Die sechs Musikplayer: Ein spannendes Testfeld.Hi-Res-fähige Musikplayer haben sich durchgesetzt. Sie konzentrieren sich auf mobile Musikwiedergabe auf hohem Klangniveau und lassen alles andere links liegen. Das stimmt aber nicht mehr ganz. Die Grenze zu den Smartphones verschwimmt.
Die reinrassigen und audiophil anmutenden Musikplayer für unterwegs sind mittlerweile in Gesellschaft multifunktionaler Gegenspieler. Diese können mehr – sei es im heimischen Musiknetzwerk oder im Zusammenspiel mit Streamingdiensten. Mit den Geräten lässt kann man googeln, lesen und Apps nutzen. Zudem gibts Flugzeug nun auch WLAN, mit dem sie sich verbinden können.
Die Hersteller setzen Akzente von der reinen Wiedergabe von im Gerät gespeicherter Musik über die Wiedergabe von Musik im heimischen Netzwerk bis zum direkten Kauf von Downloads und sogar der Nutzung von Streaming-Diensten. Die Geräte mit Android-Betriebssystem ermöglichen die Nutzung zahlreicher Apps – auch solche, die mit Musikwiedergabe nichts zu tun haben.
Macht das Sinn? Jeder Interessent muss dies selbst für sich entscheiden. Dabei sollte man die Musik ins Zentrum stellen. Wir tragen auf Reisen ja bereits andere Geräte mit uns, die viele Funktionen beherrschen. Darauf verzichten wir wohl kaum, wenn der neu erworbene Musikplayer nun auch noch zum Multitalent mutiert. Wer kompromisslose Klangqualität auf Reisen dabei haben will, der kann sich darauf fokussieren, ohne Kompromisse einzugehen.
Das Testfeld
Der Fiio X7 gehört zu den Multitalenten.Wir blicken auf eine erstaunliche Entwicklung zurück: Aus den uneinheitlichen MP3-Spielern der späten 90er-Jahre entstand der iPod mit iTunes. Dessen Kernaufgabe wurde später in das multifunktionale iPhone und ins iPad integriert. Dasselbe gab es später mit dem Android-Betriebssystem. Dann kamen Hi-Res und die spezialisierten Musikplayer, die nun ihre Spezialisierung teilweise aufzugeben scheinen.
Das ist verständlich, denn der Kauf von Musik führte vom Tonträger bzw. Datenträger zum Download und dann zur Musikmiete. Alles ist nun möglich und die Hersteller tragen auch dieser Entwicklung Rechnung. Wer zuhause Tidal im Programm hat, möchte das auch im Urlaub nutzen, sofern es die Infrastruktur zulässt.
6 Geräte, 5 Hersteller, ab 299 CHF
Cowon Plenue D: Der kleinste und günstigste Player für 299 CHF. Musik ab internem Speicher oder MicroSD-Karte. Läuft 100 Stunden ohne Nachladen.
FiiO X7: Der kann fast alles. Ein Allround-Musiksystem für 749 CHF.
Sony NW-ZX2: Er kann auch fast alles für 1399 CHF. Das edle Spitzenmodell unter den Walkmen mit proprietärer Sound-Technologie.
Hifiman HM901S: Er verspricht höchste Musikalität für 1499 CHF. Musik ab SD-Karte. Verstärker-Module nach Geschmack austauschbar.
Cowon Plenue S: Der High-End-Musikplayer von Cowon für 1890 CHF. Musik ab MicroSD-Karte.
Astell & Kern AK240: Mit 2890 CHF "nur" der zweitteuerste mobile Player von Astell & Kern. Genial und vielseitig.
Sony NW-ZX2: Mega-Walkman
Edle Haptik und Optik. Der perfekte Handschmeichler.Der perfekt ausgestaltete Sony-Walkman liegt gewichtig, aber nicht übergewichtig in der Hand. Die gerundeten Flanken machen das Gerät griffsicher, die Tasten sind auf einer Seite leicht versenkt angebracht. Fehlbedienung ist praktisch unmöglich. Der Rest der Bedienung erfolgt auf dem Touchscreen. Die Mini-Jack-Kopfhörerbuchse ist unten angebracht, wodurch das Kabel aus dem Sichtfeld verschwindet.
