avguide.ch Druckansicht · 14.10.2026

Ultimativ aktiv

Test der Ultima 25 Aktivlautsprecher von Teufel

Vor mir steht ein aktives Stereo-Lautsprechersystem von Teufel für nur gerade 600 CHF (ohne Ständer). Der Hersteller verspricht legendären Sound und unendliche Möglichkeiten. Auf ein Wort?

Von Christian Wenger · 12. Februar 2024
Die Ultima 25 Aktiv von Teufel im künstlerischen Ambiente.Die Ultima 25 Aktiv von Teufel im künstlerischen Ambiente.

Der Preis ist schon eine Kampfansage. Für 600 CHF bekommt man mit den Ultima 25 Aktiv von Teufel ein Stereo-HiFi-System mit allem drin, was man so braucht. Radio (DAB+ und UKW) ist mit an Bord. Man braucht bloss die unauffällige Wurfantenne anzuschliessen. Bluetooth ist die kabellose Verbindung unserer Wahl, und wer eine analoge Quelle verwendet, wie in unserem Fall den externen DAC, kann sich über qualitativ anständige RCA-Stecker (Cinch) freuen. Für das TV-Gerät gibt es einen HDMI-Eingang, natürlich mit Audio Return Channel und CNC für die Steuerung mit der TV-Fernbedienung. Ein optischer Toslink-Eingang ist auch da, zum Beispiel für das TV-Gerät, und eine USB-C-Soundkarte (USB 2.0) ist auch drin.

Der Master-Speaker enthält die gesamte Technik inklusive des Schaltverstärkers mit 2 x 50 Watt (RMS). Der zweite Lautsprecher ist ein konstruktiv identischer Passivlautsprecher ohne Elektronik, abgesehen von seiner Frequenzweiche. Verbunden werden die Lautsprecher mit einem Lautsprecherkabel. Nach dem Einschalten legt man fest, ob der Master-Speaker rechts oder links steht. Für die korrekte Aufstellung der Ultima 25 Aktiv gelten die bekannten Regeln des Stereodreiecks mit Berücksichtigung von Rückwand- und Seitenwand-Abständen sowie der Hochtonachse in etwa auf der Höhe der Ohren.

Dafür gibt es von Teufel – und auch anderswo – geeignete Ständer oder entsprechendes Zubehör für Wandmontage oder Nahfeld-Aufstellung auf einem Bürotisch oder Gaming-Desk.

Dynamischer Bass-Mitteltontreiber mit attraktiver Membran aus Glasfaser und feststehendem Phaseplug aus Aluminium.Dynamischer Bass-Mitteltontreiber mit attraktiver Membran aus Glasfaser und feststehendem Phaseplug aus Aluminium.

Hübsch aufgemacht

Die Schallwände der Lautsprecher sind attraktiv gestaltet. Die Lautsprechertreiber sind klar auf visuelle Attraktivität getrimmt. Es glänzt und strahlt in schwarzem Lack, Chrom und kupferfarbener Glasfaser-Optik. Es ist fast ein wenig des Guten zu viel, vor allem für Design- und Audio-Puristen – aber für die gibt es eine stoffbespannte Abdeckung.

Der Bass-Mittelton-Treiber macht mit seinem «Phaseplug» im Zentrum eine gute Figur. Der Kalottenhochtöner ebenso. Er verfügt über eine speziell ausgeformte Schallwand, die vermutlich als Waveguide operiert und die Distanz von der Kalotte bis zu den Begrenzungen der Schallwand ein wenig verlängert. Bei der unteren Grenzfrequenz des Hochtöners von 2600 Hz beträgt die Wellenlänge 132 mm. Die Schallwand ist gut 200 mm breit und hat somit genügend Reserve.

