avguide.ch Druckansicht · 21.09.2026

Virtuelle Güter

Wohin mit der Sammlung?

Zuerst war es die Schallplattensammlung, dann das Gestell voller VHS-Kassetten oder für einige Filmenthusiasten die Laserdisc. Nun ist es die CD-, DVD- und Blu-ray-Sammlung, die wegen der Streaming-Dienste obsolet zu werden droht. Wohin damit?

Advertorial · 5. November 2014
DVD und Blu-ray (Bild: jarmoluk – Pixabay.com (CC0 1.0))DVD und Blu-ray (Bild: jarmoluk – Pixabay.com (CC0 1.0))

In der Schweiz gibt es mittlerweile 5,5 Millionen Internetnutzer ab 14 Jahren (netmetrix, Zahlen vom März 2014).  Bereits 2010 haben gemäss Bundesamt für Statistik 44% der Nutzer Videos heruntergeladen oder angeschaut. Eine aktuelle Studie für Deutschland besagt, dass 87% aller 14- bis 29-Jährigen sich Videos im Internet anschauen (Bitkom, August 2014, http://www.bitkom.org/). Selbst bei der Generation 65+ sind es noch 34 Prozent, während über alle Altersgruppen hinweg durchschnittlich etwa 73% das Internet für Videos via Streams verwenden. Das hat selbstverständlich auch die Wirtschaft erkannt: Sie prägt die Medienlandschaft mit immer mehr Angeboten für unterschiedliche Kanäle und Geräte. Video-on-Demand-, Music-on-Demand-Services und sogar E-Book-Flatrates setzen sich immer weiter durch und verändern die Art, wie die Menschen diese Angebote konsumieren. Doch wird dieser Trend zu virtuellen Gütern hin weiter anhalten oder haben die konventionellen Datenträger und Sammlungen eine reelle Chance gegen diese Dienste?

Die Frage, ob Streaming, DVD und Blu-ray oder gar Kino jeweils am vorteilhaftesten ist, stellt sich in den vergangenen Jahren immer häufiger. De Facto ist dies natürlich in erster Linie eine Geschmacksfrage, deren Ergebnis nicht nur von Person zu Person, sondern vielmehr von Situation zu Situation variiert. Während nur das Kino das ursprüngliche Feeling vermitteln kann, punkten bei Streaming und der eigenen Disc-Sammlung die Verfügbarkeit.

Video-on-Demand

Die eigene Filmsammlung wird überflüssig: Filme und Serien zu jeder Zeit und auf jedem Bildschirm versprechen die Streaming-Dienste. (Bild: Netflix)Die eigene Filmsammlung wird überflüssig: Filme und Serien zu jeder Zeit und auf jedem Bildschirm versprechen die Streaming-Dienste. (Bild: Netflix)

Auch wenn die Preise für DVD und Blu-ray stetig fallen und damit die Sammlung günstiger ausgebaut werden kann, entwickelt sich in unserer gesättigten Konsumgesellschaft immer mehr der Wunsch, nur noch ausgewählte Filme in der Sammlung zu besitzen. Das Aussortieren von ausgedienten und der stark selektive Kauf neuer DVDs und Blu-Rays sind bei immer mehr Cineasten zu beobachten.

Dem aktuellen Hang vieler Menschen zu mehr Einfachheit und Minimalismus entgegen kommt die steigende Anzahl an Streaming-Anbietern in der Schweiz. Diese liefern als Video-on-Demand (VoD) Filme und die immer beliebter werdenden Serien in einer grossen Auswahl, und das vergleichsweise günstig. Netflix etwa bietet eine Flatrate von CHF 11.90 pro Monat an. Auf diesen neuen Anbieter wollen bestehende Player wie Swisscom oder Cablecom reagieren. Weitere neue Anbieter wie Amazon mit Fire-TV sind zu erwarten. Passend dazu entstehen nun Marktplätze, um DVD-Sammlungen elegant abzustossen zu können.

