Sehen sehr elegant aus: die neuen Sonox X100 mit dem Bluesound-Player.Die Firma Dynavox ist über die Grenzen hinweg bekannt für ihre hoch angesehenen Rowen-Lautsprecher aus eigenem Hause. Diese zählen zu den meistverkauften Lautsprechern der Schweiz in ihrer Klasse. Dynavox wurde 1969 gegründet und steht in enger Partnerschaft mit NAD. Firmengründer Anton Aebischer war 1972 massgeblich an der Gründung des damals noch britischen Herstellers NAD (New Acoustic Dimension) beteiligt. Heute ist Dynavox deren offizieller Generalimporteur. In der Schweiz ist Dynavox zudem bekannt für die speziell modifizierten NAD-Geräte «Rowen Swiss Edition».
Nun lanciert das Familienunternehmen eine spannende neue Produktlinie unter dem kultigen Namen Sonox – ein Name, der sich in der Endung an Dynavox anlehnt. Die Sonox X100 sind designorientierte Klangsäulen, die sich fliessend in ein modernes Wohnambiente einordnen sollen. Gleichzeitig sollen und dürfen sie neben dem Fernseher stehen, um so eine echte Alternative zu den weit verbreiteten Soundbars anzubieten. Wo Soundbars klanglich an ihre Grenzen stossen, versprechen die schlanken 100-cm-Säulen echte Premium-HiFi-Qualität – und das zu einem attraktiven Preis. Die Zielgruppe sind Musikliebhaber und Filmfans, die sich nicht mit dem komprimierten Klang einer Soundbar zufriedengeben wollen, aber dennoch Wert auf elegantes Design und einfache Raumintegration legen.
Eignen sich die schlanken Säulen auch für anspruchsvolle Musikwiedergabe – von elektronischen Klängen bis zu druckvollem Hip-Hop? Unser ausführlicher Test liefert die Antworten.
Elegantes Design für moderne Wohnräume
Bestechende Optik.Das Design des Sonox X100 gefällt mir richtig gut. Die zwei je 100 cm hohen, mit Stoff überzogenen Säulen bestechen durch ihre abgerundeten Ecken und die schlichten Metallfüsse. Die Lautsprecher dürften sich harmonisch in die meisten Wohnräume einfügen. Dank kompakter Stellfläche benötigen sie kaum Platz, während ihre Höhe eine optimale Schallabstrahlung auf Ohrhöhe ermöglicht.
Das MDF-Gehäuse ist mit einem grob gewebten Stoff überzogen, der den Speakern eine wohnliche, textile Anmutung verleiht. Den Stoffüberzug gibt es in Schwarz oder in einer helleren, elfenbeinfarbenen Variante. In meinem Hörraum kam die angelieferte Variante mit schwarzem Stoff auf dem terrakottafarbenen Steinplattenboden besonders elegant zur Geltung. Die kupferfarbene Top-Platte (Inlay-Deckel) verleiht dem Ganzen einen zusätzlichen Designakzent. Die Inlay-Deckel werden in Kupfer und in Silber mitgeliefert. Diese Kombinationsmöglichkeiten eröffnen gestalterische Spielräume.
Schwarzer Stoffüberzug kombiniert mit einem stilvollen Kupferdeckel.Geschlossenes Gehäuse für präzise Bässe
Jetzt aber genug vom Design geschwärmt. Werfen wir einen Blick auf die Technologie. Der Sonox X100 ist als 2,5-Wege-System konzipiert. Er besteht aus einem Kalotten-Hochtöner, einem Bassmitten-Chassis und zwei Subbasstreibern.
Die beiden Tiefbässe arbeiten in einem geschlossenen Gehäuse – im Gegensatz zu den vielfach üblichen Bassreflexsystemen. Geschlossene Gehäuse haben einen entscheidenden Vorteil: Die Luft im Gehäuseinnern wird bei rückseitiger Membranbewegung komprimiert. Sie wirkt wie eine dämpfende Luftfeder. Als Resultat wird der Bass straffer und präziser. Die Membran neigt weniger zum Überschwingen. Die Impulsgenauigkeit steigt.
Explosionsbild der Sonox X100 und deren Treiber: Bassmitteltöner, Hochtöner plus unten die zwei Subbässe mit Flachmembran.Bassreflex-Lautsprecher bieten zwar dank des abgestimmten Resonators mehr Tiefbassvolumen. Sie sind aber träger, das Chassis wird weniger kontrolliert und sie neigen bisweilen zum Dröhnen. Vor allem, wenn man die Lautsprecher nahe an die Wand stellt. Was in der Praxis sehr häufig der Fall ist – insbesondere, wenn man sie neben einen an der Wand hängenden Fernseher platziert. Mindestens 10 cm Abstand zur Wand sollten es aber auch bei der Sonox X100 sein.