Die rückseitige Belederung erinnert an Leica-Kameras und trägt dazu bei, dass das Gerät dem Benutzer nicht aus der Hand gleitet. Alles ist perfekt verarbeitet. Dazu gibt es eine Echtlederhülle, die einen Zugriff auf die Funktionstasten erlaubt. Mit der Hülle wird das Display verdeckt bzw. geschützt. Das ist nicht nur praktisch. Wer auf das Display zugreifen will, muss das Gerät kurz aus der Hülle ziehen.
Die Hülle aus echtem Leder.Das Aufstarten braucht seine Zeit und wird durch allerlei farbige Symbole und Sinnsprüche versüsst. Die Android-Oberfläche ist für Android-Nutzer eine alte Bekannte. Viele Apps sind vorinstalliert und viele weitere lassen sich hinzufügen. Über WLAN lässt sich ziemlich alles streamen, was das Internet so hergibt. Der Musik-Afficionado interessiert sich aber wohl für andere Quellen.
Dafür gibts zwei Möglichkeiten: Musik unterwegs ab MicroSD-Karte oder aus dem Heimnetzwerk mit DLNA. Letzteres ist problemlos einzurichten. Flugs bin ich auf meinem NAS und kann alles spielen, was sich dort befindet. Hi-Res braucht eine gute WLAN-Verbindung, sonst stockts. 16 Bit/48 kHz ist genügsam, auch wenn die WLAN-Anzeige nur bei zwei Strich ist.
Die Mediathek ist intuitiv zu bedienen und perfekt gestaltet. Bei Hi-Res-Tracks sehe ich ein HR-Symbol aufleuchten. Mehr nicht. Dazu kann man Soundeinstellungen anwählen:
"Clear Audio+" erzeugt einen für mich unangenehmen Loudness-Effekt mit Betonung auf Effekt. Dann gibt es noch "DSEE HX", womit "verloren gegangene hohe Frequenzen" wieder hergestellt werden sollen, was ich nicht nachvollziehen kann. Mit "Surround Sound VPT" kann man der Musik Raumklang beimischen – Konzertsaal, Club, Studio usw. Das ist Spielerei und hört sich künstlich an. Meine Empfehlung: Finger weg davon!
Sony legt ein nahezu perfektes, zur Louis-Vuitton-Tasche passendes Gerät vor. Es funktioniert tadellos und ist absolut multifunktional.
Die Klangbeurteilung finden Sie unter "Soundcheck".
Cowon Plenue D: Perfekter Reisebegleiter
Der kleinformatige Plenue D ist mit 100 Stunden Akkulaufzeit der perfekte Reisebegleiter.Der Plenue D verdient die Bezeichnung "kompakt". Er ist so klein und leicht, dass man ihn problemlos in der Brusttasche eines Hemds mitführen kann. Mit bis zu 100 Stunden Akkulaufzeit braucht man ihn auf längeren Reisen selten bis nie nachzuladen, und 32 GB interner Speicher reichen für viel Musik, auch ohne MicroSD-Karte von 128 GB.
Er kann nur mitgeführte Musik ab Speicher abspielen. Andere Möglichkeiten gibt es nicht und damit auch keine umständlichen Spiele mit WLAN. Der Plenue D grenzt sich also deutlich ab von den Möglichkeiten, die Smartphones zu bieten haben, und liefert einfach Musik pur. Insofern ist das ein sehr konsequentes Gerät.
Der Plenue D ist monolithisch gebaut. Der Touchscreen verfügt über eine ordentliche Auflösung. Die wichtigsten Abspielfunktionen sind seitlich über Druckbalken erreichbar. Nach dem Einschalten steht in weniger als zehn Sekunden die Musikauswahl bereit und die Datenbank ist aktualisiert.
