Ideal für Einstieg oder Umstieg in Nikons Z-Welt: Spiegellose Vollformatkamera Nikon Z 5 mit dem Nikkor-Objektiv Z 24–50 mm 1:4-6,3.Nikon platziert die Z 5 etwas unterhalb der Z 6 und Z 7, die beide vor gut zwei Jahren auf den Markt kamen. Das jüngste Mitglied der Nikon-Z-Familie ist robust, leicht und handlich und damit laut Hersteller das ideale Einstiegsmodell in die spiegellose Vollformat-Fotografie.
Neben den Festbrennweiten Nikkor Z 50 mm 1:1,8 und Z 85 mm 1:1,8 stand uns für den Test das Kamera-Kit Z 5 mit Nikkor Z 24–50 mm 1:4-6,3 zur Verfügung. Gemäss Nikon ist es das kürzeste und leichteste Zoomobjektiv für spiegellose Vollformatkameras. Erreicht wird dies, indem der Objektivtubus über die Weitwinkel-Einstellung hinaus gedreht wird und für den Transport in dieser eingezogenen Position einrastet.
Apropos drehen: Wie üblich beim Testen von Nikon Kameras mit Wechselobjektiven muss zuerst das Gehirn umgepolt werden. Alle Drehbewegungen wie Objektive ans Bajonett ansetzen oder Deckel abnehmen werden nicht in der wie bei allen anderen Kamerasystemen üblichen Richtung, sondern entgegengesetzt ausgeführt. Auch das Z-Bajonettsystem bleibt dabei. Wer dies vergisst, dreht schnell mal etwas fest, statt es zu lösen.
Kleine Unterschiede
Von vorne und hinten betrachtet unterscheidet sich eine Z 5 kaum von einer Z 6. Erst auf der Oberseite erkennt man Abweichungen. So besitzt die Z 5 kein Status-Display, und das Funktionswählrad wurde auf der rechten Seite platziert. Die Abmessungen beider Kameras sind bis auf die Tiefe identisch. Die neue Z 5 ist sagenhafte zwei Millimeter dicker.
Finde die Unterschiede: Beinahe Zwillinge, links die Nikon Z 5, rechts die Z 6.Sonst findet man alle Bedienungselemente der Z 6 auch an der Z 5 wieder, inklusive Joystick und Nikon-typischer «i»-Menütaste. Die üppige Ausstattung erstaunt für eine Einsteigerkamera im positiven Sinne. Der OLED-Sucher bietet ebenfalls 3,69 Millionen Bildpunkte, hat eine Bildfeldabdeckung von rund 100 Prozent und einen Vergrösserungsfaktor von 0,8.
Mit 8,1 cm (3,2 Zoll) hat die Z 5 die gleiche Monitor-Grösse wie die Z 6, besitzt mit ca. 1,04 Millionen Bildpunkten jedoch nur die Hälfte deren Auflösung. Der Touchscreen lässt sich nach oben und unten neigen, jedoch nicht ausschwenken und nach vorne drehen. Youtuber, Vlogger und Selfie-Fans müssen deshalb auf eine andere Lösung ausweichen und zum Beispiel das Bild übers Smartphone anzeigen lassen.
Eine kleine Überraschung gibt es beim Speicher. Während die Z 6 und Z 7 nur Speicherkarten vom exotischen und damit teuren Typ XQD unterstützen, können bei der Z 5 die normalen SD-, SDHC- und SDXC-Kärtchen verwendet werden. Und dafür stehen – erstmals in der Nikon-Z-Familie – gleich zwei Kartenslots zur Verfügung. Damit übertrumpft die Z 5 sowohl die Z 6 wie auch die Z 7, die jeweils nur ein Kartenfach besitzen und dafür einige Kritik einstecken mussten.
Die Lage hat sich inzwischen etwas beruhigt, da beide Kameras per Firmware-Update nun auch die etwas günstigeren CFexpress-Karten unterstützen und XQD wie auch CFexpress sich nicht nur als sehr schnell, sondern auch als sehr robust herausgestellt haben.
Im Doppel sicherer: Die Nikon Z 5 besitzt gleich zwei Karteneinschübe für herkömmliche SD-Speicherkarten.Innere Werte
Die Bildsensoren von Z 5 und Z 6 sind flächenmässig gleich gross. Die Unterschiede liegen wie so oft in den Details. So hat die Z 5 mit 6016 x 4016 Pixel eine minimal kleinere Fotoauflösung und besitzt einen Bildsensortyp, der im Gegensatz zur Z 6 ohne BSI-Technik («back side illumination») auskommt. In der Praxis sind die Unterschiede jedoch zu vernachlässigen und, wenn überhaupt, nur im direkten Vergleich erkennbar.
