musikhören in der Nacht mit verringertem Störpotenzial für Mitbewohner und Nachbarn.

Wer sich für binaurale Aufnahmen interessiert, deren Live-Realismus nur mit Kopfhörern erlebt werden kann, wendet den Crosstalk-Cancelling-Algorithmus an. Mit wenigen Einstellungen, z. B. dem Abstand zwischen den Lautsprechern, erzielt man am optimalen Hörplatz (und nur dort) eine realistische, räumlich authentische Darbietung über die Lautsprecher.

Weitere Algorithmen sind in Entwicklung, dabei einige ausschliesslich für Kopfhörerwiedergabe, denn in diesem Bereich gibt es ja auch einiges zu verbessern. Es ist eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass die Bedienung bequem über das User-Interface auf dem iPad vom Hörplatz aus erfolgt.

User Interface am Beispiel des Kreativ-Equalizers.

Minimalistisches High-End-Audio

Die DSP501/DSP502-Geräte lassen sich an jeder HiFi-Anlage betreiben und gefolgt von einem DA-Wandler integrieren. Der Trend geht aber auch bei High-End-Audio in Richtung von minimalistischen Systemen mit wenigen Komponenten. Die neuen Geräte von Weiss lassen sich zusammen mit digitalen Lautsprechern zu solchen Systemen formen und bestehen dann wirklich nur noch aus einem DSP50X und einem Paar Lautsprecher, die direkt digitale Musikdaten verarbeiten. 

Beispiele für solche Lautsprechersysteme sind die Marken: Kii Audio, Dynaudio, Grimm Audio, B&W, Geithain, Meridian und Neumann.

Roon ready!

Erst seit kurzem sind die DSP501/DSP502-Geräte, aber auch die DAC 501 und DAC 502 als Roon-Endpoint (Roon ready) zu betreiben. Mit einem PC oder Mac im Netzwerkverbund – natürlich fernbedient von Smartgeräten – hat man dann das Thema Musikserver ebenfalls elegant abgehakt.

DSP und Roon für MAN301-Musikserver

Wer einen MAN301-Musikserver mit oder ohne DA-Wandler betreibt, kann die DSP-Funktionen sowie den Betrieb als Roon Endpoint (Roon ready) relativ einfach integrieren. Wie man das macht, darüber gibt die folgende Seite (untere Hälfte der Seite) Auskunft. Wir empfehlen jedoch bei konkreten Absichten auch Daniel Weiss zu kontaktieren.

Der DSP501 kostet 6462 CHF und der DSP 502 7270 CHF.

Ausführliche und weiterführende Information zu den DSP501/DSP502-Geräten finden Sie hier.

avguide.ch meint

Die DSP501/DSP502-DSP-Geräte von Weiss Engineering ermöglichen auf vielfältige, praktische und in gewissem Mass radikale Weise, Verbesserungen des Musikerlebnisses im Wohn- oder Hör-Raum. Und das ohne Abstriche. Wer sich für echte Klangverbesserungen interessiert, dem ist zu empfehlen, sich mit den DSP-Geräten zu befassen. Wer dazu auch oder weiterhin in die klassischen Bereiche der Kabel, der Stromoptimierung und etwelcher esoterisch geprägter Massnahmen schielt, der soll tun, was er nicht lassen kann. Alles, was Spass macht, ist erlaubt. 

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