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Klangschloss 2025

Feine Klänge im historischen Ambiente

Das Klangschloss zeigte erneut, wieso es als besonders charmanter und angenehm entspannter Audio-Event wahrgenommen wird. Der direkte Vergleich zwischen Live-Konzerten und deren Wiedergabe über hochwertige Musikanlagen ist einzigartig.

Von Daniel Schmid · 28. April 2025
Markus Thomann. Organisator des Klangschlosses vor der Kulisse des Schlosses Greifensee aus dem 16. Jahrhundert. Foto: Stefan SchickedanzMarkus Thomann. Organisator des Klangschlosses vor der Kulisse des Schlosses Greifensee aus dem 16. Jahrhundert. Foto: Stefan Schickedanz

Seit mittlerweile fast zwei Jahrzehnten ist das Klangschloss zu einer festen Grösse für audiophile Musikliebhaber geworden. Mit viel Engagement und Herzblut organisieren Markus Thomann (im Bild oben) und sein Team diesen aussergewöhnlichen Event in den ehrwürdigen Gemäuern des Schloss Greifensee im Zürcher Oberland. Mit Ausnahme der zwei pandemiebedingten Ausfälle organisiert er das Klangschloss nunmehr seit 2006.

Das Schloss aus dem 16. Jahrhundert schafft mit seinem historischen Ambiente den perfekten Rahmen für den Genuss hochwertiger Musikanlagen. In den stilvollen Räumen sowie in den angrenzenden Bereichen des Landenberg-Museums präsentierten dieses Jahr 17 Aussteller über drei Tage hinweg ihre Produkte.

Blick auf Schloss Greifensee und das Landenberghaus. Foto: Rudolf MoserBlick auf Schloss Greifensee und das Landenberghaus. Foto: Rudolf Moser

Die Anzahl der vorgestellten Musikanlagen ist durch die Anzahl der verfügbaren Räume im Schloss und im angrenzenden Landenberghaus beschränkt. Aber vielleicht ist es gerade dieser Fokus auf Qualität statt Quantität, welcher das Klangschloss zu einem so angenehmen Event macht.

Statt rastlos in den Gängen zu wandeln und mal hier oder dort kurz reinzuschnuppern beziehungsweise zu hören, was dem gängigen Habitus an den grossen Audiomessen entspricht, lädt das Klangschloss zur Muse und zu ungestörtem Probehören ein. So hat man die seltene Gelegenheit, die vorgeschlagenen Musikanlagen auch mal länger entspannt anzuhören, um sich einen vertieften Eindruck zu verschaffen.

Die hohe Qualität der Präsentationen und der ungezwungene Austausch zwischen Ausstellern und Publikum zählen seit jeher zu den herausragenden Merkmalen des Klangschlosses. Gerade der familiäre Charakter macht das Klangschloss so besonders – mitunter fühlt man sich wie an einem Community-Event.

Wer sich für Klangqualität interessiert, findet hier nicht nur Geräte, sondern Kontakte, Visionen – und echte Leidenschaft.

Vom Live-Konzert zur Musikanlage

Besonders hervorzuheben ist das Konzept, Live-Konzerte mit direkter Wiedergabe der jeweiligen Aufnahmen zu kombinieren. Jeden Tag traten im Konzertsaal verschiedene Ensembles auf: Das Quartett Gläuffig mit modernem Schweizer Folk, Dimitri Monstein mit jazzig-klassischen Kompositionen und Zoë Më mit feinfühligem Poesie-Pop.

Die Gelegenheit, das begnadete Quartett Dimitri Monstein kennenzulernen und in deren wunderbaren Klangwelten abzutauchen, war mein persönliches Highlight der Landberg-Sessions. Man kann nur daran erinnern: Besuchen Sie Live-Konzerte in Ihrer näheren Umgebung. Nichts ersetzt die emotionale Unmittelbarkeit und die lebendige Präsenz eines Live-Konzerts.

Zweimal am Tag wurde eine der aufgenommenen Sessions als Stream den Ausstellern zur Verfügung gestellt. Das Publikum hatte so die Möglichkeit, den Originalklang mit der Wiedergabe über die High-End-Musikanlagen zu vergleichen.

Die Aufnahmen erfolgten mit einem puristischen Set-up: Zwei Kugelmikrofone montiert an einer Jecklin-Scheibe, lieferten das Signal, das über Röhrenvorverstärker von Pawel Acoustics auf eine Studer-A80-Bandmaschine aufgezeichnet wurde. Parallel erfolgte eine digitale Aufzeichnung mit einem mobilen Recorder von Nagra. Es wurde bewusst auf jede Form der Nachbearbeitung verzichtet – ehrlicher geht es kaum.

