Ausgangspunkt Fernseher

Grundig konzentriert sich auf das Entwickeln, Produzieren und Vertreiben von Fernsehern.
Daniel Meili im Gespräch mit avguide.ch
Der Konzern hat im letzten Jahr seine Restrukturierungen und seine Produktionsverlagerungen abgeschlossen. In Nürnberg wurde die Produktion geschlossen, alles wird jetzt in Wien produziert. Diese Restrukturierungen hatten zur Folge, dass sich sämtliche finanziellen Aspekte entspannt haben. Seit letztem September/Oktober hat sich auch die interne Marktsituation verbessert. Dies hat damit zu tun, dass wir im Laufe des Herbsts begonnen haben, die ganze Lenaro-Produktepalette im Markt zu platzieren. So ergibt sich für uns auf dem Markt eine günstige Position, bei welcher der Durchschnittspreis der Grundig-Produkte steigt. Grundig hatte einen gewissen Rückgang in den Stückzahlen, aber der Gesamtumsatz hat sich sehr schön entwickelt. Grund: Die Produkte werden höherwertig. Die Produktepalette hat sich in den mittleren und oberen Segmenten ebenfalls angereichert. Wir haben früher als Spitze die Fine Arts-Linie gehabt, dann klaffte eine Lücke und darunter kamen die breiten Produkte, die aber keine Billigprodukte sind. Die behalten wir bei. Von den Billigprodukten hingegen werden wir uns langsam aber sicher distanzieren.Grundig Strategie greift
Die Lücke zwischen Fine Arts als hochpreisiges Produkt und den mittleren Preissegmenten haben wir nun wieder aufgefüllt, womit wir jetzt in der Lage sind, dem Fachhändler ein sehr attraktives Produktesegment anbieten zu können, in welchem er auch wieder die höheren Wertsegemente bedienen kann. Dies hat zur Folge, dass wir im Fachhandel vor allem letztes Jahr unsere Marktanteile, gemäss IHA, wieder haben steigern können. Was uns ebenfalls freut ist, dass wir, trotz des zwölfprozentigen Rückganges des Marktes letztes Jahr, unsere Marktanteile haben steigern können. Das zeigt, dass unsere Strategie greift. Der DMR-E20 hat einen TV-Tuner integriert, bei dem die Sendereinstellung automatisch erfolgt. Aufgenommen wird eine Fernsehsendung mit einem einzigen Tatsendruck oder programmiert über Timer (z.B. mit ShowView). Insgesamt stehen 16 Timer-Programme zur Verfügung. Der Recorder wählt selbst zwischen den Aufnahmemodi von XP bis EP, so dass die programmierte Aufnahme mit bestmöglicher Qualität auf die Disc passt.Weitere Aufnahmequellen können extern angeschlossen werden. Auf der Frontseite sind ein AV-Eingang mit drei Cinch- und einer Hosidenbuchse für Video und S-Video sowie der DV-Anschluss untergebracht. Auf der Rückseite stehen ein AV-Eingang und zwei Scart-Anschlüsse – einer davon mit S-Video - zur Verfügung. Der eine Scart-Anschluss hat zudem RGB-Ausgang. Ein zusätzlicher AV-Ausgang erlaubt die Kopie ab dem Recorder. Für den Fernsehempfang verfügt das Gerät über einen Antennen-Eingang und -Ausgang. Sehr stolz in der technischen Ecke sind wir von der Einführung des TeleWebs, welches die SRG ab 1. April 2002 "pushen" wird. Es ist ein neuer Auftritt des Teletextes, jetzt mit hochauflösender Grafik, wie man es vom Internet her kennt und mit Anbindung ans Web. Unser Flaggschiff, der Lenaro, ist bereits TeleWeb-fähig. Wir dürfen stolz behaupten, dass wir die Referenzanlage mit Teletext zusammen gemacht haben. Deshalb haben wir jetzt auch noch einen gewissen Vorsprung in diesem Bereich. TeleWeb ist ein sehr schönes Tool, das von der Pünktchengrafik wegkommt und jetzt den Fernseher voll ausnutzen kann. Das ist das Highlight, welches wir seit letzten Oktober am Einführen sind. Es sind also TeleWeb-taugliche Geräte. Man hat sie bisher allerdings noch nicht voll ausnutzen können, weil der Teletext noch nicht bereit war. Teletext ist jetzt so weit, und der Konsument soll im Laden bewusst danach fragen. Dann wird er auf die richtigen Produkte stossen.
Kabellose Übermittlung
Diese Art der Übermittlung haben wir beim Ton bereits bei der Apollo 2000 im letzten Sommer eingeführt. Es werden nun weitere Produkte folgen im Laufe dieses Jahres. Die kabellose Übertragung ist eine jener Marktstrategien, die wir über die nächsten 3 – 4 Jahren in allen Bereichen eingeführt haben wollen, und sie gilt für Bild, Ton und Daten in ganzen Vernetzungen im zukünftigen Heim. Das heisst, dass wir die Flexibilität zu Hause dann endlich Wahrheit werden lassen. Ich stelle meine Geräte dann dort auf, wo ich will. Das einzige, was ich bei der kabellosen Sache haben muss, ist Strom. Wir werden über die nächsten Paar Jahre alles mit kabellosen Komponenten lösen.Thema Elektrosmog
Grundig wird mit den niedrigeren Werten, die zum Beispiel die bluetooth-Norm vorsieht, arbeiten, so dass der Elektrosmog, der von GSM mit höheren Wattzahlen aufgerührt wurde, vermieden wird. Wir arbeiten nicht mit diesen hohen Leistungen, da wir uns ja “in house” befinden. Demzufolge sind über 0,3 Watt keine Geräte in der Planung. Die weiteste Distanz, die wir haben werden, ist von der HiFi Anlage in die Garage. Dort geht es, symbolisch gesagt, durch 2 Mauern hindurch. Aber auch dort, so haben unsere Versuche gezeigt, kommen wir nie auf die Leistungen, die ein Handy braucht. Damit sollte dem Elektrosmog-Gedanken genügend Bedeutung beigemessen worden sein.Der neue Trend
Der Fernseher wird zu einem Element, wie wir es vom Computer her kennen, natürlich ohne sämtliche Funktionsumfänge. Man übernimmt die Modalität und Verfahrensweise, die man vom Computer her kennt und bildet das im Fernseher mit ab. Seien das Hilfe-Funktionen, die nicht mehr über eine Bedienungsanleitung gehen, sondern direkt am Fernseher aufgerufen werden, dort wo ich es brauche. Das kann aber auch bedeuten, dass ein neuer Fernseher eine neue Software bedeutet und nicht eine neue Hardware.Konzentration
„Infotainment“-Station mit gehobenen Bild- und Tondaten: die kompakte TV-Modellreihe LeemaxxWir konzentrieren uns auch auf die Vernetzung dieser Produkte. Alle anderen Sachen werden wir entweder zukaufen, oder Empfehlungen aussprechen, was man alles daran anschliessen kann. Dort suchen wir Kooperationen und Partnerschaften mit allenfalls asiatischen Lieferanten. Wir haben nicht den Ehrgeiz, alles um jeden Preis selber machen zu müssen.

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