Deutlichere Unterschiede gibt es bei der Serienbildgeschwindigkeit. Die Nikon Z 5 mit nur 4,5 Bildern pro Sekunde wird von einer Z 6 mit 12 Bildern klar abgehängt.
Die Nikon Z 5 verfügt wie ihre beiden grösseren Schwestern Z 6 und Z 7 über einen in die Kamera integrierten Bildstabilisator, in der Nikon-Welt als «VR» («Vibration Reduction») bezeichnet. Der Bildstabilisator kompensiert Bewegungen über fünf Achsen, indem der beweglich gelagerte Bildsensor horizontal, vertikal und in der Rotation verschoben wird. Die Wirksamkeit des Stabilisators soll einer um ca. 5,0 Lichtwertstufen (EV) kürzeren Belichtungszeit entsprechen.
Die Stabilisation funktioniert auch mit bereits vorhandenen Nikkor-F-Objektiven, wenn sie mit dem optional erhältlichen Bajonettadapter FTZ verwendet werden. Bei Objektiven mit eigenem Stabilisator (VR-Objektiven) arbeiten beide Systeme gemeinsam. Das Objektiv übernimmt dabei die Korrektur bei Verschwenkungen, die restlichen Achsen werden vom Kamerastabilisator ausgeglichen.
Energie und Anschlüsse
Die neue Nikon verwendet den wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Akku vom Typ EN-EL15c. Ältere Akkus der Typen EN-EL15b, EN-EL15a und EN-EL15 können ebenfalls benutzt werden. Laut Nikon lassen sich damit jedoch nicht so viele Aufnahmen pro Aufladung machen wie mit dem neuen EN-EL15c.
Die Z 5 kann mit mobilen Stromquellen (Powerbanks) per USB-C-Anschluss betrieben werden oder damit die Kamera-Akkus EN-EL15c und EN-EL15b aufladen. Geeignete Powerbanks sind im Nikon-Benutzerhandbuch aufgeführt.
Die Anschlüsse der Z 5 umfassen integriertes WiFi (für direkte Verbindungen zu Smartgeräten bei Verwendung der SnapBridge-App), Bluetooth, Mikrofon- , Kopfhörer- und Zubehörbuchse (z. B. für Kabelfernauslöser), HDMI-Ausgang Typ C (Mini-HDMI) und USB-C (SuperSpeed USB).
Eine Blitzsynchronbuchse fehlt der Kamera ebenso wie ein interner Blitz. Der muss extern über den Standard-Blitzschuh angeschlossen werden.
Vorhandene Nikon-Zubehörkomponenten für das «Nikon Creative Lighting»-System (CLS) wie etwa das Advanced Wireless Lighting mit Funksteuerung zum Fotografieren mit mehreren Blitzgeräten werden von der Z 5 unterstützt.
Kontaktfreudig: Die 3,5-mm-Buchsen für Kopfhörer und externes Mikrofon sowie die Anschlüsse für USB-C, Mini-HDMI und Zubehör sind auf der linken Seite der Nikon Z 5 gut zugänglich.Fotografischer Einsatz
Übersichtliches Layout: Die Nikon Z 5 verzichtet auf das Schulterdisplay der Z 6 und vereint alle oberen Bedienungselemente auf der rechten Seite.Wer schon mal mit einer Nikon-Systemkamera fotografiert hat, wird sich auch bei der Z 5 schnell zurechtfinden. Alle wichtigen Elemente sitzen mehr oder weniger am gewohnten Platz.
Systemkamera-Einsteiger oder Umsteiger von anderen Systemen werden die «i»-Taste recht schnell zu schätzen wissen. Sie zeigt zu den meisten Punkten ausführliche Hilfe-Texte in verständlichem Deutsch an.
Mit der Kamera wird zudem ein 55-seitiges gedrucktes Benutzerhandbuch mitgeliefert. Hilft auch das nicht weiter, kann ein ausführliches Online-Manual, bislang leider nur in Englisch, im Web aufgerufen werden.
