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HiRes-Allrounder

Testbericht Fiio M15S HiRes-Musikplayer

Mit dem M15S bringt der Hersteller FiiO eine Weiterentwicklung seines langjährigen Flagship-Players M15 auf den Markt. Es werden aufregende Features des M17 fortgeführt. Der Player bleibt aber im handlichen Format – inklusive Metallständer.

Von Lawrence Gahler · 30. Juni 2023
Ein Hingucker! Das braune Kunstlederetui, neu mit Klettband-Verschluss und elegantem Lüftungsgitter auf der Rückseite.Ein Hingucker! Das braune Kunstlederetui, neu mit Klettband-Verschluss und elegantem Lüftungsgitter auf der Rückseite.

Drei Jahre nach dem Launch des M15 stellt FiiO die S-Version ihres ehemaligen Flaggschiffs vor. In der Zwischenzeit hat der Hersteller mit dem M17 ein neues Chipset und einen neuen Spitzenreiter ins Rennen geschickt. Der M15S vereint gewissermassen das Beste aus beiden Welten. Es werden Funktionen des M17 weitergeführt, während das komfortable Format des M15 beibehalten wurde. Man darf mit besserem Sound und mehr Funktionen rechnen.

Elegant und handlich

Bereits die edle Kartonage lässt Gutes erahnen. Auf schwarzem Hintergrund ist der FiiO M15S abgebildet, mit feingezeichnetem Hologramm-Effekt entlang der Linien. Im Schiebekarton befindet sich eine silbergrüne Box mit Deckel. Eine Holzbox gibt es leider nicht. Da hat FiiO wohl zugunsten der Soundqualität Abstriche gemacht, was völlig in Ordnung ist.

Im Lieferumfang enthalten sind der Musikplayer, ein Briefumschlag mit Quick-Start-Anleitung sowie ein Metall-Panel inklusive Ventilator und dazugehörendem USB-C-Ladekabel ohne Netzteil. Der HiRes-Player kommt in einem dunkelbraunen Case aus Kunstleder mit eleganter Verarbeitung, das immerhin nach echtem Leder riecht und sehr chic wirkt. Auf der Rückseite des Lederetuis befindet sich ein Metallgitter mit geometrischen Formen. Das sieht nicht nur cool aus, sondern dient auch der Lüftung des Gerätes. Durch das Gitter schimmern golden die Symbole «Hi-Res Audio» und «Hi-Res Audio Wireless».

Auf der Unterseite des Audioplayers befindet sich der Anschluss für USB-C und der Kartenslot für die MicroSD-Karte. Ein Auswerfstift ist im Lieferumfang ebenfalls enthalten. Oben befindet sich der Lautstärkeregler mit Leuchtfunktion bzw. Statusanzeigelicht. Daneben sind drei Ausgänge: ein 3,5-mm-Kopfhörerausgang/Lineausgang/koaxialer Ausgang, ein 2,5-mm symmetrischer Kopfhörerausgang und ein 4,4-mm symmetrischer Kopfhörer-/Lineausgang.

Die Einschalttaste befindet sich auf der linken Seite. Darunter liegen die Skip-Tasten und die Pause/Play-Taste. Auf der gegenüberliegenden Seite liegt der Hold-Schalter sowie die Volumenregler und eine Multifunktionstaste. Darüber hinaus steht das Touchdisplay bereit, mit einer Auflösung von 720 x 1440 Pixel.

Die Halterung für den FiiO DK3S mit Ventilator in zwei Stufen. Den Strom dafür holt er sich über einen USB-C-Anschluss.Die Halterung für den FiiO DK3S mit Ventilator in zwei Stufen. Den Strom dafür holt er sich über einen USB-C-Anschluss.

Für den stationären Gebrauch im Desktop-Modus gibt es einen Metallständer mit integriertem Ventilator. Über einen Schalter auf dem Ständer können zwei Ventilationsstufen ausgewählt werden. Beide sind relativ leise und sorgen für eine rasche Abkühlung des Gerätes. Zusammengebaut wird der Ständer aus zwei Elementen, die ineinandergeschoben werden. Für die Unterseite mit scharfen Kanten sind Antirutsch-Pads vorgesehen. Bedauerlicherweise rutschen aber auch die relativ schnell weg. 

Der M15S liegt gut in der Hand und passt gerade noch in die Hosentasche. Die Tasten sind ergonomisch und die Bedienung über das Display funktioniert einwandfrei. Das Lederetui ist sehr schön genäht und wirkt sehr chic. Echte Hingucker sind die geometrischen Formen der Lüftung und die Grafik auf dem Panel der Rückseite. Der Metallständer mit eingebautem Ventilator ist mir persönlich etwas zu wackelig und unstabil. Ich bin mir nicht sicher, ob ich damit meinen teuren HiRes-Player am Rand eines hohen Regals abstellen würde. Im Desktop-Modus mit verbundenem Ventilator sind dann zusätzlich gleich zwei USB-Kabel verbunden. Der Ventilator ist relativ leise – und wie ich finde, ein nettes Feature. Wirklich brauchen tut man ihn nur im «Ultra High Gain»-Modus bei längerem Hören.

