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TESTBERICHT
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Publikationsdatum
8. September 2008
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Im Januar hat avguide.ch bereits den Vorgänger, den Vantage HD7100 auf Herz und Nieren geprüft. Nur ein gutes halbes Jahr hat es gedauert, bis Vantage den Nachfolger, den HD8000 präsentierte. In der kurzen Zeit haben die Entwickler alles gegeben und aus einem herausragenden Gerät den beinahe perfekten Satellitenreceiver gemacht.

Gleiches Gehäuse - neue Farbe

Auf den ersten Blick ist der HD8000 genau gleich gehalten wie sein Vorgänger. Das schwarze Gehäuse mit der klavierlack-schwarzen, glatten Front kommt ganz ohne Tasten aus und lässt sich per Fronttouchscreenpanel steuern.

Die „Tasten" sind diskret mit LEDs ausgeleuchtet, neu dabei ist, dass man vor dem Kauf zwischen den Farben rot und blau auswählen kann, beim Vorgänger gab es nur die Möglichkeit der roten Ausführung. Die neue, blaue Beleuchtung macht das Aussehen des Receivers noch edler. Das fein aufgelöste alphanummerische Display schimmert gut lesbar durch das getönte Frontpanel hindurch.

Ebenfalls nicht geändert hat sich die Ausstattung der unter dem abklappbaren Frontpanel befindenden Kartenleser. Zwei programmierbare CA-Slots lassen keine Wünsche offen und lesen sämtliche gängigen Module ohne Probleme, so ist der Receiver nach wie vor Premiere(HD)-tauglich. Ausserdem ermöglichen zwei Viaccess-Schächte die SRG-Karte direkt und ohne Modul im Receiver zu betreiben.

Noch mehr Anschlüsse für den HD8000

Die erste augenfällige Erneuerung findet man unter dem Frontpanel. Hier befindet sich neu ein USB-Anschluss. Dieser vereinfacht das Software-Update per USB, da der Stick einfach eingesteckt werden kann, um das Update direkt zu laden. Natürlich können auch externe Festplatten über den Frontanschluss angehängt werden. So wird es problemlos möglich, Fotos und Musik von der Festplatte zu streamen.
Geizt nicht mit Anschlüssen - digital wie analog lässt der HD8000 keine Wünsche offen

Auf der Rückseite hat sich dann einiges verändert. Neu besitzt der HD8000 einen vollwertigen Twin-Tuner, welcher das gleichzeitige Aufnehmen von zwei Sendungen problemlos ermöglicht (mehr dazu unter im Abschnitt „Erweiterte Funktionsvielfalt"). So befinden sich also neu zwei Coax-Eingänge auf der Geräterückseite.

Die HDTV-Ausgabe erfolgt über HDMI oder YUV. Im neuen Modell wird auch der Dolby-Digitalton vollwertig über das HDMI-Kabel übertragen. Es bleiben aber immer noch die Koax- und Optical-Anschlüsse, wenn man nicht direkt über HDMI auf einen Receiver fahren kann.

Weiter sind auch die analogen Scartanschlüsse und der S-VHS-Ausgang (noch) nicht wegrationalisiert worden. Dafür kann das Gerät neu HD-Signale (über den HDMI) und SD-Signale (über den Scart) parallel ausgeben, wo man beim Vorgänger noch mittels eines Schalters HD oder SD wählen musste.

Auch der Ethernetanschluss fehlt nicht, so können Software-Updates weiter direkt übers Netzwerk durchgeführt und Musik und Bilder vom Heimnetzwerk gestreamt werden.

Für den neuen Front USB-Anschluss musste keiner auf der Rückseite weichen, so befinden sich nach wie vor zwei Weitere auf der Gerätrückseite. Auf den ersten Blick wird aber der SATA-Anschluss im Gegensatz zum HD7100 vermisst. Doch auf den zweiten Blick wird klar, dass der Anschluss in das Geräteinnere verfrachtet wurde, diese kleine Änderung hat aber einen grosses Vorteil.

Möglichkeit für interne Festplatte

Ausbaubar - der Vantage HD8000 kann mit einer Festplatte nachgerüstet werden

Neben dem Twin-Tuner ist der innere SATA-Anschluss sicher die grösste Erneuerung für den HD8000.

Im Lieferzubehör befindet sich nämlich ein SATA-Kabel, und eine Festplattenvorrichtung zum Selbsteinbau. Eine handelsübliche SATA-Festplatte (im Test eine 500 GB Western Digital) lässt sich mit insgesamt acht Schrauben auch für technisch Unbegabte relative leicht im innern des Receivers anbringen. Die vorbereiteten Kabel einstecken, alles wieder zusammenschrauben und fertig ist die interne Aufnahmemöglichkeit.

Einige Händler liefern ihre HD8000 Boxen bereits mit eingebauter Festplatte aus, vom Werk her ist der Receiver aber nur dazu vorbereitet.

