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Mein Haus ist einfach smart!

Test: Haussteuerung mit Devolo Home Control

Seit Jahren wird über das smarte Home geschrieben und fabuliert. Devolo macht aus dem Traum Wirklichkeit. Die Lösung lässt sich einfach installieren, ausbauen, bedienen und steuern. Im Betrieb funktioniert sie sogar ohne Cloud- Anbindung.

Von Kurt Haupt · 25. August 2016
Mit der kleinen Zentralsteuerung von Devolo Home Control lässt sich nachträglich jede Wohnung in ein smartes Zuhause verwandeln.Mit der kleinen Zentralsteuerung von Devolo Home Control lässt sich nachträglich jede Wohnung in ein smartes Zuhause verwandeln.

Im Handyzeitalter verhält sich das eigene Heim manchmal wie ein stures, altes Mammut. Während man Musik und Unterhaltung jederzeit und überall per Fingerspitze geniesst, latscht man noch immer von Lichtschalter zu Lichtschalter, weil der Nachwuchs das Stromsparen nur als Handy-Feature kennt.

Die Technik um Lichter, Geräte und Heizung zentral zu steuern, gibt es schon seit über einem Jahrzehnt. Happige Preise, komplizierte Bedienung, Unzuverlässigkeit oder die Datensammelwut des Systembetreibers hielten aber die meisten Schweizer bisher vom Experiment "Smart Home" ab.

Eine Handvoll Smart Home

Der Einstieg ins smarte Home kostet rund 260 Franken. Zum Kit gehören neben der Zentrale eine schaltbare Steckdose und ein Tür-/Fensterkontakt mit Lichtmesser und Thermometer.Der Einstieg ins smarte Home kostet rund 260 Franken. Zum Kit gehören neben der Zentrale eine schaltbare Steckdose und ein Tür-/Fensterkontakt mit Lichtmesser und Thermometer.

Devolo, bisher vor allem als Anbieter von Vernetzung via Stromkabel bekannt, macht uns nun das Smart Home mit einer neuen Lösung schmackhaft. Die Steuerzentrale hat die Grösse einer Butterpackung und passt in jede Stromsteckdose. Ergänzt wird sie mit bis zu einem Dutzend verschiedenen Modulen, die Elektrogeräte schalten, Radiatoren regulieren oder jaulend Einbrecher vertreiben. Mit Sensoren für Bewegung, Licht, Feuchtigkeit, Wasser und Rauch sowie Fühlern an Türen und Fenstern weiss das System jederzeit, was zu Hause vor sich geht, und kann sich entsprechen "smart" verhalten.

Devolos Lösung hat gegenüber den Konkurrenten folgende Stärken:

  • Alle Geräte kommunizieren drahtlos mit dem weitverbreiteten Funkstandard Z-Wave. Das bringt hohe Reichweite, wenig Elektrosmog, Sicherheit, lange Batterie-Lebensdauer und gute Erweiterbarkeit. Z-Wave-Geräte vernetzen sich gegenseitig (Mesh) und erweitern so automatisch die Reichweite.
  • Die Zentrale kann via Ethernetkabel oder PLC (Stromkabelvernetzung) angeschlossen werden. Nach dem Setup via Internet kann sie auch autonom, also ohne Internetverbindung, betrieben werden.
  • Wer will, kann sein Heim auch ans Internet koppeln und dann weltweit via PC oder App (Android/iOS) sein zuhause von unterwegs steuern und kontrollieren.
  • Devolo steht mir ihrem Markennamen für gut designte und langlebige Produkte. Ferner ist eine deutschsprachige telefonische Hotline verfügbar.

Installation innert Minuten

Die Installation der Devolo-Lösung ist simpel. Als Erstes muss man sich unter mydevolo.com ein Kundenkonto mit E-Mail-Adresse anlegen, bei den restlichen Personendaten darf man auch schummeln. Allerdings erhält die Box Wetterinformationen aufgrund des hier erfassten Wohnortes.

