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2. August 2002
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Die US-amerikanische Musikindustrie sieht kein Ende ihrer Krise in Sicht: Die Umsätze aus dem Musikgeschäft ingesamt liegen im ersten Halbjahr 2002 laut Nielsen SoundScan rund 13 Prozent unter jenen des Vergleichszeitraums des Vorjahres, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ).

Über Zuwächse können sich hingegen die Konzertveranstalter freuen. So verzeichneten die 50 erfolgreichsten Tourneen in diesem Jahr mit rund 538,2 Mio. Dollar um 17 Prozent höhere Bruttoumsätze als im vergangenen Jahr. Die Zahl der verkauften Eintrittskarten ist dabei gleichzeitig um rund drei Prozent gesunken – ein Trend, den Gary Bongiovanni, Herausgeber des Konzertbeobachters Pollstar als "beunruhigend" einschätzt.

Laut Pollstar sind die durchschnittlichen Kartenpreise im ersten Halbjahr um 11,3 Prozent oder 4,12 Dollar auf 50,81 Dollar angestiegen. Das meiste Geld für seine Konzerte verlangte der Tenor Andrea Bocelli mit durchschnittlich 152,6 Dollar pro Karte, gefolgt von Paul McCartney mit 129,59 Dollar. Der Ex-Beatle erzielte mit 52,8 Mio. Dollar für 27 Konzerte auch die höchsten Bruttoumsätze einer Konzerttournee. Neben McCartney finden sich mit Billy Joel, Elton John, Barry Manilow, Jimmy Buffett und Crosby, Stills, Nash & Young auffällig viele weitere "Oldies" unter den erfolgreichsten Live-Musikern. Neue Wege will Bruce Springsteen beschreiten: Der Rock-Star verlangt für seine bevorstehenden acht Konzerte einheitliche Kartenpreise zwischen 72,5 und 75 Dollar, unabhängig von der jeweiligen Kategorie. "Für 2002 ist dies ein radikales Konzept", wird Buongiavanni zitiert. Als Megaseller für das zweite Halbjahr werden die Tourneen der Rolling Stones und Aerosmith eingeschätzt.
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