23. Juni 2018 | seit 1999
NEWS
ARTIKEL
Autor
Publikationsdatum
15. Januar 2002
Themen
Drucken
Teilen mit Twitter
Die Verkaufserlöse von Computer- und Konsolenspielen haben im vergangenen Jahr in Großbritannien den Absatz von Leihvideos oder Kinokarten überflügelt. Der Verkauf von Computerspielen erreichte 2001 laut European Leisure Software Publishers Association (Elspa) ein Rekordvolumen von mehr als 2,6 Mrd. Euro, um 36 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das teilte die europäische Vereinigung für Freizeitsoftware auf ihrer Website mit. Großbritannien ist damit nach den USA und Japan der weltweit drittgrößte Markt für Computerspiele.

"Die Freizeit-Software-Hersteller haben diesmal, getragen vom Start neuer Konsolen und fantastischer Spiele, ihr bisher erfolgreichstes Weihnachtsgeschäft erlebt“, sagte Roger Bennett, Generaldirektor der Elspa. Die Nachfrage nach Spielkonsolen und entsprechenden Games steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent (insgesamt 51,2 Mio. Stück Hardware oder Software). Als Hauptgrund für diese dynamische Entwicklung sieht die Vereinigung den Launch der Playstation 2, deren Verkauf zu Weihnachten boomte. Mehr als 1,7 Mio. PS2-Konsolen wurden seit dem Start im November 2000 in britischen Haushalten installiert. Gleichzeitig wurden im selben Zeitraum auch noch 700.000 Stück der alten Playstation verkauft. Auch die Freizeit-Software für den PC steigerte ihre Verkaufszahlen um zehn Prozent. Für 2002 wird wegen der Popularität der Branche und dem Start der Xbox von Microsoft und Nintendos GameCube eine Fortsetzung des Booms erwartet.

Die erfolgreichsten Spiele bei den britischen Game-Freaks waren das Wrestling-Spiel "WWF Smackdown" (THQ), gefolgt von der Computerausgabe von "Wer wird Millionär" (Eidos) und "The Sims" (EA Games). Die vierte Ausgabe des Klassikers "Tomb Raider" (Eidos) belegte Platz fünf.

Vor dem Hintergrund des Booms flammt auch die alte Diskussion über Gewalt in Computer- und Konsolenspielen wieder auf, berichtet die BBC. Interessensverbände wenden sich vor allem gegen so genannte "Shoot-em-up"-Games, wo es darum geht, möglichst viele Gegner zu beseitigen und selbst zu überleben. Die Brutalität dieser Spiele sei für Kinder nicht geeignet. Der Zorn der Interessensgruppen richtet sich vor allem gegen Games, die das Geschehen aus der Ich-Perspektive zeigen. Die Unterscheidung zwischen Realität und Spiel könne jugendliche Spieler überfordern.
Wettbewerb