Die Børresen Z3 in der Tonbildspinnerei Zug.Die hierzulande noch wenig bekannte Firma Børresen Acoustics gehört zum dänischen Triumvirat, bestehend aus Aavik Acoustics, Ansuz Acoustics und eben Børresen Acoustics. Die drei dänischen Marken sind unter dem Dach der «Audio Group Denmark» und firmieren in der nördlichsten dänischen Grossstadt Aalborg. Entstanden ist dieses Dreigespann aus der High-End-Lautsprecherschmiede Raidho Acoustics. 2017 wurde Raidho von Dantax gekauft. Die jetzigen Köpfe hinter Børresen, Aavik und Ansuz haben sich daraufhin von Raidho Acoustics verabschiedet und die Audio Group Denmark (AGD) gegründet.
Seit letztem Jahr ist ein Investor bei der AGD eingestiegen und der bisherige Finanzchef Kent Sörensen wurde zum CEO befördert. Wieso drei Firmen und nicht alles unter einem Markendach, werden Sie sich wohl gerade fragen. Der Verkaufsleiter Lars Kristensen betont, dass es sicherer sei, mit drei unterschiedlichen Marken mit verschiedenen Produktlinien am Markt zu operieren. Sollte eine Linie nicht mehr so gut laufen, kann sie verkauft oder eingestellt werden, ohne die anderen beiden Linien in Mitleidenschaft zu ziehen. Zudem ergänzen sich die drei Produktlinien ideal, auch marketingmässig und klanglich. Auch kann sich so der Fachhändler nur für eine oder zwei Linien entscheiden, ohne das ganze Portfolio übernehmen zu müssen. Ehrlich und wirklich smart sind sie, diese Dänen.
In diesem Testbericht werden wir uns ausschliesslich dem Lautsprechermodell Z3 von Børresen Acoustics zuwenden. Die in Zug ansässige Tonbildspinnerei unter der Geschäftsführung von Alois Kneubühler vertreibt die drei hochwertigen dänischen Marken aus Aalborg seit letztem Jahr in der Schweiz. Wir konnten die Børresen Z3 in den wohnlichen und grosszügigen Räumlichkeiten der Tonbildspinnerei Probe hören.
Michael Børresen – Kurzportrait
Der Gründer der gleichnamigen Firma, Michael Børresen, ist der Mastermind hinter seiner Lautsprecherfirma und ist wie viele High-End-Audio-Firmengründer ein Verrückter im positiven Sinn.
Sämtliche Lautsprecher tragen seinen Namen: Michael Børresen.Eines seiner Lieblingsthemen sind Schwingungen. Bereits seine Abschlussarbeit als Ingenieurswissenschaftler befasste sich mit Resonanzen und Schwingungsmustern und er wandte seine Kenntnisse zuerst ausserhalb der High-End-Branche an. Verständnis und Kontrolle der Schwingungen sind Hauptziele seiner Entwicklungen, seien es Lautsprecher oder Elektronik.
Er hat alles, aber wirklich alles im Zusammenhang mit dem Lautsprecherbau hinterfragt. Wer viele Fragen stellt, riskiert unbeliebte Antworten oder im positiven Sinn im Lautsprecherbau viele neue Denkansätze und im besten Fall herausragende Lautsprecher.
Als sich Michael Børresen zusammen mit seiner Crew auf diesen steinigen und herausfordernden Weg begab, um den ultimativen Lautsprecher zu entwickeln, setzten sie sich folgende Entwicklungsziele:
• die Überarbeitung der herkömmlichen Treiber-Technologie
• die Optimierung der Frequenzweiche
• die Reduzierung der Induktivität auf das absolute Minimum
• die beste mechanische «Erdung» und Resonanzkontrolle
Wie diese Entwicklungsziele umgesetzt wurden, zeigen wir Ihnen beim nachfolgend getesteten Modell Z3.