Mit Wischgesten kann man von einem Track zum nächsten springen, und wenn man auf den gespielten Titel tippt, erscheint ein Anzeigefeld mit allen Informationen, einschliesslich Bit-Breite und Sampling-Rate. Es stört nicht, dass die visuelle Oberfläche vertikal ausgerichtet bleibt, wenn man das Gerät um 90° dreht – das tut man bei dieser Kompaktheit kaum.
Die Soundeinstellungen sind praktisch ausgelegt, vor allem mit dem 5-Band-Equalizer, bei dem auch die Filter-Bandbreiten gewählt werden können. Damit lässt sich, wenn erforderlich, viel machen und unter einem von vier User-Presets speichern. Den Sinn dieser Soundeinstellungen sehe ich bei der Anpassung an Klangeigenschaften verschiedener Kopfhörer. Dazu gibt es eine Menge vorprogrammierte, genretypische Einstellungen anzuwählen. Das wiederum ist nicht mein Ding.
Der Plenue D überzeugt durch seine konsequente Reisefreundlichkeit und den darauf fokussierten Funktionsumfang. Dazu ist er preisgünstig und von überzeugender Vearbeitung.
Die Klangbeurteilung finden Sie unter "Soundcheck".
Cowon Plenue S: First Class Flight Attendant
Der Plenue S ist der High-End-Musikplayer von Cowon – sichtbar und fühlbar.Der Plenue S ist mehr als 6-mal teurer als sein kleiner Bruder, aber doppelt so gross. Seine Akkulaufzeit beträgt "nur" ca. acht Stunden.
Es gibt noch weitere Unterschiede: So kann er DSD-Formate inkl. DXD wiedergeben und dies alles sogar nativ. Er verfügt über einen perfektionierten Kopfhörerverstärker und kann auch Kopfhörer mit hoher Impedanz antreiben. Mit dem Burr Brown PCM 1792A kommt ein exzellenter DA-Wandler zum Einsatz. Der analoge Kopfhörerausgang wird für spezielle Kopfhörer durch einen symmetrischen Ausgang ergänzt. Weiter ist auch ein optischer Digitalausgang integriert.
Der interne Speicher ist mit 128 GB ausgelegt. Natürlich lässt er sich mit MicroSD-Karten erweitern. Das Gerät ist traumhaft verarbeitet der Touch-Screen ist sehr hochwertig, sprich hochauflösend.
Alles in allem ist das Gerät nicht nur als Reisebegleiter gedacht, sondern auch für die Heim-Anwendung im Zusammenspiel mit hochwertigsten Kopfhörern und HiFi-Anlagen. Für Letzteres fehlen ihm aber Möglichkeiten, die zuhause durchaus relevant wären. Man kann ihn nicht kabellos mit dem heimischen Netzwerk nutzen, auch Streaming ex Internet ist nicht drin.
Damit ist der Plenue S ein Zwischending. Er ist audiophil für die besten Kopfhörer der Welt ausgelegt, lässt sich auf Reisen problemlos verwenden, macht aber in der Wohnumgebung ein paar Abstriche – also dort, wo die SD-Karten nicht mehr ausreichen.
Die wichtigsten Abspielfunktionen sind seitlich über Druckbalken erreichbar. Nach dem Einschalten steht innerhalb weniger als 10 Sekunden die Musikauswahl bereit und die Datenbank ist sogleich aktualisiert. Alles geht schnell und ist entschlackt, wie beim kleinen Bruder. Die Bedienung ist weitgehend identisch, aber schöner zu betrachten. Zudem verändert sich der Bildinhalt, wenn man das Gerät in die Horizontale dreht.
Die Soundeinstellungen sind vergleichbar zum Plenue D ausgelegt, aber mit einem 10-Band-Equalizer, bei dem die Filter-Bandbreiten gewählt werden können. Damit lässt sich, wenn erforderlich, viel machen und unter einem von vier User-Presets speichern. Den Sinn dieser Soundeinstellungen sehe ich bei der Anpassung an Klangeigenschaften verschiedener Kopfhörer. Dazu gibt es viele vorprogrammierte, genretypische Einstellungen anzuwählen.
