avguide.ch Druckansicht · 13.10.2026

Laut und deutlich?

Test Soundbar TCL TS8111

Gut 300 Franken für eine 2.1-Dolby-Atmos-Soundbar: Kann das gut gehen? avguide.ch nimmt den preiswerten TCL-Klangriegel unter die Lupe und zeigt, was der Kunde heute für diesen Preis erwarten kann.

Von Thomas Flammer · 21. Dezember 2020

TCL ist der zweitgrösste Fernsehproduzent der Welt, hierzulande nicht so bekannt wie die noch verbliebenen vier grossen Namen. Die Abkürzung steht übrigens für «The Creative Live». Das war aber nicht immer so. Bis 2006 standen die drei Buchstaben des ehemaligen chinesischen Staatsbetriebs für «Today China Lion». Die Firma, die nach eigenen Angaben über 75'000 Mitarbeitende weltweit beschäftigt, ist mittlerweile vollkommen privatisiert und nun daran, auch in Europa seine Produkte stärker zu pushen.

Wir haben die TS8111 genauer unter die Lupe genommen. Angepriesen wird der genau einen Meter lange Soundriegel als 2.1 Atmos Soundbar mit integriertem Subwoofer. Das ist schon mal praktisch, da nur ein Gerät herumsteht und die Verkabelung somit einfach ist. Das bestätigte sich in der Praxis vollauf. Stromkabel einstecken und das beigelegte HDMI-Kabel mit dem richtigen (ARC)-Eingang des TVs verbinden – das wars. Konfiguration? Nicht nötig. Der zum Testen mitverwendete LG 48-Zoll-OLED-TV mit Jahrgang 2020 erkannte die Soundbar über den ARC-Eingang anstandslos und schaltete gleich die internen Lautsprecher ab und leitete den Ton über die TCL-Bar zum Zuschauer bzw. Hörer. Das hat mich überrascht, da dies längst nicht bei allen Produkten so reibungslos funktioniert.

Die TS8111 misst genau einen Meter in der Breite.Die TS8111 misst genau einen Meter in der Breite.

Ausstattung

Die TS8111 verfügt nebst dem eARC-HDMI-Ausgang auch über einen HDMI-Eingang, einen optischen Toneingang sowie einen analogen 3,5-mm-Audio-Eingang. So können auch alte TVs ohne ARC den Ton via Soundbar wiedergeben. Zudem können über den USB-Post MP3- und FLAC-Dateien abgespielt werden. Via Bluetooth lassen sich Smartphones und dergleichen simpel koppeln. Die Soundbar hat zwei Grundmodi: Stereo und Surround. Zudem gibt es drei EQ-Presets, die sinnvollerweise Movie, Music und TV heissen. Daneben lassen sich Bässe und Höhen direkt ab der handlichen Fernbedienung regeln. Der Atmos-Decoder kann nach Herstellerangabe ein Signal bis zu 7.1.4 handhaben. Das Display mit fünf LED-Elementen zeigt jeweils die Änderung an, welche per Fernbedienung angewiesen wurde (z. B. «TRE+5» oder «MOVIE»).

Auch die «Knöpfe» zur Bedienung sind hinter dem Stoff versteckt.Auch die «Knöpfe» zur Bedienung sind hinter dem Stoff versteckt.

Stoffbezogen

Das Erscheinungsbild ist durch den anthrazitfarbenen Stoff geprägt, welcher die ganze Soundbar umhüllt, sogar Display und Bedienelemente sind hinter der Sofffassade. Der Vorteil dabei: Die TS8111 sieht nicht so sehr nach Plastik aus, obwohl dies natürlich – wie in dieser Preisklasse üblich – auch bei TCL der hauptsächliche Baustoff ist. Ansonsten ist die TCL-Soundbar bezogen auf den Klassenschnitt gut verarbeitet.

Leuchtet neckisch durch den Stoff hindurch und lässt sich gut ablesen: das 5-stellige LED-Display.Leuchtet neckisch durch den Stoff hindurch und lässt sich gut ablesen: das 5-stellige LED-Display.

Ein Blick ins Gehäuseinnere erstaunt aus zwei Gründen. Einerseits ist für die Hauptkanäle je ein Zweiwegsystem mit Mittel- und Hochtöner verbaut (und nicht einfach ein Breitbänder). Anderseits überrascht das 3-Zoll-Basschassis mit grosszügiger Schwingspulenbelüftung und einem ziemlich grossen Schwingspulenüberhang, was es dem Bass ermöglicht, einen grossen Hub auszuführen. Man hat hier also nicht einfach das allerbilligste Chassis verbaut. Je zwei Passivradiatoren unterstützen dabei die Basschassis. Der Vorteil gegenüber dem klassischen Bassreflex besteht darin, dass auf diese Weise keine Strömungsgeräusche bei höheren Lautstärken erzeugt werden. Der Nachteil sind die höheren Kosten, die bei der Herstellung entstehen. Die Bezeichnung 2.1 geht daher voll in Ordnung.