Ralf Zünd von 2-Inch-Records produzierte die Aufnahmen der Landenberg-Sessions, die auch im Video festgehalten wurden. Foto: Stefan SchickedanzRalf Zünd von 2-Inch-Records produzierte die Aufnahmen der Landenberg-Sessions, die auch im Video festgehalten wurden. Foto: Stefan Schickedanz

Der Weg vom Live-Erlebnis zur Wiedergabe im Wohnzimmer – also von akustischer zu elektrischer Energie und zurück – bleibt eine der grossen Herausforderungen hochwertiger Audiowiedergabe. Tonal haben moderne Systeme diese Hürde weitgehend genommen: Sie klingen ausgewogen und transparent, geben selbst feine Nuancen im Timbre und in der Spielweise überzeugend wieder.

Komplexer wird es bei Raumabbildung und Dynamik. Die räumliche Wirkung eines Live-Konzerts lässt sich im heimischen Hörraum kaum authentisch nachempfinden. Die Rauminformationen der Aufnahme werden durch die Reflexionen im Wiedergaberaum überlagert, was das Klangbild diffuser erscheinen lässt.

Auch das mittlerweile fast 70 Jahre alte Stereokonzept bringt systembedingte Grenzen mit sich – trotz früherer Versuche mit Quadrofonie oder Mehrkanaltechnik. Stereo ist fest mit dem HiFi-Ideal verknüpft, was Alternativen erschwert.

Weitergehende Konzepte, wie sie die Ustermer Firma Illusonic anbietet und auch am Klangschloss zu hören war, zeigen auf, wie es gehen könnte. Doch sie haben es schwer angesichts der Verankerung des Zwei-Lautsprecher-Prinzips in der Branche und bei den Hörgewohnheiten.

Analog-Welt mit Vinylbörse

Ein weiteres Highlight war die vom Verein AAA (Analogue Audio Association Switzerland) organisierte Schallplattenbörse im Untergeschoss des Landenberghauses. Hier stöberten Sammler und Musikliebhaber nach Raritäten und tauschten sich aus. Das «Analog-Bistro» sorgte für ein entspanntes Ambiente unter Vinylfreunden.

Gerade vor Event-Start eingetroffen sind die liebevoll hergestellten Doppel-LPs der Landenberg-Sessions 2024, die nun auch im Klangschloss-Shop bestellt werden können. Zum Shop

Schallplattenbörse der Analogue Audio Association Switzerland.Schallplattenbörse der Analogue Audio Association Switzerland.

Ein besonderes Schmankerl: Ein Teil der historischen Sammlung mit Studer- und Revox-Geräten von Walter Stutz war angrenzend ausgestellt. Die Sammlung gewährt tiefe Einblicke in die eindrückliche Geschichte des Schweizer Studio- und HiFi-Produzenten.

Man kann Walter Stutz nicht genug würdigen für sein sensationelles Engagement. Nur dank seines Einsatzes und der Übernahme des 2009 aufgelösten firmeneigenen Museums blieben die einzigartigen Geräte aus der Frühzeit der professionellen Audiotechnik erhalten.

Viele der Geräte entstanden aus den neu entstandenen Ansprüchen in der Pionierzeit der elektronischen Medien. Sie bildeten die Grundlage der ersten Konzerteinspielungen und Übertragungen des Schweizer Radios. Inzwischen obliegt es dem «Förderverein Studer Revox Museum», die Sammlung langfristig zu sichern und zu erhalten sowie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein Besuch ist dringend empfohlen.

Arbeitsplatz mit der ersten Bandmaschine von Studer für das Radiostudio Bern. Die Elektronik und die Bandmechanik wurden noch in zwei separaten Einheiten untergebracht.Arbeitsplatz mit der ersten Bandmaschine von Studer für das Radiostudio Bern. Die Elektronik und die Bandmechanik wurden noch in zwei separaten Einheiten untergebracht.

Kopfhör-Küche

Ein fester Bestandteil des Klangschlosses ist inzwischen die in einem separaten Raum im Parterre untergebrachte «Kopfhör-Küche». Wie bei Markus und seinem Team nicht anders zu erwarten, liess man sich auch hier etwas für Besucher Sinnvolles einfallen: Alle Modelle – darunter Vertreter von Stax, Audeze, HiFiMan und Focal – waren an denselben Musikserver von Weiss angeschlossen und konnten so direkt miteinander in ruhiger Umgebung verglichen werden.

