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Solider Filmsound von Denon

Test: Denon Sound Bar 550

Seit einigen Jahren hat sich das Multiroomsystem HEOS im Markt etabliert. Wir haben das neuste Gerät, die Denon Sound Bar 550, unter die Lupe genommen. Was leistet die neuste Erweiterung des Denon-Home-Programms?

Von Thomas Flammer · 25. März 2021
Denon Home Sound Bar 550: Front.Denon Home Sound Bar 550: Front.

Plug and Play

Ausgepackt, angeschlossen, App heruntergeladen, läuft. Lange hat es nicht gedauert, bis die Sound Bar 550 die ersten Töne von sich gab. Ich habe vor vielen Jahren eines der ersten HEOS-Produkte in Betrieb genommen. Damals hat es ein wenig gedauert bis ich dem Ding einen Ton entlocken konnte, ich habe es immerhin ohne Kraftausdrücke geschafft – aber Nerven hat es schon gekostet. Denon hat gelernt und grosse Fortschritte gemacht. In der Regel lässt sich heute ein Netzwerkaudio-Produkt problemlos und in Kürze installieren. Wenns nicht klappt, ist vielfach ein nicht korrekt aufgebautes Netzwerk schuld und nicht eine mangelhafte Usability.

Insgesamt sechs Lautsprecher-Chassis sind frontseitig verbaut.Insgesamt sechs Lautsprecher-Chassis sind frontseitig verbaut.

Innen und aussen

Doch der Reihe nach. Interessieren tut natürlich einen Testredaktor immer auch das, was drinnen ist. Also Akkuschrauber hervorholen, die 16 Kreuzschlitzschrauben herausdrehen und aufmachen. Und da hapert es manchmal, weil es irgendwo klemmt. Nicht so bei der 550er-Soundbar: Der Deckel lässt sich einfach lösen, was auf eine hohe Passgenauigkeit hindeutet. Wir finden im Innern das, was versprochen wird: zwei 19-mm-Kalottenhochtöner, insgesamt vier 55-mm-Tiefmitteltöner und lustigerweise drei Passivradiatoren. Da alle vier Tiefmitteltöner auf das gleiche Volumen hin arbeiten, passt auch die Anzahl drei.

Die Passivradiatoren werden bei einer bestimmten Frequenz zum Schwingen angeregt und tragen so zu einem satteren Bassfundament bei. Jedes der sechs angetrieben Lautsprecher-Chassis hat einen eigenen Verstärker und kann so individuell angesteuert werden. Verlustbehaftete passive Frequenzweichen werden so überflüssig. Angesteuert werden die Endstufen von einem leistungsfähigen Sharc-DSP von Analog Devices.

Ein leistungsfähiger DSP von Analog Devices kommt zum Einsatz.Ein leistungsfähiger DSP von Analog Devices kommt zum Einsatz.

Aussen ziert die neue Denon-Soundbar eine Stoff-Front, die über die Seiten nach hinten gezogen wurde. Die wichtigsten Funktionen lassen sich über ein längliches Touchpad, welches oben angeordnet ist, steuern. Sobald man sich mit der Hand nähert, leuchten Symbole auf, die anzeigen, welche Funktionen im jeweiligen Modus verfügbar sind.

Insgesamt darf man sagen, hinterlässt die Soundbar einen sehr guten Eindruck punkto Verarbeitung.

Pro Chassis gibt es einen Verstärker-Kanal. Rechts vom grossen Kühlkörper sind die Spulen zur Filterung des Class-D-Amps zu sehen.Pro Chassis gibt es einen Verstärker-Kanal. Rechts vom grossen Kühlkörper sind die Spulen zur Filterung des Class-D-Amps zu sehen.