Mit der Nikon Z 5 lässt sich in den unterschiedlichsten Konfigurationen fotografieren und filmen. Das Menüsystem ist dementsprechend umfangreich. Nur schon das Autofokus-Menü führt zwölf Unterpunkte auf. Bei so vielen Einstellungen ist man froh, die am häufigsten gebrauchten unter drei Benutzereinstellungen am Funktionswählrad abspeichern oder bis zu 20 Menüpunkte im Reiter «Mein Menü» sammeln zu können.
Vollautomatisch oder voll manuell
Bevor es mit Fotografieren losgehen kann, muss das Kit-Objektiv entriegelt werden. Beim erstem Mal getraut man sich nicht so recht, da man ja nichts beschädigen möchte. Und es muss schon etwas kräftiger zugepackt werden, um das Objektiv aus der Arretierung herauszudrehen. Wird die Kamera mit eingezogenem Objektiv eingeschaltet, erscheint eine Warnung im Display.
Wie schon die Nikon Z 6 liegt auch die Z 5 dank der tiefen Griffmulde sehr gut in der Hand. Das Funktionswählrad kommt aufgeräumt daher. Neben der grünen Vollautomatik und den PASM-Symbolen gibt es noch die erwähnten drei benutzerbelegbaren Speicher U1 bis U3. Eine Fotomotiv-, Effekte- oder Video-Einstellung fehlt. Für Letztere gibt es einen eigenen Umschalter.
Die Aufnahme-Einstellungen habe ich am liebsten per «i»-Taste über das Info-Menü angepasst. Entweder durch direktes Tippen auf die Symbole und durch Wischen über den Monitor oder mittels der Einstellräder. Vorteil der Räder: Man muss das Auge nicht vom Sucher nehmen.
Dies gilt auch für das Anpassen der ISO-Werte über die ISO-Taste. Hält man sie gedrückt und dreht am vorderen Rad, wird die ISO-Automatik ein- oder ausgeschaltet. Mit dem hinteren Rad verstellt man die ISO-Zahlen.
Anpassungsfreundlich: Viele Tasten und Menüs der Nikon Z 5 lassen sich den eigenen Bedürfnissen anpassen.Die Anzeigen des «i»-Info-Menüs lassen sich konfigurieren und reagieren auf Fingertippen. Überhaupt finde ich den Touchscreen der Z 5 sehr gelungen und optimal ins gesamte Bedienungskonzept integriert. Er lässt sich so einstellen, dass mit einem Fingerdruck darauf nicht nur Motiv und Belichtungsmessung ausgewählt, sondern auch gleich Fotos ausgelöst werden. Wer dies versehentlich aktiviert hat, erschrickt erst einmal gehörig – vor allem im Serienbildmodus.
Den Joystick, von Nikon etwas irreführend als Sub-Wähler bezeichnet, habe ich gleich umprogrammiert, damit ich mit ihm auch durch die Menü-Einstellungen scrollen kann, statt nur das Autofokus-Feld zu verschieben. Wie den Sub-Wähler lassen sich auch die meisten übrigen Tasten mit anderen Funktionen umbelegen oder ihre Wirkungsweise ändern – jeweils getrennt nach Foto- oder Video-Einsatz.
Mit den beiden vorderen Funktionstasten neben dem Bajonett hatte ich etwas Mühe. Standardmässig muss man sie gedrückt halten, um Werte wie zum Beispiel den Weissabgleich zu verstellen. Damit hatten meine Finger etwas Mühe und ich habe sie deshalb so eingestellt, dass ein Druck darauf die Funktion fixiert, ich den Wert bequem anpassen kann und der nächste Druck die Tasten wieder freigibt.
Hybride Scharfstellung
Die Z 5 hat auch den von Nikon selbst entwickelten Hybrid-CMOS-Autofokus der Z 6 und Z 7 übernommen. Dabei sind 273 sogenannte «Focal-plane Phase-Detection AF Pixel» über rund 90 Prozent des Bildes bis nahe an die Ränder des Sensors verteilt, die bei Bedarf zusätzlich von einem Kontrast-AF unterstützt werden, zum Beispiel bei wenig vorhandenem Licht. Damit fokussiert die Z 5 sehr schnell und genau. Im Test war selten ein Fokus-Pumpen auszumachen, und wenn, dann meist in dunklen Situationen, wo der Autofokus auch merklich langsamer arbeitet.