Die beiden Subbasstreiber mit Flachmembran werden bei 250 Hertz abgetrennt. Der Mitteltöner übergibt bei 4300 Hertz an den Hochtöner. Beim Bassmitteltöner setzt Dynavox auf eine Membran aus Karton. Diese verfüge über eine bessere Dämpfung und weniger Eigenklang als synthetische Membranen. Die aus dem Rowen-Fundus stammende 18-mm-Gewebekalotte aus Seidengewebe biete einen linearen Verlauf bis zu 24 kHz. Das ist weit über den Bereich hinaus, was ein menschliches Ohr wahrnehmen kann.
Kompakter Streaming-Partner von Bluesound
Für den Testbericht nutzten wir einen Musikstreaming-Verstärker von Bluesound. Der Powernode Edge passt preislich und grössenmässig perfekt zur Sonox X100. Es ist ein kompakter Verstärker mit kabellosem Streaming und zahlreichen physischen Audioeingängen.
Der kraftvolle Verstärker von Bluesound mit 2 x 40 Watt RMS-Leistung passt hervorragend.Das Unboxing macht Spass. Die gebrandete Kartonage wirkt hochwertig. Im Inneren liegt das Gerät edel verpackt mit Schutzfolie. Der Powernode Edge selbst präsentiert sich in elegantem Mattschwarz mit schwarzem, glänzendem Display. Auf der Rückseite findet sich eine schmale Lüftung im Honigwabenmuster. Das Design ist diskret und elegant.
Die Kurzanleitung ist minimalistisch gestaltet. Sie führt in einfachen Schritten durch die Einrichtung. Weiterführende Informationen bietet die App.
Für Audioquellen stehen verschiedene Anschlüsse bereit: ein HDMI eARC (enhanced Audio Return Channel) für den Fernseher, ein 3,5-mm-Miniklinken-AUX-Eingang für Smartphones oder Tablets, ein optischer Eingang (mit mitgeliefertem Adapter) sowie ein USB-A-Anschluss. Natürlich fehlt auch der LAN-Port nicht.
Auf der Ausgangsseite finden sich analoge Lautsprecherbuchsen. Die Sonox X100 lassen sich problemlos mit Bananensteckern anschliessen. Für die Wandmontage liegt ein Montage-Kit aus Metall bei.
Die Bedienelemente am Gerät sind schlicht gehalten. Vier elegant beleuchtete Tasten steuern die wichtigsten Funktionen: Lautstärke anpassen, Track überspringen sowie Start und Pause.
Für die volle Funktionalität empfiehlt sich die BluOS App. Die Installation verläuft reibungslos. Die Verbindung des Verstärkers mit dem lokalen Netzwerk erfordert einige Schritte und in unserem Fall zur Aktualisierung ein kurzes Software-Update. Das Setup ist jedoch unkompliziert und schnell erledigt.
Praxis & Hörtest
Wenn ich präzise Bässe beurteilen möchte, greife ich in der Regel auf einen altbewährten Jazz-Song zurück, mit einem im Raum aufgenommenen Upright Bass. Auf «Comes Love» von Ella Fitzgerald und Louis Armstrong wurde dies besonders schön gemacht. Das Stück hat eine bezaubernde Bassline mit unverschämt viel Swing, gespielt vom legendären Bassisten Ray Brown. Dazu muss man einfach mitwippen. Widerstand ist zwecklos. Wie erwartet klingt der Bass sehr fein gezeichnet und ohne jegliche Klangverfärbung. Er nimmt seinen Platz im Mix perfekt ein und zeigt seine ganze Vielfalt.
Bei der hohen Stimme von Fitzgerald demonstriert der Hochtöner, was er kann. Die Lautsprecher geben die Emotionalität des Weltklasse-Gesangs auf eine beeindruckende Art und Weise wieder. Die Stimme von Ella rührt einen zutiefst. Dann das Orchester mit den Streichern. Der Sound löst sich von den Säulen und befüllt den Raum. Man hört förmlich den grossen Saal mit dem charakteristischen Holzboden. Und dann wieder Armstrongs tiefe Stimme. Feinste Transienten, wie das Atmen ganz nah am Mikrofon, werden sehr treu reproduziert. Das gilt auch für Details wie mit dem Besen gespielte Jazz-Snares, begleitet von sanften Hi-Hats. Ich höre mir dafür «Almost Blue» von Chet Baker an. Die Stimmung ist melancholisch, Details wie jene des Schlagzeugs machen grossen Spass.

