21. August 2018 | seit 1999
NEWS
ARTIKEL
Autor
Publikationsdatum
13. Februar 2002
Drucken
Teilen mit Twitter
Die schwer verschuldete KirchGruppe ist zu einem Verkauf ihres 40-prozentigen Anteils am Axel-Springer-Verlag (ASV) bereit. Bis vor kurzem hatte Kirch einen Verkauf noch ausgeschlossen. Angepeilt werde ein Verkaufspreis von rund einer Mrd. Euro, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD). Der Wert der Beteiligung an der Börse liegt derzeit bei rund 800 Mio. Euro.

Die Verkaufsverhandlungen mit einer Finanzgruppe seien im "fortgeschrittenen Stadium", beruft sich die FTD auf Beteiligte. Unterschrift liege noch keine vor, eine Einigung werde für die nächsten Tage erwartet. Am Wochende hatte die KirchGruppe erstmals selbst ihre finanzielle Krise bestätigt. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" erklärte Kirch-Vize Dieter Hahn: "Perspektivisch gesehen können wir im Laufe des Jahres Liquiditätsprobleme bekommen."

Mit dem Verkauf des ASV-Anteils ist die drohende Insolvenz der KirchGruppe nicht abgewendet: Einen Großteil des Verkaufserlöses muss der Medienkonzern für die Abzahlung eines Kredits verwenden, berichtet die FTD. Der ASV-Anteil diene als Sicherheit für die Kirch-Kredite der Deutschen Bank in einer Gesamthöhe von rund 700 Mio. Euro. Der verbleibende dreistellige Millionenbetrag reiche zur Abdeckung laufender und zu erwartender Verbindlichkeiten nicht aus. So droht Kirch unter anderem eine Zahlung an den Medienmogul Rupert Murdoch, falls dieser seinen Anteil am defizitären Pay TV-Sender Premiere World zurückgibt.
Wettbewerb