Die automatische Motiverkennung des AF-Systems arbeitet erstaunlich gut und zuverlässig. Im Test erkannte die Kamera Gesichter und stellte auf das der Kamera nähere Auge scharf, auch wenn nicht direkt in Kamerarichtung geschaut wurde. Soll das andere Auge im Fokus sein, lässt sich dies per Joystick wählen, ebenso die gewünschte Person, wenn mehrere erkannt werden.
Für Tiere kann ebenfalls eine Augen- und Gesichtserkennung aktiviert werden. Nikon beschränkt sich hier auf Katzen und Hunde. Bei Stoff- und ähnlichen Tieren wird meist das Gesicht erkannt und je nach Kontrast auch auf die Augen scharfgestellt.
Die Motivverfolgung mit Schärfenachführung arbeitet zuverlässig, wenn das Objekt genügend gross, beleuchtet und kontrastreich ist und auch der Hintergrund nicht zu viele Details aufweist. Durch die niedrige Serienbildgeschwindigkeit der Z 5 wird auch bei Serienaufnahmen die Schärfe gut getroffen.
Neben Serienbildern beherrscht die Z 5 natürlich auch die klassischen Belichtungsreihen, Intervall- und Zeitrafferaufnahmen und sogar Reihenaufnahmen mit Fokusverlagerungen (Fokus-Stacking). Mit fünf oder neun Belichtungen pro Reihe lassen sich problemlos manuell HDR-Bilder erstellen. Daneben kann die Z 5 über ihren HDR-Modus Bilder auch direkt in der Kamera zusammensetzen und als neues HDR-Foto abspeichern.
Picture Control
Die Nikon Z 5 lieferte mit dem neuen Kit-Objektiv Nikkor Z 24–50mm f4–6.3 eine sehr ansprechende Bildqualität. Schärfe, Detailgenauigkeit und Farbdarstellung können durchaus mit den übrigen Zoomobjektiven aus der Z-Reihe von Nikon verglichen werden.
Das Kit-Objektiv ist nicht das lichtstärkste Teil und mit seinem kleinen Zoombereich muss man halt wieder selber näher ans Motiv heranpirschen. Dafür ist es sehr leicht und kompakt, ideal für den Einsteiger-Allround-Einsatz.
Viel zu einer ausgewogenen Beleuchtung trägt auch das «Active D-Lighting» im Kameramenü bei. Vor allem bei grossen Kontrastunterschieden lohnt es sich, mit den verschiedenen «Active D-Lighting»-Einstellungen zu experimentieren. Dann erhält man die besten Ergebnisse mit natürlichem Kontrast und Details in hellen und dunklen Bereichen. Bei extrem hellen Szenen, etwa Schauspieler im Scheinwerferlicht, bringt die «lichterbetonte Messung» sehr gute Bilder, da die Kamera nicht nur versucht, Überbelichtungen zu vermeiden, sondern auch die Farbe der Lichtquelle zu erhalten.
Die JPG-Fotos direkt aus der Nikon Z 5 können meist ohne weitere Nachbearbeitung verwendet werden. Wer im RAW-Format fotografiert, darf natürlich auch den erweiterten Bearbeitungsspielraum ausnutzen. Das TIFF-Datenformat der Z 6 wird von der Z 5 nicht unterstützt.
Die Picture-Control-Konfiguration der Kamera bietet für einen bestimmten Look gleich 28 verschiedene Bildprofile an, die ohne lange Nachbearbeitung natürliche oder künstlerisch verfremdete JPG-Fotos direkt aus der Kamera liefern. Dabei verändert die Kamera ausgehend von der «Standard»-Einstellung Farbtöne sowie Tonwerte und sorgt zum Beispiel beim Profil «Porträt» für weichere Hauttöne und bei «Landschaft» für lebhaftere Farben bei Himmel, Blätter und Gras.
Wer sich damit nicht zufriedengibt, darf die Profile auch auf seine Bedürfnisse hin weiter anpassen. RAW-Bilder können direkt in der Kamera bearbeitet und Bildgrösse, Weissabgleich, Picture-Control-Stil, Farbraum oder Active D-Lighting im Nachhinein angepasst werden. Das Resultat wird als neue JPG-Kopie gespeichert.