Links oben Hoch- und Mitteltöner (von hinten), rechts daneben das 3-Zoll-Basschassis mit den zwei Passivradiatoren.Links oben Hoch- und Mitteltöner (von hinten), rechts daneben das 3-Zoll-Basschassis mit den zwei Passivradiatoren.

Wie klingts?

Einige Ausschnitte aus dem optisch wie akustisch hervorragenden Science-Fiction-Movie «Oblivion» brachten ein recht gutes Klangbild zutage, welches weder nervig aggressiv noch dumpf daher kam, sondern tonal genau richtig. Es gelang der kleinen Soundbar eine glaubhafte Darstellung des Geschehens, wenngleich sämtliche Töne und Effekte von vorne kamen. Wer schon einmal ein richtiges Atmos-Kino erlebt hat, wird daher enttäuscht sein. Doch wer würde bei diesem Preis schon erwarten, dass diese Soundbar gleich ein komplettes 7.1.4-System ersetzen würde? Wohl niemand. Dialoge kamen ebenfalls sehr klar und transparent rüber, und der typische «Plastikklang», der auftritt, wenn das Gehäuse allzu fest mitschwingt, blieb ebenfalls weitgehend aus.

Das Basschassis: Durch den vertikalen Schlitz (Schwingspulenbelüftung) ist die relativ lang gewickelte, kupferfarbene Schwingspule zu erkennen. Der Antrieb erfolgt über einen Neodym-Magneten.Das Basschassis: Durch den vertikalen Schlitz (Schwingspulenbelüftung) ist die relativ lang gewickelte, kupferfarbene Schwingspule zu erkennen. Der Antrieb erfolgt über einen Neodym-Magneten.

Und Musik?

Musik via Bluetooth zugespielt, klang im Stereo-Betrieb ebenfalls angenehm ausgewogen und man ist erstaunt, was für eine Wirkung gut eingesetzte DSPs heute erzielen können. Auch bei lauterem Hören wurde die TS8111 nie aggressiv und kreischend. Einzig wurde offenbar, dass der im Verhältnis zur Grösse zwar ansprechend tiefe Bass dann eher schnell an seine Grenzen kam. Dies zeigte sich vor allem an der nicht so sauberen Trennung von Instrumenten im Tieftonbereich. Für Hintergrundmusik ab Handy ist die Soundbar aber gut geeignet, der Musikgeniesser wird für diesen Zweck sowieso eine eigene HiFi-Anlage haben.

Alles in allem brachte die TS8111 bezogen auf den Anschaffungspreis eine gute, angenehme Wiedergabe bei Film und Musik und wertet die meisten Flat-TVs klanglich um ein rechtes Stück auf. Vom maximalen Output her fühlt sie sich in kleineren bzw. mittleren Wohnzimmern am wohlsten.

Fazit

Die TS8111 von TCL ist einfach, aber sinnvoll ausgestattet, schnell zu installieren und bringt eine gute Sound-Performance bezogen auf den günstigen Anschaffungspreis von 300 Franken. Die Verarbeitung stimmt aussen und innen, das Gehäuse ist gut abgedichtet und mit einem unauffälligem Stoff überzogen.

Laut? Es geht so. Deutlich? Ja.

Steckbrief
Modell:
TS8111
Profil:
Kompakte, flache Soundbar im Stoffgewand mit angenehmen, nie aggressivem Sound und einfacher Einrichtung und Bedienung.
Pro:
Ausgewogener Sound
gute Verarbeitung
günstiger Preis
dank optischem Eingang auch mit alten TVs kompatibel
Wandhalterungsbügel werden mitgeliefert
Contra:
Surroundsound nur von vorne
Bass nicht sonderlich präzise
Preis:
309.00 CHF
Hersteller:
TCL
Jahrgang:
2020
Vertrieb:
Novis Electronics AG
Masse:
1000 x 65 x 128 mm
Gewicht:
2,9 kg
Farbe:
Anthrazit
Airplay:
Nein
Bluetooth:
Ja
Netzwerkanschluss:
Nein
Analog Input:
3,5 mm
Analog Output:
nein
Audioauflösung (max.):
k. A.
Digital Input:
optisch
HDMI:
1 x Eingang, 1 x Ausgang
HDMI Audio Rückkanal:
1 x eARC
Leistungsaufnahme Standby:
< 0,5 W W
Musikdienste:
-
Remote App:
-
Verstärkerleistung 8 Ohm:
260 (Geamtleistung, Herstellerangabe) Watt
Onlinefassung: https://www.avguide.ch/testbericht/test-soundbar-tcl-ts8111-laut-und-deutlich
© 1999–2026 avguide.ch GmbH · Alle Rechte vorbehalten