avguide.ch Druckansicht · 16.10.2026

Klangsensation aus Dänemark

Test Lautsprecher Dali Epikore 11

Lautsprecher der absoluten Spitzenklasse versprechen Klanggenuss ohne Grenzen. Das neue Topmodell Epikore 11 von Dali gehört eindeutig in Kategorie «Anschaffung fürs Leben» und eröffnet ein Musikerleben der Extraklasse.

Von Martin Freund · 11. März 2024
Epikore.Epikore.

Rund sechs Jahre ist es her, dass der dänische Traditionshersteller die Epicon-Serie vorstellte – damals (und auch noch heute) eine echte Klangsensation, die lange Zeit an der Spitze des Lautsprecher-Olymps ihren Platz einnahm. Man hat sich bei Dali mit der Lancierung einer Nachfolgegeneration Zeit gelassen. Wobei die nun lancierte Epikore offiziell gar nicht in die Fussstapfen der Epicon treten soll. Vielmehr nimmt sie ihren Platz unterhalb der im letzten Jahr präsentierten, elitären Dali Kore ein. So ist das Topmodell der neuen Serie, die Epikore 11, preislich auch deutlich über der Epicon 8 angesiedelt. Dafür implementiert sie wesentliche Innovationen aus der Kore und präsentiert die exklusive Technik in einem Formfaktor, der besser in durchschnittliche Inneneinrichtungen passt. Über die Weltpremiere des Flaggschiff-Lautsprechers von Dali hat avguide.ch anlässlich eines Besuchs in Dänemark bereits ausführlich berichtet.

Auch für die Epikore gilt, dass sie mit viel fachmännischem Know-how von Hand in Dänemark gebaut wird. Das makellos in Edelfurnier oder schwarzem Hochglanz gefertigte Gehäuse des Epikore 11 basiert weitgehend auf der Designphilosophie und den technischen Lösungen der Kore. Das Design mit seiner gewölbten Struktur sieht nicht nur zeitlos edel aus, sondern erhöht die Gesamtsteifigkeit und reduziert die Gehäuseresonanzen erheblich. Ausserdem werden stehende Wellen und Längsresonanzen praktisch eliminiert, da es keine parallelen Flächen im Gehäuse gibt. Das gewölbte Gehäuse selbst ist aus mehrlagigem Birkenlaminat geformt, und die exklusive Hochglanzlackierung ist eine Augenweide, egal ob man Echtholzfurnier oder Schwarz bevorzugt.

Runde Sache: Das Gehäuse der Epikore vermeidet parallele Flächen. Das vermindert die Gefahr stehender Wellen.Runde Sache: Das Gehäuse der Epikore vermeidet parallele Flächen. Das vermindert die Gefahr stehender Wellen.

Exklusive Schallwandler aus eigener Fertigung

Der technische Aufbau der Dali Epikore ist bestens dokumentiert, sodass wir nachfolgend gerne den Hersteller zitieren: Hochtöner und Mitteltöner sind in einer eigenen, stabilen Schallwand aus Aluminiumdruckguss montiert. Der Mitteltöner verfügt (wie jedes Paar Tieftöner) über ein eigenes Gehäuseabteil und kann so völlig ungestört agieren. Alle kritischen Bereiche sind auf effektive Weise nach besonderen Standards innengedämpft. Die speziellen Bi-Wire-Kabelklemmen auf der Rückseite sind eine kompakte Version der Kore-Klemmen, die von Dali selbst entwickelt wurden. Sie bieten absolut stabile Verbindung für alle gängigen Kabeltypen.

Die Epikore 11 ist mit vier 8-Zoll-Tieftönern ausgestattet, die paarweise oben und unten angeordnet sind und jeweils über ein eigenes 64 Liter fassendes Bassreflexgehäuse verfügen. Sie arbeiten mit Dalis «Floor Reflection Control-Technologie» (FRC), die ursprünglich für Dali Kore entwickelt wurde. Mit FRC erhält das obere Paar der Tieftöner eine etwas niedrigere Grenzfrequenz als das untere Paar. Dieser Kunstgriff verbessert die vertikale Dispersion der tiefen Frequenzen und hebt das Abstrahlungsfeld des Basses nach oben und weg vom Boden an – genau dort, wo die erste Reflexion vom Boden stattfinden würde.

