Teufel Supreme On.Der Supreme On Bluetooth-On-Ear-Kopfhörer von Teufel, der zum Preis von 169 Franken in den Farben Night Black, Moon Grey, Pale Gold, Sand White, Ivy Green und Space Blue zu haben ist, soll nicht nur mit «präzisen Höhen», sondern auch mit einem «starken Kickbass» punkten können.
Und wer den zierlich kleinen Hörer aus der einfachen, aber stabilen Verpackung schält, stellt erst mal fest, dass die Teufel-Leute das Geld nicht in eine luxuriöse Mogelpackung, sondern in ein tadellos verarbeitetes, elegant gestyltes Produkt mit langlebigen und robusten Materialien wie Aluminium, Federstahl, Kunststoff, Stoff und Kunstleder gesteckt haben.
So soll der lediglich 165 Gramm leichte Hörer auch Stürze aus 1,5 Metern schadlos überstehen. Doch aus Freude an diesem schönen Musikspender wurde dies nicht nachgeprüft. Der Kopfbügel aus Federstahl bewirkt einen sanften, definierten Auflagedruck auf die Ohren. Die weichen Ohrpolster ermöglichen auch Brillenträgern ein ungetrübtes Musikhören. Im avguide.ch-Test überzeugt der Hörer durch einen sehr hohen Tragekomfort.
Der in Berlin entwickelte Supreme On beeindruckt durch durchdachte Konstruktion und einen Klang, den man aus einem solch kleinen Bluetooth-On-Ear-Kopfhörer nicht erwartet hätte.Für einen vitalen Sound sorgen dynamische 40-mm-Treiber mit kraftvollen Neodym-Magneten und audiophil verkupferten Aluschwingspulen. Grossen Wert legten die Berliner Entwickler auch auf eine effiziente Aussenschalldämpfung, die allerdings nicht mit einem aktiven Noise Cancelling verwechselt werden sollte.
Um einen möglichst optimalen und gut klingenden Funkbetrieb zu erzielen, sind Bluetooth in der aktuellen Version 5 sowie die Audiocodecs apt-X für Android-Phones und AAC für die iPhone-Nutzer an Bord.
Grundehrlich behauptet Teufel im Gegensatz zu anderen Herstellern nicht, dass apt-X eine Qualität in echtem High-Definition ergeben soll, sondern eine «CD-ähnliche» Qualität. Die maximale Spielzeit pro Akkuladung beträgt 30 Stunden mit SBC und AAC sowie 20 Stunden mit dem besser klingenden apt-X-Codec.
Zwei Mikrofone dienen dem Freisprechen, Skypen, Facetime und der Sprachsteuerung über Google oder Siri. Mit der Share-Me-Funktion lassen sich zwei Supreme On mit einer Quelle verbinden. Die eingebaute Geräusch- und Echounterdrückungstechnologie «cVc» von Qualcomm soll eine hochwertige Sprach- und Telefonqualität bieten, indem sie Hintergrundgeräusche verringert. .
Im Test zeigt sich die Sprachverständlichkeit als sehr gut. Die Echounterdrückungstechnologie «cVc» kann allerdings keine Wunder vollbringen.
Nach einigen wenigen Fehlmanipulationen hat man bei avguide.ch den Joystick rasch im Griff und findet ihn dann sehr praktisch.
Im Lieferumfang findet man einen Transportbeutel, ein USB-C-Ladekabel sowie ein Kopfhörerkabel mit integriertem Mikrofon
Indem man den Joystick in verschiedene Richtungen bewegt oder in der Mitte drückt, wird die Musikwiedergabe gesteuert sowie der Tefefonbetrieb und der Sprachassistent angewählt.Headphones App
Die Teufel «Headphones App» kann für alle neuen Modelle von Supreme On und Airy Sports genutzt werden.Mit Teufels Headphones App stehen nicht nur ein cleverer Equalizer sowie diverse klangliche Voreinstellungen wie BassBoost etc. zur Verfügung, es können auch Dinge wie ShareMe, Autoplay (Musik pausiert, wenn der Kopfhörer abgesetzt wird) und die Abschaltzeit bei Nichtbenutzung und Aktivierung des Sprachassistenten bewerkstelligt werden. Weiter wird eine Kurzanleitung und eine Anzeige des Akkustandes und der Software-Version geboten.
