Die IFA verzeichnet erneut eine gegenüber dem Vorjahr steigende Ausstellungsfläche auf 142‘200 m2. Sie ist damit auch 2012 weiter auf Wachstumskurs, die Hallenflächen sind wieder ausgebucht. Das Flächenwachstum wird gemäss Veranstalter sowohl durch bisherige Aussteller als auch durch neu hinzugekommene Unternehmen getragen.
Auch dieses Jahr sollen gemäss der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) und zugleich Veranstalter der IFA Bestellungen in Höhe von über 3,7 Mrd. Euro eingehen. Allein der deutsche Markt für UE-Produkte dürfte in diesem Jahr um über 4% auf 29 Mrd. Euro steigen. „Und das trotz eines schwierigen Marktumfelds, das von der Schuldenkrise in vielen Ländern geprägt ist“, so Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu, auf der IFA-Eröffnungspressekonferenz.
Das weltweite Marktvolumen bezifferte er mit 1100 Mrd. US$, immerhin noch +2%. So verzeichnen 3D-Fernseher weltweit mit 43 Mio. Stück das grösste Wachstum (+117%), gefolgt von 106 Mio. Tablet-PCs (+68%) und 700 Mio. Smartphones (+62%). Die Zahl der TV-Sets steigt mit 232 Mio. Stück nur um +1,8%, wobei 89 Mio. Smart-TVs eine Steigerung um +48% bedeuten. Der Trend zu grösseren Bilddiagonalen mit 50 Zoll und darüber ist ebenfalls unverkennbar – 15 Mio. Stück dürften in diesem Jahr verkauft werden (+25%).
Die Highlights der diesjährigen IFA im Bereich Unterhaltungselektronik sind damit vernetzte Smart-TVs, Tablets, Smartphones mit höheren Auflösungen sowie Grossbildschirme mit HD, 3D, 4K und OLEDs.
TV im Mittelpunkt
Samsung zeigt an der IFA den Smart-TV ES 8090 mit Sprach- und Bewegungssteuerng. Die integrierte Kamera lässt sich auch fürs Skypen nutzen. (Bild: Samsung)OLED und die vierfache Full-HD-Auflösung 4K machen an der diesjährigen IFA die Schlagzeilen mit der Präsentation von Grossbildschirmen. Samsung etwas zeigt erstmals in Europa den ES9500 OLED-TV-Empfänger mit 55 Inch Bildschirm und den 75 Inch Smart-TV ES9000. Panasonic geht davon aus, dass bis 2015 rund 54 Prozent aller weltweit verkauften Fernseher Smart-TV-Geräte sein werden. Zu den Neuheiten von Sony gehören ein Bravia TV-Empfänger mit 84 Inch Bildschirm in 4K -Auflösung.
Beinahe etwas versteckt zeigte Panasonic einen 145 Zoll Plasma Bildschirm mit 8K-Auflösung (7680 × 4320 Pixeln (8K, UHDTV, Super Hi Vision). Der Bildeindruck mit den Demo-Videosequenzen war überwältigend und extrem realistisch. Für professionelle Anwendungen, technische Präsentationen oder für Verkaufsstände zeigte Panasonic auch einen 4K 20" Bildschirm bei dem einzelne Pixel nicht mehr erkennbar sind. Auch Toshiba präsentierte seinen 4K-TV.
Das grosse Manko sind fehlenden Inhalte für die extrem hochauflösenden Fernseher. Weder mit Blu-ray doch mit Download-Medien lassen sich die Bildvorteile des Formats nutzen, weil schlicht noch keine Filme in der hohen Auflösung erhältlich sind. Ganz zu schweigen von den Fernsehanstalten, wo jetzt grade mal HD flächendeckend eingeführt wurde und es noch Jahre dauern dürfted bis man die erste 4K-Sendungen geniessen kann.
Alle 4K-Fernseher haben daher eine Upscaling-Funktion, um das ankommende Signal auf die 8 Millionen Pixel hoch zu rechnen. Einzig Fotos von digitalen Kameras lassen sich ohne Upscaling direkt im 4K-Fernseher betrachten.
Vom extrem hochauflösenden Format profitieren allerdings 3D-Filme, die dank 4K im Full HD Format für beide Augen dargestellt werden können. Auch Games im Split-Modus lassen sich nun dank 4K in voller HD-Auflösung spielen. Ein eindrucksvolles Gameerlebnis wie man sich bei Sony und LG direkt am Stand überzeugen konnte.
Siehe auch die Beiträge und Fotostrecken:
Neue Bildschirme: OLED und UHD an der IFA
Vielfältig: Loewe an der IFA
Bild und Ton vernetzt
Audio vernetzt und unterwegs
Basierend auf dem DJ-Kopfhörer HD 25 bringt Sennheiser den Amperior mit drehbarer Hörmuschel für das Hören mit einem Ohr auf den Markt (Bild: Messe Berlin)Musik vernetzt ist das Mantra der aktuellenAbspielgeräte. Kaum ein Hersteller, der nicht ein formschönes All-In-One-Gerät mit Netzwerkverbindung im Angebot hat. Zunehmend löst man sich auch aus der einsitgen Ausirchtung auf Apple-Docks. Mindestens so wichtig ist inzwischen die DLNA-Komptatibiltät, mit der man ohne die Einschränkung der Apple-Welt seine Musik vom Netzwekrspeicher, PC oder auch Android Handy streamen kann. Aber egal ob DLNA oder Airplay: entscheidend ist kabeloses Streaming über WiFi . Inzwischen eher ein Nischendasein hat die musikalische Verbindung über Bluetooth.