Variantenreich

Obwohl heute praktisch keine analogen Geräte mehr verwendet werden, bietet Denon noch einen 3.5-mm-Aux-Anschluss. Für digitale Geräte stehen zwei HDMI-Schnittstellen, ein Toslink-Eingang, eine Netzwerkbuchse sowie ein USB-Port für Musik-Sticks zur Verfügung. Bei den beiden HDMI-Schnittstellen ist je eine als Ausgang mit HDMI eARC und eine als Eingang ausgeführt. Via Netzwerk oder USB-Schnittstelle können auch Highresolution-Files abgespielt werden, inklusive 192kHz/24-Bit FLAC, und DSD 2.8/5.6 MHz. Wie viel Sinn es macht, solch hochauflösende Musik über eine Soundbar abzuspielen, wäre wohl ein eigener Beitrag wert.

Über HEOS stehen Internetradio, Zugriff auf freigegebene Musik im heimischen Netz und verschiedenste Streaming-Dienste aus dem Internet zur Verfügung. Apple User dürfen sich über die Airplay2-Kompatibilität freuen. Über eARC anliegende Dolby-Atmos- und DTS-X-Signale werden umgerechnet und auf die zwei vorhandenen Kanäle verteilt.

Alles Wichtige ist da, inkl. eARC-HDMI-Schnittstelle.Alles Wichtige ist da, inkl. eARC-HDMI-Schnittstelle.

Zur Steuerung wird die HEOS-App, die für iOS, Android und Kindle Fire verfügbar ist, verwendet. Sie ist übersichtlich aufgebaut und gibt keinen Anlass zur Kritik. Alternativ kann auch die mitgelieferte Infrarot-Fernbedienung benutzt werden oder, was noch komfortabler ist, die Fernbedienung vom Fernseher. Zu diesem Zweck können Tasten der Originalfernbedienung bei der Soundbar eingelernt werden, was bei uns im Falle eines Samsung-TVs gut funktioniert hat.

Noch einfacher geht es über das CEC-Protokoll via HDMI-Schnittstelle, was bei aktuellen Fernsehgeräten die beste Lösung darstellt. Dann übernehmen automatisch die Lautstärke-Tasten der TV-Remote das Kommando über die Sound Bar 550. Dies muss im TV bei den Toneinstellungen entsprechend angegeben werden. Danach schalten die eingebauten Lautsprecher auf stumm. Wahlweise kann auch Alexa bemüht werden, die neue Soundbar zu steuern. Ausprobiert habe ich das allerdings nicht, mir behagt das Sprechen mit Geräten nicht besonders.

Die Touchbar steuert die wichtigsten Funktionen. Fingerabdrücke lassen sich leider nicht vermeiden.Die Touchbar steuert die wichtigsten Funktionen. Fingerabdrücke lassen sich leider nicht vermeiden.

Sounds good!

Als erstes kamen einige Musiktracks an die Reihe. Die Denon-Soundbar klingt ausgewogen und angenehm mit einem ordentlichen Bassfundament. Natürlich nutzt auch Denon die Vorzüge eines DSP. Einer davon ist eine pegel- und frequenzabhängige Lautstärkeregelung. Das bedeutet einerseits, dass tiefe Töne dem Gehörverlauf entsprechend bei leisen Tönen angehoben werden und somit ein volles Spektrum auch bei niedrigen Pegeln vorhanden ist. Andererseits kann mittels dynamischer Filter der maximale Ausgangspegel erhöht werden, in dem mit steigendem Pegel die untere Grenzfrequenz laufend erhöht wird. Ansonsten kämen die vier 55 mm «grossen» Tiefmitteltöner zu schnell an ihre Grenzen. Clever gemacht.

Wichtig ist für eine Soundbar, dass sie eine erhebliche Verbesserung für die filmische Soundkulisse bietet. Klar kann man für knapp siebenhundert Schweizer Franken nicht einen Sound erwarten wie im Kino, doch die neue Denon-Soundbar hat einiges zu bieten. Sie bleibt bis zu Recht hohen Pegeln sauber und bietet eine realistische Abbildung. Einzig im Bassbereich ist das Limit etwas früher erreicht. Doch wie oben beschrieben, funktioniert die dynamische Regelung sehr gut, so dass auch im Grenzbereich die Tieftöner nicht überfordert werden.