Die Børresen Z3 – unser Testobjekt
Das Børresen-Modell Z3 ist das zweitgrösste Lautsprechermodell der Z-Serie. Oberhalb der Z-Serie ist die 0-Serie angesiedelt. Seit kurzem bieten die Dänen auch die unterhalb angesiedelte X-Serie an.
Mit Ausnahme des kompakten Børresen-Z1-Monitors sind die restlichen drei Standlautsprecher 2,5-Wege-Modelle und unterscheiden sich in der Anzahl der Tief/Mitteltöner und in den Gehäuseabmessungen. Das Modell Z1 beginnt preislich bei 10'000 CHF, das Modell Z2 kostet 16'000 CHF, das Testmodell Z3 23'000 CHF (ohne Kältebehandlung). Das Topmodell Z5 kostet 40'000 CHF.
Die Z-Familie von Børresen.Die getesteten Børresen-Standlautsprecher Z3 messen schmale 22 cm, sind dafür 40 cm tief und 102 cm hoch. Sie wiegen stolze 35 kg und wirken – aufgrund der schmalen Stirnbreite – schlank und Wohnraum-freundlich. Wegen der Gehäusetiefe sollte der ideale Hörraum genug Platz für mindestens 50 cm Abstand zur Rückwand haben.
Als Frequenzgang werden 35 Hz bis eindrucksvolle 50kHz angegeben, der Wirkungsgrad beträgt 88 dB und die nominale Impedanz ist 4 Ohm. Børresen gewährt auf alle seine Produkte eine Garantie von 5 Jahren.
Børresen Speaker Z3: hochwertig gebaut, optisch attraktiv und das aus jedem Blickwinkel.Gehäuse
Das formschöne Gehäuse der Børresen Z3 ist in Schwarz und Weiss, jeweils seidenmatt erhältlich. Die Verarbeitung ist absolut tadellos. Die Front ist allerdings immer schwarz, auch bei der weissen Version. Auf Bestellung fertigt Audio Group die Speaker auch mit weisser Front gegen Aufpreis. Das Design der Z3 ist klassisch skandinavisch und wirkt edel, ohne protzig zu wirken. Dänisches Design eben.
Positiv ist uns die «schraubenlose» Konstruktion aufgefallen, denn man sucht vergebens nach Schrauben. Hier beschreitet Børresen den sicherlich teureren und anspruchsvolleren Weg und macht unter anderem den Unterschied zur Mittelklasse. Die mattschwarze Frontabdeckung ist sehr massiv und bildet bei der Öffnung des Hochtöners ein Horn-Vorsatz. Der Klopftest an der Front attestiert dem unbekannten Material Massivität und bestmögliche Resonanzfreiheit.
Wenn Sie die Rückseite des Z3-Lautsprechers genauer in Augenschein genommen haben, sind Ihnen sicherlich die Flaschenöffner-ähnlichen Aluminiumteile aufgefallen. Diese «Flaschenöffner» sind Diffusoren, die die Strömungsgeräusche der beiden rückwärtig eingebauten Bassreflexöffnungen reduzieren sollen. Wie immer bei Børresen sind auch diese Teile speziell angefertigt und mit grosser Liebe zum Detail hergestellt.
Links die untere der beiden Bass-Reflexöffnungen, rechts das Mittelton-Chassis.Der Bändchen-Hochtöner
Die eigentlichen Stars dieses aussergewöhnlichen Lautsprechers sind die Bändchen-Hochtöner und die Hightech-Tief/Mittelton-Chassis.
Der Hochtöner ist eine Weiterentwicklung des Philips-Bändchen-Hochtöners. Der offene Dipol-Magnetostaten-Hochtöner besitzt eine Folienmembran, die lediglich federleichte 0,01 g wiegt und aus einer Spezialfolie «made in UK» besteht. Der Wirkungsgrad des Bändchens beträgt sagenhafte 94 dB und hat eine Impedanz von 6 Ohm. Interessanterweise reicht der Frequenzgang des Børresen-Bändchens runter bis 2,5 kHz. Als Antrieb-Magnetmaterial kommt N-52-Super-Neodym zum Einsatz. Das N-52-Magnet ist aktuell das stärkste Neodym überhaupt und wird von Børresen auch für den Mitteltöner und den Tieftöner verwendet.