Danach stöpselt man die Box in eine Stromsteckdose, verbindet sie per Ethernetkabel oder PLC mit dem Internet. Als Letztes klickt man im Browser auf Home Control und fügt mit dem Plus-Symbol die neue Zentrale hinzu. Sekunden später ist die Zentrale betriebsbereit und man kann via "Geräte" seine erste Steckdose hinzufügen.

Das Hinzufügen von neuen Geräten ist simpel. Schritt-für-Schritt-Anweisungen sind mit integrierten Videos ergänzt.Das Hinzufügen von neuen Geräten ist simpel. Schritt-für-Schritt-Anweisungen sind mit integrierten Videos ergänzt.

Räume, Gruppen, Szenarien, Regeln

Szenen sorgen dafür, dass sich das smarte Haus richtig verhält, wenn man aufsteht oder gemütlich vor dem TV sitzt.Szenen sorgen dafür, dass sich das smarte Haus richtig verhält, wenn man aufsteht oder gemütlich vor dem TV sitzt.

Als Erstes zeigt sich dann eine weitere Stärke der Devolo-Lösung. Das smarte Haus ist nämlich sauber aufgeräumt. Es ist in Räume unterteilt und Geräte lassen sich zusätzlich auch zu Gruppen zusammenfassen. Man weiss also so auf einen Blick, was in der Stube passiert, hat schnellen Zugriff auf alle Lampen im Haus oder kann schlicht ein Zimmer "ausschalten".

Alltägliche Situationen und Tätigkeiten definiert man in sogenannten Szenen, wie beispielsweise "Fernsehen". Die Szene schaltet dann das Fernsehgerät und die TV-Lampe auf einen Fingerdruck automatisch ein.

Die 3. Intelligenzstufe des smarten Hauses sind Regeln. Also beispielsweise "Geht die Tür auf und es ist dunkel, dann schalte das Licht ein".

Als 4. Stufe kann man zusätzlich auch noch Zeitsteuerungen einbauen. Die sorgen dafür, dass bestimmte Regeln nur zu bestimmten Zeiten gelten oder beispielsweise die Heizung nachts automatisch reduziert wird.

Mit Regeln kann das smarte Home individuelle Intelligenz lernen. Beispielsweise das Licht auszuschalten, wenn man das Fenster öffnet.Mit Regeln kann das smarte Home individuelle Intelligenz lernen. Beispielsweise das Licht auszuschalten, wenn man das Fenster öffnet.

Mach smart!

Zu Beginn ist das smarte Haus ein doofes Baby. Eine Steckdose lässt sich zwar via App ein- und ausschalten. Aber wirklich Spass macht das noch nicht. Deshalb installierten wir gleich als Erstes den smarten Wandschalter. Dieser sieht aus wie ein gewohnter Feller-Lichtschalter, hat zwei Wippen und lässt sich simpel an die Wand kleben oder schrauben. Einige Mausklicks später hatten wir definiert, dass die Steckdose mit diesem Wippenschalter ein- und ausgeknipst wird. Willkommen im smarteren Haus.

Ein gewohnter Wandschalter, der aufgeklebt oder angeschraubt wird, sorgt für Bedienung ohne Handy-Sucherei.Ein gewohnter Wandschalter, der aufgeklebt oder angeschraubt wird, sorgt für Bedienung ohne Handy-Sucherei.

Weil wir zu faul waren, zum Schalter zu latschen, banden wir den Handfunkschalter ins System. Der kleine Knubbel hat vier Drucktasten und lässt sich in jeder Hosentasche unterbringen. Auch das funktionierte innert Minuten.

Ein kleiner Handschalter kann das Licht vor der Garage schalten und lässt sich auch für Sicherheitsfunktionen wie Alarmauslösung nutzen.Ein kleiner Handschalter kann das Licht vor der Garage schalten und lässt sich auch für Sicherheitsfunktionen wie Alarmauslösung nutzen.

Heizen mit Köpfchen

Devolo Home Control integriert auch die Heizung nahtlos und komfortabel. Alte Radiatoren lassen sich mit smarten Ventilen umrüsten.Devolo Home Control integriert auch die Heizung nahtlos und komfortabel. Alte Radiatoren lassen sich mit smarten Ventilen umrüsten.