Die Festplatte wurde ohne Komplikationen sofort erkannt und nimmt SD sowie HD-Programme direkt auf. Wer den Einbau lieber nicht vornehmen will, kann wie bis anhin eine externe Harddisk an einem der USB-Anschlüsse andocken und seine Filme direkt auf diese aufnehmen und natürlich auch wieder abspielen.

Erweiterte Funktionsvielfalt

Durch den neuen Twin-Tuner hat der Benutzer viele neue Möglichkeiten. Es können zwei Programme gleichzeitig aufgenommen werden. Auch bei zwei HD-Aufnahmen gleichzeitig kommt der Receiver noch nicht an seine Grenzen. Ganz im Gegenteil, er lässt es sogar zu, während der Aufnahme etwas von der HD abzuspielen oder ganz einfach eine dritte Sendung zu schauen (eine dritte Sendung funktioniert nur auf der gleichen Ebene wie eine der Aufnahmen).

Mit dem neusten Software-Update bekommt der HD8000 sogar eine Schnitt-Funktion. Wenn auch nicht sehr komfortabel, aber es lassen sich ohne Probleme Segmente aus eigenen Aufnahmen (auch in HD) herausschneiden.

Wer den Twin-Tuner nicht zum Aufnehmen braucht, kann die Tuner im Menü auch auf „getrennt" stellen und zum Beispiel eine zweite Satanlage an einen der beiden Tuner hängen. So konnte man im Test einen Tuner beispielsweise mit Hotbird/Astra (13 und 19.2 ° Ost) laufen lassen und auf dem zweiten eine Schüssel auf 28.2° Ost ausgerichtet schalten. So können alles Programme der verschiedenen angepeilten Satelliten in der selben Liste geschaut werden.

Eine nette neue Funktion ist auch das Kopieren von externen Dateien auf die interne Festplatte. Ist die interne Festplatte in Betrieb, können von einem USB-Stick oder einer externen Harddisk Fotos und MP3s auf die interne Festplatte kopiert werden. So hat man sein Foto- oder Musikarchiv jederzeit bereit und kann mit der Receiverfernbedienung darauf zurückgreifen.

 

Endlich mehr Komfort dank neuer Fernbedienung

Massive Verbesserung - endlich hat die HD8000 eine neue Fernbedienung

Ein weiterer grosser Schritt ist die neue Fernbedienung von Vantage. Ein Manko des Vorgängers war seine unübersichtliche, gar billig wirkende Fernbedienung. Dieses wurde ganz klar ausgebessert und der Geber wurde gleich komplett überarbeitet und ausgetauscht. So sind jetzt auch die farbigen Tasten ohne Probleme zu erkennen, und sie liegt auch viel besser in der Hand als das Vorgängermodell.

Im Gegensatz zum Vorgänger ist keine Verbesserung bei den Umschaltzeiten und der Bildqualität festzustellen - muss auch nicht. Nach wie vor hat der Vantage nämlich eines der klarsten HD- und SD-Bilder und muss sich auch mit seinen Umschaltzeiten ganz und gar nicht verstecken.

Die Bildschirmauflösung kann wahlweise auf 1080i Full HD, 720p (HD) oder 576i (SD) gestellt werden. Ist man auf der Full HD-Auflösung, so werden alle nicht Full HD-Programme auf das höhere Format aufgerechnet, so hat man auch bei "normalen" Programmen gestochen scharfe Bilder mit einem hohen Kontrastverhältnis.

Fazit

Aus einem sehr guten Gerät wurde ein noch leistungsfähigerer Receiver gemacht. Mit vielen neuen Funktionen und vor allem einer neuen Fernbedienung ist der HD8000 derzeit trotz seines happigen Anschaffungspreises von 649 Franken eines der bestenHD-Geräte auf dem Mark.

Den HD8000 gibt es im übrigen auch in einer Ausführung als Kabeltuner. Wer den HD7100 besitzt, muss aber deswegen nicht unbedingt auf das neue Model umstellen. Einzig die Fernbedienung (die es als Ersatzteil zukaufen gibt) könnte man durch die neue ersetzen - sie ist zu hundert Prozent abwärtskompatibel.

STECKBRIEF
Modell:
HD8000S
Profil:
HD Sat-Receiver mit vielen Funktionen
Pro:
HD-Aufnahmemöglichkeit;interne und externe Aufnahme-Möglichkeit.;Schönes Design
Contra:
Teuer
Preis:
649.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2008
Vertrieb:
Masse:
210 x 62 x 375 mm
Gewicht:
3 kg
Farbe:
rot oder blau
Analog Output:
2 x Scart, 1 x SVHS
Audioformate:
MPEG Audio Layer 1&2
Digital Input:
USB,
Digital Output:
HDMI, YUV
Kartenleser:
Common Interface und CAS
Netzwerkanschluss:
10/100 MBit
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