Wer mehr Bassdruck möchte, greift zum DSW-1H. Die Tonalität war auch im TV-Betrieb sehr ausgeglichen, und Stimmen waren gut verständlich. Via HEOS-App oder der mitgelieferten IR-Fernbedienung kann zudem noch ein Dolby- oder DTS-Surround-Algorithmus zugeschaltet werden, was das Klangbild deutlich mehr zu den Seiten hin erweitert und so einem tiefer ins Geschehen miteinbezieht.

Die 550er-Soundbar ist aber auch mit Rear-Lautsprechern erweiterbar. Hier bieten sich die drei Home-Modelle, der 150, 250 und 350 an, welche drahtlos integriert werden können. Dann sind auch echte Effekte von hinten möglich. Bezüglich Dolby Atmos bzw. DTS-X-3D-Sound kann auch die Denon-Soundbar keine wahrnehmbare Dimension in die Höhe erzeugen, aber immerhin kann sie diese Signale verarbeiten.

Fazit

Denon hat es geschafft mit der Home Sound Bar 550 ein alltagstaugliches System zu bauen, welches praktisch alle heutigen Bedürfnisse abdeckt. Vom einfachen Streaming via Bluetooth, über HEOS und Airplay 2 hin zur 3D-Soundwiedergabe mittels eARC. Der Tatsache, dass das 3D-Sound-Erlebnis ohne Zusatzlautsprecher eingeschränkt ist, schafft Denon Abhilfe mit zusätzlich erhältlichen, drahtlosen Subwoofer und Lautsprechern aus der HEOS-Home-Serie. Das Gute daran ist: Der Kunde kann so step-by-step sein Heimkino-Erlebnis intensivieren. My Name ist Home, Denon Home. Film ab!

Alle Lautsprecher-Chassis sind in dieser Illustration sichtbar, auch die drei ovalen Passivradiatoren ohne Magnete.Alle Lautsprecher-Chassis sind in dieser Illustration sichtbar, auch die drei ovalen Passivradiatoren ohne Magnete.
Steckbrief
Modell:
Home Sound Bar 550
Profil:
Kompakte Soundbar mit ausgewogener Soundkulisse und diversen Erweiterungsmöglichkeiten. Dank HEOS und Airplay 2 vollends multiroom-tauglich. Solide verarbeitet.
Pro:
sehr vielseitig
ausgewogener Klang
diverse Anschlussmöglichkeiten
HEOS und Airplay 2 kompatibel
HDMI eARC
Bluetooth
auch ohne App steuerbar
preiswert
Contra:
Touch Display anfällig für Fingerprints.
3D-Sound eingeschränkt
Preis:
699.00 CHF
Hersteller:
Denon
Jahrgang:
2021
Vertrieb:
cebrands.ch
Masse:
650 x 75 x 120 (B x H x T) mm
Gewicht:
3.3 kg
Farbe:
Schwarz
Airplay:
Ja
Bluetooth:
Ja
Netzwerkanschluss:
Ja
Analog Input:
3.5 mm
Analog Output:
-
Audioauflösung (max.):
24 Bit / 192 kHz bzw. 2.8/5.6 MHz DSD
DLNA:
ja
Digital Input:
Toslink
Digital Output:
HDMI (eARC)
Frequenzgang:
n.A. ± 3dB
HDMI:
1x HDMI In
HDMI Audio Rückkanal:
1 x HDMI Out (eARC)
Musikdienste:
Spotify, Tidal, TuneIn, Deezer ...
Remote App:
iOS, Android, Kindle Fire
Verstärkerleistung 8 Ohm:
k. A. Watt
Onlinefassung: https://www.avguide.ch/testbericht/test-denon-sound-bar-550-solider-filmsound-von-denon
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