Test Nikon Coolpix S02Die Coolpix S02 von Nikon erscheint in ihrer äusseren Form wie eine Kreuzung zwischen Kreditkarte und Luxemburgerli. Von ersterer hat sie die Grundgrösse, von letzterem das süsse Aussehen. Die Kleinkamera gibt es in den vier Farben Weiss, Silber, Rot und Blau.
Trotz ihrer extremen Kompaktheit bringt sie es auf 13 Megapixel, allerdings auf einem Sensor, der lediglich 1/3,1 Zoll misst. Es ist ein CMOS-Sensor – im Gegensatz zum Vorgängermodell S01, das einen CCD-Sensor mit 10 Megapixeln hatte. Beim Einschalten fährt das Nikkor-Objektiv mit 3-fachem optischem Zoom heraus. Seine Brennweite reicht von 30 – 90 mm (entsprechend Kleinbild), erlaubt also immerhin eine bescheidene Anpassung des Bildausschnitts etwa bei einem Portrait. Wer weiter vergrössern will – bei Reduktion der Bildqualität – kann den 4-fach digitalen Zoom einsetzen.
Bedienelemente finden sich nicht viele auf der Kamera: der Ein/Aus-Schalter, der Auslöseknopf umgeben vom Zoomhebel und der Umschalter zwischen Aufnahme und Wiedergabe. Die Rückseite ist nichts als Bildschirm. Dadurch erreicht dieser eine Diagonale von 6,7 cm (2,7 Zoll). Bei einer Auflösung von 230‘000 Bildpunkten und kräftiger Farbwiedergabe hinterlässt er einen ansprechenden Eindruck –solange die Sonne nicht zu hell scheint.
Der berührungsempfindliche Bildschirm dient auch der Bedienung übers Menu und der Navigation durch die gemachten Aufnahmen. Entsprechend der weitgehenden Automatik der Kamera ist das Menu übersichtlich. Es erlaubt die Wahl zwischen Foto- und Videoaufnahme, die Funktion des eingebauten Blitzes und die Auswahl von Motivprogrammen (Automatik, Freihand-Nachtaufnahme, Gegenlicht-HDR) und Effekten (wie Sepia oder Schwarz/Weiss). Belichtungszeit, Empfindlichkeit (ISO-Wert) und Blende werden automatisch eingestellt. Übers Menu ist eine Korrektur der Belichtung um zwei Lichtwerte in Schritten von 1/3 Belichtungsstufen nach oben und unten möglich. Beim Fokus kann gewählt werden, ob auf die Mitte oder einen durch Antippen ausgewählten Punkt scharf gestellt werden soll.
Allzeit bereit
Einfach bedienbares Menu Alle Schnittstellen sind unter einer kleinen Klappe versorgt. Es sind dies ein AV-Ausgang, ein HDMI-Anschluss (Typ D) für die direkte digitale Wiedergabe auf dem TV und ein USB-Anschluss für den Bildtransfer auf einen Computer/Speicher und für das Aufladen des fix integrierten Akkus. Ebenfalls fest eingebaut und damit nicht erweiterbar ist der Speicher, der aber mit 7,3 GB reichlich Platz bietet. Während das USB-Kabel zum Ladegerät mitgeliefert wird, gehört das HDMI-Kabel nicht zum Lieferumfang.
So wirkt die Kamera äusserlich recht spartanisch. Dafür glänzt sie nicht nur mit einem coolen Aussehen, sondern mit einer Kompaktheit, die kaum mehr zu unterbieten ist. Und hierin liegt ihre grosse Stärke. Sie kann während eines Bummels locker die ganze Zeit in der Hand gehalten werden, aber auch in der Hosen- oder Jackentasche ist sie gut versorgt und damit jederzeit dabei. Für die Fotodokumentation unterwegs, aber auch für „Fotoskizzen“ , wenn mal die grosse Kamera nicht dabei ist, bietet sie ihre hilfreichen Dienste an.
Bei Tageslicht gelingen Fotos auf mittlerer bis grosser Distanz tadellos. Kräftige, fast leuchtende und dennoch nicht kitschige Farben verbinden sich mit fein aufgelösten Details zu einem ausdrucksstarken fotografischen Bild. Die Schärfe fällt am äusseren Bildrand etwas ab, wird ansonsten aber in verschiedenen Situationen stets tadellos automatisch eingestellt. Auf kürzere Distanzen braucht der Autofokus bei wenig Licht gelegentlich seine Zeit, bis er den optimalen Scharfpunkt gefunden hat. Seine Zeit braucht auch der Auslöser. Er gehört definitiv zur langsameren Art, so dass Schnappschüsse mit der S02 kaum möglich sind.
Fotos nimmt die Kleinkamera in JPEG auf, und zwar bis zu 4160 x 3120 Pixel. Sie zeichnet aber auch Full-HD-Videos mit bis zu 1080/30p (im Gegensatz zur S01, die es auf 720p brachte) in H.264/MPEG-4 auf. Die Videobilder zeigen dieselbe Qualität in Farbe und Detailreichtum wie die Fotos. Das bewegte Bild offenbart jedoch immer wieder überzeichnete Kanten, die den subjektiven Schärfeeindruck erhöhen sollen, bei feinen Details jedoch das Bild auch verwaschen aussehen lassen. Der integrierte digitale Bildstabilisator verrichtet seine Arbeit ordentlich. Bei schnellen Erschütterungen – etwa im Wageninnern durch den Motor verursacht – kann es jedoch zu Bildruckeln kommen.
Fazit
Drei Bedienknöpfe reichenDie Coolpix S02 ist klein aber fein – dadurch handlich und immer dabei. Sie trägt nicht auf, hinterlässt aber einen guten Eindruck. Dabei macht sie – und das ist nicht zu vernachlässigen – gute Fotos, die dank einer weitgehend optimal arbeitenden Automatik nicht nur gelingen, sondern immer wieder beeindrucken. Dank der Automatik ist die Bedienung denkbar einfach. Für CHF 159 bietet Nikon ein Accessoire für spontane Erinnerungen und Fotoskizzen.