Moon 341 Vollverstärker in Schwarz neben einem Plattenspieler.Moon erweitert seine Compass-Reihe um einen Vollverstärker, der auf alles Digitale verzichtet. Der 341 vereint Phonostufe, symmetrische Vorstufe und Endstufe in einem Gehäuse. Einen Wandler oder Streaming-Funktionen hat er nicht. Compass ist die Reihe direkt unter Moons Topreihe North. International vorgestellt wurde der 341 am 15. Oktober.
Gedacht ist er für Hörer, die bereits eine digitale Quelle besitzen oder ausschliesslich analog hören. Wer streamen will, findet in derselben Reihe den 371. Er hat dieselbe Leistung und dieselbe Schaltungstechnik, dazu einen Netzwerkspieler, und kostet CHF 1'400 mehr. Besitzt man bereits einen Streamer, wäre dieser Aufpreis unnötig.
Hinter Moon steht Simaudio, 1980 in Boucherville bei Montreal gegründet und bis heute inhabergeführt. Die Kanadier erledigen in der eigenen Fabrik Entwicklung, Software, Metallbearbeitung, Bestückung und Montage weitgehend selbst. Der Name Compass spielt auf die Topreihe an. Ein Kompass zeigt bekanntlich nach Norden.
Rein analog
Der Signalweg des 341 bleibt durchgehend analog, die Vorstufe ist vollständig symmetrisch aufgebaut. Für Hochpegelquellen stehen drei Cinch-Eingänge und ein XLR-Eingang bereit, dazu kommt ein Phonoeingang. Ausgangsseitig gibt es neben den Lautsprecherklemmen einen analogen Cinch-Ausgang.
Die Phonostufe nimmt Moving-Magnet- und Moving-Coil-Systeme an. Die passende Konfiguration wählt man im Bildschirmmenü aus einer Reihe von Voreinstellungen.
MDCA und MHP aus der North Collection
Die Verstärkerschaltung MDCA (Moon Distortion Cancelling Amplifier) hat Moon ursprünglich für die North Collection entwickelt. Die Endstufe arbeitet in Class AB, aber ohne globale Gegenkopplung. Stattdessen vergleicht ein Komparator laufend Ein- und Ausgangssignal und speist die Korrektur direkt in die Ausgangsstufe ein.
Ganz neu ist die Idee nicht. Das Prinzip, Ein- und Ausgang zu vergleichen und die Abweichung zu korrigieren, beschrieb Malcolm Hawksford von der University of Essex bereits 1980 in einem Beitrag für die Audio Engineering Society. Wie Moon es im Detail umsetzt, ist nicht offengelegt. Moon setzt dafür eigene bipolare Transistoren ein und gibt den Klirrfaktor samt Rauschen mit 0,009 Prozent bei einem Watt und 0,003 Prozent bei 100 Watt an.
Auch das Netzteil MHP (Moon Hybrid Power) stammt aus der Topreihe. Es verbindet ein Schaltnetzteil mit einer linearen Stufe. Eine aktive Leistungsfaktorkorrektur macht aus der Netzspannung zuerst rund 400 Volt Gleichspannung, ein Resonanzwandler taktet ausserhalb des Hörbereichs, eine lineare Stufe stabilisiert am Ende. Ausgelegt ist das MHP auf 800 Watt. Der 341 leistet 2 × 100 Watt an 8 Ohm und 2 × 200 Watt an 4 Ohm, der Dämpfungsfaktor beträgt 425. Im Leerlauf nimmt er 26 Watt auf, im vollen Standby 24 Watt und im Sparmodus 6 Watt.
Die Front trägt ein Grafikdisplay mit 6,75 Zoll Diagonale. Hinten sitzen zwei Ethernet-Buchsen für Moonlink, die Verbindung zwischen Moon-Geräten. Sie dienen der Bedienung, nicht der Musik. Ein USB-Port ermöglicht Firmware-Updates ohne direktes Internet und ein 12-Volt-Trigger schaltet weitere Geräte wie Endstufen oder Heimkino-Komponenten mit ein. Mitgeliefert wird die Alu-Fernbedienung CRM-4, die Bluetooth-Fernbedienung BRM-1 gibt es als Option. Das Gehäuse ist ganz in Schwarz oder zweifarbig mit silbernen Seitenwangen erhältlich.
Preis und Verfügbarkeit
Mit dem 341 umfasst die Compass-Reihe vier Geräte. Den Auftakt machte im Herbst 2025 der 371, seither kamen der Netzwerkspieler und Vorverstärker 491 für CHF 5'980 und die Endstufe 461 für CHF 4'580 dazu.
Der Moon 341 kostet in der Schweiz CHF 4'580 und ist ab Mitte November lieferbar. Den Vertrieb besorgt Audiosphere in Zürich, verkauft wird über ausgewählte Fachhändler. Die Garantie beträgt fünf Jahre. In der Eurozone kostet der 341 EUR 5'200 und damit umgerechnet mehr als hierzulande.