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17. August 2002
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Die Musikindustrie setzt immer mehr auf Computerspiele als Instrument der Promotion. Umgekehrt entdecken Spiele-Software-Hersteller die Macht der Musik als Absatzfaktor für ihre Produkte, berichtet die LA Times. Die Wechselbeziehung zwischen den Musiklabels und den Game-Produzenten erreicht inzwischen bereits eine Qualität, die dem Verhältnis von Radio und Musikindustrie ähnlich ist.

"Radio ist noch immer der beste Weg um Songs zu verkaufen", sagt Lee Stimmel, Vizepräsident des Marketings bei Atlantic Records. Aber die Musikindustrie braucht angesichts sinkender CD-Verkäufe mehrere Wege um die Konsumenten zu erreichen. Und in den Games werden die Songs – wie im Radio - immer und immer wieder gespielt, so Stimmel. Üblicherweise zahlen die Softwareschmieden eine Lizenzgebühr für den benutzten Song. Die Island Def Jam Music Group hat laut LA Times einen Deal mit dem Softwarehaus Electronic Arts (EA) abgeschlossen, der die gemeinsame Produktion einer Wrestling-Gameserie vorsieht. Die Spiele sollen Songs der Hip-Hop-Stars Method Man, DMX, Ludicrous und Noreaga beinhalten. Ungewöhnlich dabei ist, dass keine Lizenzgebühren bezahlt werden. Stattdessen sind die Künstler am Verkaufserlös beteiligt. EA wird bei seinen Sportspielen künftig den Künstler und den Songtitel angeben.

Das Geschäft mit Computerspielen ist inzwischen zu einem lukrativen Business herangewachsen, das Jahresumsätze in Milliardenhöhe bringt. Die Budgets für die Entwicklung eines Spiels nähern sich den Summen kleinerer Filmproduktionen. Das gute Geschäft erlaubt es den Softwareschmieden für Songs zu bezahlen. Eines der ersten Spiele mit eigenem Soundtrack war "Quake" von id-Software. Die Produzenten des Spiels konnten damals Trent Reznor von den Nine Inch Nails für die Musik gewinnen. Davor mussten die Spieler oft nervtötende Geräuschkulissen während des Games ertragen. Heute hat "Quake" eine beachtliche Community und gilt als Kultspiel. Reznor, angeblich selbst begeisterter Game-Freak, wird auch die Musik für die zweite Fortsetzung "Doom III" liefern. Eine vergleichbare Entwicklung ist auch im Verhältnis der Werbung zu den Softwareschmieden bemerkbar.
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