FRC beseitigt die Bassauslöschung im kritischen Frequenzband um 250 bis 300 Hz, mit der viele Standlautsprecher zu kämpfen haben. Das Ergebnis ist eine natürlichere Reproduktion von Klangfarbe und Tonalität im unteren Mitteltonbereich in jedem Raum mit einem Boden.

Links sieht man den Innenaufbau der Epikore mit separierten Gehäusevolumen für die Tieftöner und den Mitteltöner. Rechts wird deutlich, mit welchen Zutaten dieser komplexe Lautsprecher komponiert ist.Links sieht man den Innenaufbau der Epikore mit separierten Gehäusevolumen für die Tieftöner und den Mitteltöner. Rechts wird deutlich, mit welchen Zutaten dieser komplexe Lautsprecher komponiert ist.

Sowohl der Tief- als auch der Mitteltöner verfügen über Magnete mit Gen-2-SMC-Polstücken für minimale Verzerrungen. «Soft Magnetic Compound» eliminiert eine Vielzahl von Verzerrungen, mit denen herkömmliche Magnetsysteme zu kämpfen haben. In der Epikore ist bereits die zweite Generation SMC implementiert, die zweieinhalbmal wirksamer sein soll als die erste Generation. Das Ergebnis ist noch einmal eine deutliche Reduzierung der ohnehin schon extrem niedrigen Verzerrungen. Ein weiteres neues Merkmal ist der Schwingspulenträger aus Titanfolie, der sowohl mechanisch stabiler als auch elektrisch (gegenüber Wirbelstromverzerrungen) unempfindlicher ist als die üblichen Aluminiumlösungen. Die mechanische Güte des Schallwandlers wird dadurch deutlich verbessert. Die Folge sind ein exzellentes Ansprechverhalten und eine verbesserte Feindynamik.

Spezielle Aluminium-/Kupferringe um das Polstück im Magnetmotor tragen dazu bei, die Leistung des gesamten Magnetsystems zu optimieren. So lassen sich Induktivität und Widerstand der Schwingspule linearisieren – unabhängig davon, wo sich die Schwingspule im Magnetspalt gerade bewegt. Dadurch bleibt die Gesamtimpedanz des Lautsprechers während der Musikwiedergabe weitgehend unverändert.

Die Tieftöner und der Mitteltöner sind grundsätzlich ähnlich konzipiert und verfügen über die gleichen exklusiven Magnetantriebe. Die Membran des Mitteltöners ist speziell perforiert, um Partialschwingungen zu minimieren.Die Tieftöner und der Mitteltöner sind grundsätzlich ähnlich konzipiert und verfügen über die gleichen exklusiven Magnetantriebe. Die Membran des Mitteltöners ist speziell perforiert, um Partialschwingungen zu minimieren.

Neu kommt die SMC-Technologie auch in den Frequenzweichen zum Einsatz. Sie verleihen den Lautsprechern eine linearisierte Impedanzkurve ohne starke Einbrüche und Phasendrehungen. Das bedeutet zum einen, dass die Frequenzweiche optimaler arbeitet und zum anderen, dass man bei der Wahl des Verstärkers freie Wahl hat. Auch dank der hohen Empfindlichkeit von 89 dB kann man die Epikore problemlos sogar mit einem 20-Watt-Röhrenverstärker betreiben.

Die Membranen machen es aus

Die Membranen der Tieftöner bestehen aus einer völlig neuen und äusserst stabilen Sandwich-Kombination aus Papier und Holzfasern. Das neue, reliefartige Muster des 6,5-Zoll-Mitteltöners sorgt sowohl für ein kontrolliertes Ausschwingen als auch für ein besseres Einschwingverhalten und soll dynamische Kompression über den gesamten Frequenzbereich vermeiden. Gleichzeitig werden Verzerrungen an der Membran reduziert. Und das alles ohne ein einziges Gramm zusätzliches Gewicht.

