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5. März 2002
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Europas größtes Radio- und Fernsehunternehmen, die RTL-Gruppe, hat im Geschäftsjahr 2001 einen Verlust von 2,499 Mrd. Euro eingefahren. Der Jahresfehlbetrag sei hauptsächlich auf Wertberichtigungen der Beteiligungen bei FremantleMedia sowie dem spanischen TV-Sender Antena 3 zurückzuführen, teilte der Medienkonzern in einer Aussendung mit. Der Umsatz wurde 2001 um zehn Mio. Euro auf 4,054 Mrd. Euro gesteigert. Vor allem mit den Entwicklungen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien zeigte sich das Unternehmen zufrieden. Man habe sich gegenüber Mitbewerbern behauptet und Zuschauer- sowie Werbemarktanteile gewinnen können.

In der wichtigsten Konzernsparte, dem TV-Geschäft, wurden im vergangenen Geschäftsjahr 2,866 Mrd. Euro umgesetzt (plus vier Mio. Euro). Das EBITA im TV-Bereich sank von 408 Mio. Euro auf 297 Mio. Euro. Dieser Rückgang sei auf höhere Programminvestitionen bei Channel 5 in Großbritannien und M6 in Frankreich zurückzuführen. Hinzu kommen die Investitionen für den Start des Homeshopping-Senders RTL Shop. RTL Television blieb nach eigenen Angaben in Deutschland nach neun Jahren in Folge Marktführer bei den 14- bis 49-Jährigen. Der Marktanteil bei den Zuschauern konnte 2001 auf 17,9 Prozent (plus 0,6 Prozentpunkte) gesteigert werden. Der Werbemarktanteil erreichte 28,5 Prozent, ein Plus von 1,2 Prozentpunkten. Auch die TV-Stationen in Großbritannien und Frankreich konnten ihre Marktanteile steigern. "Die RTL-Group hat sich erneut gegen die Wettbewerber behauptet. Wir sind davon überzeugt, mit unserer Investitionsstrategie die Erlöse und Margen steigern zu können, sobald die Märkte sich stabilisieren", kommentierte Didier Bellens, CEO der RTL-Group, die Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres. Mit einem Aufschwung rechnet er frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2002.

Das EBITA der gesamten RTL-Gruppe lag im vergangenen Jahr bei 361 Mio. Euro, 35 Prozent unter dem Ergebnis des Rekordjahres 2000. Ohne Firmenwertabschreibungen erwirtschaftete der Medienkonzern einen Jahresüberschuss von 63 Mio. Euro, um sechs Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die 2001 gesunkenen Erträge führt die RTL-Gruppe – wie auch die Konkurrenz – auf die Schwäche des Werbemarktes, aber auch auf Folgen der Restrukturierung innerhalb des Konzerns zurück. Verlustbringende Unternehmen und Randgeschäfte wurden verkauft, beispielsweise die fünfprozentige Beteiligung an Premiere World. In Großbritannien und Schweden trennte sich die RTL-Gruppe von Radiosendern, in Polen vom TV-Sender RTL 7. Das Sportrechte-Geschäft wurde in dem Unternehmen Sportfive mit Sitz in Paris konzentriert. In Deutschland wurde zudem RTL Shop gestartet. Zur RTL-Gruppe gehören Produktionsfirmen sowie 23 TV- und 14 Radiosender.
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