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Lautsprecher der Superlative

Bowers & Wilkins 800 D3 vorgestellt

Bowers & Wilkins stellte die neue 800 D 3 vor. Ein Superlautsprecher, so viel steht jetzt schon fest.

Von Lothar Brandt · 1. Juni 2016
Bowers & Wilkins 800 D3 an ihrer Präsentation in München.Bowers & Wilkins 800 D3 an ihrer Präsentation in München.

Im Münchener MOC drängten bereits die Massen zur Ausstellung High End. Doch an diesem zweiten Messetag, Freitag, den 6. Mai 2016, drängte ein nicht unbeträchtlicher Teil der Fachpresse zu einem Termin ausserhalb des Messegeländes. Denn im Münchener Stadtzentrum – genauer: dem noblen Hotel Bayerischer Hof – hatte die englische Lautsprecherfirma Bowers & Wilkins geladen. Schliesslich ging es um das neue Flaggschiff der Traditionsfirma, um die 800 D3.

Die neue 800er-Serie hatte B&W ja schon im letzten Jahr unter grosser Anteilnahme aller HiFi-Medien weltweit lanciert. Auch der avguide.ch hat schon Modelle der neuen Renommierserie präsentiert. Sie tragen neben der "Hauptnummer" 802, 803, 804 oder 805 stets den Zusatz D3. Der bedeutet nichts anderes, als dass es sich um die dritte Gerätegeneration mit dem inzwischen auch schon legendären Diamant-Hochtöner handelt.

Doch bislang fehlte der obere, der krönende Abschluss der Serie, traditionell mit der Typenbezeichnung 800. Diese Lücke ist jetzt geschlossen, und avguide.ch war dabei. Neben dem nahezu kompletten Team von Bowers & Wilkins Switzerland mit Schweiz-Chef Fritz Fabig an der Spitze.

Das Spitzenmodell der 800er-Serie

Die gerippte Rückwand mit dem nach hinten rund zulaufenden Mitteltöner ist ein Markenzeichen der 800er-Serie.Die gerippte Rückwand mit dem nach hinten rund zulaufenden Mitteltöner ist ein Markenzeichen der 800er-Serie.

Eine neue 800er war schon immer ein akustisches und nicht zuletzt auch mediales Ereignis. Und in diesem Jahr fiel es auch noch zusammen mit dem 50. Jahrestag der Firmengründung. John Bowers hob die Company, heute zu Hause in Worthing West Sussex, 1966 aus der Taufe. 1979 introduzierte er die erste 801, die mit ihrem damals noch eckigen, aber bereits dreigeteilten Gehäuse den exzellenten Ruf ihres Herstellers in HiFi- wie in Studiokreisen auf ein neues Niveau hob.

Es machte auf "ältere High-End-Hasen" wie den Autor schon Eindruck, wie zu Beginn der Präsentation, nach der Vorstellung der Fertigungsstätten selbst, die Ahnengalerie der 800er aufmarschierte – jeder für sich zu seiner Zeit ein Technologieträger und Referenzmonitor in vielen Hörräumen.

Und nun die 800 D3. Senior Product Manager Andy Kerr und Forschungsleiter Dr. Martial Rousseau stellten "the new flagship" ausführlich vor. Rein äusserlich gar nicht so weit weg von der bereits bekannten 802 D3, die auch dem Autor schon in vielen Hörtests als unbestechlicher, hochanalytischer Abhörlautsprecher gedient hat. Doch ein wenig grösser, genau 1217 Millimeter, und tiefer (611 mm) und minimal breiter (413 mm) ist die neue schon gewachsen.

Und wer von oben draufsieht, kann den Unterschied an fünf statt vier Einzelrippen zu jeder Seite des gewaltigen, nach hinten rund zulaufenden Mitteltöners festmachen. Die gerippte Rückwand ist neben vielen anderen auch ein Markenzeichen der 800er-Serie.

Die inneren Werte machen den Unterschied

Die gewobene, silbrig schimmernde Die gewobene, silbrig schimmernde "Continuum"-Membran des Konus-Mitteltöners.

Zu den markanten Merkmalen gehört die gewobene, silbrig schimmernde, 150 Millimeter durchmessende "Continuum"-Membran des Konus-Mitteltöners. Dieser ruht in einem an eine umgekehrte Kanone erinnernden, separaten Gehäuse. Dieses ging wie viele "Einzelteile" des neuen Toplautsprechers durch die Zuschauer-Reihen – und zog mit seinem enormen Gewicht das Publikum reihenweise in demütige Beugehaltung. Ein Paradebeispiel von Behausung gewordener Akustikingenieurskunst.

Was auch für den Hochtöner mit seiner 25-Millimeter-Diamant-Membran gilt: eine fertigungstechnische Herausforderung sondergleichen. Diese ruht – von einem feinmaschigen Gitter geschützt – in einem Gehäuse, das an einen Torpedo oder ein Mikrofon erinnert.

Über den Aufwand, das von keiner Ecke verunstaltete "Matrix"-Gehäuse für die beiden 250-Millimeter-Tieftöner zu bauen, ist schon viel geschrieben worden. Die Kombination aus Mehrschicht-Holz und Stahl trägt zusammen mit dem massiven Fuss nicht unbeträchtlich zu dem stolzen Gesamtgewicht von 96 Kilogramm pro Box bei.

Diese hatten glücklicherweise hilfreiche Hände bereits in einem Nebenraum aufgebaut, wo  die akustischen Fähigkeiten dieses Lautsprechers einer jeweils kleinen Gruppe von Interessenten vorgeführt wurde. Natürlich gesellte sich avguide.ch hier mit dazu.

Aussergewöhnliche Hörprobe

Ein mehrteiliges Musikprogramm stellte die aussergewöhnlichen Qualitäten dieses Lautsprechers heraus. Zwar konnte die knapp halbstündige Vorführung keinen klassischen avguide.ch-Hörtest ersetzen, doch so viel lässt sich jetzt schon sagen: Die 800 D3 spielt in der Champions League der aktuellen Superboxen.

Unfassbar präzise, analytisch ohne jede Aufdringlichkeit, bis ins feinste Details auflösend, mit einem höchst kontrollierten Bass offenbarte sie auch die letzten Nuancen der eingespielten Aufnahmen. Ohne zu "tricksen" verwandte Andy Kerr ausschliesslich Material in CD-Qualität.

Doch es liess sich problemlos imaginieren, was diese wohltönende Präzisionsfanatikerin von Box wohl mit exzellentem hochauflösendem Musikmaterial machen würde: ein Hörfest, wohl jeden der avisierten 30'000 Euro Paarpreis wert. Voraussichtlicher Preis in der Schweiz: 34'000 Franken.

Die Bowers & Wilkins 800 D3 präsentierte der geladenen Journalisten-Gilde ihre aussergewöhnlichen Qualitäten.Die Bowers & Wilkins 800 D3 präsentierte der geladenen Journalisten-Gilde ihre aussergewöhnlichen Qualitäten.
Onlinefassung: https://www.avguide.ch/magazin/lautsprecher-der-superlative-bowers-and-wilkins-800-d3-vorgestellt
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