
Von der mobilen Kamera für den schnellen Upload ins Internet bis zur Profiausrüstung präsentierte die photokina das gesamte Imaging-Sortiment
Fotokameras und Video-Camcorder standen im Zentrum der photokina, die vom 21. bis zum 26. September 2010 in Köln stattfand. Doch auch die Wiedergabeseite bietet immer neue Möglichkeiten: Bilderrahmen, Fotobücher oder der einfache Upload der Bilder auf die Social Community Plattformen wie Facebook, flickr oder Youtube. Oft stellt die mit der Kamera gelieferte Software (z. B. Nikon View-NX 2) beim Anschluss an den PC automatisch die Verbindung zur gewünschten Internet Plattform her und konvertiert Fotos und Videos falls nötig in das erforderliche Webformat (z. B. Panasonic HDC-SDX1). Beim Betrachten geht Nikon mit der Coolpix neue Wege. Die jüngste Generation der PJ-Serie kann nicht nur ihre eigene Fotos und Videos durch den integrierten Projektor an die Wand oder auf eine Leinwand werfen, sondern auch auf dem PC gespeicherte Präsentationen zeigen.
Bildoptimierung

Die Coolpix S1100pj von Nikon hat einen Projektor integriert, der mit 14 Lumen um 40% heller ist als der des Vorgängermodells
Der Camcorder wird zur Fotokamera, der Fotoapparat zum Camcorder. Damit verbunden ist die Möglichkeit schneller Aufnahmeserien von Einzelbildern, was den gelungenen Schnappschuss oft erst ermöglicht. Intelligente Automatiken übernehmen dabei die optimale Einstellung. Sogar die Auswahl des besten Bildes einer Serie nimmt die Kamera-Automatik dem Fotografen ab, wie bei der „Best Image Selection“ Funktion der Canon Ixus 1000 HS.
Oft misslingen Fotos nicht nur in schwierigen Situationen. Hier hilft die Technik mit Aufnahmen von mehreren Einzelbildern. So nutzen neue Modelle von Canon, Fuji, Nikon, Olympus oder Ricoh mehrere hintereinander gemachte Aufnahmen zur Optimierung der Bildergebnisse. Dabei sucht der Bildprozessor aus den unterschiedlichen Einzelfotos jeweils die optimal abgebildeten Details und setzt diese zu einem neuen, perfekteren Bild zusammen. Mit dieser Technik lassen sich rauscharme Fotos bei schwacher Beleuchtung erreichen, wie es beispielsweise die Ricoh CX4 im „Nachtlandschaft Mehrbild“ Modus kann, die dazu vier Aufnahmen zu einem Bild vereint. Die Sony Cybershot TX9 schiesst zur Vermeidung von Farbrauschen bis zu sechs unterschiedliche Aufnahmen, aus denen sie die am besten belichteten Details zu einem neuen Foto zusammenfügt.
Mehrbild-Aufnahmen