«Low-Loss» (also Verlustarmut) heisst seit Jahren Dalis Leitziel bei der Entwicklung der eigenen Schallwandler. Die neuen Membranen betrachtet der Hersteller als weiteren, bedeutenden Schritt in diese Richtung: Die leistungsstarken Tieftöner können selbst heftigste Schwankungen in der Musik mühelos bis an das Limit des Verstärkers wiedergeben, reagieren aber auch auf schwächste Signale, ohne deren Charakter zu verändern. Und auch der Mitteltöner verfügt über ein exzellentes Ansprechverhalten. Er kommt im Bereich von 370 bis 3100 Hz zum Einsatz.

Extrem aufwändig: Die Explosionszeichnung der beiden Hochtöner zeigt den immensen Detailaufwand bei der ikonischen Doppelhochtöner-Konstruktion von Dali.Extrem aufwändig: Die Explosionszeichnung der beiden Hochtöner zeigt den immensen Detailaufwand bei der ikonischen Doppelhochtöner-Konstruktion von Dali.

Darüber arbeitet das ikonische Dali-Doppelhochtönermodul. Es ist identisch mit demjenigen aus der Dali Kore. Die Weichkalotte hat einen Durchmesser von 35 mm und arbeitet bis zu 12'500 Hz. Das neu entwickelte Neodym-Magnetsystem ist so leistungsfähig, dass es problemlos auch eine Basseinheit antreiben könnte. Der Antrieb ist so präzise konstruiert und gut gekühlt, dass auf das übliche Magnetöl im Schwingspulenspalt (Ferrofluid) verzichtet werden konnte. Mit dem Ergebnis eines noch feineren Ansprechverhaltens.

Mit seinem neuen, leistungsstarken Neodym-Magnetsystem ist der Bändchenhochtöner um fast 8 dB effizienter geworden – dies führt im Betrieb zu deutlich weniger Verzerrungen. Die neue Hochtoneinheit soll mühelos selbst extremsten Schalldruckpegeln folgen können, aber ebenso in der Lage sein, die feinen Details von HiRes-Aufnahmen in perfekter Harmonie zum Mitteltonbereich und mit der gleich breiten Schallabstrahlung über den gesamten Frequenzbereich wiederzugeben.

Die Querschnittansicht des neuen Kalottenhochtöners zeigt ein grosses, bestens bedämpftes sowie aerodynamisch geformtes Ausgleichsvolumen und den äusserst starken Magnetantrieb.Die Querschnittansicht des neuen Kalottenhochtöners zeigt ein grosses, bestens bedämpftes sowie aerodynamisch geformtes Ausgleichsvolumen und den äusserst starken Magnetantrieb.

Grundsätzlich ist es gar nicht so einfach, zwei unterschiedliche Schallwandlerprinzipien – Kalotte und Bändchen – so zu kombinieren, dass sie reibungslos und harmonisch zusammenarbeiten. Diese Technologie hat Dali jedoch über viele Jahre optimiert, inklusive passender Frequenzweiche. Sie macht einen wesentlichen Teil der Dali-DNA aus; und tatsächlich hört sich die Epikore 11 im Hochtonbereich fantastisch ausgewogen und feinzeichnend an.

Die neue, ursprünglich für die Kore entwickelte Weichkalotte deckt ja fast den gesamten tonalen Hochtonbereich ab, während der Folienstrahler «lediglich» die Obertöne bis hin zum Ultraschallbereich wiedergibt. Ebenso Positives lässt sich über die Eigenschaften des vergleichsweise zierlichen Mitteltöners berichten: Auflösungsvermögen und Ansprechverhalten sind exzellent – tatsächlich so gut, wie man es sonst fast nur von Flächenstrahlern her kennt.