Die Frontblenden sind eine stabile stoffbespannte Kunststoff-Konstruktion mit vier Stopfen, die man in die äquivalenten Gummitüllen auf der Schallwand einsteckt. Da ist also nix mit selbstzentrierenden «Magnetchen», dafür halten die Dinger felsenfest. Die Bassreflex-Gehäuse mit BR-Öffnung gegen hinten bestehen aus MDF mit Folienbeschichtung und wirken sehr anständig. Die Schallwand ist rundum mit einer Art Schattenfuge ausgestattet, was die Optik ein wenig von der normalen Kost abhebt. Es gibt die Ultima 25 Aktiv auch in einer Ausführung mit weissem Gehäuse, kontrastierend mit der gleichen schwarzen Schallwand.

Bei 2600 Hz übernimmt der Kalottenhochtöner mit Gewebekalotte. Das Schutzgitter ist wenig wirksam und dient eher der Optik. Der Waveguide verlängert die Distanz zu den Begrenzungen der Schallwand.Bei 2600 Hz übernimmt der Kalottenhochtöner mit Gewebekalotte. Das Schutzgitter ist wenig wirksam und dient eher der Optik. Der Waveguide verlängert die Distanz zu den Begrenzungen der Schallwand.

Technologien im Überblick

Ich vermute einmal, dass die selbstbestimmte Musikauswahl vorwiegend kabellos zu diesen Lautsprechern gelangt. Dafür steht Bluetooth mit AAC und Qualcomm aptX-Codecs bereit. Das ist Stand der Technik. iOS funktioniert nur mit AAC. Der Hersteller weist darauf hin, dass aptX fast CD-Qualität biete. Das geht aber nur mit Android-Geräten.

Radio ist nach wie vor die beliebteste Musikquelle. Radio bietet Unterhaltung und Information und läuft vielerorts von morgens bis abends. Teufel spendierte den Ultima 25 Aktiv gleich einen integrierten Radio-Tuner, ohne den Umweg vom Smartgerät via Bluetooth zu machen. Das ist klug: Beim Set-up kommt denn auch gleich Radio aus den Lautsprechern. Die DAB+-Sender wurden so schnell gescannt, dass ich gar nicht mitkam. Der Empfang ist mit der Wurfantenne ausgezeichnet. Das Display am Master-Speaker tut seinen Dienst und drei Preset-Tasten für je drei DAB+- und FM-Radiosender genügen in den meisten Fällen.

Der Master-Speaker kann rechts oder links stehen. Er nimmt alle erforderlichen Kabelverbindungen auf.Der Master-Speaker kann rechts oder links stehen. Er nimmt alle erforderlichen Kabelverbindungen auf.

Der USB-2.0-Eingang führt über den C-Stecker zu einer integrierten Soundkarte, deren Leistungsumfang in den technischen Daten keine Erwähnung findet. Ich bin kein religiöser HiRes-Verfechter, aber es wäre wünschenswert, wenn man die maximale Bitrate und Samplingfrequenz erfahren würde. Vielleicht habe ich etwas übersehen, und sonst gibt es ja die Kommentar-Möglichkeit.

SPDIF funktioniert mit dem optischen Toslink-Anschluss. Das passt zu älteren TV-Geräten, CD-Laufwerken und ähnlichem. Der Analogeingang ist mit RCA-Steckern (Cinch) bestückt. Das ist sehr erfreulich für anständige HiFi-Kabel.

Der HDMI-Anschluss kommt mit ARC und CEC. So lässt sich das System für TV-Betrieb auch mit der TV-Fernbedienung bedienen. Beim Einrichten muss man aber sicherstellen, dass man das richtige HDMI-ARC-Kabel verwendet. Es ist im Lieferumfang nicht enthalten.

Das System kann kabellos mit zwei passenden Rear-Speakern und einem Subwoofer gekoppelt und zu einem Dolby 5.1 Home Cinema kombiniert werden. Der Center Speaker wird mit Dynamore virtuell hinzugefügt. Dynamore kann man auch im Stereobetrieb verwenden – siehe Hörtest.

Der Master-Speaker verfügt über ein informatives Display und ein paar Tasten für On/Off, Funktionen, Bluetooth-Pairing sowie drei Memory-Tasten für Radio.Der Master-Speaker verfügt über ein informatives Display und ein paar Tasten für On/Off, Funktionen, Bluetooth-Pairing sowie drei Memory-Tasten für Radio.

