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Action-Aufnahmen in 4K

Test Actionkamera GoPro Hero4 Black

GoPro ist quasi ein Synonym geworden für Sport- und Actionkameras. Doch braucht man überhaupt das neuste Topmodell Hero4 Black, und was kann es besser als andere?

Von Hans Fischer · 26. Januar 2015
Hero4 BlackHero4 Black

GoPro bringt praktisch im Jahresrythmus neue Kameras auf den Markt. Anfänglich war das einfach ein neues Modell, dass es in verschiedenen Ausführungen zu kaufen gab. Diese unterschieden sich einfach im Zubehör. Seit der GoPro Hero 3 gab es jeweils drei Versionen, eine White Edition mit den einfachsten Funktionen, eine Silver Edition mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis und aktueller Hardware und eine Black Edition. Letztgenannte beinhaltete den aktuellen "State of the art" von verfügbarer Technik auf dem Markt. 

Im Herbst letzten Jahres kam die GoPro Hero4 auf den Markt. Die White Edition wurde weggelassen und durch ein supergünstiges Einstiegsmodell namens Hero ersetzt. Da bleiben also noch Silver und Black übrig: Erstere bekam ein Display Upgrade und die Black einen 4K-Filmmodus, der erstmals seinen Namen auch verdient, sowie satte 120 Bilder pro Sekunden bei Full-HD-Aufnahmen. Die Hero4 scheint also noch einen Schritt nach vorne gemacht zu haben seit der Hero3+. Das Topmodell, die Hero4 Black, haben wir genauer unter die Lupe genommen; sie war bei einem Snowboardtrip in Japan mit dabei!

Ausstattung und Daten

Lieferumfang der GoPro Hero4 Black.Lieferumfang der GoPro Hero4 Black.

Lieferumfang

Bei der Hero4 Black und Silver gibt es jeweils drei Ausführungen mit den Namen Standard, Surf und Music. Diese unterscheiden sich dann jeweils im mitgelieferten Zubehör, also im Lieferumfang. Folgender Lieferumfang ist bei allen Modellen gleich:
- Nebst der eigentlichen Kamera war folgendes Zubehör dabei:
- Akku
- USB-Kabel
- Standard-Gehäuse
- Skeleton Hintertür
- 2x Klebehalterung (gerade und gebogen)
- Schnellspannschnallen
- 3-Wege-Schwenkarm

Technische Daten
Die technischen Daten der Video- und Fotomodi der Hero4 Black hier aufzuzählen, würde den Rahmen völlig sprengen. Die wichtigsten Daten sind aber sicher der neue 4K-Modus, welcher nun zum ersten Mal flüssige 30 Bilder pro Sekunde aufnehmen kann. 2.7K sind sogar mit bis zu 50fps möglich und 1440p mit 80. Besonders hervorzuheben gilt es neu die 1080p mit satten 120fps, was im Endeffekt einer Zeitlupe mit dem Faktor vier entspricht. 

Bei Bildaufnahmen sind 12 Megapixel Fotos möglich, und das sogar mit maximal 30 Bildern pro Sekunde, begrenzt auf diese eine Sekunde. Ideal, um bei Action-Aufnahmen den richtigen Moment zu erwischen. Nebst herkömmlichen Bildmodi ist auch der Intervall-Modus für Zeitraffer geblieben. Damit lassen sich in fixen Zeitabständen automatisch Fotos aufnehmen. Neu auch mit dem sogenannten "Nacht-Zeitraffer", dort sind längere Belichtungszeiten ebenfalls einstellbar.

In die GoPro integriert sind Wi-Fi und Bluetooth. Die beiden Schnittstellen dienen dem einfachen Setup und Firmware-Update der Kamera, sowie dem Bedienen und überprüfen des Bildes durch ein Smartphone oder Tablet.