Dank VoD kann der Nutzer seinen Wunschfilm dann anschauen, wenn er will. Mit diversen Bildschirmen (TV, PC, Tablet und Smartphone) ist zudem auch der Ort, an dem geschaut wird, nun losgelöst vom Wohnzimmer, auch wenn die kleinen Bildschirme nichts für Cineasten sind.

Der Charme der klassischen Sammlungen

Grosse Sammlungen (ob auf Disc oder auf Festplatte) lassen sich organisieren und mit Zusatzinformationen versehen, die Filmkenner ansprechen (Bild: movienizer)Grosse Sammlungen (ob auf Disc oder auf Festplatte) lassen sich organisieren und mit Zusatzinformationen versehen, die Filmkenner ansprechen (Bild: movienizer)

Doch auch die DVDs und Blu-Rays haben nennenswerte Stärken: Im Gegensatz zum Streaming ist für das Abspielen der Filme kein Breitband-Internetanschluss notwendig, an dem es gerade in ländlichen Gebieten durchaus mangeln kann. Selbst wenn beispielsweise über LTE eine hohe Geschwindigkeit zur Verfügung steht, gibt es bei diesem Internetzugang in der Regel eine Volumenbegrenzung, sodass bereits nach wenigen Filmen das Kontingent erschöpft ist. Darüber hinaus steht die Sammlung jederzeit zur Verfügung. Die Wiedergabe ist jedoch an ein kompatibles Abspielgerät, also einen DVD- oder Blu-Ray-Player, gebunden.

Die eigene Sammlung reicht in der Auswahl nicht an einen Streaming-Anbieter heran. Dafür kann sie unschätzbare Perlen enthalten, auf die man gerne zurückgreift. Hier kann die engere Auswahl auch die Entscheidung für einen Film deutlich erleichtern, da die Übersicht bei der online angebotenen Vielzahl schnell verloren gehen und unentschlossen machen kann. Eine gut sortierte Sammlung stellt auch einen Blickfang in den eigenen vier Wänden dar und zeigt gleich auf den ersten Blick, welche Filme und Genres ihr Besitzer schätzt. Was besonders bei den Blu-rays positiv heraussticht: Die Menge an Bonus-Inhalten ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, was vor allem die Fans der Werke überzeugt. Etliche Stunden Bonusmaterial, Artworks, Interviews und Outtakes werden häufig mitgeliefert und sind bei Streams bislang nicht verfügbar. Manche Ausgaben sind so zu Sammlerstücke geworden, die mit einer besonderen Aufmachung und Ausstattung glänzen oder eine Version des Films beinhalten, die heute nicht mehr erhältlich ist.

Was tun, wenn es eng wird?

Mehr Platz, wenn die Sammlung aufgelöst ist (Bild: Samsung)Mehr Platz, wenn die Sammlung aufgelöst ist (Bild: Samsung)

Wer bereits eine grosse Sammlung hat und diese nicht aufgeben möchte, stösst irgendwann auf ein typisches Problem: fehlender Platz. Das Ablösen der gesamten Sammlung ist selbstverständlich nicht nötig, doch wer vor lauter DVD- und Blu-Ray-Hüllen nicht mehr auf die Mattscheibe blicken kann, sollte überlegen, nicht mehr benötigte Filme auszusortieren und wählerischer bei Neukäufen zu werden.

Was machen mit den aussortierten Scheiben? Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wer unternehmungslustig ist und einen besonderen Tag erleben will, mietet an einem Flohmarkt einen Stand. Es gibt in grösseren Orten Läden, die nicht mehr benötigte Filme ankaufen. Online gibt es Plattformen für gebrauchte Medien wie Momox , wo aussortierte Filme - aber auch Spiele und Bücher – verkauft werden können. Wem ein Verkauf zu mühsam erscheint – oder falls der zu erwartende Preis niedrig ist -, hat immer noch die Möglichkeit, die DVDs zu verschenken.

Onlinefassung: https://www.avguide.ch/publireport/virtuelle-gueter-wohin-mit-der-sammlung
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