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5. Februar 2002
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Der finanziell schwer angeschlagene Pay TV-Sender Premiere World– bisher nur über die eigene d-box zu empfangen – öffnet sich für preisgünstige digitale Satellitenreceiver anderer Hersteller. Der Auftakt ist für März mit dem Lübecker Unternehmen Galaxis geplant, weitere Anbieter von Set-Top-Boxen sollen folgen. Damit erschließe man "zusätzliche Kundenkreise", die neuen Receiver seien für alle gedacht, die digitales Fernsehen "vor allem preiswert erleben wollen", erklärte der neue Sender-Chef Georg Kofler zum Strategiewechsel. Der Bezahlsender der KirchGruppe steht derzeit unter massivem finanziellen Druck.

Kofler erwartet sich von der Öffnung einen "neuen Schub" für digitales Fernsehen: "Der Zuschauer kann für den Empfang von Premiere künftig unter vielen Receivern unterschiedlicher Preisklassen auswählen, ähnlich wie bei Fernsehgeräten." Die Geräteindustrie rechne damit, in diesem Jahr mindestens 1,2 Mio. digitale Receiver in Deutschland zu verkaufen. "Über möglichst viele davon muss man auch Premiere empfangen können", so Kofler. Der wachsende Wettbewerb der Hersteller werde dazu führen, dass der Umgang mit digitalem Fernsehen "so einfach und selbstverständlich wird wie mit der klassischen Fernbedienung". Der Rückzug aus dem Technikgeschäft soll Premiere laut Kofler Einsparungen von "mehreren hundert Mio. Euro" bringen. Man konzentriere sich jetzt auf das Programm und die Vermarktung. Premiere werde sich künftig "noch deutlicher vom herkömmlichen Fernsehen unterscheiden".

In Rahmenverträgen mit den Herstellern der neuen Digitalreceiver will Premiere sicherstellen, dass es beim Empfang nicht zu technischen Problemen kommt. Die Konsumenten sollen geprüfte Geräte am Aufdruck "Geeignet für Premiere" erkennen können. Daneben wird es auch weiterhin die d-box von Premiere mit einem erweitertem Betriebssystem geben. Kofler war seit dem Jahr 2000 Vorstandsvorsitzender der Hot Networks AG und übernimmt offiziell am 1. Februar den Vorsitz der Geschäftsführung von Premiere. Rupert Murdoch hat die Option, im Oktober seinen 22-Prozent-Anteil an Premiere World für rund 1,5 Mrd. Euro zurückzugeben, falls dieser bis dahin seine Geschäftsziele nicht
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