Die Kopfhör-Küche erlaubte den direkten Vergleich der Premium-Kopfhörer von Stax, Audeze, HiFiMan und Focal.Die Kopfhör-Küche erlaubte den direkten Vergleich der Premium-Kopfhörer von Stax, Audeze, HiFiMan und Focal.

Vorträge

In bewährter Kontinuität zu den Vorjahren, in denen es um musikalische Meriten der 1960er ging, führt Fachjournalist Lothar Brand auch diesmal unter dem Motto «Der Blick 50 Jahre zurück auf die Rock- und Popmusik geht weiter!» durch musikalische Perlen und ausgewählte Aufnahmen – diesmal aus dem Jahr 1975. Mit seinem gewohnt ansteckenden Enthusiasmus bereichert er die Präsentation mit zahlreichen Anekdoten und persönlichen Erinnerungen zu den vorgestellten Alben.

DJ Lothar Brandt mit Rock-Perlen aus 1975. Foto: Stefan SchickedanzDJ Lothar Brandt mit Rock-Perlen aus 1975. Foto: Stefan Schickedanz

Musikanlagen

Der Anteil der heimischen Hersteller ist am Klangschloss traditionell hoch. Der familiäre Rahmen des Klangschlosses ist wie gemacht für Schweizer Hersteller, die man guten Gewissens in der Mehrzahl zu den «Boutique»-Manufakturen rechnen kann. Mit der Präsentation von einzelnen Fachhändlern kommt zudem viel Fachwissen und Erfahrungen mit den direkten Ansprüchen und Wünschen der Anwender ans Klangschloss.

Roland Spalinger hatte ein echtes Highlight mitgebracht: die Tonbandmaschine Revox B77.Roland Spalinger hatte ein echtes Highlight mitgebracht: die Tonbandmaschine Revox B77.

Ein echter Leckerbissen waren die Vorführungen bei AV-Spalinger. Die Kette aus Rega-Plattenspieler, D'Agostino-Verstärker und den formidablen Wilson Audio Watt/Puppy MK2 spielte bereits für sich genommen auf beeindruckendem Niveau. Doch als Roland Spalinger auf die Revox B77 mit Masterbändern als Quelle umstellte, war ich vollkommen baff. Das organisch-natürliche Klangtimbre, die seidig präsenten Stimmen und der körperhafte Grundtonbereich hatten regelrechten Suchtfaktor. Ein «Haben-wollen»-Gefühl überkam mich – was eher selten vorkommt.

EMT JPA 66 MK3, der wohl variabelste Phonovorverstärker für passionierte Vinylliebhaber.EMT JPA 66 MK3, der wohl variabelste Phonovorverstärker für passionierte Vinylliebhaber.

Der JPA 66 MK3 ist ein Ausnahmegerät unter den Röhren-Vorverstärkern – das Ergebnis einer über viele Jahre gewachsenen Zusammenarbeit zwischen Jules Limon und den Brüdern Pawel. Bei Pawel Acoustics im toggenburgischen Kirchberg wird er in liebevoller Handarbeit gefertigt. Seine neu entwickelten Schaltungskonzepte ermöglichen eine präzise Anpassung an unterschiedlichste Tonzellen und Schallplatten – inklusive stufenlos variabler Wiedergabekurven. Audio-Trioden in Röhrentechnik sorgen für Klangschönheit. Die neueste Generation enthält die exklusive LF-Fidelity-Schaltung, die schneide-technische Kompromisse elegant kompensiert.

Eindrücklicher Vintagesound bei Dartzeel und dem – fast – fertiggestellten Lautsprecher HD 12 und dem Plattenspieler TD124.Eindrücklicher Vintagesound bei Dartzeel und dem – fast – fertiggestellten Lautsprecher HD 12 und dem Plattenspieler TD124.

Die Dartzell-HD-12-Lautsprecher erinnern nicht umsonst an die Genfer Swissonor-Lautsprecher, stand doch scheinbar derselbe Mastermind Pate. Die Lautsprecher sind mechanisch und elektrisch final entwickelt. Für das Oberflächenfinish reichte es nicht mehr bis zur Premiere am Klangschloss, daher der feine Stoffüberzug. Die HD12 wurden bespielt mit dem TD 124 DD, der Neuauflage des 1957 vorgestellten Thorens 124, der in unzähligen Rundfunkstudios auf der ganzen Welt seinen Dienst tat. Der Sound war zum Verlieben. Im Grundtonbereich vielleicht etwas gar voluminös, aber mit wohlfeilem, tollem Vintage-Feeling. Ich hätte noch lange zuhören können.