Das Børresen-Bändchen.Børresens Tief/Mitteltöner
Børresen verbaut in den Z3 einen 8- und zwei 13-Zentimeter-Treiber derselben Machart. Sie unterscheiden sich lediglich in der Chassis-Grösse.
Allein über dieses Chassis könnten wir wohl zehn A4-Seiten schreiben, was wohl nur für die beinharten Technikfans dann noch interessant wäre. Daher also die Kurzfassung: Seit der Erfindung von elektromagnetischen Chassis vor ziemlich genau hundert Jahren ist dieses Ausnahme-Chassis als eines der ersten Lautsprecher-Chassis komplett «eisenfrei». Diese Eisenfreiheit ist insofern wichtig, da Eisen gemäss Børresen unter anderem die elektrischen Parameter der Schwingspule negativ beeinflusst. Børresen Acoustics entwickelte für die Z-Serie einen Treiber mit einer 8 mm grossen Schwingspule und einer Induktivität von nur 0,06 mH (Millihenry ist die Masseneinheit für Induktivität), was gemäss Hersteller rund zehnmal tiefer ist als bei herkömmlichen Treibern. Durch die zusätzliche Linearisierung des Magnetfelds wird der Treiber weniger durch die tatsächliche Bewegung beeinflusst und kann vom Verstärker leichter gesteuert werden.
Die Tief/Mitteltöner werden wie auch das Hochton-Bändchen vom N-52-Neodym-Magnetmaterial angetrieben. Die verkupferte Aluminium-Schwingspule des Mittel/Tiefton-Chassis sitzt auf einem ventilierten Titan-Träger. Auch hier kommt also teures und exotisches Material zur Anwendung, was wiederum die Induktivität verringert – aber die Produktionskosten sicherlich weiter in die Höhe treibt.
Das Membran-Material der Treiber besteht aus einem Verbundwerkstoff: Zwei Schichten des sehr dünnen Kohlenstoffs auf beiden Seiten umschliessen einen 4 mm dicken Nomex-Wabenkern. Das aussergewöhnlich niedrige Gewicht von nur 5,5 Gramm sorgt für einen sehr hohen Beschleunigungsfaktor im Treiber, was sowohl zu einer hervorragenden Auflösung als auch zu einer erhöhten Effizienz führt. Die verwendete Verbundstruktur – wie sie etwa in Formel-1-Rennwagen verwendet wird – bietet die ultimative Kombination aus Steifigkeit und Gewicht. Die japanische Hightech-Schmiede Toray Industries aus Osaka stellt übrigens die Membranen für Børresen her. Toray Industries fertigt unter anderem auch Flügelteile für die Formel 1, was ganz sicher nicht die schlechteste Referenz ist.
Dass Børresen Acoustics beim Lautsprecherbau vieles anders macht als andere Hersteller, kann man nach diesen Ausführungen als belegt abhaken!
Der Mitteltöner mit dem eisenlosen Antrieb.Børresens Cryo-Technologie
Bevor es zum Hörtest geht, möchten wir Ihnen eine weitere Besonderheit, nämlich die Ausbaustufe bzw. die Produkte-Option «Kältebehandlung» der Børresen-Z-Modelle näherbringen. Unser Test-Lautsprecherpaar ist eine solche «Cryo-Edition». Der Aufpreis für die Kältebehandlung beträgt beim Z3 exakt 6000 CHF. Dieser Betrag ist kein Pappenstiel und der Tester konnte den Unterschied zwischen mit/ohne Kältebehandlung vor Ort anhören. Der Unterschied ist vor allem bei den Feinheiten und der Auflösung in der Musik-Wiedergabe zu hören. Ob der Aufpreis den geforderten Preis wert ist, wird der Interessent selber entscheiden müssen – oder besser gesagt: dürfen. Aufwandsbezogen scheint der Aufpreis als solcher aber nachvollziehbar.