Musik drahtlos ab Smartphone oder Tablet über Hi-Fi-Lautsprecher wiedergeben, ergänzt die hochstehende Wiedergabe über eine Dockingstation. Philips hat hierzu eine ganze Reihe aktueller Produkte vorgestellt (siehe: Audio-Zukunft und Drahtloses Hi-Fi).
Ein weiterer Trend vor allem bei Dockingstationen, aber auch bei Heimkinoanlagen, ist der raumfüllende Klang. So etwa bei Onkyo mit der Dockingstation RBX-500, die iLunar integriert hat. Durch einen als Wellenfeldsynthese bekannten Prozess berechnet die Technologie eine dreidimensionale Abbildung des Klangs und lässt den Zuhörer direkt auf der Bühne oder im Studio mitten untern den Musikern erscheinen.
Ungebrochen ist der Boom bei den Kopfhörern. Ein echtes Highlight ist der brandneue Philips Fidelio X1 High-End-Kopfhörer für ca. 360 CHF. Die Ohrmuschel wurde aus reinem Aluminium gefertigt. Eine erste Hörprobe vor Ort war mehr als vielversprechend.
Neues von Sennheiser: Der "Momentum" ist Teil der Sennheiser Style Selection und wurde aus hochwertigen und überwiegend natürlichen Materialien gerfetigt . Sie begeistern durch ihre Optik ebenso wie durch ihre Textur und den Tragekomfort. So wurde für Headband und Ohrmuscheln weiches, geschmeidiges Schafleder bester Qualität aus der englischen Traditionsgerberei Pittards verarbeitet, das von einem schlicht gestalteten Bügel aus hochwertigem Edelstahl ergänzt wird.
Der Sennheiser HD 25 ist eine Legende in der DJ-Szene. Mit dem Amperior Kopfhörer können anspruchsvolle Musikfans den Clubsound nun überall erleben. Für den optimalen Anschluss an portable Abspielgeräte wurde der DJ-Hörer mit einer 3,5-Millimeter-Stereoklinke ausgestattet und die Ohmzahl reduziert. Der robuste Kopfhörer verarbeitet extrem hohe Schalldruckpegel. Die drehbare Ohrmuschel erlaubt die klassische DJ-Haltung: das einseitige Hören.
Die ersten Kopfhörerverstärker von Sennheiser, der digitale HDVD 800 und der analoge HDVA 600 waren in der finalen Version zu sehen und sollten in Kürze verfügbar sein.
Tablets und mehr
Den VAIO Tap 20 mit Windows 8 bezeichnet Sony als "Familien-Touchscreen-All-In-One" und sieht ihn als Kreativ- oder Spielfläche für die ganze Familie. Ein zumindest mutiger und eigenständiger Ansatz.Dass der Tablet-Market zu einem wichtigen Segment geworden ist, zeigte sich fast überall. Das Tablet ist die zentrale Steuereinheit in der vernetzten Medienwelt. Kaum ein Hersteller, der für seine netzwerkfähigen Geräte keine Apps anbietet. Andererseits tut sich auch an der Hardware-Front einiges. Neben den Tablets mit Android 4 "JellyBean" stehen vor allem eine Vielzahl vom Windows 8 Tablets im Vordergrund. Für das vierte Quartal 2012 darf man da mit einigen Neuheiten rechnen. Es dürfte interessant werden: Kann Apple die Vormachtstellung mit seinem iPad wirklich halten?
Viele Hersteller versuchen dabei auch Nischen und neue Anwendungszwecke auszuloten. Gerade Windows 8 lässt sich mit seinem hybriden Bedienungskonzept sowohl als Tablet mit Touch-Oberfläche (ehemals "Metro") aber auch als normaler Windows-Desktop verwenden und bietet so neue Anwendungsmöglickeiten. Was zum Beispiel von Sony bereits exemplarisch genutzt wird.
Das Familien-Tablet Sony Vaio Tap 20 mit seinem relative grossen 20 Zoll-Display eignet sich als Tablet für mehrere Personen zum Beispiel für Gesellschaftsspiele, musizieren oder zeichnen, wobei das Tablet von mehreren Personen gleichzeitig "berührt" werden kann. Es dient aber auch als All-In-One-PC für konventionelle Anwendungen.
Eine interessante Alternative zum iPad oder Samsung Note im Business Alltag ist das Vaio 11 mit Windows 8. Das Display lässt sich wie bei einem Slider-Handy hochfahren und gibt dann die Tastatur frei. Zugeklappt verhält es sich wie ein 11 Zoll Tablet. Auch beim Vaio 11 nutzt Sony damit die beiden Bedienkonzepte - Touchscreen oder normaler Desktop-, welche Windows 8 anbietet.