Für die Bilderstrecke der Alltagsbilder wurden die originalen JPG-Dateien direkt aus der Nikon Z 5 genommen und nur auf Web-Grösse reduziert. Bemerkungen bei den Bildern: Verwendetes Objektiv und Brennweite (Bw); Belichtungs-Modus Auto = Automatisch, P = Programm, A = Blendenvorwahl bzw. Zeitautomatik, S = Zeitvorwahl bzw. Blendenautomatik, M = manuelle Einstellung; Blende; Verschlusszeit; ISO-Empfindlichkeit; Weissabgleich; Szenentyp; spezielle Anmerkungen.
Durch den Vollformat-Sensor der Z 5 lässt es sich sehr gut mit der Schärfentiefe spielen. Die Schärfeverlagerung gelingt komfortabel und einfach durch Antippen des gewünschten Bereichs auf dem Touchscreen. Das Nikkor Z 85 mm 1:1.8 stellt Motive problemlos frei und zeigt ein sehr angenehmes Bokeh im Hintergrund.
Laufende Bilder
Videoaufnahme: Beim Filmen mit der Nikon Z 5 kann der Ton über ein externes Mikrofon aufgenommen werden. Ein Kopfhöreranschluss zur Kontrolle ist ebenfalls vorhanden.Am Funktionswahlrad der Nikon Z 5 gibt es keine Video- oder Movie-Position. Für Filmaufnahmen muss der separate Foto/Video-Wähler rechts vom Sucher in die Video-Position gedreht werden. Für spontane Videoclips filmt man am einfachsten in der Vollautomatik.
Mehr Kontrolle hat man im manuellen Modus, wo sich während des Filmens Verschlusszeit und Blende anpassen lassen. Der Einstellring der Nikkor-Z-Objektive ist von manueller Fokussierung auf Autofokus umschaltbar. Dann dient er einer benutzerdefinierbaren Funktion und kann zum Beispiel Blende und Belichtungskorrektur leise und komfortabel ändern.
Mit der Z 5 können 4K/UHD-Filme mit 3840 x 2160 Pixel und maximal 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden, in Full-HD (1920 x 1080) auch Filme mit 60p. Während bei der Z 6 durch das Auslesen aller Pixel eine bessere 4K/UHD-Qualität erreicht wird, liest die Z 5 leider nur pixelgenau aus. Die Bildqualität der Videos ist dennoch top und braucht sich hinter jenen der Z 6 oder Z 7 nicht zu verstecken.
Weniger schön ist, dass der Bildausschnitt dadurch um den Faktor 1,7 enger wird. Die 24 mm Weitwinkel-Brennweite des Kit-Objektivs wird so zu einer 40-mm-Normalbrennweite. Das ist zwar ein Vorteil bei Teleaufnahmen, für Weitwinkel-Ansichten in 4K muss jedoch ein anderes Objektiv eingesetzt werden oder man filmt nur in Full-HD-Auflösung, die ohne Crop auskommt.
Die maximale ununterbrochene Aufnahmelänge bei 4K/UHD und Full-HD ist auf 30 Minuten begrenzt. Als Dateiformat kann MOV oder MP4 gewählt werden. Die Videokomprimierung erfolgt in H.264/MPEG-4 AVC.
Nur im Video-Modus lässt sich der «Permanente Autofokus» einschalten. Die meisten übrigen Foto-Einstellungen sowie «Picture-Control» oder «Active D-Lighting» funktionieren auch nach Umschalten in den Movie-Modus. Danach kann bei manchen Menüpunkten zwischen einem eigenen Wert für die Videoaufnahme oder «Gemäss Fotoeinstellungen» ausgewählt werden.
Wie beim Fotografieren lässt sich die Schärfe auch beim Filmen per Fingertipp verlagern und das Fokus-Peaking beim manuellen Fokussieren als Hilfe einschalten. Einen wichtigen Unterschied gibt es dennoch. Im Foto-Modus springt der AF regelrecht in die Schärfe, während er beim Filmen angenehm langsam auf den Punkt kommt. Die Geschwindigkeit lässt sich dem Sujet entsprechend anpassen, ebenso die AF-Verfolgungsempfindlichkeit.
Dadurch lassen sich schöne Schärfe-Übergänge «fahren». Zu Beginn einer Szene stellt man manuell unscharf auf ein schönes Bokeh, und sobald die Aufnahme startet, wird das Bild langsam scharf. Oder man führt einen Reiss-Schwenk aus und die Kamera stellt an dessen Ende gemächlich auf das Motiv scharf.
