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25. Juli 2002
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Die US-Amerikaner lieben das Kino vor allem in unsicheren Zeiten und Krisensituationen wie sie nach dem 11. September in den USA wahrgenommen werden. Das Kino bietet für sie dann einen Ort, um der Realität zu entfliehen und zu träumen, berichtet die Los Angeles Times. Während alle anderen Unterhaltungsmedien wie TV, Magazine, Bücher und sogar CD und Video unter Umsatzrückgängen leiden, boomt das Geschäft an den Kinokassen (Box-Office) zurzeit.

Die Einnahmen an den US-Kinokassen liegen derzeit 20 Prozent über den Einnahmen im Vergleichszeitraum des Vorjahres; und 2001 war ein Rekordjahr. Auch wenn man die Preiserhöhung für Kinokarten mit einrechnet, ist die Anzahl der verkauften Karten um 16 Prozent gestiegen. Den unerhofften Boom erklärt sich John Fithian, Präsident der National Association of Theater Owners, so: "Die Wahrheit ist, dass Hollywood immer profitiert, wenn die Menschen sich herausgefordert und unzufrieden fühlen." Obwohl natürlich auch Box-Office-Erfolge wie Spider-Man, Star Wars und Ice Age einen grossen Teil der Umsatzsteigerungen ausmachen, will Fithian die offizielle Erklärung – es gäbe einfach derzeit gute Filme – nicht gelten lassen.

Auch George F. Custen, Professor für Filmwissenschaft an der City University of New York, sieht das ähnlich: "In Stress- und Übergangszeiten gehen wir ins Kino nicht um zu fliehen, aber zur Aufmunterung." Zur Untermauerung seiner These nennt er Kinozahlen aus den Kriegsjahren 1940 und 1943. 1940 gab es 3,1 Mrd. Besuche in den US-Kinos. 1943 war die Zahl um 40 Prozent auf 4,3 Mrd. Kinobesuche angestiegen. Das obwohl die Kartenpreise von 24 auf 29 US-Cents gestiegen waren. Die Einnahmen verdoppelten sich aber beinahe von 735 Mio. Dollar auf 1,3 Mrd. Dollar. Die USA traten 1941 nach dem Angriff auf Pearl Harbor in den Zweiten Weltkrieg ein.
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