Auch Toshiba zeigte Modelle mit Window 8 und ausfahrbarer Tastatur, was vor allem Vielschreiber freuen wird. Nicht alle können sich ja mit den "Glastastaturen" bestehender Tablets wirklich anfreunden.
Einen richtigen Clou landete Samsung und präsentiert neben diversen neuen Tablets auch seine erste Kamera mit Android als Betriebssystem. Die Verbindung zu Cloud-Diensten wird so zum Kinderspiel. Bilder erst auf den PC laden ist unnötig. Apps ermöglichen die Bildbearbeitung direkt in der Kamera. Nach Nikon präsentiert damit nun schon der zweite Hersteller eine Kamera mit Android als Betriebssystem. Allgemein entwicklet sich Android immer mehr zum allgegenwärtigem Betriebssystem für alle möglichen Anwendungen.
Smart vernetzt
Der Trend zur vollständigen Vernetzung geht umgebremst weiter. Einen wichtigen Part spielen dabei die Cloud-Applikationen. Was man im Büroalltag schon von Dropbox und anderen Diensten gewohnt ist, drängt nun auch in den Unterhaltungsbereich. Anders ist es kaum mehr möglich, seine Musik, Bilder oder Videos zwischen den unterschiedlichen Endgeräten auszutauschen.
Mit Samsung “Allshare Play” hat nun auch das koreanische Schwergewicht seinen eigenen Cloud-Dienst, der den Abgleich unter verschiedenen Mediengeräten ermöglicht. Im Gegensatz zur iCloud von Apple beschränkt sich Synchronisation aber vorläufig auf Medieninhalten.
Wem die Auslagerung an einen externen Cloudserver irgendwie nicht ganz geheuer ist, dem bietet Asus mit dem AiCloud seinen eigenen privaten Cloud an. Mit dem WLAN-Router kann jeder Computer im hauseigenen Netzwerk in eine persönliche Cloud eingebunden werden, um ausgewählte Dateien mittels eines beliebigen kompatiblen Windows-, Mac- oder Linux-Geräts über das Internet mobilen Geräten oder anderen zur Verfügung zu stellen. Dateien lassen sich durch einen einfachen Weblink für andere Nutzer freigeben. Eine durchaus attraktiv Alternative zu den grossen Anbietern von Cloud-Services.
Ein weitere Samsung Innovation, "AllShare Cast" genante, ermöglicht die Nutzung des Mobiltelefons als Spielecontroller. Nutzer können mit "AllShare Cast" ihr Smartphone-Game auf dem grossen TV-Bildschirm spielen, während die Steuerung wie gewohnt vom Smartphone kommt. "AllShare Control" ist grundsätzlich als universelle Fernbedienung für Hausgeräte nutzbar. Damit lassen sich nicht nur Fernsehgerät, Musikanlage oder PC ansteuern, sondern in Zukunft auch Waschmaschine, Kühlschrank oder Klimaanlage.
Doch auch die Vernetzung der alltäglichen Bereiche des Lebens und die Optimierung deren Ressourcen sind weiterhin ein zentrales Thema und zudem nicht zuletzt ein zukunftsträchtiges Geschäftsgebiet mit hohem Potenzial. So stellte nicht von ungefähr Laurent Abadie, Panasonic Geschäftsführer Europa, die Verschmelzung von Energietechnik und Heimelektronik in den Vordergrund.
Im Fokus stehen soll zukünftig ein Vernetzungskonzept aus allen Bereichen des täglichen Lebens, von der Unterhaltungselektronik über Haushalts- und Küchengeräte bis hin zu komplexen Energielösungen. "Smart Connectivity" ist das Zauberwort, welches dank intelligenter Technik helfen soll, globale Ressourcen effizienter zu nutzen und gleichzeitig bedienbar zu machen.
Die effiziente Vernetzung von Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräten und Energietechnik verspricht neue, profitable Geschäftsfelder. Laurent Abadie anlässlich der Panasonic Keynote.Die Küche ist gefragt
Hausgerätetechnik wird neben "Green Technology" für die grossen Hersteller aus Europa und Japan ein immer wichtigerer Geschäftszweig. Dieses Jahr präsentiert Panasonic sein breites Angebot an Haushalts- und Küchengeräten erstmals im öffentlichen Bereich der IFA. Mit intelligenter Küchentechnik schafft man sich ein neues Geschäftsfeld. Klar, dass man auch Synergien mit bestehemden Know-How nutzen will, um im Haushalt zu ernergieffizienten Lösungen zu kommen.
Auch bei Philips war die Ausrichtung auf innovative Haushaltslösungen unverkennbar. Die Eröffnungspressekonferzen stand dann auch ganz im Zeichen der kulinarischen Genüsse. Niemand geringerer als Starkoch Jamie Oliver präsentierte den Philips Homecooker mit dem er mit Enthusiasmus und Humor in weniger als 15 Minuten ein südindisches Currygericht zubereitete.
Innovative Küchengeräte wie der Philips Homecooker nehmen einen zunehmend grösseren Raum ein an der IFA.