Den Autofokus-Verlagerungstest schaffte die Nikon Z 5 mit Bravour. Die Schärfeverlagerungen erfolgen sicher und zügig in angenehmer Geschwindigkeit. Ein Fokuspumpen war nie auszumachen.
Wird für die Fokussierung die «Automatische Messfeldsteuerung» gewählt, kann man die Nikon Z 5 ein Motiv verfolgen lassen. Dazu wählt man das Motiv aus und drückt die AF-ON- oder OK-Taste. Die Kamera versucht nun, die Schärfe auf dem Motiv zu halten und bei Bewegungen nachzuführen.
Wie schon im Fotomodus arbeitet die AF-Motivverfolgung am besten bei genügend grossen, gut beleuchteten und kontrastreichen Objekten. Die Grösse des Verfolgungsfelds passt sich den Bewegungen des Motivs dauernd an, springt jedoch auch mal unmotiviert auf andere Objekte über oder verliert das Motiv ganz.
So folgte das AF-Feld im Test zuverlässig einer hellen Ente, wurde kurz durch einen Stein abgelenkt, um dann wieder auf die Ente scharfzustellen. Bei einer gefleckten Ente war die Erfolgsrate weniger hoch, und mit einer schwarzen Ente auf dunklem Wasser kam der Verfolgungs-AF überhaupt nicht klar.
Neben dem Kamera- und Objektiv-Bildstabilisator lässt sich im Video-Modus zusätzlich ein elektronischer Stabilisator (Digital-VR) aktivieren. Er verringert jedoch den Bildwinkel und verlängert dadurch scheinbar die Brennweite etwas. Diesen Stabilisator sollte man am besten nicht einschalten, die Bildberuhigung ist durch die beiden andern meistens mehr als genügend.
Während der Filmaufnahmen darf auch fotografiert werden. Das Video wird dabei nicht unterbrochen. Dazu drückt man einfach den Auslöser vollständig herunter. In der Anzeige blinkt währenddessen ein Fotokamera-Symbol.
Die Fotobildprofile «Picture Control» lassen sich auch auf das Videomaterial legen. So kommt der Film mit dem gewünschten Look direkt aus der Kamera, ohne nachträgliche Bearbeitung. Es gibt sogar ein rudimentäres Schnittprogramm in der Kamera.
Fazit
Kompakte Begleitung: Zusammen mit dem neuen Nikkor 24–50-mm-Objektiv ergibt die Z 5 ein robustes Vollformat-Basiskit, mit dem Einsteiger wie auch fortgeschrittene Amateure für die meisten alltäglichen Foto- und Videosituationen gerüstet sind.Nikon sieht die Z 5 als Einstiegsmodell in die spiegellose Vollformat-Fotografie. Die neue Kamera ist gleich gross, gleich schwer sowie ähnlich robust und wetterfest wie eine Nikon Z 6, von der die Z 5 viele Eigenschaften übernommen hat. Die einfache Bedienung, die sehr gute Bildqualität, der eingebaute Bildstabilisator und der hochauflösende OLED-Sucher wird Einsteiger wie anspruchsvolle Fotoamateure gleichermassen zufriedenstellen.
Das neue Kit-Zoom ist ausserordentlich kompakt und mit der Z 5 zusammen ein idealer Begleiter auf Reisen, in den Ferien, für Porträtaufnahmen oder Hochzeitsreportagen. Mit zwei Speicherkartenfächern bietet die Z 5 sogar mehr Sicherheit gegen Kartenfehler als ihre grossen Schwestern Z 6 und Z 7.
Weniger geeignet ist die Kamera für Sportaufnahmen, Wildlife-Fotografie und überall dort, wo eine schnelle Serienbildgeschwindigkeit gefordert ist. Für YouTuber und Vlogger sind zwar Mikrofon- und Kopfhörerbuchsen vorhanden. Der nicht zur Seite und nach vorne drehbare Touchscreen schränkt diese Zielgruppe jedoch empfindlich ein. Hier müssen externe Displays oder Smartphone-Verbindungen aushelfen, was wiederum der Kompaktheit des Systems entgegenläuft.
Wer mit dem grossen Cropfaktor bei 4K/UHD-Videoaufnahmen, den maximal 30 Bildern pro Sekunde und der Aufnahmezeitbeschränkung leben kann, erhält mit der Nikon Z 5 auch eine kompakte Filmkamera, die eine sehr gute Videobildqualität in ihrer Preisklasse bietet.