(Fern-)Bedienung

Die meisten Funktionen können am Master-Speaker vorgenommen werden. Besonders cool ist die Lautstärkenregelung mittels Sensorstreifen auf der Oberseite des Master-Lautsprechers. Man kann nach rechts (lauter) oder nach links (leiser) wischen. Es geht feinfühlig. Für grössere Änderungen wischt man mehrmals. Wenn man auf den Sensorstreifen tippt, erfolgt die Stummschaltung.

Smarte Lautstärkenregelung mittels Wischen über einen Sensor-Streifen.Smarte Lautstärkenregelung mittels Wischen über einen Sensor-Streifen.

Dazu gibt es noch eine ganz konventionelle IR-Fernbedienung, deren Funktionen sehr übersichtlich gestaltet sind. Mit der Fernbedienung kann man auch alle Menüfunktionen abarbeiten inklusive zum Beispiel die Lautstärkenkalibrierung in einem Home-Cinema-Set-up. Die Möglichkeiten zur Klangregelung umfassen einen einfachen Bass- und Höhenregler sowie Soundmode-Einstellungen für Musik, Film, Sprache und Nacht (weniger Dynamik). Dazu gibt es noch die erwähnte Dynamore-Taste für den virtuellen Center, sinnvoll bei TV-Sound und Surround Sound.

Anschlüsse für unseren Testbetrieb: Analogverbindungen zum externen DA-Wandler und die DAB+/FM-Wurfantenne.Anschlüsse für unseren Testbetrieb: Analogverbindungen zum externen DA-Wandler und die DAB+/FM-Wurfantenne.

Hörspass

Wer sich Aktivlautsprecher wie die Ultima 25 Aktiv oder etwas in der Region anschafft, erwartet vermutlich kaum audiophile Qualitäten, hingegen Hörspass in allen Lebenslagen, die sich im Einflussbereich der Lautsprecher abspielen. Der typische Besitzer dürfte kaum in die Lage versetzt sein, diesem System so etwas wie eine audiophile Nutzung abzuringen. Es erstaunt umso mehr, als dass man es vielleicht doch tun sollte, denn so weit von Klangidealen ist man gar nicht entfernt. Voraussetzung ist, die Klangregelung links liegenzulassen und sich auch nicht in Versuchung führen zu lassen, die effektvolle Wirkung von Dynamore länger als ein paar Sekunden zu erproben. Für Stereo ist das nichts.

Vielleicht haben die Entwickler, wo auch immer ihre Sonne aufgeht, ein wenig getrickst. Der Bassbereich ist nicht wirklich neutral, man könnte von einem Mid-Bass-Bump sprechen, der bei -3 dB Basskorrektur verschwindet. Leider verschwinden auch Anteile, die nicht verschwinden sollten. Und doch hat man mit der Belassung der Grundeinstellung ein sehr süffiges, dynamisches und besonders auch wuchtiges Klangerlebnis mit erstaunlich guter Auflösung im Hochton (Perkussion ist ein Genuss) und man findet auch mit Gesangsstimmen seinen Frieden.

Flight of the Cosmic Hippo von Bela Fleck muss mal wieder herhalten. Die ganz tiefen Bassakkorde sind nicht mehr direkt hörbar, aber gut kaschiert zu erahnen. Im ersten Moment vermisst man nichts und der Moment ist schnell vorbei. Anschliessend gibt es nichts mehr zu vermissen und die Show geht weiter. Marcus Miller kam wuchtig und verblüffend trocken rüber. Gehört auf dem Miles-Davis-Reinkarnationsalbum «Tutu revisited». Die Ausnahme-Aufnahme macht sich ausgezeichnet mit den Ultima 25 Aktiv.

