24. Oktober 2018 | seit 1999
FILMREZENSION
ARTIKEL
Publikationsdatum
21. Januar 2001
Drucken
Teilen mit Twitter
Eine aufwendige, patriotisch gestimmte Neuverfilmung nach dem Muster des Klassikers "Kampf der Welten" von 1953, nur das hier alles viel Gigantischer ist. Das feindliche Raumschiff kommt nicht mehr vom Mars, sondern aus den Tiefen des Alls. Es ist nicht mehr so gross wie ein Flugzeug, sondern misst 550 km im Durchmesser und hat einen Viertel der Mondmasse. Die damals angetönte Liebesgeschichte ist hier um zwei Liebesdramen erweitert. Gleich geblieben ist die Technik: viele Raumschiffe, strategisch geschicktes Vorgehen der Invasoren und Unverletzlichkeit dank eines Schutzschildes. Auch im Aussehen sind sich Marsianer und Aliens weitgehend gleich. Während jedoch die Marsmenschen durch Bakterien umkommen, werden die Aliens in "Independence Day" von einem Virus geschwächt – einem Computervirus. Hierin liegt der entscheidende Unterschied: 1953 vermochte der Mensch nichts auszurichten, 43 Jahre später ist er es, der die fremde Macht bezwingt. Es gibt also noch Hoffnung.

Technisch ist der Film mit Effekten, Modellen, computer-generierten Bildern und einem räumlichen Sound perfekt gemacht. Diese Qualität ist beim Transfer auf die DVD weitgehend erhalten geblieben. Das Bild ist ausgezeichnet in all seinen Parametern. Der Ton ist klar, räumlich und stimmig abgemischt. Einzelne Schreie oder ein Klirren sind inmitten der gewaltigen Explosionen hörbar und gut ortbar, doch auch feine Ambiancen werden raumfüllend wiedergegeben. Akustische Bewegungen durch den Raum – etwa bei den Luftkämpfen – sind eindrücklich. Die stärkste Wirkung von Eingehülltsein in den Klang erzeugt jedoch die Musik. Einzig die Wucht bei den Explosionen ist gegenüber dem flammenden Bild eingeschränkt.

Der Film lebt von seinem Gigantismus, vielen gewaltigen Explosionen und der Aussage, dass auch Versager im richtigen Moment Helden werden können. Langweilig ist er nicht nur wegen der spannungslosen Umsetzung der Geschichte, sondern auch wegen des faden Spiels der Schauspielerinnen und Schauspieler – mit Ausnahme von Judd Hirsch als Vater des Virusprogrammierers (Jeff Goldblum).

Wie der Film entstanden ist, was der Regisseur oder der Produzent dazu meinen und vieles mehr zeigt die zweite DVD dieser Spezialausgabe. Sie enthält drei Videodokumentationen (mit zum Teil identischem Material), Hunderte von Skizzen und Produktionsfotos, mehrere Trailer usw. Die Videosequenzen sind normales Fernsehen in 4:3, die Fotos und Standbilder eine riesige Sammlung für Fans.
STECKBRIEF
Filmtitel:
Independence Day - Special Edition
Orginaltitel:
Independence Day
Herkunft:
USA
Label:
20th Century Fox Home Entertainment
Jahr:
1996
Regie:
Roland Emmerich
Darsteller:
Will Smith, Bill Pullman, Jeff Goldblum, Mary McDonnell, Judd Hirsch, Margaret Colin, Randy Quaid u.a.
Code:
2
Sprache:
deutsch, englisch, Kommentarspuren in englisch
Genre:
Science-Fiction
Untertitel:
englisch, deutsch für Hörgeschädigte, deutsche Kommentare
Ausstattung:
2 DVDs mit Making of, Bildergalerie und vieles mehr
Bildformat:
2,35:1 - 16:9
Tonformat:
Dolby Digital 5.1
Bildwertung:
10
Tonwertung:
8
Preis:
49.9
Bezugsquellen
Wettbewerb