Der Plenue S hinterlässt gemischte Gefühle hinsichtlich seiner Funktionsvielfalt angesichts des stolzen Preises. Ob er dies klanglich wettmacht, lesen Sie unter "Soundcheck".
HiFi Man HM910S: HiFi und nichts als HiFi
Der HiFi Man: Die Macht der inneren Werte.Der HiFi Man HM901S läuft der Zeit entgegen. Das Gerät ist schon fast ein Anachronismus. Da hilft noch nicht einmal das im Vergleich zu früheren Modellen modern anmutende Finish. Das Gerät ist gross und schwer. Der Bildschirm ist kein Touchscreen. Die Bedienungselemente, bestehend aus Drehrad und Tasten, muten an wie der Prototyp des ersten iPod.
Der Bildschirm (ich benutze den Begriff bewusst) ist zu wenig hell und kontrastreich, die Auflösung ist mager und die Schriften sind zu klein. Die analoge Lautstärkenregelung mit Drehwalze ist witzig. Der Akku ist riesig und kann sogar ausgetauscht und auch extern mit einem Lade-Dock aufgeladen werden. Die SD-Karte ist nicht "Mikro" und das Ganze erinnert ein wenig an eine Spiegelreflex-Kamera, bei der man Objektiv und Tragriemen vergeblich sucht.
Der Akku und die Verstärkerplatine sind austauschbar. Ein Reserve-Akku kann mitgeführt und ausserhalb des Geräts aufgeladen werden. Die Verstärkerplatine kann mit einer symmetrischen Variante getauscht werden.Das Gerät ist eine durchaus bewusste Provokation. Es geht dem etwas schrulligen Hersteller, der auch mit seinen Kopfhörern Furore macht, nur um Klangqualität nach exakt seiner Philosophie. Alles andere ist völlig unwichtig. Das, was den Herstellern wichtig ist, geht aber an die Speicheldrüsen.
Da kommen kanalgetrennt zwei DA-Wandler Sabre ES9018 zum Einsatz. Die Transistoren und die hervorragenden Operationsverstärker sind teils in Metallgehäusen verbaut. Die Leiterbahnen enthalten eine Menge Kupfer und die gerasterte Lautstärkenregelung ist analog und präzise. Für symmetrisch ausgelegte Kopfhörer steht eine entsprechende Verstärkerplatine für 294 CHF bereit. Das Gerät hat zwei Kopfhöreranschlüsse, symmetrisch und asymmetrisch.
Damit ist so ziemlich alles gesagt. Die Bedienung ist mit den entsprechenden Tasten einfach, sodass man nichts falsch machen kann. Ausser, dass man ständig auf den Bildschirm tippt, ohne dass etwas passieren würde.
Das Musikerlebnis mit dem HiFi Man finden Sie unter "Soundcheck".
Die Verstärkerplatine Minibox Gold des HiFi Man.Astell & Kern AK240: Reisebegleitung durch die Galaxis
Der AK240 ist mit 2890 CHF teuer – aber in allen Belangen sehr beeindruckend.Astell & Kern ist der eigentliche Schöpfer der Sparte mobile Hi-Res-Player. Das Sortiment reicht vom AK Junior für 649 CHF bis zum AK 380 für 4400 CHF. Die Krönung ist dann der stationäre AK 500 für 13'000 CHF. Der getestete AK240 kostet 2890 CHF.
Das Design ist spektakulär und ungewöhnlich. Es erinnert ein wenig an moderne Stealth-Kampfflugzeuge und wird aus hochwertigem Duralumin gefertigt. Die Rückseite gibt durch transluziden Kunststoff den Blick frei auf Karbon-Gewebe. Das Gerät scheint für die Ewigkeit gemacht.