Swiss-made-Röhrenverstärker EJ – ET2-300B EML und Lautsprecher Genuin FS3 MK II von Blumenhofer.Swiss-made-Röhrenverstärker EJ – ET2-300B EML und Lautsprecher Genuin FS3 MK II von Blumenhofer.

Josef Kurt Zimmermann, bekannt als Eternity-Jo (EJ), entwickelt und fertigt seine Röhrenverstärker mit viel Leidenschaft in Schaffhausen – direkt am Rheinfall. Zum Einsatz kamen erlesene 300B-Röhren von Emission Labs und spezielle KT88-Röhren, die in Kombination mit den Genuin Hornlautsprechern Blumenhofer FS2 MK II ihr volles klangliches Potenzial entfalten konnten. Trioden-Röhren und Hornlautsprecher sind wie füreinander geschaffen und sorgen für ein lebendiges, detailreiches und emotionales Hörerlebnis.

Die passive Manger P1 mit dem neuen Schallwandler W06 und dem Merason-Verstärker.Die passive Manger P1 mit dem neuen Schallwandler W06 und dem Merason-Verstärker.

Der Wanger-Schallwandler erhielt im letzten Jahr nach langer Optimierungsphase ein grosses Upgrade. Diverse Verfeinerungen verbesserten Linearität und Feindynamik. Wer den Wandler schon länger kennt, ist einfach begeistert vom Upgrade. Insbesondere die unteren Mitten spielt er nun noch befreiter und dynamischer auf. Die nachhaltige Produktpflege von Daniel Manger ist vorbildlich. Manger-Besitzer haben die Möglichkeit, ihren bestehenden Schallwandler in Mellrichstadt, Franken aufrüsten zu lassen. Vorgeführt wurde in Zusammenarbeit mit Merason.

Wavecontrol und Konkret Akustik. Foto: Rudolf MoserWavecontrol und Konkret Akustik. Foto: Rudolf Moser

Die Lautsprecher von Wavecontrol mit Elektronik von Konkret Akustik aus Wetzikon hatten ihre Premiere am Klangschloss. Die Aktivlautsprecher spielten glasklar, räumlich und mit richtig schönem Punch im Bass – und das Ganze wirkte trotzdem völlig entspannt und natürlich.

Audio Vinyl präsentierte die in der Schweiz noch wenig bekannten Marten-Lautsprecher. Im Bild: die Oscar Trio.Audio Vinyl präsentierte die in der Schweiz noch wenig bekannten Marten-Lautsprecher. Im Bild: die Oscar Trio.

Audio Vinyl präsentierte die Marten-Lautsprecher – in der Schweiz noch ein eher unbeschriebenes Blatt, sind aber weltweit hochgeschätzt. Die Oscar Trio spielte mit einem frischen und präzisen Klangbild auf.

Die Airplain phli Weiss Edition entwickelt und produziert in Kemptthal gewann kürzlich zwei Innovation-Awards.Die Airplain phli Weiss Edition entwickelt und produziert in Kemptthal gewann kürzlich zwei Innovation-Awards.

Die Airplain phli Weiss Edition beinhalten alles, was einen modernen Lautsprecher auszeichnet: eine zeit- und impulsgerechte Wiedergabe, aktive Treiberansteuerung durch effiziente 3 x 430 Endstufen, eine integrierte Streamingbox und Wandler von Weiss sowie die Möglichkeit, die Firmware bequem zu aktualisieren. Die Konfiguration erfolgt ganz einfach über den Browser. Die «Swissness» könnte kaum authentischer sein – die gesamte Produktion, von der Gehäusebearbeitung bis hin zur kunstvollen Seidenabdeckung der Treiber, werden in der Schweiz realisiert. Das trägt Früchte: Inzwischen gewann man in Deutschland und Shanghai je einen Innovations-Award.

Lautsprecher Zeiler Audio SP-01.Lautsprecher Zeiler Audio SP-01.

Ralf Zeiler bezeichnet seine SP-01-Lautsprecher als moderne Interpretation der legendären Tannoy- und Altec-Heritage-Lautsprecher aus den 60er-Jahren mit Koaxialtreibern und hohem Wirkungsgrad. Die Gehäusedimension folgt dem Goldenen Schnitt. Das Design passt zu den eigenen Röhrenamps. Der Raum war etwas zu klein für ihre Grösse, trotzdem beeindruckte die stimmungsvolle und impulsive Klangentfaltung. Die Zeiler SP-01 sind so etwas wie ein Kontrapunkt zu den schnörkellos präzisen Airplain-Lautsprechern. Und man darf staunen, wie Lautsprecher auf ganz andere Art interpretiert werden können.

