avguide.ch Druckansicht · 28.09.2026

Kompakte Phonovorstufe

Clearaudio Compact Phono für MM- und MC-Systeme

Mit dem Compact Phono bringt Clearaudio eine kleine Phonovorstufe für MM- und MC‑Systeme. Solide Technik zu einem fairen Preis. Ein Knopf schaltet Verstärkung und Eingangslast um, zwei Filter halten Rumpeln und Ultraschall fern.

Von Daniel Schmid · 28. September 2026
Der Clearaudio Compact Phono verstärkt MM- und MC-Tonabnehmer. Er will solide Technik zu einem fairen Preis bieten.Der Clearaudio Compact Phono verstärkt MM- und MC-Tonabnehmer. Er will solide Technik zu einem fairen Preis bieten.

Die Erlanger Edelschmiede Clearaudio ist bekannt für Tonabnehmer, deren Preise am oberen Anschlag liegen. Neben den Topmodellen baut das Haus auch für den Breitenmarkt. Mit dem Phonovorverstärker Compact Phono setzt Clearaudio den Weg zu fair bepreisten Produkten fort, den man bereits mit dem Plattenspieler Compass und den MM-Systemen N1 und N2 eingeschlagen hat.

Gewachsen ist der Vinylmarkt in der Mitte. Plattenspieler zu Preisen, die sich auch  eine weniger solvente Käuferschaft leisten mag, tragen das anhaltende Wachstum der Schallplatte. Das Handling von Plattenspieler und Schallplatte  versprüht eine haptische Unmittelbarkeit und ein mechanisches Flair, das gerade im Streaming-Zeitalter seinen Reiz hat. Ein Stück Entschleunigung. Clearaudio-Chef Robert Suchy sprach an der High End in Wien von einem Vinylpublikum, das grösser sei als je zuvor. In Erlangen hat man den Trend erkannt.

Viele Plattenspieler der unteren und mittleren Klasse haben eine Phonovorstufe eingebaut. Sie genügt, bis der erste bessere Tonabnehmer kommt. Spätestens ein MC-System verlangt nach einer eigenen Vorstufe.

Grundlage jeder Phonovorstufe ist die präzise RIAA‑Entzerrung. Beim Schneiden der Lackfolie werden die Bässe abgesenkt, damit die Rille nicht zu breit wird, und die Höhen angehoben, damit sie über dem Rauschen liegen. Die Vorstufe dreht diese Kurve bei der Wiedergabe zurück. Heikel ist aber nicht nur die tonale Balance. Der Tonabnehmer liefert nur wenige Millivolt. Wer so stark verstärkt, hebt auch Rauschen und Brummen an.

Beim Moving-Magnet-System bewegt sich ein winziger Magnet zwischen feststehenden Spulen und erzeugt drei bis fünf Millivolt. Beim Moving-Coil-System schwingen die Spulen selbst, und die Spannung fällt auf wenige Zehntel Millivolt.

Beim Compact Phono schaltet ein Knopf auf der Rückseite zwischen MM und MC um, die Verstärkung springt von 40 auf 60 Dezibel. Die Eingangslast wechselt mit, von 47 Kiloohm für MM auf 100 Ohm für MC. Pro Betriebsart nennt Clearaudio genau einen Impedanzwert. Bei MC-Systemen ist das etwas unflexibel. Man vermisst DIP-Schalter zur Impedanzanpassung.

Im Innern arbeiten gemäss Clearaudio rauscharme Operationsverstärker in zwei Stufen. Ein Subsonic-Filter bei 16 Hertz soll das Rumpeln welliger Platten vom Tieftöner fernhalten, ein Ultraschallfilter bei 70 Kilohertz soll die Resonanz des Tonabnehmers abfangen. Gespeist wird das Kästchen über ein Netzteil mit ±18 Volt, zwei lineare Regler glätten nach. Vierlagige Platine, Dünnschichtwiderstände und Metallgehäuse sollen für Signalreinheit sorgen.

Einen offiziellen Schweizer Preis gibt es bisher nicht. Umgerechnet dürfte der Compact Phono bei rund CHF 460 liegen (490 Euro). Er ist in Schwarz oder Silber erhältlich. HiFi Studio Sulzer und stereotec führen Clearaudio-Produkte. Wer zu einem Plattenspieler der Mittelklasse eine Vorstufe sucht, findet im Compact Phono eine passende Ergänzung. In derselben Liga spielen etwa die Pro-Ject Phono Box S3 B für CHF 419 sowie Regas getrennte Vorstufen Fono MM MK5 und Fono MC MK4 für CHF 319 und CHF 399.

Onlinefassung: https://www.avguide.ch/produktnews/clearaudio-compact-phono-fuer-mm-und-mc-systeme-kompakte-phonovorstufe
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