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16. Januar 2002
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Das traditionsreiche Hollywood-Studio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) ist auf der Suche nach einem Käufer für sich selbst. Mit dem lukrativen Geschäft wurde die Investment Bank Goldman Sachs beauftragt, berichtet die LA Times unter Berufung auf Geschäftskreise. Kirk Kerkorian, Milliardär und Besitzer von MGM, will für das bekannte Label nicht weniger als die stattliche Summe von sieben Mrd. Dollar (7,85 Mrd. Euro). Der Preis dürfte damit das größte Problem beim Verkauf von MGM werden. Eine Bestätigung des Vorhabens gegenüber der LA Times gibt es weder von MGM, noch von potenziellen Käufern des Studios.

Die meisten der großen Film- und Entertainment-Unternehmen sind an MGM interessiert. Das mit zahlreichen Schätzen der Filmgeschichte ausgestattete, riesige Archiv von MGM hat es der Konkurrenz angetan. 4100 Filmtitel sind darin enthalten, darunter so populäre Filme wie James Bond, Pink Panther sowie andere Klassiker. Allerdings werde der Preis, den Kerkorian dafür haben will, schlicht als unverschämt betrachtet, so die LA Times. An der Wall Street wird das Unternehmen zurzeit mit einem Wert von etwa fünf Mrd. Dollar geführt. Kerkorian will laut LA Times mindestens 30 Dollar pro Aktie, die am Montag an der NY Stock Exchange mit 19,88 Dollar und einem Minus von 50 Cent geschlossen hat. Zudem bietet MGM seine Schätze zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt an. Disney hat gerade den Kauf von Fox Family abgeschlossen, AOL Time Warner muss Geld in AOL Europe und andere Erwerbungen pumpen.

Im Konkurrenzkampf der Mediengiganten AOL Time Warner, Viacom, Vivendi, Disney, Sony etc. mangelt es MGM an Grösse. Die Grossen der Branche kontrollieren Film- und Fernsehproduktion sowie den Vertrieb. Dem etwa 5,3 Mrd. Dollar schweren Kirk Kerkorian, der MGM vor sechs Jahren zum dritten Mal gekauft hat, dürfte eine Fusion im Sinne einer steuerfreien Transaktion vorschweben, wobei er sich am Ende einen entsprechenden Anteil des MGM-Käufers sichern will. Er besitzt mehr als 80 Prozent des Hollywood-Studios. Seit 1996 hat Kerkorian u.a. mit dem Erwerb von Orion Pictures und dem Archiv von PolyGram Pictures über vier Mrd. Dollar in das Unternehmen gesteckt. MGM-Chairman Alex Yememidjian hat in der Vergangenheit versucht, das attraktive Filmarchiv zur Expansion ins Kabel-TV-Geschäft zu benutzen. Vor einem Jahr zahlte MGM 825 Mio. Dollar für eine 20-Prozent-Beteiligung am Kabelnetzbetreiber Cablevision Systems. Außerdem wurden im vergangenen Jahr bereits Verhandlungen mit potenziellen Partnern, beispielsweise Sony und DreamWorks, geführt.
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