Apple hat das iPhone wieder geschrumpft. Das SE (ganz rechts im Bild) ist gut und günstig.Apple hat sein Produktesortiment aufpoliert. Das neue iPhone SE ist das Vernunftmodell für Menschen mit kleinen Hosentaschen. Dort passt das SE dank seinem kleineren 4-Zoll-Display besser rein. Mit einem Preis ab 480 Franken muss man ferner auch weniger Geld in der Tasche haben.
Telefon-Knipse
Die Marktforscher von Apple haben für das SE gründliche Arbeit geleistet. Denn immer mehr Anwender wollen ein handliches Smartphone mit gutem Display, das perfekte Fotos und Videos macht und trotzdem kein Vermögen kostet. Die Zeiten, als man einfach zwischen 800 und 1000 Franken für ein neues Smartphone investierte, sind vorbei. Viele haben auch gemerkt, dass sie eigentlich gar kein Handy im XL-Format brauchen. Denn das ist beim Telefonieren ungefähr so praktisch wie ein Küchenbrettchen.
Vernunft ist auch bei den Handy-Kameras eingekehrt. Sogar Apple beschränkt sich bei seinem SE auf vernünftige 12 Megapixel Auflösung, die Selbstbetrachtungskamera auf der Front kommt sogar mit 1,2 Megapixel aus. Stattdessen haben die Kalifornier in Software investiert und sorgen dafür, dass Fotos und Videos besser aussehen und sich vor allem auch einfacher retuschieren beziehungsweise schneiden lassen. Weil auch das SE Videos in 4K/UHD-Auflösung machen kann, werden die meisten Käufer dann letztlich doch wieder knapp 600 Franken für das 64-Gigabyte-Modell aufwerfen müssen, weil das günstige 16-Gigabyte-Modell für 480 Franken in absehbarer Speicherknappheit endet.
Die Wertung "Günstig, aber gut" verdient sich das SE bei seiner Rechenleistung. Apple hat hier die neuste Technologie eingebaut und auch die Funktechnik ist vom Feinsten.
Eine ausführliche Gegenüberstellung der technischen Daten aller aktuellen iPhones findet sich bei Heise.
Kritzeln statt fummeln
Das neue iPad Pro ist ein Tablet im gewohnten iPad-Format (9,7 Zoll), das sich per Stift bedienen lässt.Mit dem iPad Pro im 9,7-Zoll-Format bekennt sich Apple noch stärker zur Stiftbedienung auf dem Tablet. Das grosse iPad Pro war im Alltag mit seinen 12,9 Zoll einfach zu schwer und zu sperrig. Mit dem kleineren Modell erhalten wir schlicht ein neues iPad, das sich auch mit Stift bedienen lässt.
Dass sich Apple vermehrt dem Stift zuwendet, dürft auch an Microsoft liegen. Dessen Windows-Tablets aus der Surface-Reihe verkaufen sich bestens und werden nun auch von anderen Herstellern kopiert. Denn im mobilen Alltag ist der eigene Zeigefinger oftmals zu klobig und Tipperei auf der virtuellen Tastatur eine Pein. Mit dem Stift lässt sich schnell und zielgenau bestimmen, was man will. Und auf die Schnelle sind Kritzeleien in Notizen oder handschriftliche Anmerkungen in Dokumenten und Bilder einfach praktischer.
Allerdings hat Apple auch mit dem kleineren iPad Pro sein Grundproblem nicht gelöst. Das Betriebssystem iOS ist auf Fingerbedienung ausgelegt. In den meisten Apps kann man sich mit dem Stift bestenfalls am Kopf kratzen. Wo der Stift aber trotzdem Sinn macht, lässt sich beispielsweise hier nachlesen.
Auch Altes wird besser
Erfreulicherweise profitieren bei Apple praktisch alle Kunden von Entwicklungen und neuen Ideen. Mit iOS 9.3 hat Apple zusammen mit den neuen Geräten auch gleich eine neue Softwareversion angekündigt, die sich auf den meisten vorhandenen Geräten ebenfalls kostenlos installieren lässt.
Mit iOS kann man in Zukunft vor allem besser schlafen. Ein Nachtmodus reduziert beim nächtlichen Bücherlesen den Blauanteil im Display. Der Körper dankt es mit weniger Melatonin-Ausschüttung und merkt endlich, dass ein Handy keine Sonne ist. Der Nachtmodus zeigt aber auch, wie schwer es unabhängige Softwareentwickler haben. Eine App, die genau diese Funktion hatte, wurde von Apple aus dem Store verbannt. Nun taucht der Trick wieder als Apple-Entwicklung auf.
Eine unterschätzte Revolution im neuen iOS ist das CareKit. Damit sollen Entwickler Apps erstellen, welche sich um alle Gesundheitsdaten von Rezepten über Diagnosen bis zu Messwerten kümmern. Während also die Schweizer nun seit gut einem Jahrzehnt an ihrem digitalen Gesundheitsdossier basteln, will Apple schnell Lösungen schaffen. Ob man in Zukunft seine Gesundheitsdaten wirklich in der iCloud ablegen will, bleibt aber eine weitere Frage.
Das iPhone soll sich in Zukunft auch besser um die Gesundheit kümmern. Mit dem CareKit stellt Apple die nötigen Schnittstellen zur Verfügung.