Kälteprozess à la Børresen
Bei der 72 Stunden dauernden Kältebehandlung der Metallkomponenten der Lautsprecher werden diese innert 24 Stunden bis auf Minus 196 C abgekühlt, um dann für 24 Stunden bei 196 C zu verweilen, um dann anschliessend wieder innert 24 Stunden kontrolliert auf Raumtemperatur hochzufahren. Im Zuge des Abkühlungsprozesses zieht sich die Kristallstruktur des Metalls mehr und mehr zusammen und wird einer monokristallinen Struktur sehr ähnlich.
Das gegen Ende des Prozesses langsame «auftauen» bewirkt, dass diese Strukturveränderung auch wirklich so verbleibt. Insider haben uns verraten, dass das von gewissen Herstellern angewendete «Schock-Gefrieren» und dann wieder schnell auftauen – also im Hauruck-Verfahren – nicht wirklich funktioniert, da sich der angestrebte Monokristalline Zustand des Metalls in die Ausgangsstruktur zurückverwandelt. Also: Nicht überall, wo «kältebehandelt» draufsteht, ist auch der positive Effekt wirklich realisiert worden. Den die durch diesen Kälteprozess hervorgerufenen strukturellen Veränderungen im Metall erhöhen dessen Leitfähigkeit gemäss Michael Børresen um 6 bis 8 %. Folglich sollen sie einen positiven Einfluss auf die «Audioeigenschaften» haben. Der Kälteprozess wird, was noch seltener ist, von Børresen Acoustics nicht extern, sondern «im Hause» gemacht, Respekt!
Das Chassis im Kältebad visualisiert.Frequenzweiche, Kabel und Anschlussterminal
Die 2,5-Wege-Frequenzweiche der Z-Serie verfügt über eine parallele Frequenzweichenkonfiguration mit denselben exklusiven Bauteilen der teureren 0-Serie. Sie ist mechanisch sehr massiv aufgebaut, um ihre Eigenresonanz zu minimieren.
Über die verwendete Innenverkabelung konnten keine Details in Erfahrung gebracht werden, aber es ist anzunehmen, dass Kabel aus dem Ansuz-Sortiment zur Anwendung kommen.
Das sehr hochwertige Single-Wiring-Anschlussterminal der Z3 akzeptiert ausschliesslich Bananenstecker. Das ist etwas unüblich, aber konsequent.
Die Frequenzweiche der Z3.Ansuz-Darkz-Füsse für die Børresen Z3
Bevor wir uns dem Hörtest zuwenden, noch ein paar Worte zu den Ansuz-Hightech-Füssen der Børresen Z3. Dieses Modell steht auf dem Entkopplungssystem Ansuz Darkz T2s und entkoppelt die Lautsprecher wirkungsvoll vom Boden. Titaniumkugeln sind eine der wichtigen Komponenten dieses hoch entwickelten und aufwändigen Resonanzsystems. Sie lassen sich auch manuell justieren. Vereinfacht gesagt, leiten die drei Titaniumkugeln die im Lautsprecher entstehenden Resonanzen in die Ansuz-Füsse ab. Der Hersteller redet dabei von einer mechanischen Erdung. Spikes oder ähnliche Systeme sind nach Meinung von Børresen höchstens zweite Wahl.
Das «Fahrgestell» der Børresen Z3, mit den Ansuz-Füssen.Hörtest und Fazit
Einspielen und Positionierung
Der Hersteller Børresen empfiehlt eine Mindest-Einspielzeit von 50 bis 100 Stunden. Gemäss seinen Angaben erreichen die Lautsprecher nach 500 Stunden ca. 90 % ihrer Qualität. Gut Ding will also Weile haben, im High-End sowieso! Mehr hierzu noch im Hörbericht.
