Ein erster Blick

Wirklich auffällig ist die dezent unauffällige Optik des Philips: Sehr wenig Rahmenfläche ums Bild, welche mit einer Scheibe ihren Glanz erhält, ohne auf Kratzer anfällig zu sein.
Ein möglichst schlanker, drehbarer Standfuss, in Alu und Glas gehalten, der das grosse Panel beinahe schweben lässt. Und ein ultra schlanker Lautsprecherstreifen, der erste Befürchtungen aufkommen lässt. Insgesamt macht das schwarze Kunststoffgehäuse einen qualitativ vernünftigen Eindruck und ist sicher pflegeleichter als mancher Hochglanzkonkurrent. Übrigens, so verspricht der Kleber auf der Front, sei das Gehäuse flammhemmend, und das ganze Gerät umweltfreundlich gebaut.
Die ersten Handgriffe

Kommt der Philips an die Wand, sind VESA 600x400 kompatible Gewindebuchsen eingelassen.
Steht er auf einer Unterlage, so lässt er sich um knapp 40 Grad auf beide Seiten drehen. Dabei hält die im Standfuss integrierte Führung alle Kabel verdeckt in Position.
Anschlussseitig gibt er keine Rätsel auf: Hinten Antenne, zweimal HDMI, zweimal SCART, Komponenten- und Audio-In, CI-Slot und Serviceanschluss. Direkt von vorne gar nichts, dafür seitlich links Audio-, Video- und S-Video-In sowie 3,5 mm Klinke out für den Kopfhörer.
Zur Umweltfreundlichkeit gehört auch, dass der Standby-Stromverbrauch unter einem Watt liegt. Einen richtigen Netzschalter hingegen, welcher das Gerät mit einem vertrauenserweckenden Klacken vom Strom trennt, sucht man vergebens.
Die ersten Schritte

Durchs Menü führt die Fernbedienung, passend zum Gerät: sehr schlank, Kunststoff schwarz, helle Tasten.
Wer sich von Kanal zu Kanal zappt, kommt damit zurecht. Wer die 10er-Tastatur braucht, wundert sich. Diese liegt so weit unten, dass die Fernbedienung bald das erste Mal aus der Hand rutscht. Hier wären ein paar Zentimeter mehr richtig investiert gewesen.
Bedienungstechnisch hingegen wirft sie keine Fragen auf. Hier ist schnell klar, was warum passiert. Philips-gewohnte Anwender vermissen vielleicht das Hilfemenü, welches durch die Bild- und Toneinstellungen führt.
Die lästige Pflicht

Ein Panel mit Full-HD Auflösung erweckt den Eindruck, durch die neueste Technologie das bestmögliche Bild zu erhalten.
Im Pflichtteil allerdings liegen für diese 1920 x 1080 Punkte ganze 720 x 576i (Standard-TV) an, geliefert vom analogen TV-Tuner. Mehr Bildpunkte bedeutet mehr Rechenaufwand, um aus der analogen Information ein scharfes Bild zu erzeugen.
Vielfach lässt sich diese Aufgabe gar nicht lösen. Beispiel Tennis auf dem roten Sandplatz: Steht die Kamera, erscheint die Fläche scharf umrissen, als wären einzelne Sandkörner sichtbar. Doch kaum bewegt sich das Bild, verschwimmen die Details.
Als diesbezüglich besonders kritisch zeigen sich Naturaufnahmen. Bereiche des Bildes wechseln hier von scharf zu unscharf, was das Auge ermüden lässt. Dies ist kein Phänomen des Philips, sondern zeigen viele Full-HD Geräte mit dem analogen Antennensignal. Leider immer noch ein Thema sind Sendungen im 4:3-Format. Der 42PFL7662D zieht sie hart in die Breite, mit entsprechenden Folgen. Beim Zappen stört zudem die Verzögerung, mit welcher die Automatik reagiert.
Nun die Kür

Als Quelle dienen HDTV-Sat Signale, von Premiere HD bis zum Astra HD Demokanal.
Nun zeigen sich die Schärfeunterschiede zum HD ready-Vergleich. Sehr fein und definiert zeichnet der Philips Details nach, neigt je nach Quelle aber zu Rauschen – bedingt durch die hohe Schärfe.
Noch konturierter, noch genauer als HDTV mit 720 Zeilen sticht das Bild ins Auge. Erstaunlich auch, welcher Schwarzwert die LCD-Technik mit entsprechender elektronischer Unterstützung unterdessen erreicht. Da braucht sich der Philips vor vielen Plasmas nicht mehr zu verstecken. Vorausgesetzt allerdings, der Betrachtungswinkel liegt nahe bei 90 Grad. Von weiter aussen wechselt schwarz zu blau, das ganze Bild erhält einen milchigen Schleier.
Im direkten Vergleich zu Plasma-Displays leuchten die Farben LCD-typisch stärker (alle Vergleichsmodelle ebenfalls im automatischen Farbmodus), hingegen tendieren sie viel schneller zum Abreissen in den Extremwerten. Besonders betroffen sind Naturfarbtöne, welche das Auge aus Erfahrung sehr gut kennt.
Vom Bild zum Ton

Ein paar Worte noch zum schlanken Lautsprechersystem des Philips.
Mehrere vordefinierte Presets wie Musik, Sprache, Film oder Anwender helfen, schnell den richtigen Ton zum Bild zu finden. Ein Tastendruck auf der Fernbedienung reicht aus, um durchzuwählen. Zusätzlich lassen sich die Programme mit einem 7-Band Equalizer verändern. Je nach Sender ist dieser Eingriff nötig, um die Sprachverständlichkeit zu verbessern. Die automatische Lautstärkeanpassung vermindert Sprünge zwischen den Stationen, Dynamic Bass Enhancement und Incredible Surround sind Spielereien, welche Filmsoundtracks zu mehr Effekt verhelfen.
Die Gretchenfrage

Ist nun, zusammengefasst, die Full-HD Auflösung ein Gewinn?
Ganz klar nein im Falle des analogen Antennensignals, denn dort fehlt zu viel Information, welche aufwändig hinzugerechnet werden muss. Hier gewinnen HD ready-Geräte deutlich, vor allem solche mit ausgezeichnetem Analogtuner.
Ja hingegen lautet die Antwort bei HDTV-Signalen, welche mit 1080 Zeilen nochmals schärfer dargestellt werden als mit 720 – immer vorausgesetzt, die Quelle liefert entsprechende Qualität. Denn ansonsten macht sich das Rauschen wieder deutlicher bemerkbar.
Die zweite Frage wäre nun Plasma oder LCD?
Für den LCD spricht das völlig matte und nahezu spiegelfreie Panel, welches selbst die neuen Plasma-Generationen nicht ganz erreichen. Aber sie sind nahe dran. Für Plasma spricht das dunkle Schwarz, welches selbst aus einem grossen Winkel nicht milchig wird und leuchtet. Bezüglich Farben stehen sich Leuchtkraft und natürliche Wiedergabe gegenüber. Wer sich schliesslich wofür entscheidet, sollte ein persönlicher Vergleich zwischen den Systemen zeigen.