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3. Oktober 2002
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Der kalifornische Video-on-Demand-Anbieter Intertainer hat die Filmstudios der Medienkonzerne AOL Time Warner, Sony und Vivendi Universal wegen Wettbewerbsverletzung geklagt. Wie das Wall Street Journal berichtet, fühlt sich das Unternehmen von den Hollywood-Studios betrogen. Demnach haben diese durch ihr Joint Venture MovieLink den Lizenzpreis für ihre Filme in die Höhe getrieben.

Intertainer behauptet, die beklagten Studios wollten bestehende Verträge neu verhandeln oder Teile ersetzen. Absicht der Filmindustrie sei es gewesen, 60 Prozent an den Einnahmen für sich selbst zu lukrieren. Bisher galt eine 50:50-Regelung. Dabei sei mit MovieLink Druck ausgeübt worden. MovieLink ist ein Joint Venture von fünf grossen Hollywood-Studios. Neben den drei geklagten Konzernen Sony (Columbia Tristar), AOL Time Warner (Warner Bros) und Vivendi (Universal Studios) sind auch noch Viavoms Paramount Pictures sowie MGM beteiligt. Intertainer ist zwar ein kleines Unternehmen, hat aber bedeutende Investoren wie z.B. Microsoft, das in seinen Windows Media Player 9 u.a. das Intertainer-Service integriert hat. Auch Intel und der TV-Sender NBC, eine Tochter von General Electrics, sind Investoren des Videostream-Anbieters.

Die Klage kommt vor dem Hintergrund einer kartellrechtlichen Prüfung der Joint Ventures der Hollywood-Studios im Bereich von Video-on-demand-Angeboten. Das US-Justizministerium prüft derzeit auch die Praxis der Lizenzvergabe im Bereich der Musiklabels, wo es mit Pressplay und MusicLink ähnliche monopolartige Entwicklungen wie mit MovieLink gibt.
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