20. Oktober 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
ARTIKEL
Publikationsdatum
28. Februar 2001
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DAB (Digital Audio Broadcast) wurde als Ablösung von UKW entwickelt. Seit etwa zwei Jahren ist auch in der Schweiz DAB zu empfangen, wobei nach und nach mehr Sendegebiete dazukommen. Genaueres über die DAB-Versorgung sowie allgemeinere Informationen gibt es auf der Homepage der SRG SSR idée suisse:
SRG

Im Aether nichts Neues

Digitalradio ist eigentlich nichts Neues: Bereits zu Beginn der Neunzigerjahre wurde mit DSR (Digital Satellite Radio) ein digitales Radio eingeführt. Die entsprechenden Radioprogramme wurden auf dem Kabelnetz und über Satelliten ausgestrahlt. Trotz der Werbekampagnen und des Angebots von Empfangsgeräten mehrerer Hersteller konnte sich dieses neue Radiosystem nicht durchsetzen, so dass seit einigen Jahren keine DSR-Tuner mehr hergestellt werden. DSR kann in der Schweiz immer noch auf Kabel empfangen werden. Ende der Neunzigerjahre wurden die Hoffnungen in DAB gesetzt.

Das Testgerät
Technics präsentiert mit dem ST-GT1000 den Spitzentuner des aktuellen Sortiments im vertrauten Technics-Design. Dies ist der erste Tuner von Technics, welcher neben UKW- und MW-Empfang auch DAB-Empfang anbietet. Die Front aus Kunststoff passt nicht ins Bild des ansonsten hochwertigen Geräts, doch mit der durchsichtigen und herunterklappbaren Frontplatte hat Technics dennoch ein elegantes Gerät auf die Beine gestellt.

DAB im praktischen Betrieb

Kein handgelismeter Prototyp, sondern Seriengerät mit hochintegrierter Technik.
Kein handgelismeter Prototyp, sondern Seriengerät mit hochintegrierter Technik.
Sobald am DAB-Antenneneingang eine Wurfantenne angeschlossen ist, kann ein automatischer Suchlauf gestartet werden. Hat der Tuner eine Frequenz gefunden, so stehen mehrere Sender in einem sogenannten Ensemble zur Verfügung. Zurzeit wird in den dichter besiedelten Regionen der deutschsprachigen Schweiz ein DAB-Ensemble auf 227,36 MHz ausgestrahlt, welches folgende Sender enthält: DRS 1, 2 und 3, die Spartensender SwissPOP und SwissJAZZ, das Jugendprogramm Virus, MW 531 sowie Radio Rumantsch.

Diese Sender können jeweils nach Belieben einem Stationsspeicher zugeordnet werden, so dass die Sender in eine neue Reihenfolge gebracht werden. Diese Stationsspeicherzuordnung ist dann notwendig, wenn über die Zehnertastatur der Fernbedienung auf sie zugegriffen werden soll.

Im Menu kann eine Balkenanzeige aktiviert werden, welche über die Signalqualität Auskunft gibt. Leuchtet bei dieser Balkenanzeige gar kein Segment mehr, so sind im Musiksignal bereits Rumpelgeräusche vernehmbar, bevor das Signal bei sich verschlechterndem Empfang verstummt.

Ausser einem Audio-Signal sind bei DAB auch Daten verfügbar. Dank eines optischen Datenausgangs sind mit einem daran angeschlossenen Datensystem (beispielsweise ein PC) Grafiken und sonstige Daten verfügbar. Allerdings werden solche Daten noch nicht ausgestrahlt, und auch der vom RDS bekannte Radiotext beschränkt sich bei den DAB-Sendern der SRG auf die Anzeige von Internetadressen. In nächster Zeit darf jedoch mit einem Ausbau der Datendienste gerechnet werden.

Ein weiterer Digitalausgang bietet einem DAT-, MiniDisc- oder CD-Recorder das Audio-Signal für digitale Mitschnitte mit einer Samplingfrequenz von 48 kHz an, wobei MiniDisc- und CD-Recorder über einen Abtastratenkonverter verfügen sollten.

Wie gut klingt DAB?

Da ein stationärer Tuner auch an das Kabelnetz angeschlossen werden kann, erzielt man schon auf UKW eine recht gute Klangqualität. DAB kann aber noch eins draufsetzen und überzeugt vor allem bei klassischer Musik mit einer dynamikreichen und rauscharmen Klangwiedergabe. Es ist aber nicht nur die Rauscharmut, sondern auch die bessere räumliche Staffelung der Musik, mit der DAB auftrumpfen kann.

Vergleicht man die Ausstrahlung eines Konzerts auf UKW und DAB, so hört man beim Empfang über DAB eine breitere Stereobasis als bei UKW heraus. Trotz der Datenreduktion bei DAB (MUSICAM) sind noch musikalische Feinheiten zu bemerken, welche bei UKW-Empfang im Rauschen untergehen. So gesehen wird die Musik über die UKW-Übertragung in einem empfindlicheren Masse "datenreduziert" als über DAB, wo eine gezielte und damit kaum wahrnehmbare Datenreduktion erfolgt.

UKW mit RDS
Wie es sich für einen modernen Tuner gehört, ist auch der UKW-Teil dieses Kombituners mit dem schon seit längerer Zeit bekannten RDS (Radio Data System) ausgestattet. Dieses Datensystem bietet verschiedene Datendienste an, allen voran den Sendernamen, welcher die Programmierung von Sendern ungemein erleichtert. Dieser Datendienst wird mittlerweile von allen Radiostationen angeboten. Nicht alle, aber dennoch ein Grossteil der UKW-Sender bieten des weiteren den Radiotext an, womit beispielsweise Titel und Interpret des laufenden Musikstücks angezeigt werden. Mit einem Programmartsuchlauf können die abgespeicherten Sender nach einer gewünschten Programmsparte wie "Popmusik" abgesucht werden, wobei dieser Datendienst nicht von allen Radiostationen angeboten wird.

Fazit

Der erste DAB-Tuner von Technics hinterlässt einen ausgereiften Eindruck, er funktioniert pannenfrei und vermag mit den klanglichen Vorzügen von DAB zu überzeugen. Senderseitig bietet die SRG mit ihrem derzeitigen DAB-Senderangebot meist eine sehr hohe Klangqualität. Mit einem grösseren Angebot an Sendern könnte die Attraktivität von DAB noch erhöht werden. Ebenfalls Nachholbedarf besteht bei den Datendiensten, welche der ST-GT1000 zu nutzen imstande ist.
STECKBRIEF
Preis:
1498.- CHF
Profil:
Gut zu bedienender DAB/UKW/MW-Tuner mit überzeugender Klangqualität im DAB-Betrieb.
Pro:
Bedienungsfreundlich,
Reichhaltige Ausstattung,
Sehr gute Klangqualität im DAB-Betrieb
Contra:
Keine Feldstärkenanzeige für UKW
Ausstattung:
Radiotext/Sendername
Programmart-Suchlauf
Feldstärkenanzeige (nur DAB)
Senderspeicher
DAB/UKW/MW: 49/29/19
Speicherautomatik
Digitalausgang (optisch)
Datenausgang (optisch)
Technische Daten:
DAB-Tunerteil:
Frequenzbereich 174 bis 240 MHz (Bereich III)
1452 bis 1492 MHz (L-Bereich)
Gesamtklirrfaktor bei 1 kHz 0,006%
Störabstand bei 1 kHz 92 dB
Frequenzgang 10 Hz bis 20 kHz
UKW-Tunerteil:
Frequenzbereich 87,5 bis 108,0 MHz
MW
Wettbewerb