Der Lautstärkenregler ist ein Drehrad mit 150 Stufen, eingebettet wie die geschützte Krone einer Rolex. Die Lautstärke wird auf dem Display gut ersichtlich angezeigt und dann ausgeblendet. Es gibt zwei Analogausgänge, einer davon kombiniert mit dem optischen Digitalausgang, symmetrisch und asymmetrisch, einen USB-Port, einen Hauptschalter und auf der linken Seite drei Tasten für Titelsprünge und Pause/Play. Alles andere bedient sich auf dem schönsten Touch Screen aller Zeiten (bis jetzt).
Unsichtbar sind Bluetooth und Airplay. Der interne Speicher umfasst 256 GB, erweiterbar mit 128 GB per MicroSD. Die Mediathek wird übersichtlich präsentiert und erklärt sich von selbst. Nebst der üblichen Navigation fällt die Schaltfläche "STORE" auf, über die man Musikdownloads von Qobuz und Groovers+ kaufen und downloaden kann. Groovers+ ist in der Schweiz jedoch nicht verfügbar.
Eine weitere Schaltfläche heisst "AK CONNECT". Darüber gelangte ich ohne Umwege auf mein Netzwerk und auf mein NAS und konnte trefflich navigieren. In einem der dortigen Musikordner befinden sich 1050 Hi-Res-Alben mit durchschnittlich 10 Tracks. Für den Aufbau der Darstellung dieser 10'500 Tracks benötigte der AK240 etwa 5 Sekunden – und er liess kein einziges Coverbild aus.
Die Musik ab NAS zu spielen, ist ein Genuss. Es gab keine Unterbrüche, auch bei wackeligem WLAN-Empfang. Wie machen die das? Von Streaming ab Internet halten sie bei A&K nicht sehr viel, aber wenn es sein muss, kann man den AK240 als DA-Wandler an den PC/MAC anschliessen und man ist man auch "drin".
Unterwegs kann man natives (double native) DSD und alles andere während 12 Stunden abspielen. Die DAC-Chips sind zwei Cirrus Logic CS4398 DAC in Dual-Mono. Da geht einem die Puste aus und man kommt ins Grübeln, Preis hin oder her.
Die Spannung steigt, siehe "Soundcheck".
FiiO X7: Allround-Musiksystem
Der FiiO X7 bietet zurzeit am meisten Funktionen fürs Geld und liegt dabei deutlich unter der 1000-CHF-Grenze. Dies bei sehr guter Verarbeitung und hohem Bedienungskomfort. Damit wir er auf mancher Shoppingliste stehen. Er verfügt über zwei Analogausgänge für Kopfhörer und "Line". Letzterer kombiniert mit einem optischen Digitalausgang.
Dazu gibt er Musik auf Wunsch via Bluetooth aus und kann über ein WLAN Musik aus dem Internet über verschiedenste Apps abspielen. Mit dem heimischen Netzwerk wird über DLNA Kontakt aufgenommen. Der interne Speicher umfasst eher schlanke 32 GB, ist aber mit 128 GB auf MicroSD-Karte erweiterbar. Die Akku-Laufzeit ist mit 10 Stunden ordentlich ausgelegt.
Der Kopfhörer-Verstärker ist modular und kann ausgetauscht werden, z. B. mit einem Typ für grössere Leistung oder einem für symmetrische Kopfhörer. Er verfügt über einen "Pure Music"-Wiedergabemodus, bei dem Android ausgeschaltet wird. Es können alle Digitalformate bis 32 Bit und 384kHz abgespielt werden sowie natives DSD 64/128.
Der X7 verfügt über einen grafischen 10-Band-Equalizer für benutzerdefinierte Sound-Einstellungen sowie verschiedenste Presets.
Der X7 kann also quasi alles und scheint technisch keine Abstriche zu machen. Punkto Verarbeitung ebenfalls nicht: Metallgehäuse aus einem Guss. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hervorragend. Eine Hülle aus Kunstleder oder Echtleder ist bei Bedarf separat verfügbar. Inbegriffen ist ein transparenter Schutz aus Kunststoff, der das Gerät von der Rückseite her umschliesst.