Ermutigt von unseren Erfolgen machten wir als Nächstes einen üblichen Heizradiator mit einem sogenannten Danfoss-Ventil smart. Das alte Ventil war ziemlich doof und sorgte mit Stufen 1 bis 6 lediglich dafür, dass die Luft um den Radiator gleich warm blieb. Der Tausch des alten Ventildrehreglers durch den Devolo-Ersatz war eine Sache von 2 Minuten. Der Devolo-Ersatz regelt nun die Heizleistung des Thermostaten smart. Also abhängig von Zeit oder Bewegungen im Raum. Damit die Temperatur nicht am Radiator, sondern genau beim Sofa gemessen wird, installierten wir auch gleich den passenden Raumthermostaten.

Das Ergebnis ist wirklich smart. Ist es nun beim Lesen im Sofa zu kalt, drehen wir einfach am Thermostaten und die Heizung gibt Gas. Wird das Fenster beim Lüften geöffnet, regelt der Radiator sofort zu. Aber es geht noch smarter. Weil Devolo mit dem Webdienst IFTT zusammenarbeitet, wird die Heizung sogar automatisch um drei Grad runtergeregelt, wenn ich das Haus verlasse. Auf dem Nachhauseweg aktiviert ein 30-Kilometer-Radius das Smart-Home, damit es bei der Ankunft bereits kuschelig warm ist.

Gefreut hat im Test auch, dass Devolo in Sensoren und Schalter auch gleich Zusatzfunktionen integriert hat. So ist jeder Tür- und Fenstersensor gleichzeitig auch ein Lichtmesser und Thermometer. Jede Steckdose ist ein Stromverbrauchsmesser und kann beim Überschreiten gewisser Limiten eine zusätzliche Aktion auslösen.

Einzelne Module verfügen über Zusatzfunktionen. Die geschaltete Steckdose misst auch gleich den Stromverbrauch.Einzelne Module verfügen über Zusatzfunktionen. Die geschaltete Steckdose misst auch gleich den Stromverbrauch.

Spiel mit deinem Haus!

Die Beispiele, wie man mit den Devolo-Komponenten sein Haus smart macht, liessen sich beliebig fortsetzten. Bei unserem Test ging die Experimentierfreude so weit, dass die Lebenspartnerin beim Nachhausekommen vorwurfsvoll meinte: "Na, spielst du schon wieder mit deinem Haus rum?" Die weibliche Akzeptanz des smarten Heims war aber erstaunlich hoch. Das hatte es vor allem den gewohnten Wandschaltern zu verdanken. Denn smart ist gut, muss aber auch funktionieren, ohne dass man permanent zum Handy greift. Beziehungsknatsch gab es nur, weil in unserem als Testlabor missbrauchten Zuhause der Wandschalter alle paar Stunden eine andere smarte Funktion auslöste.

Überall informiert

Eine spezielle, vereinfachte Ansicht informiert auch auf dem Handy unterwegs jederzeit über die Vorgänge im eigenen Heim.Eine spezielle, vereinfachte Ansicht informiert auch auf dem Handy unterwegs jederzeit über die Vorgänge im eigenen Heim.

Auf seine Haussteuerung kann man nicht nur einfach vom eigenen PC zugreifen, sondern auch von unterwegs via Handy oder Tablet. Die Funktionen sind dabei nicht eingeschränkt, es lassen sich also auch aus den Ferien neue Regeln für das Haus definieren.

Jede Aktion im Haus kann automatisch eine Benachrichtigung auslösen. Diese erfolgt am bequemsten via Push-Mitteilung auf dem Handy-Display. Dies bedingt aber eine vorhandene Internetverbindung. Unabhängiger und zuverlässiger ist die Benachrichtigung via SMS auf eine beliebige Telefonnummer. Die ersten 15 so verschickten SMS sind kostenlos, danach muss man bei Devolo SMS-Pakete kaufen. Andere Miet-, Support-, Cloud- oder Abokosten fallen aber nicht an. Auch hier unterscheidet sich Devolo positiv von zahlreichen Konkurrenten.