Stimmlich war ich mir nicht so sicher. Diana Krall singt immer ein wenig durch die Nase und «Isn't it romantic» habe ich besser in Erinnerung. Die wunderbare Gabi Hartmann (Album: «Gabi Hartmann») hingegen kam beschwingt, jugendlich/lieblich ins Gemüt. Sogar Renée Fleming «Oh sleep why dost thou leave me» klang sehr reizvoll und betörend. Da kann man unmöglich auch noch Zeitung lesen. Um die synthetischen Gefilde noch auszuloten, kamen Boris Blank mit Malia noch ins Geschäft. «Celestial Echo» warf mich echt um. Die Wucht und die Grösse des Raums waren ein cooles Erlebnis. Gregory Porters Klassiker «Liquid Spirit» hingegen wirkte etwas grell und heftig.

Ich verwendete für den kritischen Hörtest einen externen DA-Wandler von Merason, die Musik kam von meinem Roon-Server. Im Vergleich fiel die Klangqualität mit Bluetooth schon ab, und der Mittelweg war die USB-Schnittstelle vom PC zur integrierten Soundkarte der Ultima 25 Aktiv. Man kann das Klangpotenzial mit zusätzlichem HiFi-Gerät gut ausreizen. Das System ist ja für zuhause gedacht, wo man nicht auf Bluetooth beschränkt ist.

Wer die akustische Lupe mitführt und sich akribisch auf das Einschwingen oder Ausschwingen – wovon auch immer – fokussiert, dessen audiophiles Gemüt kommt wohl nicht ins Lot. Wer sich mit Freude und Genuss ganz locker der Musik hingibt, kommt auf seine Kosten.

Anzeige eines DAB+-Senders in Frankreich (oben) und des Titels (unten).Anzeige eines DAB+-Senders in Frankreich (oben) und des Titels (unten).

Fazit

Die Ultima 25 Aktiv sind eine tolles, aktives Stereo-Set mit vielen Anwendungsmöglichkeiten, überzeugenden Klangeigenschaften und einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Bedienung ist zudem einfach, intuitiv und irgendwie cool. DAB+ und FM-Radio sind integriert und ohne Umwege zu bekommen. Das ist eine kluge Idee, weil sie die Gewohnheiten vieler Menschen abholt.

Musikalischer Testbetrieb mit Roon via USB, DA-Wandler von Merason und den Ultima 25 Aktiv in einer präzisen Nahfeld-Aufstellung.Musikalischer Testbetrieb mit Roon via USB, DA-Wandler von Merason und den Ultima 25 Aktiv in einer präzisen Nahfeld-Aufstellung.
Steckbrief
Modell:
Ultima 25 Aktiv
Profil:
Kabellose 2-Wege-Stereo-Aktivlautsprecher mit passiver Frequenzweiche und Class-D-Verstärkung im Master-Speaker. Sehr vielseitig einsetzbar, auch als Front-Speaker mit virtuellem Centerkanal (Dynamore) in einem Dolby-5.1-Setting.
Pro:
Hoher Spassfaktor
Sehr vielseitig einsetzbar
DAB+ und FM-Radio integriert
Erweiterbar zu Home Cinema 5.1 (virtueller Center)
Fernbedienung
Contra:
Tonale Ausgewogenheit
Unvollständige technische Daten
Preis:
599.00 CHF
Hersteller:
Teufel
Jahrgang:
2023
Vertrieb:
Lautsprecher Teufel GmbH
Masse:
21,5 x 36,5 x 25 mm
Gewicht:
6 kg
Farbe:
Weiss und Schwarz
Airplay:
Nein
Bluetooth:
Ja
Chromcast:
Nein
Roon Ready:
Nein
Spotify Connect:
Nein
Symmetrischer Eingang:
Nein
WiFi:
Nein
Wireless:
Ja
Analog Input:
RCA (Cinch), FM
Bass:
165 mm Glasfasermembran
Bauprinzip:
Bassreflex
Digital Input:
USB-C, Toslink, HDMI ARC CEC, DAB+ Antenne
Frequenzgang:
41 Hz – 20 kHz ± 3dB
Hochton:
25 mm Gewebekalotte
Onlinefassung: https://www.avguide.ch/testbericht/test-der-ultima-25-aktivlautsprecher-von-teufel-ultimativ-aktiv
© 1999–2026 avguide.ch GmbH · Alle Rechte vorbehalten