Doch bei den klanglichen Voreinstellungen muss Kritik geübt werden, denn in sehr vielen Fällen passen diese ganz und gar nicht zur gerade abzuspielenden Aufnahme. Andrew Manzes Violine verliert im Harmonia-mundi-Album «Concertos for the Emperor» mit der Voreinstellung «Klassik» an Substanz und Wärme in der Mittellage und bekommt in den hohen Lagen einen grellen Charakter. Auch die Voreinstellung «Rock» passt nicht zum Sound des Albums «Big Rocks» von Krokus. Also Finger weg von den Voreinstellungen! Besser ist es, im Modus «Benutzerdefiniert» die einem persönlich gerade passende Klangkorrektur zu wählen, falls diese überhaupt notwendig ist ...
Geballte Kraft
Zum Hörtest wird der Supreme On mit dem HiRes-Player Pioneer XDP-300R via apt-X gepaart.
Um die Versprechungen von «starkem Kickbass» und «präzisen Höhen» zu überprüfen, spielt Harry James legendäre Big Band mit lockerem Swing im ebenso legendären Sheffield-Album «The King James Version» zum Probespiel auf. Der Bassist legt ein kräftiges, impulsives Bassfundament unter die Band und verleiht ihr einen vitalen, sehr dynamischen Auftritt. Und wie der Supreme On Harry James Trompete mit edlem Glanz erstrahlen lässt, kann echt begeistern. Auch wenn der gesamte Blechsatz in der klanglichen Stratosphäre losfetzt, bleibt der Klang sauber und nie billig scheppernd. Das Schlagzeug, insbesondere die Becken, sind bemerkenswert gut definiert, die Snares haben brillante, aber nie nervend aggressive Kicks.
Mit bassgewaltigem Powersound braust die Band Krokus mit ihren Hits im Album «Big Rocks» daher. Beeindruckend kommen die Kickbässe der Bassdrum, und das warme Softclipping der verzerrten Rhythmusgitarren kann echt faszinieren. Weiter gefallen die singende Sologitarre von Mandy Meyer, die knarrige Stimme des Sängers Marc Storage und die weiträumigen Chorpassagen. Es ist zu vermuten, dass die Fans des aggressiven Paniksounds beim Supreme On etwas an «Knall» vermissen werden. Der Hörer klingt auch hier nicht grell-brutal, sondern bleibt stets auf der wohldosiert-brillanten Seite. Doch für nicht gehörgeschädigte Geniesser ist dieses kraftvolle Klangbild genau richtig. Wer sich mehr Brillanz wünscht, kann dies ganz einfach am Equalizer der App bewerkstelligen.
Dass es aber auch mal etwas zu viel an Tiefstbässen geben kann, zeigt der mit brachial tiefen Passagen gespickte Track «Tequila» des Albums «Time Again» von David Sanborne. Und was da zu hören ist, haut auch abgebrühte Bassfreaks glatt aus den Socken: Mit wahrer Urgewalt lässt hier der Bassist Christian McBride die Trommelfelle des Gehörs bis hinunter zum Kontra C erzittern. Eine avguide.ch-Messung des Frequenzganges bestätigt, dass der Supreme On mit einer gewissen Bassbetonung locker bis 20 Hz hinunter spielt.
Der voluminöse, angenehm brillante Klang bewährt sich auch bei anspruchsvoller Klassik. Der Supreme On bringt das Solo-Cello des Solisten Enrico Dindo wohl warm und vollmundig, deformiert es aber nicht zu einem Kontrabass. Auch die Violinen wissen mit ihrem wohl brillanten, gut definierten, aber nie grellen Klangtimbre zu gefallen. Sei es ein Streichquartett, eine Symphonie oder gar eine Bachkantate mit Chor und Orchester: Der Supreme On erweist sich als wahrer Hansdampf in allen Gassen, der bei allen Arten von Musik absolut im Element ist.
Zur Klangdefinition ist zu sagen, dass dieser für unterwegs gedachte Bluetooth-Hörer via apt-X ganz gewiss keine topaudiophile HiResolution-Klangqualität bietet, sondern – wie der Hersteller ja selber zugibt – ein «CD-ähnliches Klangniveau», das aber – Hand aufs Her(t)z – schon verflixt gut klingt.
Fazit
Der zierlich-elegante und hochwertig verarbeitete Supreme On von Teufel ist genau der richtige Bluetooth-Kopfhörer für Musikfreunde, die auf das On-Ear-Prinzip stehen und sich einen angenehm brillant klingenden Hörer mit kräftigem, sehr tiefem Bass und einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis suchen. Und wie heisst es doch so schön: Ohne Super-Bass kein Super-Spass!