Sven Boenicke erstellt seit 1998 erfolgreich Lautsprecher aus Massivholz.Sven Boenicke erstellt seit 1998 erfolgreich Lautsprecher aus Massivholz.

Und nochmals erfolgreicher Lautsprecherbau in der Schweiz: Sven Boenicke gründete 1998 im Alter von 20 Jahren Boenicke Audio. Sein Ansatz basiert auf der Überzeugung, dass Massivholz als Gehäusematerial für Lautsprecher einen besonders natürlichen und authentischen Klang ermöglicht. Er verwendet ausschliesslich Massivholz, keine MDF-Platten oder Furniere, und verzichtet bewusst auf Lackierungen, da diese seiner Ansicht nach den Klang verfälschen. Die Oberflächen seiner Lautsprecher werden lediglich geölt, um die natürlichen Eigenschaften des Holzes zu bewahren. Die Gehäuse sind extrem aufwendig mit komplexen Innverstrebungen aufgebaut. Der Erfolg gibt ihm recht.

Illusonic-Aktivlautsprecher und Raumprozessor.Illusonic-Aktivlautsprecher und Raumprozessor.

Illusonic hat für mich eines der überzeugendsten Konzepte. Illusonic-Prozessoren analysieren das Musiksignal auf Raumtiefe und Immersion und können diese Parameter subtil verstärken. Das Ergebnis ist ein natürliches, räumliches Klangbild, das nicht mit künstlichen Halleffekten vergleichbar ist. Anstatt das Mittensignal nur als Phantom-Mitte zwischen zwei Lautsprechern zu erzeugen (Stereo) wird das Mittensignal rechnerisch extrahiert und auf einen echten Center-Lautsprecher gelegt, so bekommt man eine saubere Mitte und die Ortung ist deutlich besser als bei Stereo. Absolut beeindruckt war ich auch von der Impulsgenauigkeit der mit einem Bewegungssensor gesteuerten Aktivlautsprecher.

Flavio Selmoni mit der Lumina, einem Zweiweg-Lautsprecher mit Air Motion Transformer.Flavio Selmoni mit der Lumina, einem Zweiweg-Lautsprecher mit Air Motion Transformer.

Noch einmal Swiss-made-Lautsprecher: Flavio Selmoni entwickelt bereits seit zwei Dekaden Lautsprecher auf hohem Niveau und dies sowohl für HiFi als auch für professionelle Kunden. Die Lumina ist ein Zweiweg-Standlautsprecher mit 18-Zoll-Scanspeak-Bassmittelton-Treiber und einem Air-Motion-Transformer im Hochtonbereich, den er mit einem eigens entwickelten Waveguide ergänzte.

Fink Team Borg Air Motion Transformer im Hochton und Vollverstärker AVM AS 30.3 sowie CD 30.3 Media-/CD Player. Foto: Rudolf MoserFink Team Borg Air Motion Transformer im Hochton und Vollverstärker AVM AS 30.3 sowie CD 30.3 Media-/CD Player. Foto: Rudolf Moser

Ebenfalls auf einen Air Motion Transformer im Hochton setzt das Fink-Team bei der Borg. Sie zeigten eine gute Dynamik mit viel Detailauflösung. Ein Lautsprecher für alle, die Wert auf Natürlichkeit und Präzision legen.

Fazit

Das Klangschloss ist weit entfernt vom typischen Messebetrieb mit glatten Präsentationen und hektischem Treiben. Die besondere Mischung aus Ort, Menschen, Produkten und Musik schafft eine einzigartige Stimmung. Der Quervergleich von Live-Performance und anschliessender Wiedergabe über die vorgestellten Musikanlagen ist wohl weltweit einzigartig.

Mit viel Gespür und einem klaren Konzept hat Markus Thomann das Klangschloss zu einem Ort gemacht, an dem man Musik und deren Wiedergabe intensiv erleben kann. Die Vorträge, die Vinylbörse, die Kopfhör-Sektion und nicht zuletzt die Musik der Landberg-Sessions machten den Besuch zu einem stimmigen und bleibenden Erlebnis. Man freut sich schon auf das nächste Jahr.

Onlinefassung: https://www.avguide.ch/magazin/feine-klaenge-im-historischen-ambiente-klangschloss-2025
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