Firmware

Der M15S ist ausgestattet mit der Android-Version 10 und hat einen internen Speicher mit einer Kapazität von 64 GB. Als Arbeitsspeicher stehen 4 GB zur Verfügung. Somit lassen sich reibungslos sämtliche Streaming-Plattformen ansteuern und es können die gewünschten Apps über den Google Play Store heruntergeladen werden. Der Digital-Analog-Umwandler ES9038PRO stammt vom amerikanischen Hersteller ESS Technology und verfügt über acht unabhängige Konverter.

Es kann zwischen fünf Modi ausgewählt werden: Android Modus, Pure Music Modus, USB-DAC-Modus, Bluetooth-Empfängermodus und schliesslich AirPlay. Im Pure Music Modus wird der Fokus auf den Streamingdienst Fiio Music gerichtet, aktuell in der dritten Version. Bei den übrigen Modi ist der Name sozusagen Programm. Sie halten genau das, was sie versprechen. Das macht Laune und vereinfacht den Prozess.

Für die digitalen Filter besteht die Auswahl aus mehreren Presets mit unterschiedlichen Roll-Off-Geschwindigkeiten und Phasen.Für die digitalen Filter besteht die Auswahl aus mehreren Presets mit unterschiedlichen Roll-Off-Geschwindigkeiten und Phasen.

In den Audioeinstellungen kann für den 3,5-mm- und den 4,4-mm-Ausgang gewählt werden, ob man diesen als Line-Ausgang oder Kopfhörer-Ausgang verwenden möchte. Unter dem Menüpunkt «Gain» werden vier Verstärkerstufen angeboten, wobei die höchste Stufe «Super High» nur im Desktop-Modus verfügbar ist. Aktiviert man den «Alles zu DSD»-Modus, wird die Musik im Direct-Stream-Digital ausgegeben. Dies verkürzt zwar die Akkulaufzeit des Gerätes, es verbessert jedoch auch die Audioqualität der tiefsten Bässe und höchsten Höhen.

Als Equalizer bietet der M15S einen dynamischen 10-Band-EQ (+/- 12 dB) mit 7 Presets mit unterschiedlichem Roll-Off und Phasenfilter. Für einen etwas weicheren Sound gibt es die Funktion «Regelung des zweiten Obertons» mit einer nützlichen Illustration des Effekts. Eine Einstellung, die man auf jeden Fall hervorheben sollte, ist die Möglichkeit, Tasten und den Volumenregler im Hold-Modus zu regulieren.

Insgesamt ist eine hohe Nutzerfreundlichkeit gegeben und das Betriebssystem sowie die Einstellungen sind intuitiv. Der Volumenregler mit 120 Stufen ist durch den Lederriemen des Cases relativ gut geschützt, sodass man nicht mit ungewollten, abrupten Veränderungen rechnen muss. Sollte man ihn dennoch deaktivieren wollen, ist das kein Problem.

Durchgängig können mit dem M15S viele granulare Einstellungen vorgenommen werden, was sehr nützlich ist. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die EQ Presets. Ich persönlich bevorzuge visuelles Feedback und einen benutzerdefinierten Equalizer gegenüber der komplizierten Beschreibung von Presets. Ein cooles Feature finde ich die second-harmonic-regulation, um die Obertöne ein bisschen zu glätten. 

Ist handlich und sieht gut aus. Den M15S möchte man so schnell nicht mehr aus der Hand legen.Ist handlich und sieht gut aus. Den M15S möchte man so schnell nicht mehr aus der Hand legen.

Hörtest

Ich kann es nicht lassen und öffne als Erstes eine Ableton Live Session mit einem Tech-House-Arrangement. Den M15S versorge ich mit externem Strom, damit ich den Ultra High Gain freischalten kann. Den Hörtest mache ich mit kabelgebundenem Studiokopfhörer und mit einem Bluetooth-Kopfhörer. Als Erstes fällt mir auf, wie wuchtig der Sound ist, der aus dem M15S kommt. Da steckt auf jeden Fall ordentlich Power dahinter. Kurz darauf höre ich Dinge in meinem Mix, die ich zuvor noch nie gehört habe. Gerade im Bereich des Sub-Basses ist der FiiO äusserst detailgetreu. Mein Mix klingt matschig. Ein High-Pass-Filter kann da Abhilfe schaffen. Ich klappe den Laptop zu und wechsle auf die Spotify-App, die ich mir über den Google Play Store heruntergeladen habe. 