Bedienung und Laufzeit

Komplett neues Menü und Bedienung in der Hero4Komplett neues Menü und Bedienung in der Hero4

Die Bedienung der GoPro Kameras war immer eine Sache für sich. Mittels dem frontseitigen Ein/Aus- und Modustaster in Kombination mit dem Auslöser wurde durch das Menü auf dem kleinen Bildschirm navigiert. Grundsätzlich hat sich daran an der Hero4 nichts geändert, ausser dass der seitliche Taster, welcher früher für das WLAN zuständig war, nun dem Einstieg in die spezifischen Settings dienlich ist. Das heisst im Fotomodus kann durch Betätigen des seitlichen Tasters das Einstellungsmenü aufgerufen werden, in dem alle Einstellungen für Fotos angepasst werden. Das erleichtert die Bedienung an der Kamera selbst deutlich. Noch angenehmer wird diese, wenn man die Hero4 an das Smartphone koppelt. Besonders für GoPro-Einsteiger empfiehlt sich diese Variante.

Hat man die GoPro einmal nach den eigenen Wünschen konfiguriert, ist sie einfach zu handhaben. Klare Druckpunkte der Taster ermöglichen auch durch das wasserdichte Gehäuse eine einfach Bedienung. Das Feedback durch verschiedene Pieps-Töne ist per default eingeschalten, so weiss der Nutzer auch, dass die Kamera aktiviert oder gestoppt wurde. Rotes Blinken, welches über verbaute LEDs auf fast allen Seiten ersichtlich ist, signalisiert, dass die Kamera gerade aufnimmt. 

Die Laufzeit der Hero4 ist auch wie bei den Vorgängermodellen ein klarer Schwachpunkt, aber auch der kompakten Bauweise geschuldet. In der Hero4 sind neue Akkus zum Einsatz gekommen, heisst diese sind mit Akkus von alten GoPros nicht kompatibel, wie auch die Ladegeräte nicht. Mit einem normalen Akku und ständigem Filmen hält die Kamera etwas länger als eine Stunde durch. In meinem Testeinsatz mit Minustemperaturen in den Bergen bin ich zusammen mit dem Akku-Bacpac (einem aufsetzbaren Akkupack) aber einen Tag lang gut über die Runden gekommen, ohne den Akku wechseln zu müssen. Dabei wurde auch mal pausiert und wieder gefilmt. Wer sich also einen Zusatzakku plus das Akku-Bacpac leistet, wird sehr gut über die Runden kommen.

Bilder- und Zeitraffer-Aufnahmen

Die GoPro Kameras haben sich ihren guten Ruf sicher nicht durch herausragende Abbildungsschärfe oder farbechte Darstellung gemacht. Die Kamera ist leicht, praktisch überall zu montieren und schafft so aussergewöhnliche Perspektiven von Motiven, wie man sie bis dahin nicht kannte. Was nun die Hero4 als erste aller GoPros besser macht als die Vorgänger, ist die Möglichkeit, selbst an den Einstellungsparametern Hand anzulegen. Während man bisher auf Änderung des Bildwinkels und der Auflösung beschränkt war, kann man nun im sogenannten ProTune-Modus Einstellungen vornehmen, wie man sie von herkömmlichen Digitalkameras kennt: Weissabgleich, Belichtungskorrektur und ISO-Limitierung können festgelegt werden sowie auch ein Farbprofil und Schärfungseinstellungen. 

Mein persönliches Vorgehen bei GoPro Fotoaufnahmen ist immer der Import in Adobe Lightroom. Dort kann ich dank des gespeicherten Hero4 Profils die Verzerrungen durch das Fischaugen-Objektiv einigermassen korrigieren. So nehme ich alle Fotos auch immer mit den vollen 12 Megapixeln auf, so bleibt mir nach der Profilkorrektur auch noch genügend Spielraum für einen Beschnitt übrig. Wer den Aufnahmewinkel bereits in der GoPro ändert, erzielt damit nur, dass bloss ein Teil des Sensors ausgelesen wird, und das führt zu einer tieferen Auflösung. Daher empfehle ich, diesen Schritt erst in der Bildbearbeitung zu machen.

Zeitraffer-Aufnahmen
Bekannt aus den vorherigen GoPro-Modellen ist die Intervall-Funktion, welche die perfekte Grundlage für Zeitraffer-Aufnahmen schafft. In einem festen zeitlichen Abstand werden Bilder aufgenommen, welche mit wenigen Schritten in der Nachbearbeitung zu einem Zeitraffer-Film zusammengefügt werden können. Neu ist aber der Night-Lapse-Modus, welcher es erlaubt, fixe Belichtungszeiten zu definieren und damit erstmals auch gute Resultate bei Dunkelheit zulässt. Im nachfolgenden Video wurden verschiedene Einstellungen für Timelapse- sowie Night-Lapse-Aufnahmen ausprobiert.