Ich kann es nicht lassen, die Sonox-Lautsprecher mal richtig ans Limit zu pushen. Dr. Dres legendäres Westcoast-Album «The Chronic 2000» ist ein Aushängeschild des Westcoast Hip-Hop und dafür perfekt geeignet. Sein Produktionsstil ist berüchtigt für fette Bässe und harte Kicks. Ich drehe das Volumen aufs Maximum (in der App setze ich dieses auf -30 dB) und es geht ab wie die Post. Es wird richtig laut im Wohnzimmer und fühlt sich an wie in einem Nachtclub. Bis zu einem gewissen Punkt. Ein bisschen Druck bräuchte es noch. Ich gehe in die BluOS-App und erhöhe die Bässe um 6 dB. Die Homeparty kann beginnen. Sollte man die Lust verspüren, das Ganze auf ein nächstes Level zu bringen, könnte man an die Powernode Edge noch einen externen Subwoofer anhängen – über den extra dafür vorgesehenen Ausgang. Dann wäre definitiv Feierabend. Ich meine das im Sinne eines kleinen Kinosaals, den man damit beschallen könnte.
Werfen wir nochmals einen Blick in die App. Einen ausgeklügelten Multiband-Equalizer gibt es auf BluOS nicht. Stattdessen steht eine solide Klangregelung der Höhen und Tiefen um jeweils +/- 6 dB bereit. Das sollte die meisten Szenarien abdecken, in denen man etwas filtern muss. Sowieso möchte man mit den Mitten auf dem X100 nicht wirklich herumspielen. Diese klingen nämlich hervorragend. Zum Beispiel auf einem Stück wie «Paranoid» von Black Sabbath. Tony Iommis Gitarrenriffs reissen sich durch den Mix und sind aggressiv und direkt. Dazu die Bassläufe und die dynamischen Drums. Es drückt mich an die Wand – und das mit einer soliden Impulstreue, denn die Wiedergabe erfolgt ohne klangliche Verfärbungen.

Ich höre mir noch etwas entspanntere, elektronische Musik an, und zwar vom kanadischen Musiker Dan Snaith alias Daphni. Ein elektronisches Stück in Form eines Remixes von «Falling in Love», bei dem die hohen Frequenzen stark gezogen und wieder leicht angehoben werden. Beim Bass nehme ich Nuancen wahr, die ich bei diesem Song so noch nie richtig gehört habe. Ich könnte mit diesen Lautsprechern lange Musik hören, bevor meine Ohren ermüden. Vom Hersteller wird derweil suggeriert, dass es bei diesen Lautsprechern keinen dezidierten Königsplatz gibt. Und dem muss man recht geben. Einen Sweet-Spot gibt es alleweil, aber sie klingen überall im Raum echt spitze. Das Stereobild gelingt hervorragend.
Er bietet sich daher auch hervorragend für die Wiedergabe von Filmen und Serien an. So zum Beispiel mit «Mein Nachbar Totoro» und der wundervollen klassischen Musik von Joe Hisaishi. Das geht unter die Haut. Die Stimmen setzen sich dabei hervorragend durch und werden nicht von unnatürlichen Umgebungsgeräuschen überdeckt. Das ist bei vielen Soundbars oft der Fall. In dieser Situation zeigt sich wieder eine Stärke des geschlossenen Bass-Systems, das nie zum Dröhnen neigt.
Fazit
Für wen eignen sich die Sonox-X100-Lautsprecher? Für alle, die in ihrem Wohnzimmer Wert auf authentischen, präzisen Klang und hochwertiges Design legen. Dazu kommt der Swissness-Faktor und das Gefühl, auf ein Produkt mit solidem Engineering zu vertrauen.
Ein typisches und weit verbreitetes Szenario wäre ein Wohnzimmer-Setup für Musik-Streaming und TV/Film. Mit ihrer kleinen Grundfläche beanspruchen die Sonox X100 wenig Stellfläche. Die Lautsprecher lassen sich sowohl visuell als auch akustisch hervorragend in jeden Raum integrieren. Eine dedizierte Hörposition gibt es nicht – die Klangsäulen können problemlos fast direkt an die Wand gestellt werden. Dank der geschlossenen Konstruktionsart neigen sie nicht zum Dröhnen und glänzen mit ihrer raumfüllenden Klangentfaltung.
Mit dem einsteigerfreundlichen Preis dürfte die Sonox X100 auch jene ins Grübeln bringen, die bisher mit einer Soundbar-Lösung liebäugelten.
Der Powernode Edge von Bluesound ist eine ideale Ergänzung. Sein schlichtes Design, die hervorragende Verarbeitungsqualität und die moderne App bieten alles, was man fürs Streaming braucht. Einzig ein Multiband-Equalizer zur klanglichen Feinabstimmung würde man sich noch wünschen.
Für das Heimkino eignen sich die stilvollen Lautsprecher fantastisch. Man wird mitten in die Szene hineingezogen, und die Stimmen bleiben trotz wuchtiger Soundeffekte sehr klar verständlich. Das 2.5-Wege-System mit zwei Tieftönern vermag anspruchsvolle Musikfans zu begeistern und zeigt sich zudem überaus partytauglich.