Offen und ausgereift

Die einzelnen Komponenten und ihre Preise. Mit Devolo Home Control lässt sich praktisch für jedes Anforderungsprofil eine günstige Lösung finden.Die einzelnen Komponenten und ihre Preise. Mit Devolo Home Control lässt sich praktisch für jedes Anforderungsprofil eine günstige Lösung finden.

Devolo Home Control hat im Test begeistert. Dafür gibt es viele Gründe. Einer davon ist das breite Sortiment von verfügbaren Modulen. Damit wird man endlich von Insellösungen erlöst, bei denen ein smartes Ding die Heizung, ein anderes das Licht und ein Drittes die Sicherheit steuerte. Mit den vorhandenen Devolo-Komponenten lassen sich die wichtigsten Alltagsdinge mit einem System lösen. Nur so hat man die Chance, letztlich noch den Überblick zu behalten.

Begeistert hat uns auch die Offenheit von Devolo. So lässt sich beispielsweise das Lampensystem von Philips (Hue) nahtlos integrieren. Der Hue-Hub wird mit der Devolo-Zentrale gekoppelt, und schon hat man alle seine Hue-Lichter in der Haussteuerung. Auch andere Z-Wave-Komponenten von Drittherstellern lassen sich einbinden. So berichtet die Internetseite Siio http://www.siio.de/heizenenergiesparen/z-weather-mit-devolo-home-control, wie man einen Wind- und Regenmesser ins smarte Devolo-Haus einbindet.

Grundsätzlich kann Devolo beliebige http-Kommandos an beliebige Geräte im Netzwerk absetzen. Sogar Musiksysteme lassen sich so integrieren, sofern diese über eine http-Internetschnittstelle verfügen. Mit einem Zusatztool auf dem PC (https://github.com/jishi/node-sonos-http-api) steuerten wir so sogar die Multiroom-Komponenten von Sonos.

Fazit & Video

Das Gesamtfazit für Devolo Home Control ist hervorragend. Viele verfügbare Komponenten, cloudfreie Betriebsmöglichkeit, gute Bedienoberfläche und beinahe unbeschränkter Einsatz und Ausbaumöglichkeiten.

Zu bemängeln gibt es bestenfalls, dass man sich zu viele Informationen über Webseiten und Hilfe-Seiten in den Apps zusammenklauben muss. Ein richtiges Smart-Home-Handbuch als PDF könnte den Einstieg erleichtern und viele Klippen umschiffen.

Wer selber kostenlos Erfahrungen mit Devolo Home Control sammeln will, kann einfach die Demo-Internetseite aufrufen und einem virtuellen, smarten Haus wüten.

Weitergehende Informationen und zusätzliche Tests und Tipps finden sich auf folgenden Webseiten:

  • http://www.devolo.de/smart-home

  • http://www.smarthomecommunity.eu/viewforum.php?f=28&sid=9c4c3230bddd9ced4c4dfff438c866d6 (Nutzerforum)

  • http://www.zwave-review.com/tests/Devolo_HomeControl-3.php

  • http://www.vesternet.com/blog/2016/04/devolo-home-control-system-in-depth-review/

  • http://dreibeinblog.de/devolo-home-control-steuersoftware-jetzt-mit-expertenmodus/

  • http://addis-techblog.de/2016/05/devolo-smart-home-per-stimme-steuern/

  • http://www.siio.de/devolo-home-control-sms-versand-gratis-tutorial/
Steckbrief
Modell:
Home Control
Profil:
Modulares Konzept für Haussteuerung
Pro:
viele Komponenten
günstiger Preis
gute Software
für Betrieb keine Internetverbindung nötig
Contra:
kein ausführliches Handbuch
Preis:
259.90 CHF
Hersteller:
Devolo
Jahrgang:
2016
Vertrieb:
Devolo Schweiz
Onlinefassung: https://www.avguide.ch/testbericht/mein-haus-ist-einfach-smart-test-haussteuerung-mit-devolo-home-control
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