Empfehlungen für ProTune Settings

  Tageslicht    Nachtaufnahmen
White Balance:  Auto 5500K
Color Profile: GoPro GoPro
ISO Limit: 800 200
Sharpening: Low Low
Exposure Compensation:    0 0

Video-Aufnahmen

Wer eine GoPro kauft, der zielt vor allem auf tolle Videoaufnahmen ab. Mittlerweile sind auf Skipisten Wintersportler, welche mit GoPros auf ihren Helmen herumfahren, kaum mehr wegzudenken.

Die Hero4 Black hat im Bereich Video-Aufnahmen wieder eine Schippe draufgelegt. So können erstmals 4K-Aufnahmen mit flüssigen 30 Bildern pro Sekunde festgehalten werden. Wem 1080p Full-HD als Auflösung noch genügt, der darf sich an 120fps Aufnahmen erfreuen. Damit sind Zeitlupen-Sequenzen in vierfacher Verlangsamung möglich. Um an gute Aufnahmen zu kommen, sollte man den Videomodus und die Einstellung möglichst an die Situation anpassen. Für Actionaufnahmen würde ich noch die Finger von 4K lassen, zumal die Nachbearbeitung auch mehr Rechenleistung und kompatibles Material erfordert. Mit 1080p dürfte man auch in der heutigen Zeit noch "state of the art" sein, und mit der Spielerei an den Frameraten kann man tolle Szenen festhalten.

SuperView
Seit der Hero3+ eingeführt, sehe ich die SuperView-Einstellung als tolle Erweiterung für spezifische Sportarten. Bei Superview wird nämlich der Sensor nicht im 16:9 Format ausgelesen, sondern komplett, also 4:3. Das bedeutet, dass die Aufnahme in der vertikalen oben und unten mehr Bildinformation gewinnt. Diese teilweise sonst fast fehlenden Ausschnitte beim Biken oder Motorradfahren aus der Eigenperspektive wie auch beim Skifahren oder Snowboarden wirken einfach vollständiger. Wie sich die Einstellung auswirkt, ist bei den beiden Bildern im Anschluss des Abschnitts erkennbar. Das einleitende Video wurde mit SuperView aufgezeichnet.

Ausschnitt aus Hero4 Video ohne SuperView, das Snowboard ist nicht abgebildet.Ausschnitt aus Hero4 Video ohne SuperView, das Snowboard ist nicht abgebildet.
Ausschnitt aus Hero4 Video mit SuperView, das Snowboard ist erkennbar.Ausschnitt aus Hero4 Video mit SuperView, das Snowboard ist erkennbar.

Natürlich hat SuperView nicht nur Vorteile,. Da der Sensor im 4:3 Format ausgelesen wird und der Output aber 16:9 Format hat, wird gegen die Seitenränder hin einfach nach aussen verzerrt. Die Bildmitte bleibt verzerrungsfrei. Wer es schafft, die wichtigsten Objekte dort zu platzieren, wird mit SuperView glücklich. Die erhöhte Rechenleistung, welche die GoPro zur Bearbeitung von SuperView aufwenden muss, schlägt sich in der Framerate nieder. Anstatt der 120fps für 1080p sind noch maximal 80fps möglich.

4K und Slow Motion Aufnahmen

Um die Möglichkeiten der GoPro Hero4 Black auch voll auszureizen, wurde das obige Video in 4K Auflösung aufgenommen. Die Hero4 Black wurde dazu auf einen mit Gimbal ausgerüsteten Quadcopter montiert. Die Aufnahmen sind nur zusammengefügt: Das Video entspricht dem Rohmaterial, nicht stabilisiert oder nachgeschärft. Verwendet wurde auch hier ProTune mit einem ISO-Limit von 400. Für Flugaufnahmen sind die Aufnahmen in 4K genial und zeigen eine hohe Detailschärfe, welche aber gegen den Rand etwas abnimmt. Die Farben wirken GoPro typisch etwas übersättigt. Wer sich aber auskennt, kann das Farbprofil auf "Flat" stellen und danach selbst Hand anlegen. Ein weiterer toller Effekt bei 4K-Auflösung ist die Nachbearbeitung: Wer sich auskennt, kann das Material auf 1080p skalieren und hat somit viele Möglichkeiten beim Stabilisieren und Verändern des Bildausschnitts. Für reine Actionaufnahmen sehe ich den 4K-Modus als (noch) nicht geeignet.

