26. September 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
ARTIKEL
Publikationsdatum
17. März 2002
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Pioneer ist ins Rennen um die Gunst des Publikums bei den DVD-Recordern gestiegen. Der DVR-7000 beschreibt die Discs nach dem DVD-RW- bzw. DVD-R-Standard, der vom DVD-Konsortium abgesegnet ist. Versprochen wird damit eine Kompatibilität der finalisierten Disc mit den meisten im Handel erhältlichen DVD-Video-Spielern und DVD-ROM-Laufwerken. Das von Pioneer entwickelte DVD-RW-Format baut auf der bekannten CD-RW-Technologie auf. Um es kompatibel mit DVD-Video-Playern zu machen, hat Pioneer einen zweiten Aufnahmemodus – den sogenannten Video-Modus – eingeführt. Mit ihm können neben den DVD-RW-Discs auch DVD-R-Disc beschrieben werden. Nach dem Finalisieren sollen die Scheiben in den meisten DVD-Spielern laufen. Eine Garantie dafür wird von Pioneer jedoch ausdrücklich nicht abgegeben. Die alternative Aufzeichnungsvariante für die wiederbeschreibbare Disc heisst VR-Modus (Video-Recording-Format). Sie ist flexibler im Aufzeichnungsformat und im Editieren. Eine im VR-Modus aufgenommene DVD-RW kann auf Playern wiedergegeben werden, die mit „RW-kompatibel“ bezeichnet sind.

Videorecorder plus

Dank Disc ist das Handling deutlich einfacher als mit einer Kassette.
Dank Disc ist das Handling deutlich einfacher als mit einer Kassette.
Der DVR-7000 erfüllt die Funktionen des bisherigen Videorecorders: Er zeichnet Videosignale ab verschiedenen Quellen auf; er hat einen eingebauten Tuner für 181 Kabelkanäle, erlaubt bis acht Timer-gesteuerte Aufnahmen (unter anderem mit ShowView und VPS) und die Aufnahmesteuerung über den angeschlossenen Sat-Empfänger oder die Set-Top-Box. Auch die Installation mit automatischer Senderabstimmung oder Übernahme der Kanäle vom Fernseher und die Steuerung mit der Fernbedienung und dem Jog/Shuttle sind vom Videorecorder bekannt.

Die DVD erlaubt jedoch weitere Funktionen, die die Möglichkeiten und den Komfort des Recorders ausweiten. So kennt der DVR-7000 eine Disc-Timer-Aufnahme. Bei ihr werden die Zeitinformationen nicht im Speicher des Gerätes, sondern auf der DVD abgelegt. Dies ist beispielsweise dann hilfreich, wenn eine regelmässig wiederkehrende Sendung auf einer Disc gesammelt werden soll. Am betreffenden Tag wird die entsprechende Scheibe eingelegt, und der Recorder übernimmt dann automatisch die Timerinformationen. Die Aufzeichnung beginnt – und zwar auch bei manueller Aufnahme – sofort an einer freien Stelle, d. h. ohne dass zuvor gespult werden muss. Beim Einlegen einer teilbespielten Disc ist auch sofort ersichtlich, wie viel freier Platz noch vorhanden ist. Für einen späteren komfortablen Zugriff können die Aufnahmen indexiert und betitelt werden.

Anschlüsse zuhauf

Die grosszügige Ausstattung umfasst einen Komponenten-Ausgang für beste Bildwiedergabe.
Die grosszügige Ausstattung umfasst einen Komponenten-Ausgang für beste Bildwiedergabe.
Für die Verbindung mit der Aussenwelt stehen dem DVR-7000 eine imposante Zahl an Möglichkeiten offen. Auf der Rückseite stehen jeweils als Ein- und Ausgang Antenne, Video und S-Video zur Verfügung. Von den zwei Scart-Anschlüsse ist der eine als Ein- und Ausgang geschaltet (mit Video und S-Video), der andere nur als Ausgang, führt aber neben Video- und S-Video-Signalen auch RGB. Doch damit nicht genug: Über drei Cinch-Anschlüsse wird das Video-Komponenten-Signal ausgegeben. Der Ton wird über analoge Ein- und Ausgänge oder über digitale Ausgänge (koax, optisch) geführt. Auf der Vorderseite ist unter einer Klappe neben analogem Audio, Video und S-Video (alles Eingänge) auch ein DV-Anschhluss als Ein- und Ausgang versteckt.