Bei der Lautsprecherpositionierung empfiehlt der Hersteller einen Mindestabstand von 50 cm zur Rückwand, im Hörraum der Tonbildspinnerei stehen die Z3 also ideal. Die Einwicklung zum Hörplatz war minimal, der Hersteller empfiehlt ein Stereo-Dreieck, das hinter die Hörperson ausgerichtet ist. Hier kann und darf experimentiert werden, ebenso beim Abstand zwischen den Lautsprechern. Børresen empfiehlt eine Mindest-Basisbreite von 3 Metern, auch da passte alles im geschmackvollen Raum der wohnlichen Tonbildspinnerei.
Das Set-up bei der Tonbildspinnerei: Aavik-Verstärker, Ansuz-Verkabelung; Linn-Streamer/DAC.Hörtest 1 – Vorspiel am Röhrenverstärker
Bevor die Z3 ihre Heimat bei der Tonbildspinnerei in Zug fanden, machten sie einen Umweg über den Hörraum des Testers. Aufgrund der limitierten Grösse und der Form des Hörraums war dem Tester schon vor den ersten Tönen klar, dass die Z3 hier nicht ihr volles Potenzial ausspielen können. Zudem kamen die Lautsprecher frisch aus Dänemark und hatten genau null Stunden Musik gespielt. Zudem wurden sie in einem kalten Camion transportiert. Also, die ersten Töne aus der Z3 waren dann auch relativ bescheiden, aber ein uneingespielter Lautsprecher direkt aus dem Karton und zudem noch aus der Kälte – das sind mindestens zwei audiophile Todsünden.
Das Einspielen eines Lautsprechers ist zwar nicht das Hobby eines jeden Testers. Trotzdem ist der Prozess des Einspielens meistens ein Erlebnis der Marke «vom grauen Entlein zum stolzen Schwan» – was es ziemlich gut trifft. Nach 50 Stunden fanden die Dänen zur Musik und nach 100 Stunden begann sie wirklich Spass zu machen. Für Michael Børresen sollten es zwar 500 Stunden Einspielzeit sein, aber so an die 200 Stunden hatten sie auf dem Tacho, als sie ihre Reise nach Zug antraten. Da der Hörtest mit dem hauseigenen Class-D-Verstärker Aavik I-180 (mit 600 Watt an 4 Ohm) geplant war, wollten wir auch wissen, wie gut denn das dänische Lautsprecher-Geschoss mit schwächeren Röhrenverstärkern klarkommt. Dazu wurden sie an einen hochwertigen Class-A leistenden Push-Pull-Röhrenverstärker verkabelt.
Die Tonalität der Z3 änderte sich im Mittel- und Hochton nur marginal, aber die Basswiedergabe wurde aufgrund der limitierten Leistung des Röhrenverstärkers etwas schwammiger. Je höher dann der Lautstärkepegel wurde, desto mehr kam der Röhren-Amp ins Schwitzen und verlor die Kontrolle über die Bass-Chassis. Es hat sich klar herauskristallisiert, dass Børresen-Lautsprecher nach genügend Leistung und Kontrolle verlangen. Dann kommen auch die tiefen Bässe mit der nötigen Präzision.
Das zweite Thema des heimischen Checks war der Platzbedarf der beiden Dänen. Der Test-Hörraum ist nämlich mit 20 Quadratmetern keine Loft – und so experimentierte man mit der Z3 in Bezug auf Positionierung und Bass-Moden. Fazit: Die Fläche des Hörraums ist zwar mit 202 zwar knapp genügend, umso wichtiger ist der rückwärtige Wandabstand zur Lautsprecher-Rückwand. Dieser sollte nämlich mindestens 80 cm, noch besser einen Meter betragen, da sonst der Bass zu dominant wird. Experimentieren und Ausprobieren ist angesagt. Und man wird mit einem guten Resultat belohnt. Bezüglich Raumgrösse empfehlen wir eine Mindestfläche von 25 m2 – nach oben sehen wir keine Limitierung, vorausgesetzt der Verstärker hat eine entsprechende Potenz.