Slow Motion
Um eindrucksvolle Slow Motion Effekte zu erstellen, sind hohe Frameraten unabdingbar. Die Hero4 Black schafft ja deren 120fps bei 1080p. Diese wurden bei obigen Aufnahmen angewandt, und die Wiedergabe auf 30fps fixiert. Damit erreicht man eine vierfache Zeitlupe. Man sieht, wie die Hero4 trotz kurzen Belichtungszeiten auch scharfe und detailgetreue Bilder aufnehmen kann.

Tipp: Kompatible Frameraten verwenden
Für alle, die nach dem Einsatz der GoPro auch mal kleine Video-Zusammenschnitte wagen möchten, empfiehlt es sich, ein paar Gedanken zu Frameraten zu machen. Diese sollten nämlich untereinander kompatibel sein, sprich wer die 120fps der Hero4 Black nutzen möchte, sollte weiteres Material mit 30fps und 60fps aufnehmen. Das gilt auch für Camcorder oder Digitalkameras. Sind diese nämlich auf 25fps eingestellt, wird das Videoschnittprogramm Mühe haben, die Aufnahmen zu vereinen. Dazu werden Zwischenbilder berechnet, wodurch das Resultat Schärfe und Detailtreue verliert.

Fazit

Die GoPro Hero4 hat neue Akkus und einen besseren Einschub für dieseDie GoPro Hero4 hat neue Akkus und einen besseren Einschub für diese

Die GoPro Hero4 Black ist die beste GoPro, die es gibt, das kann ganz klar gesagt werden. Dank ProTune-Modus und höheren Frameraten überzeugt sie einmal mehr und bietet damit den Anwendern noch mehr Möglichkeiten als bis anhin. Auf den ersten Blick ist die GoPro Hero4 Black auch preislich auf demselben Niveau geblieben, wie die Vorgängermodelle. GoPro hat aber die WiFi-Fernbedienung aus dem Lieferumfang gestrichen, damit wurde die Hero4 Black "künstlich" rund 90 CHF verteuert.

Nebst der Hero4 Black wäre die Hero4 Silver eine Option. Diese hat ein integriertes Display. Für mich persönlich ist das Display kein Kaufargument, während Actionaufnahmen sehe ich mir das sowieso nicht an, und nur zum Ausrichten der Kamera kann man auch schnell das Smartphone mit der GoPro App zur Hand nehmen. Als Zubehör würde ich das Akku-Bacpac und einen Zusatzakku für die GoPro sehr empfehlen. Damit kommt man auch einen Tag gut um die Runden.

Die Hero4 Black ist jedem zu empfehlen, der gerne auf dem aktuellsten Stand der Technik sein möchte, hochauflösende 4K-Videos oder tolle Slow Motion Szenen mit 1080p aufnehmen möchte. Es empfiehlt sich, etwas Zeit in die Nachbearbeitung und den Zusammenschnitt zu investieren. Dann steht eindrucksvollen Videos vom letzten Ausflug mit Snowboard, Ski, Bike, Motorrad oder einem Urlaub nichts im Weg!

Steckbrief
Modell:
Hero4 Black
Profil:
Actionkamera mit bis zu 4K und 30 fps Auflösung, wasserdichtem Gehäuse und verfügbaren Zubehör für die Montage bei fast jeder Sportart. Die Hero4 Black ist das Topmodell der Hero4 Serie.
Pro:
klein und leicht
dank ProTune abstimmbar
tolle Bildqualität, auch bei Low Light
mittlerweile extrem viel Sonderzubehör und Montagemöglichkeiten erhältlich
Contra:
Akkulaufzeit
Fischaugeneffekt
Unschärfen an Rändern
Preis:
549.00 CHF
Hersteller:
GoPro
Jahrgang:
2015
Vertrieb:
Intercycle
Masse:
59x41x21 mm
Gewicht:
0.152 kg
Farbe:
grau/schwarz
Onlinefassung: https://www.avguide.ch/testbericht/action-aufnahmen-in-4k-test-actionkamera-gopro-hero4-black
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