Zwei Aufnahmemodi

Der DVR-7000 nimmt entweder im VR-Modus (Video-Recording) oder im Video-Modus auf. Ersterer ist nur mit den wiederbeschreibbaren DVD-RW möglich, letzterer für die DVD-RW und die DVD-R. Der gewünschte Modus wird jeweils für die ganze Disc festgelegt. Innerhalb eines Modus kann jedoch für jede Aufnahme neu zwischen verschiedenen Bildqualitäten gewählt werden.

Der Video-Modus zeichnet mit konstanter Bitrate auf. Er kennt zwei Qualitäten. Bei der höherwertigen V1-Qualität hat auf einer 4,7 GB DVD-RW eine Stunde Bild und Ton Platz, während es bei V2 zwei Stunden sind. Im VR-Modus sind gar 32 verschiedene Qualitäten manuell einstellbar. Die dabei zur Verfügung stehenden Zeiten können nicht exakt angegeben werden, da mit variabler Bitrate aufgenommen wird, d.h. die Datenkompression ändert mit der Komplexität des Bildmaterials, um einerseits Speicherplatz zu sparen und andererseits Bildstörungen zu minimieren. Die höchste Aufnahmequalität bietet Platz für ca eine Stunde; bei der niedrigsten sind es sechs Stunden.

Der Video-Modus

Auf die DVD-R wird aufgenommen, bis sie voll oder finalisiert ist. Von der DVD-RW können bereits aufgenommene Sequenzen wieder gelöscht werden. Allerdings erhält man dadurch nur dann wieder freien Speicherplatz, wenn die letzte Aufnahme gelöscht wird. Im Videomodus muss die Rec-Taste zwei Mal betätigt werden. Das ist sinnvoll, um die nur einmal beschreibbare DVD-R vor versehentlichen Aufnahmen zu schützen. Die Aufnahme erfolgt in Blöcken von jeweils 30 Sekunden, d.h. sie lässt sich nicht präzis beenden. In der Praxis bleibt das letzte Bild als Standbild stehen, bis die 30 Sekunden abgelaufen sind.

Die finalisierte DVD-RW bzw. DVD-R läuft gemäss Pioneer auf den meisten DVD-Video-Spielern. Wer jedoch darauf angewiesen ist, dass die Wiedergabe mit einem spezifischen Player auch tatsächlich möglich ist, macht am besten vor dem Kauf entsprechende Tests. Versuche mit einem älteren DVD-Video-Modell (Toshiba), einem aktuellen (Denon) und einem DVD-ROM-Laufwerk (Toshiba) haben unterschiedliche Ergebnisse geliefert. Auf dem älteren Modell lief gar nichts, während der neuere DVD-Spieler und das DVD-ROM-Laufwerk die DVD-R zwar wiedergaben, aber mit zeitweise unsauberem Bild, mit Aussetzern und eingeschränkten Funktionen, z.B. beim Schnellsuchlauf. Sobald die Scheibe jedoch lief, waren Bild und Ton in der besseren Qualitätsstufe tadellos; im V2-Modus zeigten schnelle Bewegungen gelegentlich ein Mosaik. Die DVD-RW liess sich auf keinem der Geräte wiedergeben.

VR-Modus

Der kleine Joystick ist gut zu bedienen; die Tasten sind klein und müssen oft gesucht werden.
Der kleine Joystick ist gut zu bedienen; die Tasten sind klein und müssen oft gesucht werden.
Der VR-Modus erlaubt ein nachträgliches Editieren der Aufnahmen. Löschen, Kürzen, Umstellen der Reihenfolge, Zusammenhängen von Teilen werden über die Discnavigation auf dem Bildschirm vorgenommen. Diese zeigt zu jedem Titel bzw. Kapitel ein frei wählbares Bild (standardmässig ist es das erste) zwecks schneller Orientierung. Zusätzlich können die einzelnen Sequenzen betitelt werden.

Das Editieren besteht im Zusammenstellen einer Playlist. Die Bedienung hierzu ist durchdacht. Die Anzeigen, Beschriftungen und Hinweise in den Menus sind klar und verständlich. Bei einer Fehlbedienung können die letzten drei Schritte rückgängig gemacht werden. Das Navigieren mit dem kleinen Joystick der Fernbedienung ist praxisgerecht. Beim Löschen eines Teils aus den Aufnahmen wird ein Ein- und ein Ausstiegspunkt bestimmt. Hierzu zeigt der Bildschirm des DVR-7000 zwei Fenster, auf denen mit dem Jog/Shuttle bildgenau die gewünschten Stellen angefahren werden können. Die anschliessende Vorschau erlaubt eine Beurteilung vor dem eigentlichen Löschen. Ärgerlich im Ablauf ist einzig, dass beim Aufrufen der Discnavigation jedes Mal zuerst die Titeldarstellung angezeigt wird. Um im Detail zu arbeiten, wird jedoch die Kapiteldarstellung benötigt. Der Aufbau der Thumbnails braucht aber jedes Mal recht lange.

