Über diesen Plattenspieler wurde in den vergangenen Jahren so oft berichtet, wie über kaum ein anderes Audiogerät. Der DJ-Dreher von Audio-Technica ist dank des momentanen Vinyl-Booms definitiv nicht tot zu kriegen und wird von Audio-Technica mit grundlegenden Verbesserungen und erweitertem Funktionsumfang neu aufgelegt – nicht nur für DJs.
Verbesserungen
Der AT-LP120XUSB arbeitet mit einem völlig neuen DC-Servomotor für den Direktantrieb des Plattentellers. Das erhöhte Drehmoment bewirkt verbesserte Gleichlaufwerte. Der S-förmige Tonarm verfügt zudem über eine verbesserte Skating-Kompensation (Antiskating) mit verbesserten Verzerrungseigenschaften.
Ebenfalls wurde der integrierte Phono-Vorverstärker verbessert und mit einer Phono/Line-Umschaltung erweitert. In der Line-Stellung können sowohl Aktivlautsprecher direkt analog angesteuert werden, als auch Verstärker, die über keine eigene Phono-Vorstufe verfügen. In der Phono-Stellung können externe Phono-Vorstufen wie gewohnt angesteuert werden.
Neu kommt auch der AT-VM95E-MM-Tonabnehmer, der Nachfolger des legendären AT95E, zum Einsatz – und zwar mit dem AT-HS6 Headshell. Das Design wurde beim AT-LP120XUSB generell verfeinert und die Bauhöhe wurde verringert, was dem Plattenspieler ein eleganteres Erscheinungsbild verleiht.
Digitalausgang
Der AT-LP120XUSB verfügt zudem, wie die Bezeichnung erahnen lässt, auch über einen integrierten DAC mit USB-Ausgang für Schallplattenaufnahmen. Der dafür notwendige PC oder Mac benötigt einen USB-1.1-Eingang oder höher und mindestens Windows 7 oder Mac OS Sierra, wenn die kostenlose und erprobte Aufnahme-Software Audacy zum Einsatz kommen soll.
Der neue Audio-Technica soll ab Februar erhältlich sein. Bislang wurde ein EU-Richtpreis von 279 EUR bekanntgegeben.
Der neu aufgelegte Klassiker mit dem typischen Stroboskop, der gezielten Beleuchtung der Position des Tonabnehmers und der in zwei Bereichen variablen Geschwindigkeitsregelung.Eigentlich müsste die teils laut klagende Audiobranche ja in den letzten 20 Jahren viel gelernt haben. MP3-Player wurden als Spielerei belächelt, bis Apple den iPod verkaufte und die Musikindustrie eine Revolution über sich ergehen lassen musste. Musik-Streaming-Dienste wurden als akustisch minderwertiger Teenager-Schrott verspottet. Einige Jahre später sind die meisten CD-Läden verschwunden und sogar Download-Portale kämpfen in Nischen.
Doch neue Ideen hat die Audio-Branche bisher kaum entwickelt. Sogar bei den drahtlosen Kopfhörern kupferte man einfach bei den Telefonherstellern und ihrem für Sprache gedachten Bluetooth ab. Es dauerte ein Jahrzehnt, bis Bluetooth mit Apt-X endlich wirklich musiktauglich wurde.
Dass eine kleine Gruppe von Heimkinofreunden mit Dolby Atmos und DTS:X in den Genuss von dreidimensionalem Filmklang kommt, ist wohl eher der Filmbranche zu verdanken.
Stimmt doch alles gar nicht, schreit nun hoffentlich die Branche auf, und klaubt moderne Konzepte und Ideen aus ihren Schubladen und überzeugt mich davon. Vielleicht bin ich ja auch nur ein Unwissender, der die Audio-Innovationen nicht mitgekriegt hat.
Aber dann wären wir schon beim nächsten Thema, bei dem die Audiowelt von den digitalen Revoluzzern lernen kann: Innovation wird nur wahrgenommen, wenn man sie kommuniziert.

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