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Mächtig gewachsen

Report ISE 2017 in Amsterdam

Mit über 1100 Ausstellern hat sich die Integrated Systems Europe zu einem Messe-Giganten entwickelt. Fachbesucher konnten sich einen nochmals umfassenderen Überblick über die Zukunft der professionellen Unterhaltungselektronik verschaffen.

Von Lothar Brandt · 17. Februar 2017
Grossprojektor von Panasonic.Grossprojektor von Panasonic.

Vom 7. bis 10. Februar beherbergte die grösste niederländische Stadt Amsterdam die ISE, die Integrated Systems Europe 2017. Von eher bescheidenen und im Wortsinne überschaubaren Anfängen im Jahr 2004 hat sich die Fachmesse inzwischen zu einer der wichtigsten Veranstaltungen der Unterhaltungselektronik entwickelt. Mit einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich elf Prozent und in diesem Jahr angemeldeten 73413 Fachbesuchern aus 150 Ländern ist sie inzwischen die grösste Fachmesse der Welt für AV und Systemintegration. Zahlreiche Firmen, die auch der Konsument als Anbieter kennt, waren vor Ort mit ihren Professional Departments, also ihren Profi-Abteilungen. Und bekanntlich wachsen viele Entwicklungen aus und für den professionellen Anwender auch in den Konsumentenbereich hinein.

Längst also ist von CEDIA (Custom Electronic Design & Installation Association) und InfoComm International gehaltene und von der Integrated Systems Events wie gewohnt höchst professionell veranstaltete Messe zum Pflichttermin für die Branche geworden. Auch aus der Schweiz hatten sich viele auf den Weg ins Veranstaltungszentrum RAI am Europaplein gemacht. RAI steht für Rijwiel en Auto Industrie, den Verband der Fahrrad- und Automobilindustrie in den Niederlanden, doch der grosse Gebäudekomplex bot auch der UE beste Bedingungen.

ISE Managing Director Mike Blackman konnte heuer mit 1192 Ausstellern etwa 160 mehr als im letzten Jahr begrüssen, mit Halle 9 stand eine komplette neue Halle für den um 3000 Quadratmeter gewachsenen Platzbedarf zur Verfügung. Sie beherbergte jetzt den Themenkomplex "Smart Building Solutions" und damit einen Schwerpunkt der Messe. Die Vernetzung aller möglichen im Hause genutzter Elektronik ist längst beim Konsumenten angekommen, zumindest theoretisch. Was inzwischen alles praktisch möglich ist, auf der ISE ist es zu sehen. Und zu hören. Der grosse Trend dieses Jahr ist Sprachsteuerung, und kein Geringerer als Charlie Kindel hielt dazu einen Vortrag. Der Entwicklungsleiter für Amazons "Alexa"-Sprachservice sprach zu "Voice Control: Breakthrough in Smart Home and IoT".

Digital Signage

Ein weiterer ISE-Schwerpunkt ist Digital Signage, also die Möglichkeit für Gewerbetreibende, ihre Kunden mit wechselnden Inhalten auf speziellen Displays auf die Produkte und Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Liest sich abstrakt, kann aber mit wechselnden Offerten etwa in Restaurants schon heute sehr konkret werden. Bei Samsung in Halle 4 erhielt avguide.ch Eindrücke, was hier etwa bereits möglich ist, meist in Verbindung mit dem Tizen-3.0-Betriebssystem. Kunden haben zum Beispiel in Modegeschäften die Möglichkeit, Produkte digital zu visualisieren. Gleichzeitig kommen in Echtzeit Informationen und weitere, passende Angebote auf den Bildschirm.

Der koreanische Multi zeigte aber auch andere Anwendungen seiner Display-Technologien, so „the world’s slimmest-bezel video wall“, gerade einmal 1,15 Millimeter oben links bis 0,55 Millimeter unten rechts. Dass auch die "Quantum Dot QLED Signage" mit ihren Verbesserungen hinsichtlich Betrachtungswinkelgrösse, Farbtiefe oder Energieeffizienz sich mit Konsumenten-Fernsehern befruchten, liegt auf der Hand.

Die Überschneidungen beider Bereiche liegen natürlich auch nahe bei einem weiteren Trend-Thema der Messe, zusammengefasst unter dem Stichwort "immersed" oder "immersive".  Das Abtauchen in virtuelle Realitäten wurde auf der ISE in gleich vier virtuellen Umgebungen möglich, die der Anbieter Holovis installiert hatte.  Holovis CEO Stuart Hetherington war stolz,  "der AV-Industrie zu zeigen, wie sie die Weiterentwicklung komplexer Setups unterstützen können".

Noch ein wenig spektakulärer gerieten die zahlreichen Grossprojektionen auf gigantischen Leinwänden, zum Teil mit mehreren gekoppelten Projektoren. Epsons Idee, einen Rennwagen auf die senkrechte Projektionswand zu installieren und variabel zu illuminieren, erwies sich als Publikumsmagnet in Halle 1, genau wie die überdimensionierten Bilder von Panasonic oder Christie.

Im Audio-Bereich zeigten viele bekannte Namen ihre Produkte für die Home Installation, Beschallung, Konferenz oder Disco-Entertainment. Digitalisierung und Vernetzung auch hier allerorten. Da kam es schon einer Überraschung gleich, bei Revox eine wunderschön hergerichtete Bandmaschine B 77 bestaunen zu dürfen – und sogar ein Anbieter für Vinylequipment war vertreten.

Die ISE ist inzwischen längst zu gross und zu vielfältig, um alle Ausstellungen, alle Fachvorträge und alle Spezialveranstaltungen – im Vorfeld etwa gab es ein Audio-Forum zum Thema DSP (Digital Signal Processing) – würdigen zu können. avguide.ch freut sich trotzdem schon auf die Highlights im nächsten Jahr.

Onlinefassung: https://www.avguide.ch/magazin/maechtig-gewachsen-report-ise-2017-in-amsterdam
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