Die fertig editierte Playlist kann am Stück abgespielt werden. Allerdings treten beim Übergang von einer Sequenz zur anderen jeweils kurze Pausen auf, während denen das letzte Bild stehen bleibt. Ein reibungslos ablaufender Film lässt sich also nicht realisieren.

Die Bildqualität reicht entsprechend dem grossen Bereich der einstellbaren Qualitäten von DV-Niveau in Position 32 bis unter VHS-Niveau beim 6-stündigen Aufnahmebetrieb. Dabei ist es vor allem die Auflösung, die deutlich abnimmt, während die Farben recht gut bleiben. Sie werden jedoch etwas ausgewaschener und greifen stärker ineinander über. Was deutlich störend hinzukommt, sind die Artefakte der erhöhten Kompression. Doch mit der feinen Abstufung der Qualitäten kann für alle Situationen ein Kompromiss zwischen Bild und Aufnahmezeit gefunden werden.

DV-Überspielungen

Der DV-Anschluss erlaubt die Überspielung eigener Videos und nicht kopiergeschützter DVDs mit hoher Bildqualität.
Der DV-Anschluss erlaubt die Überspielung eigener Videos und nicht kopiergeschützter DVDs mit hoher Bildqualität.
Für das Zusammenstellen eigener DV-Aufnahmen ist der DV-Anschluss interessant, denn er ist sowohl Eingang als auch Ausgang, d.h. die editierten Filme lassen sich zurück auf den DV-Camcorder spielen. Dabei ist das DV-Gerät auch über die Fernbedienung des DVR-7000 zu steuern.

Einige Besonderheiten sind jedoch zu beachten. Gemäss Herstellerangaben funktioniert der DV-Anschluss nicht mit allen Camcordern, also ist vor dem Kauf ausprobieren angesagt. Im Test mit einem Panasonic-Camcorder arbeitete die Verbindung nicht immer auf Anhieb, mit einem Neustarten des Bandes oder erneutem Einstecken konnte die Verbindung aber jedes Mal hergestellt werden. Von Pioneer ungeschickt gelöst ist die Audioübertragung. Der DVR-7000 akzeptiert nur eine Stereospur, d.h. Videos, die auf der zweiten Spur nachvertont wurden, können nicht auf eine DVD archiviert werden.

Fazit

Der DVR-7000 ist ein DVD-Recorder, der wesentlich mehr Features bei höherem Komfort bietet als ein Videorecorder. Er ist damit – bei allerdings zu VHS noch hohen Kosten für das Aufnahmemedium – ein würdiger Nachfolger für all diejenigen, die Fernsehsendungen aufzeichnen und archivieren möchten. Als Produktionsmedium für das Ferienvideo oder für auszutauschende DVDs ist er nur beschränkt verwendbar.
STECKBRIEF
Modell:
DVR-7000
Profil:
DVD-Recorder mit Aufnahmemöglichkeiten von exzellenter Bildqualität bis extrem langer Laufzeit und vielfältigen Editiermöglichkeiten, jedoch eingeschränkter Kompatibilität zur übrigen DVD-Welt.
Pro:
One Touch Recording im VR-Modus;32 Bildqualitäten;Video-Feineinstellung für Tuner und Eingänge (ausser DV);Aufnahme in 4:3 oder 16:9;DV Einund Ausgang;Komponenten-Ausgang;sehr gute Bildqualität bei DVD-Wiedergabe
Contra:
nicht mit allen DVD-Spielern kompatibel;unübersichtliche Fernbedienung;nur 1 Stereospur bei DV-Eingang;kein Kopfhörerausgang
Preis:
2,499.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2001
Vertrieb:
Masse:
420 x 110 x 420 mm mm
Analog Input:
Line
Analog Output:
Line, Kopfhörer
Audioaufnahme:
PCM, Dolby Digital 2.0
Audiowiedergabe:
CD, CD-R/RW
Aufnahmekapazität:
1 - 6 Std.
Digital Input:
i-Link
Digital Output:
i-Link, optisch, koaxial
Videoaufnahme:
DVD-RW, DVD-R
Video Input:
Video, S-Video, 2 x Scart (RGB)
Video Out:
Video, S-Video, Scart (RGB)
Videowiedergabe:
DVD-Video, DVD-R/RW, DVD+R/RW, Video-CD
Wettbewerb