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20. April 2003
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Die sächsischen Privatradios ziehen sich per 1. September aus dem digitalen Rundfunk DAB zurück.

Wie Klaus Vorbrodt, Geschäftsführer der PSR-Mediengruppe, und Norbert Seuß, Geschäftsführer und Programmdirektor von Hit-Radio Antenne Sachsen, in Leipzig und Dresden mitteilten, werden die vier Programme "Digitalradio Klassik" und "oldie.fm" beziehungsweise "Hit-Radio Antenne Sachsen" und "Project 89.0 digital" ab September nicht mehr digital empfangbar sein.

Der Entscheidung der sächsischen Privatradios gingen bereits DAB-Ausstiege in anderen Bundesländern wie Berlin, Brandenburg undThüringen voraus.

"Auslöser sind die aussicht- und perspektivenlose Gesamtmarktsituation von DAB und die Entscheidung der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), die DAB-Förderung Ende August auslaufen zu lassen", erklärte ein Sprecher der PSR-Mediengruppe.

Der Präsident des Medienrates der SLM, Prof. Kurt-Ulrich Mayer, bezeichnete diesen Grund als unzutreffend. Denn der Medienrat habe in seiner Sitzung am 20. Januar vielmehr "verstärkte Bemühungen um die Digitalisierung" gefordert.

Mayer erinnerte daran, dass den Veranstaltern der auf zunächst drei Jahre begrenzte Förderzeitraum selbstverständlich bereits mit Ausreichung der Förderbescheide im August 2000 bekannt gewesen sei. Zwischenzeitlich habe die SLM wiederholt signalisiert, sich auch über diesen ersten Förderzeitraum hinaus an der Verbreitung von Digitalradio beteiligen zu wollen und die Veranstalter gebeten, sich nicht aus dem Projekt Digitalradio zurück zu ziehen.

Zurzeit sind in deutschen Haushalten rund 240 Millionen analoge UKW- Geräte in Betrieb, aber nur 50.000 DAB-Empfangsgeräte.

Seit 1987 flossen laut PSR-Mediengruppe circa 380 Millionen Euro in das Projekt Digitalradio. Das entspricht einer Förderung von 7.600 Euro pro Empfangsgerät.

Die Anschaffungskosten von DAB-Geräten liegen mit rund 300 Euro deutlich über denen eines analogen UKW-Empfängers.
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