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8. Februar 2002
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Der größte Kreditgeber der schwer verschuldeten KirchGruppe, die Bayerische Landesbank, ist nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) für eine gemeinsame, abgestimmte Aktion der kreditgebenden Banken. "Es wäre sinnvoll, wenn die Banken gemeinsam an einem Strick ziehen", wird der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Landesbank, Werner Schmidt zitiert. Gespräche unter der Beteiligung der Landesbank habe es bislang noch keine gegeben. Die Banken hatten zuletzt ihren Druck auf Kirch massiv erhöht: Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf Breuer, erklärte, die Finanzbranche sei seines Wissens nicht bereit, Kirch weitere Mittel zur Verfügung zu stellen.

Schmidt hält hinsichtlich Kirch drei Szenarien für möglich: Entweder steige ein Investor ein oder jede Bank verwerte ihre Sicherheiten selbst oder die "Banken marschieren gemeinsam und suchen mit Kirch nach einer Lösung". Das Schicksal des Kirch-Konzerns werde sich in den nächsten Wochen entscheiden. Für das Kernproblem in der aktuellen Situation hält er den Konflikt zwischen Kirch und dem Axel-Springer-Verlag, der seine Verkaufsoption über seinen 11,5-prozentigen Anteil an Kirchs ProSiebenSat.1-Gruppe ausüben will. Laut FTD machte Schmidt deutlich, dass er auf Seite Kirchs und nicht bei Springer mit der Deutschen Bank steht. Kirch soll dem Springer-Verlag für seinen Anteil rund 767 Mio. Euro zahlen. Die Bayerische Landesbank beziffert ihr Kreditengagement bei Kirch mit rund 1,9 Mrd. Euro.
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