Mittel- und Hochtöner sind bei der Epikore im Zentrum der Schallwand angeordnet. Dennoch löst sich das Klangbild mühelos von den Boxen und entfaltet sich frei im Hörraum.Mittel- und Hochtöner sind bei der Epikore im Zentrum der Schallwand angeordnet. Dennoch löst sich das Klangbild mühelos von den Boxen und entfaltet sich frei im Hörraum.

Schaut man sich die Epikore 11 ohne Frontbespannung an, stellt man fest, dass das akustische Zentrum – bestehend aus Mittel- und Doppelhochtöner – mittig und somit relativ niedrig angeordnet ist. Dennoch hat sie überhaupt keine Mühe bei der Klangentfaltung. Die räumliche Abbildung lässt auch in der Höhe überhaupt nichts zu wünschen übrig. Das Klangbild löst sich sowohl horizontal wie vertikal mühelos von den grossen Boxen. Ein sogenannter «Sweetspot» ist nicht wahrzunehmen, wobei Standlautsprecher dieser Grösse grundsätzlich einen bestimmten minimalen Hörabstand erfordern, um richtig homogen zu klingen. Dieser ist bei der Epikore 11 jedoch erstaunlich gering.

Ähnliches gilt für den minimalen Wandabstand, den Dali mit nur 35 cm spezifiziert. Insgesamt gilt, dass sie bezogen auf die Grösse überraschend unproblematisch zu platzieren ist. Hinzu kommt, dass ihr ausgesprochen edles, jedoch eher diskretes Design zu einer «unauffälligen» Integration in allen denkbaren Wohnumgebungen beiträgt. Mag sein, dass der eine oder andere das Design als eher «konservativ» titulieren wird. Die fast schon aristokratische Aura, welche die Epikore 11 verströmt, fördert jedoch die Wohnraumakzeptanz und steigert zweifellos ihre visuelle «Langlebigkeit». Die sanft gerundete Formensprache und das perfekte Finish wirken nämlich in 20 Jahren wohl noch genauso zeitlos schön wie heute.

Zu Besuch im «HiFi-Mekka» in Brugg: Die Epikore 11 durfte im Hörraum von Müller + Spring zeigen, was sie klanglich alles draufhat. Hier eingerahmt von einem Paar Focal Sopra.Zu Besuch im «HiFi-Mekka» in Brugg: Die Epikore 11 durfte im Hörraum von Müller + Spring zeigen, was sie klanglich alles draufhat. Hier eingerahmt von einem Paar Focal Sopra.

Hörsession bei Müller + Spring in Brugg

Im Hörraum bei Müller + Spring in Brugg findet sich das «Who's who» der führenden High-End-Marken. Soviel Auswahl findet man sonst schweizweit nicht.Im Hörraum bei Müller + Spring in Brugg findet sich das «Who's who» der führenden High-End-Marken. Soviel Auswahl findet man sonst schweizweit nicht.

Die Epikore 11 wiegt 75 kg pro Stück, ist also nicht unbedingt ein Lautsprecher, den man für einen Hörtest so einfach zu sich nach Hause bekommt. avguide.ch nahm deshalb gerne die Einladung zu einer Hörsitzung nach Brugg zu Müller + Spring an und bedankt sich dafür ganz herzlich bei Stefano Müller, der die neuen Edellautsprecher aus Dänemark im geschäftseigenen Hörraum vor unserem Besuch bereits ausgiebig hatte einlaufen lassen.

Bei Müller + Spring findet sich das «Who's who» der führenden High-End- und HiFi-Marken. Und tatsächlich hatte Stefano Müller nur das Beste vom Besten als Spielpartner für die Epikore 11 ausgesucht. Angefangen mit dem Vorverstärker A-2900 und den Class-A-Monoblöcken A-300 von Accuphase über einen Aurender A20 als Musikquelle bis hin zu exklusiver Verkabelung von Inakustik (Air) und XLR-Strippen von Audioquest.

