Gute Simmung an der High End SwissDie siebte High End Swiss stand wieder ganz im Zeichen der Musikwiedergabe und ihren Möglichkeiten. Die Messe schloss am Sonntagnachmittag nach drei Ausstellungstagen mit einem gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen Besucheraufkommen. Gut 2300 Personen besuchten die Musikvorführungen der 45 Aussteller mit rund 140 präsentierten Marken.
Wie schon in den letzten Jahren nutzen gerade die kleineren Schweizer Audio Manufakturen und Vertriebe, welche nicht über ein gut ausgebautes Fachhändlernetz oder eigene Showrooms verfügen, die HigH End Swiss als Schaufenster für ihre Produkte. Der Anteil der in der Schweiz mit viel Hingabe und Enthusiasmus entwickelten Audiogeräten ist immer wieder erstaunlich. Sei es nun bei Credo, Klangwerk, Illusonic, MusicWonder, PSI Audio, Merging Technologies, Steinheim, Pawel Acoustics oder Eternity-Jo.
Im Gegensatz zur grossen High End in München versprüht das Schweizer Pedant in Regensdorf damit viel sympathischen Lokalkolorit. Statt Marketing Getöse steht man im direkten Kontakt mit den Herstellern. Nicht selten ist nicht der Verkaufsleiter, sondern der Chefentwickler vor Ort, was zu interessanten and engagierten Diskussion über „korrekte“ Audiowiedergabe führt.
Zu den augenfälligen Trends gehörte in diesem Jahr die steigende Verbreitung von Aktivlautsprechern, die direkt von einer digitalen Musikquelle, sei es ein Musikserver oder Computer, angesteuert werden. Immer weniger Leute sind bereit, sich eine Kette aus Einzelkomponenten inklusive gewichtiger Verstärkerburgen in den schön gestylten Wohnraum zu stellen. Einfache Setups sind gefragt. Die Digitalisierung und High-Res-Audio geben neue Möglichkeiten, die zunehmend genutzt werden.
Dynaudio zeigte mit der Focus XD einen Lautsprecher, der „von der Quelle bis zum den Chassis mit High-Res arbeitet“. Bei Kii Audio nutzt man zusätzlich die Möglichkeit, mit einem DSP die Abstrahlung und Klangeigenschaften so zu interpretieren, dass man aus dem Kleinlautspecher eine bisher ungeahnt präzise Basswiedergabe erzielt. Als Highlight der Messe empfand ich die Bündner MusicWonder Lautsprecher, die mit einer externen DSP-Einheit inklusive Musikserver besonders konsequent auch den Raumeinfluss miteinbeziehen und sich damit klanglich einen Best-Of-Show Award verdient hätten.
Doch es muss nicht alles unbedingt digital hergerichtet werden, um gut zu klingen. Bei der ganzen digitalen Regelwut besteht immer auch die Gefahr, in den Plastiksound abzurutschen. PSI Audio und Klangwerk zeigen, dass man gerade mit analoger Elektronik einen sehr natürlich klingenden und wohnraumgerechten Aktivlautsprecher hinbekommt.
Wer es dann doch lieber konventionell mag, mit verschiedenen Röhrentypen rumspielt und auch gern mal neue Komponenten ausprobiert, wird bei Audio Note ausgiebig bedient. Jedes Gerät gibt es in sechs verschiedenen Ausbaustufen. Mal mit Silberdraht im Phono-Übertrager, mal mit schnödem Kupfer, wobei ersteres richtig ins Geld geht, aber auch himmlisch klingt…
Impression von High End Swiss 2015 mit Kurzkommentaren gibt es in der Fotostrecke unten.