Soundcheck
Der Klang im direkten Vergleich.Vorwegzunehmen ist Folgendes: Wenn Sie signifikante Klangunterschiede hören wollen, dann am besten mit Hilfe unterschiedlicher Kopfhörer. Deren Einfluss auf das Musikerlebnis ist weit grösser als die Unterschiede der Geräte an ein und demselben Kopfhörer.
Ich verwendete meinen Grado RS1, den ich in- und auswendig kenne, und spielte mir bekannte Musikaufnahmen von SD-Karte ab. Alle Equalizer- und Sound-"Optimierungen" wurden ausgeschaltet. Die zum Teil bereits gespeicherten Demo-Tracks wurden nicht berücksichtigt.
Hifi Man HM901S:
Wundervolle Wiedergabe von Stimmen mit einer faszinierenden Mittelton-Präsenz. Beeindruckender Tiefbass. Leicht warmes Timbre mit perfekter Klang-Balance. Erstaunlich schönes Ausschwingen.
FiiO X7:
Analytische Tendenz, gerade bei Stimmwiedergabe, aber im Bereich des Hörgeschmacks/Hörgewohnheiten. Etwas schlankerer Bass als beim Hifi Man. Über alles sehr stimmig.
Astell & Kern AK240:
Sehr schön ausgewogenes Klangbild mit überragender Transparenz ohne Schmeichel-Effekte. Passt aus meiner Sicht zu jedem Hörgeschmack. Meisterhaft bei Klassik mit komplexen Klangstrukturen.
Cowon Plenue D:
Ausgezeichneter Gesamteindruck mit einem Tick weniger Atmosphäre als z. B. beim HiFi Man. Ohne Möglichkeit des Direktvergleichs gibt es nichts zu bemängeln.
Cowon Plenue S:
Spielt räumlich ein wenig offener als der Plenue D. Cymbalen und Hihat beim Schlagzeug wirken etwas dynamischer.
Sony NW-ZX2:
Hohe Dynamik und manchmal fast ein wenig zu effektvoll. Sehr plastisch und ergreifend. Ungestüme Transparenz.
Fazit und Video
Der Klangvergleich zeigt, dass die Preisunterschiede der Geräte weit grösser sind als die Unterschiede bei der Klangqualität. Daraus ist abzuleiten, dass die Hersteller nicht in erster Linie am Klang tüfteln, sondern ein Gesamterlebnis herbeiführen, um damit letztendlich zu punkten.
Smartphones und Tablets haben haben in Bezug auf den Klang nichts mehr zu berichten. Wer Musik auf höchstem Niveau mobil geniessen will, kommt an diesen spezialisierten Geräten nicht vorbei.
Der Cowon Plenue D ist das konsequente Reise-Gerät. Kein anderer Kandidat kann ihm in Bezug auf Grösse und Spieldauer das Wasser reichen. Dabei gibt es klanglich trotz tiefem Kaufpreis kaum Abstriche, die nicht mit einem passenden Kopfhörer wettgemacht werden könnten.
Hinsichtlich der Funktionalität schwingen der Sony und der Fiio X7 oben aus. Der Sony ist ein haptisches Gesamtkunstwerk und der Fiio X7 bezüglich seiner Funktionalität preislich unschlagbar.
Der Cowon Plenue S ist funktional für seinen stolzen Preis zu eingeschränkt. Er überzeugt klanglich, optisch und haptisch.
Der AK240 von Astell & Kern ist trotz seines hohen Preises in jeder Beziehung absolut überzeugend. Vor allem für den audiophilen Musikhörer mit Affinität zu mehr als Reisebegleitung bei höchster Klangqualität.
Der HiFi Man hat mir persönlich das schönste Musikerlebnis beschert. Die Maschine ist irgendwie magisch. Dennoch sollte sich der Hersteller mit Themen wie Bedienungskomfort, Abmessungen und Gewicht auseinandersetzen.