Weihnächtliche Musik, bunt gemischt mit zeitloser Musik.Hörtest – Hauptgang in Zug, Schauplatz Tonbildspinnerei
Der Hauptgang des Testmenus fand wie bereits beschrieben in der Tonbildspinnerei in Zug statt. Als Verstärker spielte der Aavik I-180 an den Z3, die Lautsprecherkabel kamen von Ansuz und als Streamer-DAC kam ein Linn-Modell zum Einsatz.
Die Lautsprecheraufstellung war lehrbuchmässig im Stereo-Dreieck, der Basis-Abstand war mit 3 Metern ebenfalls ganz nach der Bedienungsanleitung der Dänen. Die Z3 standen auf den Resonanz-Absorber-Füssen Ansuz Darkz T2s. Das ist zwar kein Muss, aber wie die Engländer so schön sagen «Highly recommended».
Da der Hörtest in der Vorweihnachtszeit stattfand, spielte sich der Tester unter anderem durch die Qobuz-Weihnachtsplaylist, und so kam im attraktiven Hörraum so etwas wie Weihnachtsstimmung auf.
Die Sampler von Nils Landgren «Christmas with Friends» haben es dem Tester speziell angetan. Die wunderschöne Stimme von Ida Sand waberte mit «Everyday is Christmas» durch die wohnlichen Räumlichkeiten der Tonbildspinnerei. Dann setzt das Klavier ein und der Groove wird schneller. Plötzlich spielt das jazzige Saxofon auf und beginnt eine kurze Kommunikation mit Ida Sand, genial.
Weil es so schön war, gleich noch den Klassiker «Go Tell It on the Mountain», ebenfalls gesungen von Ida Sand. Die Z3 löste super auf, behielt souverän die Übersicht und spielte trotzdem relaxed. Gänsehaut und Weihnachtsstimmung in einem – grosses Kino.
Stimmen spielte die Z3 mit Schmelz und der nötigen Wärme, Instrumente hatten das realistische Timbre. Der verwendete Aavik-Vollverstärker I-180 konnte im Zusammenspiel mit dem Børresen Speaker Z3 wirklich brillieren und das Ganze klang schon fast röhrenmässig rund und organisch, aber nie langweilig oder überanalytisch – also eine Traumpaarung.
Der Vollverstärker Aavik I-180 ist der kongeniale Spielpartner für die Z3 und kommt aus demselben dänischen Haus.Klavier, eine der schwierigsten Disziplinen für Lautsprecher, meisterte die Z3 ebenfalls mit Bravour. Die Klavieranschläge kamen mit der notwendigen Härte und Speed, auch die Kohärenz war vorbildlich, vom berüchtigten «Übergangsloch» von Hochton zu Mittel/Tieftöner war auch nichts auszumachen.
Bei der Basswiedergabe von schnellen Elektroimpulsen («Bad Guy», Billy Eilish) kamen die Impulse schnell, präzise und dem nötigen Druck. Auch das sagenhaft gut klingende «Personal Jesus» von Will Barber hatte den nötigen Tiefgang und Drive. Die 35 Hertz als untere Grenzfrequenz würden wir so bestätigen.
Der angeschlossene Aavik I-180 mit seinen muskulösen 300 Watt an 8 Ohm schien also wie geschaffen für die Børresen-Speaker, er kommt ja auch aus demselben Haus. Je mehr Leistung, desto wohler fühlen sich die Z3. Sie sind keine Kostverächter und reagieren wie Hochleistungs-Rennpferde – sie wollen und können gefordert werden.
Fazit
Michael Børresen hat mit seinem Drang nach Perfektionismus und der ewigen Suche nach der perfekten Lautsprecher-Technik tolle, unverwechselbare und exklusive Lautsprecher geschaffen. Die Børresen Z3 sind Premium-Lautsprecher und mischen in der spannenden Preisklasse von 25'000–30'000 CHF voll mit. Vor ihren Mitbewerbern in dieser Preisklasse müssen sie sich nicht verstecken, im Gegenteil. Sie sind perfekt auf die hauseigene Aavik-Elektronik abgestimmt, performen auch exzellent an hochwertiger «Fremd-Elektronik» – je hochwertiger, desto besser.