Spielpartner vom Feinsten: Stefano Müller von Müller + Spring kombinierte die Dali Epikore 11 mit edelster Elektronik von Accuphase und Aurender. Mehr Feinzeichnung und räumliche Transparenz geht nicht.Spielpartner vom Feinsten: Stefano Müller von Müller + Spring kombinierte die Dali Epikore 11 mit edelster Elektronik von Accuphase und Aurender. Mehr Feinzeichnung und räumliche Transparenz geht nicht.

Dergestalt bestens versorgt, durften die Epikore 11 zeigen, was sie maximal draufhaben. Und sie enttäuschten nicht! Zunächst hörten wir akustischen Jazz und waren begeistert von dem enormen Druck, den die Lautsprecher schon bei kleiner Lautstärke an den Tag legen. Die Qualität im Tieftonbereich ist absolut beeindruckend. So mühelos bis in tiefste Lagen und perfekt konturiert wird Jazz-Kontrabass nur von wenigen Ausnahmeschallwandlern wiedergegeben. Ebenso grandios, wie der Flügel (ab der Aufnahme «Contra la indecisión» vom Bobo Stenson Trio) durch die Epikore inszeniert wird. Die Grenzen zum Aufnahmeraum werden scheinbar mühelos überschritten.

DSD-Referenzaufnahme vom skandinavischen Label 2L: «Magnificat», mit den Trondheim Solisten. Superbe Kirchenakustik, welche die Epikore 11 authentisch in den Hörraum transferiert.DSD-Referenzaufnahme vom skandinavischen Label 2L: «Magnificat», mit den Trondheim Solisten. Superbe Kirchenakustik, welche die Epikore 11 authentisch in den Hörraum transferiert.

Als Nächstes stand sakrale Vokalmusik auf dem Programm («Magnificat», DSD-Aufnahme vom Label 2L). Die Stimmen erklingen über die Epikore eindringlich (jedoch nie aufdringlich) und gehen emotional unter die Haut. Die ausgeprägte Räumlichkeit der Kirchenakustik erscheint authentisch im Hörraum. Die Transparenz und Livehaftigkeit des Musikgeschehens sind auch hier verblüffend. Bei dieser Musik wird deutlich, dass die Epikore 11 ein enormes Mass an Feinzeichnung an den Tag legt – dies jedoch ohne jegliche Akzentuierung in irgendeinem Frequenzbereich. So sind die Höhen bestens in das tonale Gesamtbild integriert und stechen in keiner Weise heraus. Trotz 4-Wege-Arbeitsprinzip klingt die dänische Edelbox ausgesprochen homogen, buchstäblich wie aus einem Guss.

Audiophiles Pop-Highlight: Trevor Horns Album «Echoes – ancient & modern» eröffnet opulente Klangwelten im heimischen Hörraum.Audiophiles Pop-Highlight: Trevor Horns Album «Echoes – ancient & modern» eröffnet opulente Klangwelten im heimischen Hörraum.

Opulente Klangwelten eröffnet der Musiktitel «Relax» vom Album «Echoes – ancient & modern» von Trevor Horn. Dieses ist ein audiophiler Geheimtipp (in 24 Bit/192 kHz), der über die Epikore inszeniert fast schon bombastische Dimensionen im Hörraum entfaltet. Die Stimme von Toyah Willcox und das typische Gitarrenspiel von Robert Fripp werden von einem satten Klangteppich untermalt. Die Epikore 11 inszeniert das Ganze farbenreich, dynamisch und geschmackvoll und macht einmal mehr deutlich, dass High-End-Audio der Topklasse auch Popmusik in einer ganz anderen Dimension zugänglich macht.

Interessant dabei: Die Epikore gibt dieses Stück in jeder gewünschten Lautstärke wieder, ohne dass sich an der Qualität der Darbietung etwas ändern würde. Man kann sehr leise hören, ohne dass der Hörspass verloren geht. Andererseits auch sehr laut, ohne dass Kompressionseffekte oder tonale Härten hörbar würden. Bei dieser Musikart zeigt sich auch, was das aufwändig gefertigte und innenversteifte Gehäuse der Epikore 11 leistet: Legt man (selbst bei abartigem Pegel) die Hand auf eine der Gehäuseflächen, nimmt man nur eines wahr: Ruhe im Sturm.

