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9. April 2002
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Die grösste Unternehmenspleite der deutschen Nachkriegszeit ist nun offiziell: KirchMedia, die Kerngesellschaft der mit mindestens 6,5 Mrd. Euro verschuldeten KirchGruppe, hat beim Amtsgericht München den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Dies bestätigte der Pressesprecher des Amtsgerichts, Michael Haussner. Die wochenlangen Verhandlungen der Gläubigerbanken mit den Minderheitsgesellschaftern um die Medienmogule Rupert Murdoch und Silvio Berlusconi über ein gemeinsames Rettungsszenario sind damit gescheitert.

KirchMedia bündelt das lukrative Kerngeschäft des Kirch-Konzerns: Rechtehandel, Sport, Free-TV, Produktion und Filmtechnologie. Dazu gehören unter anderem auch die Sendergruppe ProSiebenSat.1, ein legendäres Filmarchiv sowie die Übertragungsrechte für die Fußballweltmeisterschaften 2002 und 2006. Die Gläubigerbanken (HypoVereinsbank, Bayrische Landesbank, DZ Bank, Commerzbank) wollen laut Medienberichten in Kürze eine Auffanglösung mit neuen Investoren präsentieren.

Die Investorengruppe um Murdoch und Berlusconi, die 21 Prozent an KirchMedia hält, hatte sich bis zuletzt geweigert, sich – wie von den Banken gefordert – an einem Überbrückungskredit in der Höhe von mindestens 150 Mio. Euro zu beteiligen. Zu den Minderheitsgesellschaftern gehören auch der saudische Prinz Al-Walid, die Bank Lehman Brothers sowie die US-Investmentgruppe Capital Research. Neben KirchMedia hält Kirch auch die Mehrheit an der Formel 1-Holding SLEC sowie 40 Prozent am Axel Springer Verlag. Insgesamt sind im Kirch-Konzern rund 10.000 Mitarbeiter beschäftigt.
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