«Get Up (I Feel Like Being A) Sex Machine» von James Brown aus dem Jahr 1970 ist ein Funk-Klassiker par excellence. Am Bass niemand anderes als William «Bootsy» Collins. Der Bass erklingt weich wie Butter und groovt wie nochmal was. James Browns hyperdynamischer Gesang klingt hervorragend und schneidet perfekt durch den Mix. Der Song arbeitet mit drastischem Panning, was dem Klang eine dreidimensionale Tiefe gibt.

Auf der rechten Seite hört man die Funk-Gitarre in ihrer ganzen Klarheit. Das Audiosignal ist so fein gezeichnet, dass man den Gitarrenverstärker effektiv vor sich sieht, wenn man die Augen schliesst. Das Schlagzeug ist fast ganz nach Links gebannt und klingt dort fantastisch. Feinste Transienten sind deutlich hörbar. 

Die Akkulaufzeit liegt bei rund 10,5 Stunden mit 3,5 mm, und bei 9 Stunden mit 2,5 mm bzw. 4,4 mm.Die Akkulaufzeit liegt bei rund 10,5 Stunden mit 3,5 mm, und bei 9 Stunden mit 2,5 mm bzw. 4,4 mm.

Zeit für etwas Klassik. Die Cello-Suite No.1 in G-Dur von Johann Sebastian Bach ist eine harmonische Studie mit einem gleichmässigen Rhythmus. Die räumliche Zeichnung auf dieser Aufnahme ist phänomenal. Man kann den Raum förmlich spüren. Weiträumig bewegen sich die tiefen Arpeggios durch den Raum und werden von den Wänden des Konzertsaals reflektiert. Ein wundervoller Konzerthall, wie er nur in einem echten Raum entstehen kann. 

Wechseln wir zu einer der bekanntesten Melodien überhaupt: Die Morgenstimmung in Griegs «Peer Gynt Suite No.1». Ein herrlich warmer Klang hilft, die mit dem Sonnenaufgang assoziierten Emotionen zur transportieren. Das Stück klingt ausgeglichen und harmonisch. Obschon der klangliche Fokus auf dem hohen Hauptthema liegt, liefern die Basstöne ein solides Fundament. Ich könnte noch stundenlange Klassikaufnahmen mit dem M15S hören.

Fazit

Der Fiio M15S ist eine rundum gelungene Weiterentwicklung des M15 und hat ein sehr attraktives Preisschild für das, was er kann. Er eignet sich hervorragend sowohl für die Verwendung im Desktop-Modus als auch als portabler Player. Haptik und Nutzerfreundlichkeit sind einwandfrei. Der Player hat eine sehr ansprechende Optik. Besonders das Panel auf der Rückseite und die Lüftungsschlitze aus Metall auf der Rückseite des Leder-Cases gefallen mir sehr gut.

Der Metallständer mit eingebautem Ventilator überzeugt mich nicht vollends. Er wirkt mir zu unstabil und umständlich, etwa wenn ich die Anti-Rutsch-Pads immer wieder anbringen muss oder ich nicht mit einer Hand das USB-Kabel ein- und ausstecken kann. Der Ventilator ist relativ leise und macht, was er machen soll. Die Firmware ist intuitiv bedienbar und unkompliziert. Pluspunkte gibt es für die granulare Einstellmöglichkeiten.

Die EQ Presets sind etwas gewöhnungsbedürftig, akustisch jedoch spitze. Die Möglichkeit, über die Second-Harmonic-Regulation die Obertöne zu glätten, ist ein echtes Plus. Klanglich hat der M15S enorm viel zu bieten. Der Sound ist wuchtig und kristallklar. Bass und Sub-Bass machen richtig Spass und die räumliche Zeichnung ist fantastisch. Feingezeichnete Transienten sind deutlich hörbar, der Klang ist hervorragend ausgeglichen.

Steckbrief
Modell:
M15S
Profil:
Mit dem M15S bringt der Hersteller FiiO eine Weiterentwicklung ihres langjährigen Flagship-Players M15 auf den Markt. Es werden einige aufregende Features des M17 fortgeführt. Eine handliche und preislich attraktive Alternative zum M17!
Pro:
Hervorrange Klangeigenschaften
Intuitive Firmware und Funktionen
Handliches Format und elegante Optik
Contra:
Metallständer unstabil
Kein custom EQ
Preis:
1,199.00 CHF
Hersteller:
FiiO
Jahrgang:
2023
Vertrieb:
Portacomp AG
Airplay:
Ja
Bluetooth:
Ja
Chromcast:
Nein
Internetradio:
Nein
Roon Ready:
Nein
Spotify Connect:
Nein
WiFi:
Ja
Analog Output:
2,5 mm, 3,5 mm und 4,4 mm
Onlinefassung: https://www.avguide.ch/testbericht/testbericht-fiio-m15s-hires-musik-player-hires-allrounder
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