Plattenspieler-Test. Wir könnten jede Woche einen Plattenspieler testen, wenn es die Ressourcen zuliessen. Es gibt heute wesentlich mehr Hersteller als in den goldenen Zeiten der Plattenspieler in den 1970er- und 1980er-Jahren. Zudem bieten viele dieser Hersteller eine grosse Modell-Vielfalt an. Insgesamt werden aber weltweit weit weniger Geräte verkauft als damals, als der Plattenspieler noch die wichtigste HiFi-Musikquelle war. Somit wird klar, dass die Stückzahlen pro Hersteller viel kleiner sind als damals.
Der Vinyl-Boom hat in den letzten gut zehn Jahren zu dieser Vielfalt geführt. Inzwischen ist Vinyl in aller Munde. Das Gros der Geräte wird allerdings zu einem Stückpreis von unter 500 Franken verkauft. Die meisten Käufer von modernen Plattenspielern sind also nicht daran interessiert, das Potenzial des Mediums Vinylschallplatte auszureizen. Sie wollen einfach wieder – oder zum ersten Mal in ihrem Leben – Schallplatte hören.
Unsere kleine Auswahl beginnt bei 500 und endet bei ca. 4000 Franken. Sie zeigt, was man unserer Meinung nach tatsächlich aus der Rille herausholen kann, wenn man dem Thema eine etwas grössere Bedeutung beimisst, als bloss die Neugier am wiederentdeckten Thema zu befriedigen.
Titelbild: Thorens TD 124/II von 1966 mit Ortofon-SPU-Tonzelle.
Direktantrieb
Das Prinzip Direktantrieb macht langsam wieder Schule. Die neusten Direktantriebe sind von hoher Qualität. Da gibt es nichts mehr zu bemängeln. Die Antriebssysteme sind mittlerweile auch bei spezialisierten Zulieferern erhältlich. Die Hersteller können das Prinzip in ihren Geräten nutzen, ohne Eigenentwicklungen zu forcieren. Der Direktantrieb hat gewichtige Vorteile wie Langlebigkeit, hohes Drehmoment beim Start, präzise Umdrehungszahl und das problemlose Handling von mehreren Geschwindigkeiten.
In unserer Auswahl finden Sie zwei Plattenspieler mit Direktantrieb.
Phonovorverstärker integriert
Es ist eigentlich nicht verständlich, warum Phonovorverstärker nicht schon viel früher in die Plattenspieler integriert wurden. Vermutlich deshalb, weil jeder Vollverstärker früher über einen Phono-Eingang verfügte. Integriert im Plattenspieler hat der Phonovorverstärker Vorteile: Kurze Signalwege und gute Abschirmung sind möglich. Unnötige Kabelwege entfallen. Platz hat es schliesslich genug.
Bei modernen und günstigen Geräten hält der integrierte Phonovorverstärker schon länger Einzug. Die neuen Vinyl-Hörer wollen eine Komplettlösung und keine separaten Geräte. Clearaudio geht mit dem Concept Active einen grossen Schritt weiter: Der integrierte Phonovorverstärker kann für beide Tonabnehmer-Typen MM und MC eingesetzt werden und bietet mehrere praktische Einstellungen. Sogar die Lautstärke kann man am Gerät regeln. Und einen Kopfhörerausgang gibt es auch.
Wir werden in Zukunft mehr Plattenspieler der «Oberklasse» mit eingebauten Phonovorverstärkern sehen.