Die Canon Ixus 1000 HS bietet neben der ?Best Image Selection?-Funktion ein 10-fach optisches Zoom, 10-Megapixel-CMOS-Sensor und Full-HD Videoaufnahme
Eine andere Variante der Mehrbild-Aufnahme zur Beeinflussung des Resultats zeigt Sony mit Background Defocus, bei dem die Kamera zwei Aufnahmen macht: eine mit scharfem Vordergrund und eine mit unscharfem Hintergrund. So kann auch mit einer Kompaktkamera ein Bildeindruck erreicht werden, wie er sich sonst nur mit SLR-Kameras bei grosser Blendenöffnung erzeugen lässt. Ähnlich mit zwei bis drei Einzelaufnahmen arbeitet auch die „Pro Focus“ Funktion der neuen Kompaktkameras von Fuji. Um den Dynamikbereich anzupassen, sodass auch Spitzlichter und dunkle Bereiche im Motiv noch eine gute Detailzeichnung aufweisen, nutzen die Kamerahersteller ebenfalls die so genannte Multi-Shot-Technik. So macht beispielsweise die neue Canon PowerShot S95 im HDR-Modus gleich drei Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung, die sie dann zu einem High Dynamic Range Bild zusammenfügt.
Ein weiteres Anwendungsbeispiel für die softwarebasierten Mehrbild-Techniken sind die nahtlosen Verschmelzungen von Einzelaufnahmen zu Panoramen, deren Abbildungen den Bildwinkel des verwendeten
Objektivs weit übertreffen. Mussten dazu bisher sorgfältig sich überlappende Einzelbilder aufgenommen
werden, die dann an ihren Schnittstellen – entweder in der Kamera oder am PC – zusammengefügt wurden, so genügt dazu heute ein Kameraschwenk über das Motiv, um ein solches Breitbild einzufangen. (Sweep Panorama Funktion Sony, Motion Panorama Fujifilm).
Auch die Ausdehnung der Schärfe im Motiv lässt sich mit der Mehrbild-Technologie steuern. Dazu werden viele Einzelfotos mit unterschiedlicher Entfernungseinstellung aufgenommen, die dann zu einem Bild mit durchgehender Schärfe von vorn bis hinten verschmolzen werden.
3D-Bilder

Die 3D-Kamera Finepix 3D W3 von Fujifilm erlaubt das Betrachten der dreidimensionalen Bilder ohne Brille
Kameras und Camcorder mit 3D-Funktion sowie Objektive und Vorsätze, die 2D-Geräte 3D-fähig machen, gehören zum Muss der diesjährigen photokina. So stellt Panasonic sowohl ein neues 3D-Objektiv für die Kameras seiner G Micro System Fotoapparate als auch seinen 3D-fähige Consumer-Camcorder und 3D-Fernseher vor. Fujifilm hatte auf der photokina 2008 den Beginn der dreidimensionalen Digitalfotografie markiert und zeigt jetzt in Köln mit der FinePix Real 3D W3 bereits die nächste Generation. Die mit zwei getrennten Aufnahmesystemen ausgestattete Kamera kann 3D-HD-Videos und Fotos mit 10 Megapixeln aufnehmen, deren räumliche Wirkung sich ohne Brille auf dem Kameradisplay betrachten lässt.
Künstliche Intelligenz

Der HDC-SDX1 von Panasonic nimmt Videos nicht nur im AVCHD-Format auf, sondern auch im MP-4-Format. Die mitgelieferte Software übernimmt zudem den Upload auf YouTube
Die intelligenten Automatiken machen die Aufnahme gelungener Fotos und Videos einfacher. Es bedarf kaum mehr handwerklicher fotografischer Kenntnisse, um ein Foto oder Videos in guter Bildqualität zu erstellen. In den meisten Fällen reicht der Druck auf den Auslöser, um eine Szene technisch perfekt ins Bild zu rücken. Gleichzeitig ist die Anzahl der individuell beeinflussbaren Parameter gestiegen. Aufnahmemodi mit Verfremdungseffekten wie Cross-Entwicklung, Fisheye, Lochkamera, Pop-Art oder Monochrom sind in vielen Modellen anzutreffen, ebenso Funktionen zur Bildoptimierung, wie das automatische Ausgleichen stürzender Linien, die durch Verkanten der Kamera bei der Aufnahme hoher Gebäude entstehen.
Die Möglichkeiten für automatisch optimierte Aufnahmen und die schnelle Bildkommunikation per Internet und Mobiltelefon haben der Fotografie neue Anhänger geschaffen. Von der integrierten W-LAN Schnittstelle bis zum herausklappbaren USB-Stecker oder der Firmware basierten Übertragungssoftware für den schnellen Upload direkt aus der Kamera ins Internet reichen die Lösungen, mit denen die Imaging-Industrie die Bildkommunikation erleichtern und beschleunigen will.