Intime musikalische Momente, anrührend inszeniert: Die Epikore 11 beweist viel Sinn für feine Zwischentöne.Intime musikalische Momente, anrührend inszeniert: Die Epikore 11 beweist viel Sinn für feine Zwischentöne.

Die dänischen Toplautsprecher haben ein besonderes Faible für die intimen Momente des Musikerlebens. So etwa beim Titel «Liberty» von Anette Asvik: Das gleichnamige Album ist zwar schon etwas älter, erklingt über die Epikore 11 aber in fantastischer Unmittelbarkeit und räumlicher Nähe zu den Gesangsstimmen und zur sparsamen Instrumentierung. Hier zeigt sich exemplarisch, dass der neue Mitteltöner höchste Qualität aufweist und die Epikore zum «Stimmenwunder» werden lässt. Gute Studioaufnahmen werden nahtlos in den Hörraum transferiert. Chapeau!

Fazit

Die Epikore 11 gehört ganz klar in die Kategorie «Anschaffung fürs Leben». Unser – leider allzu kurzer Hörtest konnte natürlich nur ansatzweise ausloten, was dieser Ausnahmelautsprecher alles draufhat. Aber eins ist sicher: Er gehört zu den allerbesten Schallwandlern, die zurzeit auf dem Markt sind. So gesehen – und auch angesichts der aufwändigen Konstruktion sowie rundum perfekten Verarbeitung – geht auch der hohe Preis in Ordnung. Dass die Epikore 11 für die allermeisten Musikliebhaber unerschwinglich bleiben wird, mag traurig stimmen.

Wer die Gelegenheit hat, sie einmal probezuhören, sollte dies unbedingt wahrnehmen. Wenn man sie dann noch in Kombination mit edelster Elektronik erleben darf wie bei Müller + Spring in Brugg, so kann man wenigstens für kurze Zeit ins audiophile Paradies eintauchen. Die gute Nachricht ist, dass in der Epikore-Reihe auch noch kleinere Modelle zu erwarten sind. Ausserdem kann man mit Fug und Recht davon ausgehen, dass das von Dali bei der Entwicklung der Kore und Epikore gewonnene Know-how via Technologietransfer mittelfristig auch in preisgünstigere Preisklassen gelangen wird.

Die Dali Epikore 11 ist wahlweise in Edelholzfurnier (Kastanie oder Nussbaum) oder Hochglanz Schwarz erhältlich.Die Dali Epikore 11 ist wahlweise in Edelholzfurnier (Kastanie oder Nussbaum) oder Hochglanz Schwarz erhältlich.
Steckbrief
Modell:
Epikore 11
Profil:
Die neue Epikore11 schliesst die Lücke zwischen der exklusiven Dali Kore und dem bisherigem Topmodell Epicon 8. Viele der technischen Innovationen aus der Kore wurden eingesetzt, um den Klang der auf ein völlig neues Niveau zu heben. Neu entwickelte und bei Dali in Haus gefertigte Treiber und ein fantastisch gefertigtes Gehäuse in edlem Furnier sorgen für ein Klangerlebnis der Extraklasse.
Pro:
Mühelose Klangentfaltung bei geringer und bei hoher Lautstärke.
Exzellente Feindynamik.
Authentische räumliche Abbildung.
Impulsschneller, tiefreichender Bass.
Enorme Auflösung und exzellente Detailtreue ohne übertriebene Höhen.
Perfekte tonale Abstimmung.
Contra:
Hoher Preis.
Preis:
40,000.00 CHF
Hersteller:
Dali
Jahrgang:
2024
Vertrieb:
Horn Distribution CH AG
Masse:
1602 x 422 x 554 mm
Gewicht:
75,6 kg
Farbe:
Hochglanz Schwarz, Nussbaum, Marroni
Onlinefassung: https://www.avguide.ch/testbericht/test-lautsprecher-dali-epikore-11-klangsensation-aus-daenemark
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