27. Mai 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
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Publikationsdatum
14. Oktober 2003
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Die B&W 705 lehnt sich optisch in gewisser Weise an den erfolgreichen Vorgänger CDM 1 NT an, hat aber deren rustikalen Touch abgelegt und glänzt bei einwandfreiem Äusserem mit inneren Werten wie verbesserter Hochtöner-Technologie.

Neuste Technologie

Optimiert hat B&W auch die Bassreflexöffnung, die nun noch strömungsgünstiger ausgelegt ist
Optimiert hat B&W auch die Bassreflexöffnung, die nun noch strömungsgünstiger ausgelegt ist
B&W setzt bei der gesamten 700-Serie Erkenntnisse aus der Nautilus-Forschung ein und hat den Metallkalotten-Hochtöner durch eine andere Aufhängung und ein neu gestaltetes rückwärtiges Dämpfungsvolumen auf höhere Resonanzfreiheit und besseres Impulsverhalten getrimmt.

Neu kommt bei der B&W 705 ein Kevlartiefmitteltöner mit aufgeklebtem "Phaseplug" zum Einsatz. Dadurch sollen Strömungsverluste und Turbulenzen vermindert werden. Dazu passt die trompetenförmige Bassreflexöffnung, die noch aerodynamischer gestaltet wurde.

Die stabile, verlustarme Gehäusekonstruktion sorgt für hervorragendes Ansprechverhalten im gesamten tonalen Bereich.

Macht man sich die Mühe, passende Elektronik und hochwertige Kabel zu kombinieren, so stösst man mit der 705 in audiophile Gefilde vor, die bis anhin für diesen Preis nicht zu haben waren. Wobei sich die Britin bei wandnaher Aufstellung am wohlsten fühlt.

Sound vom feinsten

Überarbeitet: Erkenntnisse aus der Nautilus-Forschung flossen in den neuen Hochtöner der B&W 705 ein.
Überarbeitet: Erkenntnisse aus der Nautilus-Forschung flossen in den neuen Hochtöner der B&W 705 ein.
Die B&W 705 zeigt sich brillant abgestimmt. Dabei offenbart die neue Hochtönerkonstruktion ein so hohes Mass an Feinzeichnung und Detailauflösung, welches man einem Kalottenhochtöner kaum zugetraut hätte.

Interessant war der Vergleich zur Vorgängerin CDM-1NT: Kann die CDM bei klassischer Musik auch heute noch Punkte sammeln, wirkt sie im direkten Vergleich zur 705 insgesamt regelrecht müde.

Oder anders ausgedrückt: Schaltet man auf die 705 um, so hat man den Eindruck, als würde ein Turbo eingeschaltet. Nicht nur im Bass, sondern über den gesamten Frequenzbereich zeigt sich die Neue vitaler, schneller und präziser. Sie agiert frei, offen, pulsierend und zeigt eine sagenhafte Transparenz sowie frappierende räumliche Offenheit, mit der sie bei allen Musikarten mächtig Punkte sammeln kann.

Der Klang löst sich ganz hervorragend von den Boxen, und man kann diese dank sehr guter Stereo-Abbildung auch weit auseinander aufstellen.

Impulsfest auch im Bass

705 mit Ständer FS 700
705 mit Ständer FS 700
Für optimalen Musikgenuss plaziert man die 705 wandnah (bis etwas 0,5 m), dann ergänzt sie ihr lebendiges Wesen mit dem gebührenden Mass an Grundton- und Bassfundament.

Bei letzterem ist sie zu erstaunlichen Taten imstande: So waren wir echt verblüfft, zu was für Pegel – ohne Störgeräusche – sich die zierliche 14-cm-Kevlar-Membren selbst bei extremem Musikmaterial hinreissen lässt.

Aber auch bei normaler Lautstärke überzeugt die konturierte, schnelle Tieftonwiedergabe.

Dank dem guten Wirkungsgrad kann man die 705 auch mit Röhrenverstärkern betreiben, und überhaupt empfiehlt sich aufgrund ihrer brillanten Abstimmung eine Kombination mit "wohlklingender" Elektronik.

Wobei wir sowohl mit der Kombination Denon DVD-2900/Rotel RA-1070 wie mit einer Quad-99-Anlage sehr gute Ergebnisse erzielten.

Fazit

Mit ihrer sagenhaften Transparenz und räumlichen Offenheit läutet die brandneue 705 fast schon ein neues Zeitalter ein.

Der hohe konstruktive Aufwand hat sich nicht nur im Hochtonbereich gelohnt. Auch die Pegelfestigkeit im Tiefbass weiss zu beeindrucken.

Ein idealer Lautsprecher für Musikliebhaber, die es gerne brillant und ausdrucksstark mögen. Und auch in High-End-Home-Cinemas dürfte die neue, top-verarbeitete B&W bestens plaziert sein.
STECKBRIEF
Preis:
Fr. 2300.- /Paar
Profil:
Hervorragender, kompakter Lautsprecher - eine Augen - und Ohrenweide...
Pro:
luftiger und vitaler Klang,
hervorragende Räumlichkeit,
hohe Pegelreserven auch im Tiefbass
Contra:
-
Ausstattung:
Ausführungen: Ahorn, Kirsche, Rosenholz, Nussbaum, Esche schwarz.
Technische Daten:
Masse (BxHxT): 22,2 x 42 x 29 cm,
2-Weg-System, bassreflex,
Empf. Verstärkerleistung: 50 – 120 Watt,